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17. Sigung.

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BATORE SARENTGENERE

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Preussischer Landtag.

Baus der Abgeordneten.

Eigener Bericht.

- Ein Bündel Beschwerden. Die Beratung des Etats des Ministeriums des In­hern wird bei der Position Landrätliche Behörden" fortgesezt und bringt dem Minister ein Bündel Be schwerden ein. Als erster klagt der dänische Abg. Niel jen über die Tätigkeit der Landräte in Schleswig, was ber Minister v. Hammerstein mit der Bemerkung zu­cückweist, daß es auch in Nordschleswig gelte, an der Deutsch- nationalen preußischen Jdee festzuhalten. Abg. Bothein( fr. Bgg.) nimmt Veranlassung, abermals über ben Landrat seines Wahlkreises Grimmen Beschwerde zu führen, weil er angeblich aggressive Artikel für das Preisblatt geschrieben habe. Der Minister weist die Be schwerde als unbegründet zurück und bestreitet im allge­meinen, daß die Kreisblätter von der Regierung abhängig feien.

Der Zentrumsabg. Dr. Porsch nahm alsdann die Diskussion über Theaterzensur wieder auf und erklärte fich für eine noch straffere Handhabung derselben. Ihm schloß sich Abg. b. Heydebrandt( fons.) an, der durch­blicken ließ, daß er sogar die Zensur auf die Presse aus­gedehnt sehen möchte. Diesem Vorschlage traten nicht blos freisinnige Abgg. entgegen, sondern auch Dr. Borsch nahm Beranlassung, sich im Interesse der Bresse dagegen zu berwahren. Nach weiteren unwesentlichen Auseinander­legungen vertagt sich das Haus auf Mittwoch.

Vom Poeten zum finanzgenie. Jutimes über den Dollarfürsten Morgan. ( Rachdruck verboten.)

Einer der vielgenanntesten Leute auf dem Erdemrund ist In unseren Tagen unstreitig Pierpont Morgan, einer der größten der amerikanischen Eisenbahntönige und durch einen Schiffahrtstrust der ,, Beherrscher der Meere", trop Megir. Außergewöhnlich, wie Morgans Bedeutung im Welthandel, ist auch die Laufbahn dieses Finanzgenies. Dhne Rücksicht auf die schöne alte Tradition, die da will, daß die großen amerikanischen Milliardäre ,, Söhne ihrer eigenen Werke" seien, ist Pierpont Morgan als ,, fils à papa" wie der Franzose sagt d. h. als Sohn eines reichen Baters geboren worden. Er landete nicht in New­hort in Holzpantoffeln mit dem berühmten halben Dollar in der Westentasche. In seiner zartesten Jugend hatte er bereits reine Wäsche, ganze Kleider und Geld in der Tasche. Und wenn man dazu noch erfährt, daß er sogar Verse machte, wird man zugeben müssen, daß es kaum noch eine banalere Kindheit geben kann. Lange hielt sich Pierpont Morgan dem Kultus des Gottes Dollar fern. Ein Freund seines Vaters, der Direktor einer großen Versicherungs­gesellschaft war, leistete aber einen heiligen Schwur, daß er die angeborene Apathie des jungen Mannes schon be­siegen wolle. Und er machte Pierpont Morgan jun. zum Chef eines wichtigen Zweiges der Versicherungsgesellschaft und zum Mitglied des Verwaltungsrats.

Gleichgiltig und schläfrig begab sich der junge Dichter­Finanzier zur üblichen Arbeitszeit in sein Büreau. Er fehlte bei keiner Sigung des Verwaltungsrats, weil jedes­mal zehn Dollars Anwesenheitsgelder gezahlt wurden, aber an den Beratungen beteiligte er sich nicht. Um sich die Mühe des Zuhörens zu sparen, hatte er die Gewohnheit angenommen, immer so zu stimmen wie der Präsident. Der letztere verzichtete schließlich darauf, aus Pierpont Morgan einen brauchbaren Menschen zu machen. Er ent­ließ den jungen Mann und schrieb an seinen Vater: ,, Aus dem Jungen wird nie etwas werden. Er hat keinen Sinn für ,, business" Wo ,, der Junge" seinen Weg nach Damas­tus fand und infolge welcher Vorfälle er auf die schlechten Verse verzichtete, um sich guten Geschäften zuzuwenden, ist nicht bekannt. Es ist aber auch nicht nötig. Wenn die Belehrung spät tam, so war sie dafür um so eklatanter. Der Boet in Pierpont Morgan ist längst tot, während der ,, business- man" von Tag zu Tag eine reichere Tätigkeit entfaltet. Jedermann weiß, daß Pierpont Morgan seine spekulative Tätigkeit vor allem auf dem Gebiete des Eisen­bahnwesens offenbart. Man hat ausgerechnet, daß er gegenwärtig über 55 555 Meilen amerikanischer Schienen­wege ,, herrscht". Diese Eisenbahnen repräsentieren ein Ka­pital von ungefähr 12 Milliarden Mark. Außerdem ist Morgan der Hauptaktionär einer Dampfschiffahrts- Gesell­schaft, von dreizehn industriellen Unternehmungen, von sieben Bankhäusern, von drei Telegraphengesellschaften, von sieben großen Versicherungsgesellschaften. Und der Gründer dieser verschiedenen Unternehmungen soll anfangs teinen Sinn für ,, business" gehabt haben!

Pierpont Morgan ist ferngesund, und das ist wieder etwas, worin er gegen die Tradition handelt, denn die Tradition will, daß jeder Milliardär am Dyspepsie leide. Pierpont Morgan liebt einen guten Bissen, gute Weine, gute Zigarren. Die letzteren sind riesengroß, dunkel wie Bie Nacht und verbreiten einen sehr angenehmen Geruch. Sie sind natürlich speziell für Mr. Pierpont Morgan ge­arbeitet.

Troß seiner guten Verdauung ist der berühmte Finanz­mann durchaus nicht heiteren Charakters. Sein ewig sorgenvolles Aussehen ist in Newhort sprichwörtlich. Pier­pont Morgan treibt die Energie bis zum Autoritarismus. Man kann ihm nicht Widerstand leisten. Die gute ,, Witte­rung", die er bei verschiedenen Gelegenheiten an den Tag legte, bei Gelegenheiten, wo er allein seiner Meinung war und wo diese Meinung sich schließlich als die richtige erwies, hat sein Selbstvertrauen ganz bedeutend erhöht. Bei der Führung seiner Geschäfte verläßt sich Pierpont Morgan daher nicht gern auf die Geschäftskenntnis anderer. Er fümmert sich um die geringsten Angelegenheiten. Nichts scheint ihm seiner Aufmerksamkeit unwürdig. Er ist sehr zugänglich. Wer um eine Audienz bittet, wird von Pier­pont Morgan sofort empfangen. Sonderbare Bittsteller werden aber ebenso plößlich abgewiesen.

Daß der berühmte Milliardär auch ein großer Samm­ler ist, ist bekannt. Der Wert seiner Erwerbungen auf dem Gebiete der Malerei, der Skulptur und des Kunst­gewerbes wird sehr bestritten; neidlose Anerkennung und Bewunderung findet aber eine seiner Sammlungen: seine Meute schottischer Hunde. Bis jetzt war Pierpont Morgan nicht viel mehr als der Hüter seiner Sammlungen. Seinen Freunden gegenüber erklärt er aber gern, daß er nicht böse wäre, wenn er seine Schäße etwas näher kennen

lernen könnte. Er will nicht in den Sielen sterben. Ganz wie ein bescheidener Kaufmann, hat er die Absicht, sich eines Tages vom Geschäft zurückzuziehen". Aber, ob­wohl er sein 65. Lebensjahr überschritten hat, empfindet Pierpont Morgan noch nicht das Bedürfnis, die Wonnen des Ruhestandes zu genießen.

Nab und fern.

Abenteuer eines Polizeileutnants. Zu Tumuft­szenen schlimmster Art tam es im Osten von Berlin. In der Nacht war die Feuerwehr wegen eines unbedeuten­den Brandes nach der Frankfurterstraße gerufen worden. Bei der Absperrung des Brandplages machten die Schuh­leute einige Fehier, und auch die neugierige Menge leistete, wie das ja öfter bei Bränden vorkommt, den Anordnungen des die Absperrung beaufsichtigenden Polizeileutnants nicht in genügender Weise Folge. Darüber geriet der Leut­nant in eine hochgradige nervöse Aufregung. Er forderte, nachdem der Brand gelöscht war, die vordrängenden Leute mehrmals auf, Raum zu machen. Seine Anordnungen wurden von der Menge mit wüstem Gejohle, Schimpf­worten und Drohungen beantwortet. Dies erregte den Offizier schließlich dermaßen, daß er seinen Säbel zog und den Schußleuten den Befehl gab, ebenfalls blank zu ziehen. Es entspann sich ein förmlicher Straßentampi Im Verlauf desselben wurde der Leutnant von seinen Leuten getrennt; von allen Seiten schlug man mit Stöcken und Schirmen auf ihn ein und entwand ihm schließlich seinen Säbel. Da gelang es den Schußleuten, bis zu dem Polizeileutnant vorzubringen und ihn in ihre Mitte zu nehmen. Die Polizei nahm viele Verhaftungen vor, und eine eingehende Untersuchung ist im Gange. Der Polizei­leutnant soll an hochgradiger Nervosität leiden und wird dem Vernehmen nach jetzt ein Sanatorium aussuchen.

Eine zärtliche Krankenpflegerin. Im Sommer borigen Jahres erkrankte der seit vier Jahren verheiratete Berliner Kaufmann Adalbert W. an einer Lungenent­zündung. Seine junge, unerfahrene Frau ließ während W.'s mehrmonatlicher Krankheit eine Verwandte ihres Mannes kommen, die mehrere Jahre bei einem Arzte Wirtschafterin war. Diese pflegte Herrn W. mit solcher Hingebung, daß es zwischen ihr und Frau W. zu einem Auftritt kam, insolgedessen die Pflegerin das Haus ver­ließ. W. trat nach seiner Genesung mit seiner Kranken­pflegerin, angeblich aus Dankbarkeit, in Briefwechsel. Durch Zufall gelangte ein derartiger Brief in die Händ der Frau W., worauf ihr Gatte freimütig eingeftand, daß er während seiner Krankheit die Zuneigung zu seiner Ehefrau eingebüßt habe. Frau W. ließ darauf die Schei­dungsklage wegen Ehebruchs einleiten.

£ Alarm in der Kirche. Während des Gottesdienstes wurde in den Pfarrhof zu Waltenhofen bei Kempten ein­gebrochen. Die Diebe stahlen Wertpapiere im Betrage bon 23 000 mark. Die kunde hiervon verbreitete sich rasch in der Kirche, und ein Teil der Kirchenbesucher nahm die Verfolgung der Einbrecher auf. In der Nähe von Lensfried wurden sie eingeholt. Als sie sich verfolgt sahen, warfen sie die Wertpapiere fort, zogen die Revolver und feuerten auf die Verfolger. Drei der lezteren wurden verwundet, davon einer schwer. Schließlich wurden die Diebe überwältigt und ins Gefängnis nach Kempten gebracht.

|: Einem furchtbaren Racheakt ist in der spanischen Stadt Cuenza der Stellvertreter des Alkalden von Aha­laja zum Opfer gefallen. In Abwesenheit des Alkalden brachen in der Nacht vermummte Männer in sein Haus ein und überraschten den Stellvertreter. Sie schossen ihm eine Kugel in den Kopf, und als er dann noch Spuren von Leben zeigte, schlachteten sie ihn in der entsetzlichsten Weise ab. Unter dringendem Verdacht des Mordes wurde ein Munizipalbeamter verhaftet und in das Gerichtsge­fängnis gebracht, wo er vorläufig die Nacht über inter­niert werden sollte. Als man ihn aber am anderen Morgen dem Untersuchungsrichter vorführen wollte, sah man, daß der Verhaftete das Gitter seines Fensters durchsägt hatte und entflohen war.

:: Der Kurpfuscher Nardenfötter geflohen. In dent großen Berliner Kurpfuscherprozeß gegen den berüchtigten Heilfünstler Nardentötter und Genossen ist jetzt eine sensationelle Wendung eingetreten: Nardenfötter, der fürzlich gegen Kaution auf freien Fuß gesezt wurde, hat die Flucht ergriffen, um sich der ihm drohenden schweren Strafe zu entziehen, und der zweite Angeklagte, Dr. Kron­heim, ist auf Beschluß des Gerichtshofes verhaftet mor­den. Die Verhandlung wird in Abwesenheit des Ent­flohenen, gegen den ein unumschränkter Haftbefehl er­lassen wird, weitergeführt werden.

(!) Sternbergs Nachfolger nennen Berliner Preẞstim­men den Landmesser Franz Steldt aus Wilmersdorf, der wegen einer Reihe von Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Mädchen von 11 bis 14 Jahren, verhaftet wurde. Zu gleich mit ihm wurden die Handelsfrauen Marie Rem­me, Auguste Zehde und Giese aus Berlin in das Moa­biter Untersuchungsgefängnis abgeführt, weil sie im Ver­dacht stehen, dem Steldt, sowie einer Anzahl zur Zeit noch nicht ermittelter männlicher Personen minderjährig Mädchen im noch schulpflichtigen Alter zugeführt zu haben. Die Kriminalpolizei hatte schon seit einiger Zeit Anhaltspunkte dafür, daß Steldt mit Supplerinnen in Beziehungen stand. Sie beobachtete daher nicht nur den Verdächtigen, sondern auch die Kupplerinnen unausge seßt. Zur gelegenen Zeit drangen Geheimpolizisten bei den Kupplerinnen ein und fanden dort so belastende Anhalts­punkte, daß ihre sowie Steldts Verhaftung sofort erfolgte. ):( Ein ganzer Archipel verwüstet. Nach Mitteilungen des in San Francisco eingetroffenen Dampfers ,, Mari­posa" sind durch eine Sturmflut am 13. Januar unge­fähr tausend Eingeborene auf den Gesellschaftsinseln auf furchtbare Weise ums Leben gekommen. 80 Inseln sind völlig verwüstet. Man befürchtet, daß noch viele Ueberlebende auf den Gesellschafts- und den Pauman Inseln umfommen werden, ehe Nahrungsmittel usw., i von den französischen Behörden schon abgeschickt werden, dort eintreffen können. Tausende von Tonnen Kopra un über 200 Tonnen Perlenmuscheln sind verloren ge­

gangen.

Bunte Chronif. Ein orfanartiger Südweststurm mit heftigen Regenböen wütet auf der Elbe und Nordsee. Un­weit Brunshausen jant ein unbekanntes Fischerfahrzeug. Die ganze Besagung fand den Tod in den ellen.

In Breslau wurde die Prostituierte Klara Jagsig in ihrer Wohnung von dem Arbeiter Ernst Tollmann ermordet, angeblich weil sie ihm zehn Mark entiende hatte. Der Mörder konnte sofort nach der Tat festge nommen werden und hat die Tat eingestanden.

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Auf dem Westfelde der Luisengrube bei Beuthen wur den zwei Bergleute von herabstürzenden Kohlen verschütte und lebensgefährlich verlegt. Auf der Wolfganggrube stürzte bei der Nachtschicht ein Zimmermann in den Schacht und war auf der Stelle tot.

Wie aus Rom gemeldet wird, hat ein Arbeiter na mens Barabino aus Spezia einen sehr einfachen Appo rat erfunden, welcher die Stelle anzeigt, an welcha ein Schiff gesunken ist, sodaß es geborgen werden kann.

Vermischtes.

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berordnet

13. Februar führung des Heyligenstädt Berdug wege der Bahnhof

Aapf wegen 5. Baugefuch gaffe; hier: planes für da 7. Regulierun

8. Betreten pflicht für f nungen. 10 11. Sielba b. Sicherheit lung des 8 trag wegen bon 1910 al gefes; hier: 15. Antrag werbegericht C nungsnachwei ** Von

[ Das Gold des Meeres.] An der samländischen Küste haben die letzten Stürme den Bernsteinfischern rei chen Gewinn gebracht. Bei dem ersten großen Sturm hatte das Dorf Neuhäuser eine wahre Goldernte: Schöp erträge bis über drei Zentner bei einem Verkaufspreis bon 700 bis 1000 Mart pro Zentner je nach dem Aus falle des Bernsteins. Ein einziges großes Stück Bernstein hatte einen Wert von 300 Mart. Schäferei hatte keinen so großen Ertrag wie Neuhäuser; besser hatte Lochstädt abgeschnitten, wo über sieben Zentner Bernstein go schöpft wurden. Von dem Ertrage geht ein Schöpferlohn von ein Drittel ab, den die Leute erhalten. Hundert von Menschen, meist aus Alt- Billau, angetan mit einem Lederanzuge, bis zum Halse zugeknöpft, sind im Wasser mit langen Käschern beschäftigt, um das Meeresgold zu fangen. Der tägliche Verdienst dieser Leute stellt sid auf 40 bis 50 Mt.

[ Kaiser Franz Josef und sein Urenkel.] Kaiser Fran Josef, der augenblicklich in Budapest weilt, kam diesa Tage zu Fuß in die dortige neue Hofreitschule. Der B such hatte aber keinen offiziellen Charakter. Der Kai ser erschien überhaupt nicht in seiner Eigenschaft als Bandesoberhaupt, sondern als Urgroßvater, der sich von den Fortschritten seines Urenkels überzeugen wollte. Der kleine Prinz, dem diese Ehre zu teil wurde, ist da Erzherzog Josef Franz, das Söhnchen des Erzherzogs Josef August und der Erzherzogin Augusta. Der kleine Erzherzog zählt jezt sieben Jahre und hat unlängst be gonnen reiten zu lernen, der Kaiser aber fam, um zu sehen, wie weit sein Urenkel es in dieser Kunst bereit gebracht habe. Der Lehrmeister des kleinen Prinzen dürfte größeres Lampenfieber gehabt haben, als dieser selbst. Der kleine Erzherzog selbst hatte diejenige an seiner Seite, deren Nähe jedes Kinderherz mit Zuversicht and Mut erfüllt: seine Mutter, Erzherzogin Augusta, die gleichfalls im Sattel, dem Unterrichte beiwohnte. S gelang denn alles ganz vortrefflich, und der junge Erz herzog darf gewiß sein, sich die Zufriedenheit seines föniglichen Urgroßvaters errungen zu haben.

)-([ der höfliche Jagdgast.] Beim Baron v. H., erzäbi man in Wild und Hund", war große Treibjagd. Die Jagdgesellschaft war ziemlich bunt. Prinz Friedrich v. M., einige Herren aus der nahen Residenz, Offiziere, Gutspächter, aus dem Städtchen einige Jagdliebhaber und mehrere Bauern. Der wegen seiner Grobheit be kannte und gerade deswegen zu den besten Jagden ein. geladene Schmied M. aus T., genannt der ,, Kanonen­schmied", war auch erschienen. Nachdem schon einige Treiben gemacht waren und es in dem gut besetzten Revier tüchtig gefnallt hatte, tam unser ,, Kanonenschmied" neben Se. Hoheit vielleicht absichtlich zu stehen. Nach dem Anblasen fommt auch gleich ein Krummer wie aus der Pistole geschossen den Hang herunter, gerade aus Se. Hoheit zu. Se. Hoheit möchte wohl den Hasen nicht gleich bemerkt haben, denn er machte keine Anstalten zum Schießen. Das ging aber unserm Schmied über die Hutschnur und heftig in die Richtung des flüchtigen Hasen deutend, brüllte er: Prinz, schieß! Prinz, schieß!" Se. Hoheit konnte natürlich zuerst vor Verwunderung und dann vor Lachen nicht schießen.

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eingeführt w ren Eisenbah bahnmari rechnung der Im Bezirle werden.

[ Der Gipfel des Abzahlungsgeschäfts.] Jedermann weiß, daß heutzutage fast alles, was man zum Le ben braucht, und auch eine ganze Anzahl von Dingen, die man eigentlich nicht braucht, auf Abzahlung zu haben sind. Besonders blüht ja dieses Geschäft in der Möbelbranche und dem Handel mit Musikinstrumenten, hauptsächlich Klavieren. Noch weiter geht aber eine Lon doner Firma, die Hunde auf Abzahlung anpreist. Fer ner findet sich in einer dortigen Tageszeitung ein Inserat, in welchem ein Gelegenheitsdichter Künstlern und Ba rietétheatern seine Werke anpreist und dabei bemerkt: ,, Wöchentliche Abzahlungen sind gestattet."

Hus dem Gerichtsfaal.

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§ Der ,, abgeleitete" Meineid. Vor einer schlesischen Strafkammer wurde jüngst in einer Privatflage ein 60 jähriger Arbeiter vom Lande verteidigt. Drei Finger der rechten Hand hob der Zeuge vorschriftsmäßig nach oben, drei Finger der linken Hand aber hinter dem Rücken nach unten. Der Vertreter des Beklagten stellte hierauf den An­trag, den Zeugen noch einmal zu vereidigen. Es sei, so führte der Rechtsanwalt aus, ein im Bolle weit verbrei teter Aberglaube, daß, wenn ein Eid in der vom Zeugen angewandten Form geleistet wird, man ungestraft die Unwahrheit jagen dürfe. Die himmlische Strafe, welche die Leute sich als eine Art elektrischen Strom vorstellten, werde durch die linke Hand in die Erde geleitet. Der Vorsitzende der Straffammer sah zwar von einer neuen Bereidigung ab, doch richtete er an den Zeugen nochmals die eindringlichste Mahnung, die Wahrheit zu sagen. Im übrigen gestaltete sich die Beweisaufnahme auch so, daß dem Zeugen kein Glaube geschenkt iverden konnte.

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Der Prozeß Krupp in Neapel ist auf den 17. Februar feftgesetzt. Das sozialistische Blatt Propaganda" wird bon mehreren ausgezeichneten Advokaten verteidigt sein.

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