Ferner trifft die Vorlage Bestimmingen über eine strengere Handhabung des Konzessionswesens und eine Verschärfung der Vorschriften über den Bedürfnisnachweis. Auch wird eine Verschärfung der Vorschriften über die Bestrafung von Uebertretungen im Wiederholungsfalle erwogen. In Gastwirtskreisen dürfte die Vorlage auf starken Widerspruch stoßen.
Bulgarische Winkelzüge.
Bulgarien gefällt sich immer mehr in der Rolle des enfant terrible auf dem Balkan. Zwar die Regierung in Sofia wagt gegen die russische Weisung, den mazedonischen Aufstand zu ignorieren, nicht aufzumucken. Desto störrischer benimmt sich die Bevölkerung. Einer der Hauptdemagogen. ein Professor" Mihailowitsch, hat in einer Versammlung, die er in Sofia abhielt, öffentlich
schwere Beschuldigungen gegen Rußland erhoben. Er zieh die russische Politik der Doppelzüngigfeit: Graf Lambsdorff, der russische Minister des Auswärtigen, habe seiner Zeit bei seinem Besuche in Sofia dem damaligen Ministerpräsidenten Danew versprochen, Rußland werde dafür sorgen, daß der bulgarische Teil Mazedoniens die Autonomie und einen christlichen Gouverneur erhalte. Dieses Versprechen habe Rußland nicht gehalten; man habe überhaupt vom Zarenreiche nichts zu erwarten, und deshalb brauche das bulgarische Volk keine Rücksicht mehr auf Rußland zu nehmen, sondern müsse selbständig handeln. Was dieser brave Zeitgenosse sich wohl denken mag. Geſetzt, Rußland habe den Bulgaren seiner Zeit durch Lambsdorff, um sie zu beruhigen, ähnliche Versprechungen machen lassen, die es von vornherein nicht zu halten entschlossen war, wie fann Bulgarien daran denken, gegen Rußland rebellieren zu wollen? Die Russen würden den Störenfried gehörig auf die vorwitzigen Finger klopfen, wenn sie im Ernst aufmucken wollten.
Die Brüder der Bulgaren in Mazedonien sind ein gut Teil geriebener. Aber auch sind zu schlau, um flug zu sein: Da hat einer von ihnen, ihr Londoner Vertreter, einen„, Aufruf an die christlichen Nationen" veröffentlicht, in dem er nicht mehr und nicht minder als die Aufbringung von 40 Millionen Mark durch Sammlungen verlangt! Diese 40 Millionen sollen zur Unterhaltung eines internationalen Heeres von 50 000 Mann dienen, das zunächst in Mazedonien Ordnung schaffen soll selbstverständlich nicht gegen die Mazedonier! Später soll die Truppe als Polizeitruppe dienen. Mit anderen Worten: Die 50 000 Mann sollen die Türken aus Mazedonien vertreiben, damit die Mazedonier dort tun und treiben können, was ihnen beliebt. Selbstverständlich wäre das erste, was die Mazedonier dann täten, daß sie die 50 000 Mann aus dem Lande ärgerten. Und dafür sollen die Mächte oder wenigstens ihre Bürger noch selbst das Geld hergeben! Ein gar nicht übler Plan, nur schade, daß außer ein paar spleenigen Amerikanern, die schon 3 Millionen„ versprochen" haben sollen, niemand auf den faulen Köder anbeißen wird! Die Bulgaren und ihre mazedonischen Blutsbrüder werden sich schon daran gewöhnen müssen, daß Europa über ihre Wünsche zur Tagesordnung übergeht. Und wenn sie unartigen Kindern gleich sich durch dumme Streiche dafür rächen wollen, wird man ihnen ganz gehörig auf die Finger klopfen.
Prinz Georg Gouverneur von Mazedonien? Die Gerüchte, daß der bisherige Gouverneur von Kreta, Prinz Georg von Griechenland, zum fünftigen Gouverneur von Mazedonien ausersehen sei, wollen nicht verstummen. In politischen Kreisen wird erzählt, so meldet unser Berliner C.B.- Mitarbeiter, daß der Prinz, der 3. 3t. in Fredensborg weilt, sich bereit erklärt hat, dieses Amt zu übernehmen, wenn die Mächte damit einverstanden seien. Daraufhin ist - von Rußland? bei allen Mächten angefragt worden, und mit Ausnahme Großbritanniens, das sich noch nicht geäußert hat, haben alle Kabinette eine wohlwollende Prüfung der Frage zugesagt. Geschähe das, so würde das allerdings ein eigenartiges Licht auf das von Professor Mihailowitsch erwähnte Versprechen Lambsdorffs werfen.
Die neuesten Nachrichten vom Balkan mögen nun folgen: Nach einer bisher unbeglaubigten Meldung aus Sofia soll Boris Sara fow, das Haupt und die Seele der mazedonischen Bewegung, infolge Verrates im Vilajet Monastir ermordet worden sein. Wenn Boris Sarafów noch ebensoviele Jahre lebt, wie oft er totgesagt worden ist, muß er Methusalems Alter erreichen.
In Konstantinopel werden sämtliche Gesandtschaften außer der deutschen von Schiffstruppen der betreffenden Mächte bewacht. Die deutsche Botschaft wird von britischen Truppen bewacht, da der deutsche Stationär Loreley" zur Zeit im Schwarzen Meere kreuzt. Der Desterreichische Lloyd und andere Schiffsgesellschaften weigern sich, Passagiere oder Schiffsgut zwischen bulgarischen und türkischen Häfen aufzunehmen, weil sie Dynamitanschläge auf ihre Dampfer befürchten. In der Koje eines griechischen Passagiers des österreichischen Dampfers Burgas" fand man eine Bombe; der Mann, der in Burgas an Bord gekommen war, wurde im Kohlenraum des Dampfers eingeschlossen. Er verlangt, oor griechische Gerichte gestellt zu werden.
Unkontrollierbare Meldungen aus Beirut berichten, dort sei es bei der Ankunft des amerikanischen Geschwaders zu großen Unruhen und zu einem türkischen Gemezel unter der christlichen Bevölkerung gekommen. Bis Dienstag Morgen sollen 30 Morde festgestellt worden sein; auch mehrere Europäer sollen zu den Opfern gehören.
Die Gegenverfchwörung in Serbien.
Während König Peter gegenüber den Mördern Alexanders voll triefender Milde und väterlicher Nachsicht war, entwickelt er jetzt gegenüber den Gegenverschwörern" eine fast erstaunliche Energie. So wird aus Belgrad gemeldet, daß dort der pensionierte General Magdalenitsch verhaftet wurde, weil der verhaftete Hauptmann Lazarewitsch ausgesagt hat, daß der General zur Durchführung der letzten Offiziersverschwörung Geld hergegeben habe.
Einen General, wenn auch nur einen abgedankten, verhaften zu lassen dazu gehört Mut und Entschlossenheit. Und um die Gemüter zu versöhnen, ist der Bruder des Königs, Prinz Arsen, eifrig tätig: sein Ansehen und damit sein Einfluß soll gestärkt werden durch seine Ernennung zum General der Kavallerie. Die Beförderung soll, wie uns aus Belgrad gemeldet wird, morgen erfolgen wenn seine Unteraebenen es aeſtatten. Heute wird übrigens der
Wortlaut der Proklamation bekannt, durch die die Gegenverschwörer ihre Aktion einleiteten. Sie lautet:
„ Wir unterzeichneten königlich serbischen Offiziere legen im Namen unserer sämtlichen Stameraden aller Waffengattungen gegen die Uebergriffe und Ausschreitungen jener geächteten Verschwörer Verwahrung ein, die durch das scheußlichste Verbrechen des Meuchelmordes an unserem König, trotdent sie nach Recht und Gesetz das Leben verwirkt haben, zu Herren des Landes geworden sind. Wir königlich serbischen Offiziere protestieren öffentlich und laut gegen eine solche beispiellose Vergewaltigung von Recht und Gesetz und fordern, daß sämtliche Verschwörer, die wir weder als Offiziere noch) als Kameraden anerkennen, aus ihren Stellen entfernt und nach bestehendem Gesetz bestraft werden. Wir wenden uns an unser Volk und unseren König, zu dessen Schutz und Ehre wir den Säbel tragen. Wir bitten unsern König, daß er die Schmach, die uns vor ganz Europa angetan wurde, von uns nehme. Wir sind fest entschlossen, unserer. Forderungen den nötigen Nachdruck zu verleihen und nötigenfalls an den feigen Meuchelmördern selbst Justiz zu üben. Dem König aber, der seine Offiziere mißachtet und das Verbrechen beschirmt, werden sämtliche Kameraden aller Waffengattungen den zerbrochenen Säbel zu Füßen legen. Der König möge wählen!"
Ein einflußreiches Velgrader Abendblatt behauptet, Oesterreich- Ungarn sei der Urheber dieser Verschwörung. Die neue Verschwörung richte sich gegen König Peter, denn die Feinde Serbiens beabsichtigten auf den Thron des Landes einen österreichischen oder deutschen Prinzen zu bringen, der das Serbentum dem Germanentum verkaufe. Daß es Menschen gebe, die sich durch Anstand und Anhänglichkeit leiten lassen davon scheint das Blatt sich keine Vorstellung machen zu können.
Der wegen Auslieferung eines geheimen Mobilisierungsplanes in Belgrad verhaftete Oberleutnant Paul Mihailovitsch wurde zu 15 Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Die Politik.
Ein Erlaß des preußischen Ministers des Innern ordnet an, daß die Vorbereitungen zu den Landtagswahlen unverzüglich einzuleiten sind. Die Wahl der Wahlmänner soll in der zweiten Woche des November stattfinden.
A Um die künftige Generation schon frühzeitig mit den Segnungen des Alters- und Invaliditätsversicherungsgesetzes bekannt zu machen, hat die Regierung zu Minden eine Verfügung an die Lehrer erlassen, die die Beschäftigung der Schulkinder mit diesem Gegenstande anordnet. Aus der Verfügung ergibt sich, daß die Landesversicherungsanstalt Westfalen sich bereit erklärt hat, Aften gestorbener Rentenempfänger mit den dazu gehörigen Quittungskarten für die Schulen zur Verfügung zu stellen, damit an der Hand dieses Materials die Schulkinder über das Wesen des Gesetzes anschaulich unterrichtet werden können. Die Benutzung der Aften hat übrigens auch schon im Rechenunterricht der Oberstufe an größeren Landschulen gut bewährt.
Die Preßkommission des Vorwärts" hat in dem Streite zwischen der Redaktion des Blattes und dem Abgeordneten Bebel letzterem recht gegeben. Demgegenüber behaupten die beteiligten Redakteurre, sie hätten Bebels Erklärung nicht, wie er behaupte, abgelehnt, sondern sie ihm nur zur Abänderung zurückgeschickt.
Die Krise in Ungarn ist, wie wir vorausgesagt haben, noch nicht einen Zoll breit ihrer Lösung näher gerückt. Kaiser Franz Josef verläßt am heutigen Mittwoch die ungarische Hauptstadt; daran, daß die Krise vor seiner Abreise beendet werden könnte, ist nicht zu denken. Und da der Kaiser auch sobald nicht wieder nach Budapest zu kommen gedenkt, wird die Klärung der Lage noch recht lange auf sich warten lassen. In Ungarn gibt es Politiker, die eine friedliche Lösung des Dilemmas für völlig aussichtslos halten. Die Opposition verlangt stürmisch die Einberufung des Reichsrats.
Seit einigen Jahren geht die russische Holzeinfuhr nach Deutschland immer mehr zurück. Negentlich gilt das vom Schnittholz. Während Deutschland immer noch 80 Prosent der russischen Rundholzausfuhr importiert, beträgt der Verbrauch Deutschlands an russischem Schnittholz nur etwa 15 Prozent des Schnittholzerports des Zarenreiches. Um num speziell die Schnittholzeinfuhr nach Deutschland zu fördern, verlangen die russischen Holzindustriellen von der Petersburger Regierung den Ausbau der Wasserstraße von Windau bis an die preußische Niemengrenze und günstigere Zollbedingungen für die Schnittholzeinfuhr nach Deutschland. Bei den gegenwärtigen Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag verlangt daher Rußland eine erhebliche Herabsetzung des deutschen Eingangszolles auf Schnitthölzer. Dieser beträgt zur Zeit nach dem Vertragstarif 0,80 Mart, nach dem allgemeinen Tarif 1 Mark pro Doppelzentner, in dem neuen autonomen Tarif ist er auf 1,25 Marf pro Doppelzentner erhöht.
* Das Renkontre der französischen Kolonne mit räuberischen Berbern in Südalgier hat den Franzosen 37 Tote und 47 Verwundete von 120 Mann gekostet. Alle französischen Offiziere und Unteroffiziere wurden kampf unfähig gemacht. Der Kampf dauerte von halb 9 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags. Der Oberbefehlshaber in Algier, General O'Connor, hat sich mit einer größeren Truppenmacht nach dem Süden begeben, um die Berber zu bestrafen.
Einem neuen Mordanschlag gegen den Präsidenten Roosevelt wollen die amerikanischen Polizeibehörden auf die Spur gekommen sein. In Syracuse im Staate Newyork wurde am Montag Nachmittag ein vor 12 Jahren aus Deutschland eingewanderter Mann, John Miller, in seiner Wohnung verhaftet. Eine Frau hatte ihn beschuldigt, er habe gedroht, den Präsidenten Roosevelt bei dem ihm zu Ehren veranstalteten Umzuge der Arbeiter zu er schießen. Nachträglich wird sich wohl herausstellen, daß das Ganze blinder Lärm gewesen ist.
In einem von Lord Roberts erlassenen Ar meebefehl wird den britischen Regimentskommandeuren zur Pflicht gemacht, dem übermäßigen Lugus im Offizierkorps entgegenzutreten und dafür zu sorgen, daß arme Offiziere eine billigere Lebensführung beobachten können, ohne deshalb von ihren Kameraden über die Achsel angesehen zu werden.
Lokales.
Gießen, 9. September 1903.
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Wantte. Herr
+ Privat telegramm. Bei der heute Vormittag eine Sammlung erfolgten Ziehung der 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen es war ein sch Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 30 000 menfam und ei 5000 Mt. auf: 10 352, 26 911, 74 523, 79 146, 88 340 eht. Dem He auf: 18 703( nach Friedberg), 30 000 Mt. auf: 76 303, gutun und m't
88 904 und 97 878.
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* Der Großherzog hat sich Dienstag nachmittag aufwer gewor zur Eröffnung der internationalen Ausstellung für Photo: hertauscht und graphie und graphische Künste nach Mainz begeben, er wird einem neuen Ar im Palais daselbst übernachten und am Mittwoch Vormittag mit er in Gesu
der Schülerarbeiten- Ausstellung aus der Kunstgewerbeschule einen Besuch abstatten.
** Verliehen. Dem Lokomotivheizer Heinrich Lawall zu Gießen wurde vom Kaiser anläßlich seiner Pensionierung das allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
Landes- Universität Gießen. Soeben wird das Vorlesungsverzeichnis der Universität für das Winterhalbjahr 1903/04 befannt gegeben, dem wir entnehmen, daß die Immatrikulation am 19. Oktober und die Vorlesungen am 26. Oftober beginnen.
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* Die 50. Inf. Brigade hatte heute auf dem Uebungsplaß zwischen Groß- Rechtenbach, Lüzellinden und Münchholzhausen ihre Brigade- Besichtig ung durch den fommandierenden General des 18. Armeeforps Freiherrn von Lindequist. Gegen 8 Uhr nahmen die Regimenter 117 und 118 auf dem Paradeplaß Aufstel lung. Um 10 Uhr war die Besichtigung zu Ende und die beiden Regimenter verließen den Uebungsplatz. Die 118er, welche seither in der Kaserne zu Gießen lagen, famen nach Burgsolms und Braunfels ins Quartier.
** Postanstalt auf der Ausstellung. Auf dem Plage der landwirtschaftlichen Ausstellung Gießen wird in der Zeit vom 10.- 13. September eine Bostanstalt mit Fernsprechbetrieb eingerichtet werden, die sich mit der Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen und eingeschriebenen Postsendungen und von Postanweisungen befaßt.
** Auf dem Landw. Ausstellung finden wir unter anderen Schaubuden etwas ganz außergewöhnliches, ein Mädchen, mit 2 Köpfen, Rosalia Julia genannt, diese Mädchen, welche schon die halbe Welt in Staunen gesetzt haben, produ: zieren sich durch Singen und Sprechen, es wird jedem Be sucher der Landw. Ausstellung empfohlen, dieser großartigen Schaustellung einen Besuch abzustatten.
** Die Israeliten feiern am 22. und 23. Sep tember Neujahr und zwar den Anfang des 5664. Jahres.
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** Viehtransport. Auf dem Gießener Güterbahnhof wurde heute Mittag ein aus ca. 25 Wagen bestehender Morgens Extrazug mit für die landwirtschaftliche Ausstellung beVormitta stimmten Vieh ausgeladen. Eine große Menge von Zuchtvieh, schweren und leichten Schlages, aus der Gegend von Alsfeld, eine Anzahl Ziegen vom Alsfelder Ziegenzucht verein, Schweine und vereinzelt auch Pferde, wurden sodann vom Bahnhofe aus um die Anlagen zum Ausstellungsplaße getrieben.
Die landw. Winterschule zu Alsfeld bes ginnt ihren 32. Winterkursus Dienstag, den 3 November 6. Is, vormittags 11 Uhr. Es lehren an der Schule 3 Landwirtschaftslehrer und 4 Hilfslehrer. Die Schule ist mit einer reichen Lehrmittelsammlung zweckentsprechend aus gerüstet. Das Schulgeld beträgt für das Wintersemester 25 Mt. Für Söhne von Landwirten aus dem Kreise Alsfeld hat die Sparkasse Alsfeld das Schulgeld für 4 Freistellen zur Verfügung gestellt. Bewerber um diese Frei stellen wollen diesbezügliche Gesuche bet der Anmeldung der Schüler durch den Schulvorsteher an den Aufsichtsrat richten. Anmeldungen sind an den Aufsichtsrat oder an Dekonomie rat Leithiger zu richten, welcher auch speziellere Anfragen be antwortet.
** Hunde- Sport. Auf der am 6. und 7. Sept. abgehaltenen ersten großen internationalen Hunde- Ausstellung zu Leipzig erhielt Herr Georg Forbach- Gieken auf rouhaarige Pinscherhündin einen I und II. Preis, Herr Kaufmann Nassauer- Gießen auf Leonberger Rüden einer I und einen II. Preis und Herr Louis Rosenthal- Gießen auf rauharigen Pinscher- Rüden zwei I. Preise.
** An den Beratungen des Internationalen Statistischen Instituts in Berlin, die am 21. Sept. beginnen, nimmt als Vertreter der Hess. Landesuniversität auf besondere Einladung der Reichsregierung Herr Prof Dr. M. Biermer teil.
** Ein Werk über das deutsche Unterrichtswesen, in dem auch die Universität Gießen, von Herrn Prof. Dr Biermer bearbeitet, vertreten sein wird, soll auf der Welt ausstellung in St. Louis im Jahre 1904 zur Aus stellung gelangen.
Langsdorf, 6. Sept. Heute abend wurde hier durch Bürgermeister Köhler- Langsdorf und Turnlehrer Langsdorf aus Lich ein Turnverein gegründet, dem 28 Mann als Mitglieder beitraten. Mehr als die doppelte Anzahl Mit glieder wird innerhalb der nächsten 14 Tagen dazukommen. 1. Sprecher ist Gastwirt Heinr. Koch, Schriftwart Otto Friz und Rechner Hermann Bender 1r. Die regelmäßigen Uebungen werden jeden Sonntag abgehalten.
Groß- Felda. Im Saale der Gebr. Weiffenbach wurde am Sonntag eine Abschiedsfeier für unseren allgemein beliebten und verehrten Defan Wörishoffer veranstaltet; die ein rechtes Epiegelbild gab von der Liebe, die sich unser ver hrter Pfarrer in unserem Kirchspiel zu erfreuen hat, bis auf den letzten Plaß war der Saal beseßt. Pfarrer Wöriß hoffer hat während der beinahe 25 Jahre, die er in Groß Felda, Kestrich und Windhausen gewirkt, in den letzten Jahren auch als Defan des Dekanats Alsfeld, sich ein Andenken ge sichert, das fester ist als aus Stein und Erz; in den Herzen seiner Gemeinde wird er unvergessen bleiben. In Not und Trübsal, in Freud und Leid war er stets bereit; ein Seel sorger im wahren Sinn des Wortes, ein Vater der Armen und Bedrängten, ein Mann, dem ein warmes Herz im
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