Nr. 211.
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Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags.
Mittwoch, den 9. September 1903.
Gießener
12. Jahrgang.
Jusertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz berhessen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Pfg. forft 15 Vfg.: Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg.
Boftzeitungslifte No. 3269.
Rebattion und Erbedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 362.
Neueste Nachrichten
( Stekener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeifung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Betr.: Die Anwesenheit Sr. Kgl. Hoheit in hiesiger Stadt.
Bekanntmachung.
Seine Kgl. Hoheit der Großherzog werden gelegent. lich Seiner am 10. d. Mts. Statthabenden Anwesenheit boraussichtlich folgende Straßen zu den angegebenen Zeiten passieren: Mittags gegen 12 Uhr: Bahnhofstraße, Alicestraße, Ludwigstraße, Grünbergerstraße bis zur Ausstellung;
d. Ludwigsplat;
e. Plaz zwischen Neuer Raserne und Schüßenhaus. Bei der Aufstellang haben sich die später aufführenden Droschten, je nach der Zeit ihres Eintreffens, auf dem Blaz hinter der zuerst am Plaz befindlichen anzureihen.
7. Buwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen oder den nachstehenden Tarif ziehen den Verlust des Rechtes zur Ausübung des Gewerbebetriebes nach sich.
8. Für die Benugung von Lohnfuhrwerken gilt der nach
ſtehende
Drosten- Tarif
demnächst: Die Grünbergerstraße, Moltkestraße, für die Dauer der landwirtschaftlichen Ausstellung Ostanlage, Marburgerstr. bis zur Steinstraße; Nachmittags gegen 41/2 Uhr: Die Marburger.
straße, Oftanlage, Südanlage, Frankfurterstraße, Liebigstraße und Bahnhofstraße.
Von einer Sperre der vorgenannten Straßen wird abstand genommen. Das Publikum wird jedoch ersucht, das Aufsichtspersonal zu unterstüßen, daß die jeweilige Fahrt Seiner Kgl. Hoheit des Großherzogs ungestört bon statten gehen kann.
Gießen, den 9. September 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler.
Bekanntmachung.
Auf Grund des§ 105e der Gewerbeordnung hat Großherzogliches Kreisamt Gießen, anläßlich der in der Beit vom 10 bis 13. September I. Js. dahier stattfindenden landwirtschaftlichen Ausstellung, für:
Sonntag, den 13. September 1903
die Verkaufszeit für das Handelsgewerbe auf die Stunden. bon 11 Uhr Vormittags bis 7 Uhr Nachmittags ausgedehnt.
Gießen, den 5. September 1903.
Großh. Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Bekanntmachung.
Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Abänderung meiner Bekanntmachung vom 24. v. Mts. der nächste Viehmarkt nicht am 14. und 15. Septbr.. sondern am 29. und 30. September und zwar auf dem Viehmarktplatz an der Rodheimerstraße stattfindet.
Gießen, den 5. September 1903.
Der Oberbürgermeister Mecum.
Bekanntmachung.
Auf Grund der§§ 37 und 76 der Gewerbeordnung sowie des Art. 56 der Städteordnung wird in Uebereinstimmung mit Großh. Bürgermeist rei ießen für die Dauer der in Gießen vom 10 68 14. September 1903 stattfindenden landwirtschaftlichen Ausstellung 6 züglich des Droschtenfuhrwesens das Nachstehende bestimmt:
1. Die Aufst lung von Droschten und deren Verwendung während der landwirtschaftlichen Ausstellung ist nur denjenigen Personen gestattet, die ihr Vorhaben bei dem Großh. Polizeiamt Gießen angemeldet haben.
2 Kutscher darf nur sein, wer mindestens 18 Jahre alt, des Fahrens fundig und gut beleumunder ist; er muß Sauber und anständig g fleidet, sin Gefährt rein sein. Ec hat dem Fahrgast g genüber ein höfliches und anständiges Benehmen zu beobachten.
3. Die Droschten müssen mit 2 gesunden fräftigen Pferden bespannt, solid gebaut, mindestens viersißig, gepolstert, von innen zu öffnen und mit Laternen versehen sein. 4. In jeder Droschte ist der von Großh. Polizeiamte Gießen sp ziell für die Tage der landwirtschaftlichen Ausstellung festgesette Tarif anzubringen Der Tarif muß den Stempi des Großh. Polizeiamts Gießen sowie den von dieser Behörde beigs Bten Namen des Kutschers enthalten.
5. Die Droschten hab n stes in furzem Trab und rechts zu fahren, Beitsch nfnallen ist verboten. Das Mitnehmen dritter Personen ist nur mit 3 Stimmung der Fahrenden gestattet. Die Bezahlung geschicht an den Kutscher gemäß Tarif vor der Fahrt.
6. Als Aufst lungspläß von Droschten werden bestimmt:
a. Hauptbahnhof;
b. Südanlage an der Lesehalle-; c. Schulstraße;
vom 10. bis 14. September 1903.
I. Stredenfahrten:
Für eine Fahrt vom Bahnhof nach dem Au§stellungsplaße und umgekehrt. Mt. 1.50 Pfg.
1-2 Personen
3 Personen
4
jede weitere Person 30 Pfg. mehr.
2.
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2.50
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Für eine Fahrt vom Bahnhofe nach irgend einem Punkte der Stadt Mt. 0.80 Pfg.
1 Person
2 Personen
3
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4
jede weitere 20 Pfg.
1.20
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21
1.80
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2.
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Für eine Fahrt vom Festplate nach irgend einem Punkte der Stadt gelten dieselben Säge.
II. Zeitfahrten.
Eine Stunde in der Stadt 1-2 Personen
3-4
jede weitere halbe Stunde
Mt. 2.50 Pfg.
3.
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1.
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M
Fahrten nach auswärts unterliegen besonderer Bereinbarung.
Von Abends 10 Uhr ab tritt eine Erhöhung von 50% für alle Fahrten ein.
hofe
Alle Droschten sind zweispännig.
Für Breaks beträgt der Preis einer Fahrt vom Bahnnach dem Festplatz und umgekehrt 40 Pfg. für die Gießen, 5. September 1903.
Person.
Großh. Polizeiamt. Gießen. Hechler.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Seltersweg zwischen Kreuzplaß und Plockstraße und zwischen Wolfengasse und Südanlage von Donnerstag, den 10. 1. Mts. ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 9. September 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler.
Manöver- Briefe.
( Von unserem Spezialberichterstatter.)
fnn. Halle a. S., 8. September. 1. Ver Beginn der Kaisermanöver. Die Ehre des Tages gebührt den braven Sachsen. Nicht des Sieges wegen, den sie gestern als Einleitung der Kaisermanöver den bösen Preußen abgerungen haben, indem sie in der Nähe von Korbetha den Uebergang über die Saale erstritten. Es ist um Manöversiege oft ein eigenes Ding, und am wenigsten lassen sie sich unmittelbar nach der einstweiligen Beendigung des unblutigen Krieges beurteilen. Außerdem standen die zwei sächsischen Korps gegen nur ein preußisches, da das 9. Korps noch nicht„ heran" war, so daß das 4. Korps allein als Vertreter der„ roten" Partei die Linie MerseburgWeißenfels zu halten hatte. Nicht also der Sieg an sich war das eigentlich bemerkenswerte; das wesentliche vielmehr war die Marschleistung, die insbesondere hinter den Regimentern des 12.( Dresdner) Korps lag, als sie ins Gefecht eingriffen. Da war das 102. Regiment, Garnison Zittau. Lauter ,, kleine Kerls"; Industriesachsen aus dem Gebirge. Die Leute waren um 2 Uhr morgens in Leipzig ausgerückt; um 10 Uhr nahmen sie unter dem Schuß ihrer Artillerie die Saalebrücke zwischen Kriechau und Dahlih und warfen das mit der Verteidigung betraute 165. Regiment. Sie mögen um diese Zeit einen Marsch von etwa 20 Kilometern hinter sich gehabt haben; gewiß eine höchst respektable Leistung in Anbetracht der wahrhaft tropischen Glut, die auf Gerechte und Ungerechte, auf alles, was in der Gegend der klassischen Stätten von Roßbach und Leuthen treuchte und fleuchte, gleichmäßig berniederbrannte. Dabei babe ich nicht gesehen,
daß die Sachsen Marode hinter sich hatten, was ich nicht von allen Truppenteilen, denen ich begegnet bin, behaupten kann. Die Kunde von dem Marsch der Zittauer sprach sich mit Windeseile auf dem Manöverfeld herum und wird die militärische Kritik noch eine ganze Weile beschäftigen.
Da die Gegner einander ungewöhnlich schnell hatten", berlief der erste Manövertag diesmal eigentlich ganz programmwidrig lebhaft. Sonst pflegt es lediglich ein Tag gegenseitigen Erkundens und Auskundschaftens zu sein; zum Schlusse allenfalls einen Reiterkampf; man muß das Eisen schmieden, so lange es warm ist, und die Leute die übliche Attade reiten lassen, sobald sich irgend eine Gelegenheit bietet; denn man kann nie wissen, ob sie wiederkehrt. Von Aktionen größerer Kavalleriemassen war gestern nichts zu sehen; wenn solche stattgefunden haben, so haben sie sich weit draußen auf den Flügeln abgespielt, unerreichbar selbst für das beste Prismenglas und ohne daß die Kunde davon bis zum Centrum drang. Dafür hat es heftige Infanterie- und Artilleriegefechte gegeben, ohne daß diese übrigens besonders aufregende Momente geboten hätten.
Attacken in großem Stil wurden also nicht geritten. Dagegen fam gegen Schluß des Gefechts hin beim Dorfe Kriechau eine Schwadron sächsischer Gardereiter in einer Weise über retirierende rote Infanterie, daß von dieser im Ernstfalle faum viel übrig geblieben wäre... Eins, zwei, drei war sie inmitten der feindlichen Abteilung und im nächsten Augenblick in den Reihen eines benachbarten Zuges. Dann machte sic Kehrt, dichte Staubwolfen stiegen unter den Hufen der Rosse von dem ausgetrockneten Boden auf und im Hui waren auch die Reitersleute hinter ihnen verschwunden. Nur das jubelnde Hurra ihres Rittmeisters, das dieser immer und immer wiederholte, klang noch herüber. Man fühlte: das Hurra war nicht der vorgeschriebene Ruf allein; es war auch das Entzücken des Kavalleristen, der dargetan hat, daß seine Waffe trotz alledem und alledem noch nicht zum alten Eisen gehört. Verdukt blickten die Ueberfallenen einander
an
Die versuchsweise eingestellten Rohrrücklaufbatterien haben gestern dem Anschein nach noch keine Arbeit bekommen. Etwa 10% Uhr wurde das Gefecht abgebrochen.
Der Rendezvoushügel, auf dem sich die Fürstlichkeiten, die fremden Offiziere, Manöverleitung, Generalstab und die Generalität beider Parteien nach Das Ganze halt!" zu versammeln pflegen, lag zwischen Tagewerben und Kriechau. Der Kaiser, der die elegante Uniform seiner Breslauer Leibkürassiere trug, harrte im Gespräch mit dem Prinzen Leopold und den jugendlichen Großherzögen von SachsenWeimar und Coburg- Botha, dem Generalstasschef und Generaloberst Graf Waldersee, eine Zigarette rauchend, des Königs von Sachsen. König Georg, der Ulanenuniform trug, war gleich früh morgens den sächsischen Korps entgegengefahren und bis dahin bei ihnen geblieben. Endlich wurde die Flagge mit dem Rautenkranz im Gelände sichtbar. König Georg kam zu Pferde zurück; er saß mit erstaunlicher Rüstigfeit im Sattel; mit einer Rüftigkeit, erstaunlich für den, der ihn in seiner Leidenszeit vor etwa einem Jahre in Hosterwitz gesehen hat. Kaiser Wilhelm schritt seinem sächsischen Verbündeten raschen Schrittes entgegen und konnte sich nicht genug darin hun, ihm die Hand zu schütteln.
Eine hübsche Gruppe konnte man auf Bahnhof Korbetha vor Abfahrt des Extrazuges, der Fürstlichkeiten mit Ausnahme des Kaisers, Manöverleitung, Presse u. s. w. nach Halle zurückbringen sollte, beobachten. Prinz Albrecht, der König von Sachsen und Prinz Leopold von Bayern hatten an einem Biertisch Plaz genommen; Prinz Albrecht erzählte Wize pardon, machte scherzhafte Bemerkungen und seine beiden Zuhörer amüsierten sich königlich. Ebenso vergnügt wie sie war der Großherzog von Weimar, der mit dem Coburger Großherzog und dem Brinzen Friedric Lenypla von Preußen stehend zuhörte.
Ein Gefetz gegen die Trunk fucht.
In Forin einer Novelle zur Gewerbeordnung beabsichtigt die Reichsregierung ein Gesetz wider die Trunksucht zu erlassen. Die jetzt fertig gestellte Vorlage, über deren Inhalt bisher noch nichts bekannt war, enthält nach verläßlicher Information, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter uns schreibt, folgende wesentliche Bestimmungen:
Neu eingeführt soll werden die obligatorische Bedürfnisfrage für Wirtschaften, fakultative Vorschriften zur Förderung alkoholfreier Getränke, Ausschluß reiblicher Bedienung, Verbot des Borgens, härtere Strafbestimmungen, eventuell Verlust der Konzession. Im einzelnen wird unter anderem bestimmt:
Den Schantwirten soll durch die Konzessionsbehörden aufgegeben werden können, bestimmte falte Speisen und bestimmte nichtgeistige Getränke zur Verabfolgung an die Gäste bereit zu halten. Die Schankwirte dürfen ben Gästen Getränke, von Notfällen abgesehen, zum Genuß auf der Stelle nicht auf Borg verabreichen. Die Forderungen für Getränke, welche den vorstehenden Vorschriften zuwider verabfolgt worden sind, können weder eingeklagt, noch in sonstiger Weise aeltend gemacht werden.
renddes geht der Berstörungsprozeß von außen feinen Gang
fort."
Das meiſte Borhandene verworfen werden Und was foll nach Shrer Ansicht geschehen?"
tauat
Balkon in den Garten führte. schiedene Rompofitionen neuerer Meister. Murenin hatte sich auf die Treppe geflüchtet, die vom Fertigkeit verDie Musik, die er leiden
Asra und dann spielte die Gräfin mit großer
Huf falfcher Fährte.
Von J. R. Hungerford.
her mer find fie denn
Nein, ich
schuldigung bittente, ich habe es getan und muß um EntHabe ich das Vergnügen, mit Frauerwiderte der junge Mann. Er 30g sei
Jein Aland 3u ipri
nen Hut und fragte:


