Ausgabe 
9.5.1903 Erstes Blatt
 
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sers in Mainz in Aussicht genommen. An diesem Tage findet, wie wir erfahren, auf dem großen Sande da selbst in Gegenwart des Großherzogs von Hessen eine Truppenschau statt, welcher auch der Kaiser, von Wies­baden kommend, beizuwöhnen gedenkt.

*** Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel- Frie­drich haben ihre Fahrt nach Berlin in Lugano un­terbrochen, um dort photographische Aufnahmen zu ma chen. Prinz Eitel- Friedrich wird voraussichtlich am 19. d. Mts. wieder in Bonn eintreffen zu Fortsetzung seiner Universitätsstudien. Das bevorstehende Pfingsts st wiró der Prinz im Kreise der kaiserlichen Familie verleben.

Hus dem Gerichtssaal.

§ Freiherr v. Löw wegen Meineides verurteilt. Der frühere Leutnant im 5. preußischen Ulanenregiment Freiherr Erwin von und zu Steinfurt, genannt Löw, wurde von dem Schwurgericht zu Düsseldorf wegen wissentlichen Meineides zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Tie bür­gerlichen Ehrenrechte wurden ihm belassen. Wie erin­nerlich, hatte v. Löw unter seinem Eide in Abrede ge­stellt, mit der Frau des Ingenieurs Eck zu Düsseldorf in unerlaubtem Verkehr gestanden zu haben. Als dem Staats­anwalt Beweise vom Gegenteil geliefert wurden, vergif­tete sich Frau Eck, die gleichfalls falsch geschworen hatte, während Löw wegen Meineids verhaftet wurde.

§ Die Tragikomödie der Verschollenen. Ein eigenar­tiges Stückchen vom juristischen Zopf wird in der ,, Deut­schen Juristenzeitung" als interessanter Fall" erzählt. Eine verschollene Frau war im Aufgebots- Verfahren für tot erklärt worden. Als die Verschollene wiederkehrte und das Ausschlußurteil durch Klage anfocht, weil sie noch am Leben und ihre Identität außer Zweifel sei, wies das Gericht die Klägerin ab, da die Frist zur Anstellung der Anfechtungsklage verstrichen war! Die Frau wollte natürlich wieder unter die Lebenden aufgenommen wer­den und verfocht ihre Sache bis zur letzten Instanz. Beinahe hätte sie sich bei ihrem Tode beruhigen müs­sen, denn jenen sachlichen Grund wollte das Reichsgericht auch nicht gelten lassen. Zum Glück fand sich ein for­meller Grund: die Präklusivfrist zur Meldung der Ver­schollenen war nämlich irrtümlich auf ,, Donnerstag, den 12. März 1901," anstatt auf ,, Dienstag, den 12. März 1901", anberaumt worden, als auf einen gar nicht vor­handenen Tag. Darin fand man einen Formmangel, den das Gesetz als Anfechtungsgrund zulasse. wenn dieser Formmangel nun nicht vorhanden war, so hätte die lebende Frau weiter für tot gegolten, geopfert dem Gözen Formalismus mit seinem ellenlangen Chine­fenzopf.

Nab und Fern.

Und

XX Die Einweihung des Wilhelmshavener Seemanns hauses fand gestern unter reger Anteilnahme der Bevöl ferung statt. Besondere Weihe erhielt die Festlichkeit durch die Anwesenheit des Prinzen Heinrich von Preußen, der an Bord S. M. S. ,, Alice Roosevelt" um 1 Uhr mittags in Wilhelmshaven eintraf. Am Abend wohnte der Prinz einem Festmahl im Marine- Offizierkasino bei. Heute mor­gen erfolgte seine Abreise von Wilhelmshaven, um wieder zu dem von ihm befehligten 1. Geschwader zu stoßen.

Das angebliche Glückwunschtelegramm des Kronprinzen von Sachsen an seine frühere Gemahlin, Prinzessin Luise von Toskana, soll nach Erkundigungen der Dresdener Nachrichten an zuständiger Stelle nicht exiſtie­ren. Der Kronprinz habe nur ein Antworttelegramm an die Großherzogin von Toskana gesandt, die ihn gebeten habe, den Tauftermin festzusetzen. Nur dies habe er in seinem Telegramm getan, von einem Glückwunsch sei nicht die Rede gewesen.

ten verhängnisvoll werden. Sobald bekannt wurde, daß er im Hotel sei, versammelten sich die Cowboys vor dem Hause und gaben zunächst aus Gewehren und Pistolen ein Freudenfeuer ab. Dabei brüllten sie fürchterlich. Der im

Giessener Cagesneuigkeiten.

Gießen, den 9. Mai 1903.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten,

Veit liegende präsident hörte zwar die freundliche Ein- außerdem liegt ihr bei Nr. 6 der Seifenblase,

ladung: Komm heraus, Teddy, wenn du auch im Nacht­hemd bist, wir müssen dich sehen" er leistete ihr aber feine Folge. Selbst andere Versicherungen seiner Verehrer wie z. B., daß er sich in Gallup befände, und daß Gallup ihn zu sehen wünsche, vermochten den ermüdeten Teddy nicht zu rühren. Nach langem Tumult zogen die Cowboys, ihrem Groll über das Verhalten ihres Freundes under­hüllten Ausdruck gebend, wieder ab.

(:) Eine Zählung der Eisenbahn- Reisenden in sämtlichen Schnellzügen der preußischen Staatsbahnen findet in der Woche vom 11. bis 17. d. M. statt. Es handelt sich hierbei um statistische Zwecke und um festzu­ſtellen, in welchem Umfange Rückfahrkarten zu Schnell­zügen benutzt werden. Diese Fahrkarten werden im Zuge mit einem besonderen Stempel versehen, der den Buch­staben ,, S" trägt.

(?) Agnes Sorma läßt sich scheiden diese Nachricht geht uns jetzt als völlig sicher aus Berlin zu, nachdem schon hier und da in lezter Zeit Gerüchte auftauchten, daß das Cheband zwischen der berühmten Künstlerin und ihrem Gemahl, dem italienischen Conte Mito di Menotti, start gelockert sei. Zugleich wird gemeldet, daß FrauSorma nach erfolgter Trennung ihrer Ehe eine neue mit dem be­kannten ersten Liebhaber des Berliner Theaters, Harry Walden, einzugehen gedenkt, der in der Rolle des Prinzen Heinz in Wilhelm Meyer- Försters Altheidelberg" den Schwarm" sämtlicher Berliner höheren Töchter bildet. Frau Sormas Alter steht nicht fest, doch besteht zwischen ihr und dem ,, jugendlichen" Liebhaber Walden sicher ein großer Altersunterschied. Der hindert aber weniger als der Umstand, daß auch Walden vorläufig noch stark ver­heiratet ist, doch soll auch er bereits seine Scheidung bean­tragt haben.

(") Mord in der Irrenanstalt. Ein grausiges Ver­brechen ist in der bei Allenstein in Ostpr. gelegenen Fr­renanstalt Kortau verübt worden. Dem dort beschäftig­ten Krankenwärter Ludorff lag die Aufsicht über mehrere Geisteskranke ob, unter denen sich auch der seit längerer Zeit bettlägerige Scherenschleifer Junggellich aus Allen­stein befand. Dieser verließ in der Nacht heimlich sein Lager, überfiel den Wärter und erschlug ihn mittelst eines abgerissenen Bettbrettes. Hierauf nahm der Mörder die Schlüssel des Erschlagenen an sich und ergriff unter Mit­nahme des Geldes und der Kleider seines Opfers die Flucht; sein Verbleib konnte bis jetzt nicht ermittelt wer­den. Der Flüchtige ist mehrfach vorbestraft; während der Verbüßung der lezten Strafe spielte er mit Erfolg den ,, wilden Mann", so daß er der Irrenanstalt überwiesen werden mußte. Der unglückliche Wärter hinterläßt eine Witwe und mehrere unmündige Kinder. Vor acht Jahren ereignete sich übrigens in derselben Anstalt ein ähnlicher Vorfall; damals erstach ein Geistestranker seinen Wärter. ()[ Der böse Schlußſaß.] In einer westpreußischen Stadt erhob sich am Schluß der Stadtverordneten­sigung so verriet die ,, Nɔgatztg."- ein älterer jovia­ler Herr und sprach: Ich hätte wohl den Wunsch, daß die Presse, die uns immer in dankenswerter Weise ihre liebenswürdige Aufmerksamkeit schenkte, künstig den Schlußsag wegläßt." Der Vorsitzende verstand diesen Antrag nicht sogleich, und nun erklärte der Jnterpellant

::: Der unverbesserliche Premierminister. Zum 3. Mal ist der englische Premierminister Balfour jetzt vom Londoner Polizeigericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden wegen unerlaubt schnellen Fahrens mit dem Mɔ­tor. Zum letzten Mal beging er dieses Verbrechen auf seiner Ferienreise nach Clouds in der Nähe von Sa­lisbury, wo er die Osterfeiertage zu verbringen ge­dachte. Dringende Regierungsgeschäfte waren es also nicht, die ihn zu einer Geschwindigkeit veranlaßten, die den Polizisten vor Gericht zu der Erklärung hinriß: ,, Die Maschine flog mit einer furchtbaren Geschwindigkeit durch die Luft." Mr. Balfour hat für diese Lustfahrt, bei der er- nebenbei bemerkt- eine Geschwindigkeit von 33 Meilen in der Stunde erreichte, eine empfindliche Geldstrafe bezahlen müssen. Merkwürdig ist, daß, gegen die sonstigen gefeßlichen Gepflogenheiten, die Strafen bei Wiederholung des Vergehens ab- statt zugenommen ha­

ben.

eine Extrabeilage von Julius Werner aus Neumünster und für die auswärtigen Abonnenten ein illustriertes Prospekt der Kinderwagenfabrit Kilbinger zu Gießen.

übrigens unter großem Beifall- seinen Wunsch da­hin: Ich meine das nämlich so: Unsere Versammlung ist z. B. um 9 Uhr zu Ende. Und da das verhältnismäßig zu früh ist, geht man noch ein Glas Bier trinken. Es werden auch manchmal zwei Glas; ein paar Herren Herren spielen Ekat und man fiebitzt ein Viertelstündchen, und so kommt man sachte gegen 1 Uhr nach Hause. Am anderen Tage sitzt man, nichts böses ahnend, da und liest die Zeitung, und da hält einem dann die teure Gattin den Versammlungsbericht vor die Nase, in der leßten Zeile steht: Schluß der Sitzung 9 Uhr." Und du bist erst um 1 Uhr aus der Versammlung nach Hause gekom men?" Natürlich gibt es dann eine unangenehme Aus­einandersetzung. Was liegt der Presse daran, Schluß Uhr" zu schreiben. Der Antrag fand die allgemeinſte Unterstützung, und der Vorsitzende übermittelte ihn unter vieler Heiterkeit den anwesenden Vertretern der Presse, die gern versprachen, den ominösen Schlußsab künftig wegzulassen.

)-( O welche Lust, ein Präsident zu sein! Mit welchen Unannehmlichkeiten ein amerikanischer Prä­sident auf Reisen zu rechnen hat, das mußte Präsident Roosevelt erkennen. Der Präsident machte auf seinem Wege von St. Louis nach Kalifornien in der Nacht in der kleinen Stadt Gallup, Neumeriko, halt. Er war sehr müde und begab sich sofort zu Bett, in der leider verfehl­ten Hoffnung, daß seine Anwesenheit im Orte unbemerkt geblieben sei. Gallup ist einer der wildesten Grenzorte des Westens, und die Cowboys des Distriktes sind Roosevelt. besonders freundlich gesinnt, da er sich mehr als ein­mal diesen rauhen Gesellen gegenüber als Freund erwiesen hat. Diese Freundschaft sollte aber dem müden Präsiden­

** Der Kaiser hält am 10. Juni zu Mainz auf dem Großen Sande eine Truppenschau ab.

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** Kreisrat Dr. Wallau- Lauterbach lehnte die ihm angetragene Reichstagskandidatur für den 3. Ober­hessischen Wahlkreis Alsfeld- Lauterbach- Schotten entgiltig ab *** Der Wohltätigkeitsverein Contentia" veranstaltet morgen von 3 Úh ab setn erstes Sommerfest auf der Schönen Aussicht"( Tierpark) Bur Beluftigung für Jung und Alt ist dort reichlich Sorge getragen. Außer verschie­denen auf dem Festplaß aufgestellten Schaubaden, Würfel­baden u. s. w., findet Abends große bengalische Beleuchtung des ganzen Parkes statt. Auch wird ein Riesenluftballon aufsteigen, aus dem sich Herr Lattemann mittels Fallschirms herablassen wird. Nur schönes Wetter, dann wird auch der Zweck des Festes erreicht werden.

** Dieser Tage brachten einige Herren im bunten Rock in der Moltkestraße wohnenden Damen früh Morgens gegen 2 Uhr ein Ständchen. Durch zwei herbeietlende Schußleute wurden die Herren in dem lieblichen" Gesange der anscheinend ihren Liebchen gelten sollte, gestört. Die Schußleute die dem Gesang einige Beit mit zuhörten, gingen dann plöglich auf die Herren zu, baten um die Namen der Herren, wobei allerdings noch verschiedene unangenehme Worte laut wurden.

** Grab- Geläute. Mit der neuen Friedhofsordnung resp. mit der bevorstehenden Eröffnung des Friedhofes am Rodberg werden wir in Gießen wieder ein Grab- Geläute haben, wie man dies anderswo auch fennt und welches un zweifelhaft die Feierlichkeit einer Beerdigung erhöht. Welche Umstände es waren, daß man sett ca. 40 Jahre das Toten­glöcklein in unserer Stadt nicht mehr verlauten ließ, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Tatsache aber ist, daß der Kirchenvorstand nach der Vollendung der Johanniskirche sich damit trug vom Turme derselben aus das Grabgeläute wieder einzuführen. Es sprachen jedoch mancherlei gewichtige Gründe gegen die Ausführung des Gedankens und so unterblieb die Wiederbelebung der sehr schönen Sitte welche nunmehr die politische Gemeinde nnserer Stadt wieder einführt. Úebri­gens tennt man in Gießen auch nicht die arme Sünderglocke bei der Vollstreckung der Todesstrafe, wie wir Gelegenheit hatten bei den beiden Hinrichtungen in den letzten Jahren zu beobachten.

(:)[ Der Gesundheitszustand König Alfonsos von Spanien.] Der bekannte Wiener Professor Lorenz, des­sen Gelenkoperationen während seiner Amerikareise s großes Aufsehen erregte, hatte gelegentlich seiner An­wesenheit auf dem Madrider medizinischen Kongreß die Ehre, von König Alfonso empfangen zu werden, und da­mit Gelegenheit, sich von der gänzlichen Haltlosigkeit ver­schiedener, in der letzten Zeit über den Gesundheitszu­stand des jungen Königs verbreiteter ungünstiger Ge­rüchte persönlich zu überzeugen. Beim Empfange des Professors beim König war auch die Königin Mutter an­wesend. Professor Lorenz war von der kräftigen körper­lichen Entwickelung des jungen Monarchen auf das ange­nehmste überrascht. Das Gespräch wurde deutsch ge führt, und der Wiener Professor konnte nicht umhia, auszurufen: ,, Welch gesundes Aussehen! Wie wunderbar ist das Muskelsystem beschaffen und entwickelt. Wie viel Gesundheit und Körperkräfte verrät es!"- ,, Kräfte?" meinte der König, jezt sollen Sie sehen." Und seine neben ihm sitzende Mutter sanft in die Arme fassend, Hob er sie wie ein Kind empor, ohne daß das gewohnte liebenswürdige Lächeln von seinen Lippen verschwand. Dann trug er die geliebte Last dreimal durch das Zim­mer, ohne das geringste Zeichen von Anstrengung und Ermüdung. Seine Stärke ist bewundernswert," be­merkte Dr. Lorenz, zur Königin- Mutter gewendet. Sie terrät eine vollkommene Gesundheit. Aber wenn er start ist, so ist er zugleich auch bezaubernd sympathisch."

Bunte Chronik. Eine Spielaffaire erregt in der Buda, pester Gesellschaft großes Aufsehen. Bei einer Baccarat­partie im Nationalkasino gewann Bela von Justh in we­nigen Stunden 400,000 Kronen; den größten Teil dieser Summe verlor Graf Michael Karolhi.

Der Schnellzug Wirballen- Petersburg ist entgleist; bier Personen wurden leicht verletzt.

Auf dem Braunkohlenbergwerk, Karoline" bei Mustau sind ein Steiger und ein Häuer durch Schwemmsand tötlich verunglückt. Der Steiger ist her. ausgezogen worden, die Bergungsversuche für den Häuer sind noch im Gange. Gefahr für die Grube ist ausge­schlossen.

- In Menione fand zwischen dem algerischen De­putierten und früheren Bürgermeister von Algier, Max Regis, und einem deutschen Offizier ein Duell statt, das damit endete, daß der Offizier eine Wunde am Arm er­hielt. Der Grund des Duells war eine Rede, die May Regis in Rom gehalten und über welche der Offizier seine Mißbilligung geäußert hatte.

-Auf der Kanadischen Pacificbahn ereignete sich un­weit von Winnipeg ein Zusammenstoß, bei dem Wagen eines Arbeiterzuges in Brand gerieten. Zwölf Arbeiter tamen in den Flammen ums Leben, acht wurden schwer berlegt,

Aus Hessen und Dachbargebieten.

*** Grünberg. Seit einiger Zeit bemerkten Tauben­besizer den Verlust einiger ihrer Lieblinge, fonnten aber niemals auf die Spur des oder der Täter tommen. Am Sonntag ist es nun einigen Interessenten, welche eifrige Be­obachtungen angestellt haben, gelungen, einen schießlustigen jungen Mann zu erwischen als er gerade in seinem Hof mit einem Flobert schoß. Derselbe wurde zur Anzeige ge= bracht.

** Oneckborn. Im Laufe dieses Jahres wird das in unserer Gemarkung liegende Wasserwerk der Stadt Gießen eine bedeutende Erweiterung erfahren. Ein An­bau an das Maschinenhaus und die Aufstellung einer weiteren Maschine ist geplant. Auch ist das Graben eines weiteren Brunnenschachtes beabsichtigt. Der Mehrbedarf der Stadt Gießen ist durch die vollendeten, bezw. geplanten. staatlichen Neubauten bedingt, wie Siechenhaus, Irrenanstalt, neue Kliniken, Veterinär- Anstalt 2c.

Erbach i O., Die Hoffnung, daß Geh. Regierungs­rat Haas als alleiniger bürgerlicher Kandidat bei der Reichstagswahl dem sozialdemokratischen Kandidaten gegen­überstehen würde, wird sich nicht erfüllen, da das Centrum einen eigenen Kandidaten aufzustellen beabsichtigt.

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Mainz, 8. Mai. Der ehemalige Kassierer der Mainzer Voltsbank Herrmann gestand ein, wo er die roch fehlenden 20 000 Mt. versteckt hat.

Schlachthaus Gießen. Desenfleisch 45 Pig.

gesalzenes Ochsenfleisch 35 Pig. heute und Montag.

Marttbericht.

Bei dem am 5. und 6. Mai zu Gießen stattges fundenen Markte waren aufgetrieben 1709 Rindvieh 1677 Schweine, der nächste Markt findet am 19. und 20. Mai statt am letzteren Tage auch Krämermarkt.

Gießes, 9. Mai Auf dem heutigen Wochenmartt tosteten Butter per Pfo. 1.00-1.10 mt. Hühnereler 6 Pfg., 2 St.11 Pfg., EnteneterSt. 6-7 Bfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar Mr. 0.75-1.00, Hühner per Stüd Mt. 130-2 40, Hahnen, ver, Stud Mr. 110-2.30, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bid. 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfo 66-76 Bia. Schweine­fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 7.50-8.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-8 00, Milch per Liter 18 Pfa.

Grünberg, 9. Mai.( Fruchtmarkt.) Weizen 16,25, Rorn 14.00 bis 00.00, Gerste 15,00 bis 00.00, Hafer 14.00 bis 15 00, Erbsen 00.00-00.00, Linsen 00.00 bis 00.00, Kartoffeln 4.75-4.00. Alles per 100 kilo. Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 8. Mai. Heu per Zentner Mt. 3.60-3.10, Stroh per Zentner Mk.

2.45-2.00.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873);

für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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