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Abg. porsch jüyri aus, dass die Kirche nicht die ton­fessionelle, sondern die paritätische Volksschule bekämpfe, forderte die Aufhebung des Jesuitengesezes und drang auf die Aenderung der Bestimmungen über die Zulassung Der Krankenpflegeorden. Den Schluß machte der nat.- lib. Abg. Sattler mit einer Polemit gegen die Abgg. Porsch und Dauzenberg.

Jugend von heute.

( Bon unserem ständigen CB. Mitarbeiter.) Die Blätter haben in jüngster Zeit aus verschiedenen Broßstädten, namentlich aber von Berlin, Fälle von weit­gehender sittlicher Verwilderung der Kinder veröffentlicht. So wurde im nördlichen Teile der Reichshauptstadt eine wohlorganisierte Bande ton jugendlichen Ladendieben er­mittelt, deren jüngstes Mitglied neun Jahre alt war. Diese frühzeitig dem Verbrechen in die Arme getriebene Horde stand unter der Leitung eines bereits bestraften 17jährigen jungen Mannes und verfuhr mit einer solchen Umsicht, daß man noch viel von den einzelnen Mitgliedern der Bande erwarten darf. Sie fanden sich in der Regel, wie spielende kinder, in der Nähe solcher Ladengeschäfte ein, die von einer einzigen Berson bedient wurden. Durch ihren Lärm lockten sie den Staufmann vor die Tür und vährend dieser Ruhe gebot, schlüpfte schnell ein kleiner Wicht ins Haus und hinter den Ladentisch und plünderte mit einem festen Griff die Ladenkasse. Ein anderer Fall Don früher Verkommenheit wird von zwei jungen 15­und 10jährigen Mädchen geliefert, die ihre feile Liebe barboten und dann nachher der eigenen Mutter und son­tigen Helfershelferinnen die Erpressungsgelegenheiten schufen. Hier zeigt sich eine solche Vertommenheit der Besinnung, daß der Staat unbedingt nicht tatenlos zu sehen darf.

Leider bietet freilich die Gesetzgebung nur dann eine pandhabe zu einer Fürsorgeerziehung, wenn strafunmün­Dige Kinder eine strafbare Handlung begangen haben. Bon dem schlechten Beispiel, das viele Kinder aber im Elternhause oder in der Umgebung genießen, erhält die Behörde teine Kenntnis. Und doch sollte wenigstens in den größeren Städten Gelegenheit zu einer strengeren Ueberwachung der Kinder geboten sein. Biele Eltern sind ja durchaus unschuldig daran, wenn ihre Kinder verderb­lichen Einflüssen verfallen. Die Not des Lebens zwingt sie, ihrem Erwerb außerhalb des Hauses nachzugehen, und dieser Fall wird besonders bei unehelichen Kindern vor­liegen. Ueber die Notwendigkeit einer strengeren Kinder­überwachung wird ja jedenfalls keine Meinungsverschie­Denheit bestehen. Aber w ist die Ueberwachung einzu­richten? Die Kasernierung der Kinder in Erziehungs­und Waisenanstalten, oder in Beaufsichtigungsanstalten, genügt nicht, weil sie die persönliche Tätigkeit der Kinder zu wenig in Anspruch nimmt. Dagegen empfiehlt sich ein System, das in vielen Industriestädten Frankreichs eingeführt ist. Dort bestehen Anstalten, die tagsüber für die Zeit zwischen dem Mittagsmahl und dem Abendbrot die Kinder in ihre Obhut nehmen und zwar zu einem besonders geregelten Erziehungszweck. Die erste Stund: ist dem Spiel gewidmet, dann werden die Schularbeiten erledigt, und schließlich werden je nach der Jahreszeit landwirtschaftliche und gärtnerische Arbeiten bezw. Hand­fertigungsarbeiten verrichtet. Abends, wenn die Familie wieder beisammen ist, wird das Kind der häuslichen Ge­meinschaft zurückgegeben. Dadurch wird vor allem das Kind zur Verehrung der Natur zurückgeführt, auch dem großstädtischen Kinde bleiben die Eindrücke des geheimnis vollen Lebens im Weltall nicht verborgen und frühe schon übt es, das einmal Meister werden, oder einem Haushalt vorstehen muß, den Sinn für das Schöne und Zweckmäßige. In Frankreich hat man mit diesem System sehr gute Er­fahrungen gemacht. Hier sollte man ähnliche Anstalten durch die Gemeinden ebenfalls in Aussicht nehmen. Was an der Jugend von heute geschieht, wird der Bürger der Zukunft dem Staate einmal danken.

Nab und fern.

[-] Der fünftige Aufenthalt der Prinzessin Lniſt soll jezt doch Schloß Schlackenwörth in Böhmen werden Das Schloß ist von seiner bisherigen Bewohnerin, einer Fürstin Isenburg, in den letzten Tagen verlassen worden und wird nun für die Ankunft der Prinzessin in Stand gesezt, die dort ihre Niederkunft erwarten soll. Prin­zessin Luise ist, wie in dem toskanischen Hose nahe­stehenden Kreisen versichert wird, mit der neuen Wand­lung der Dinge sehr zufrieden und soll sich aus freien Stücken bereit erklärt haben, nunmehr den Weisungen ihres Elternpaares bedingungslos Folge zu leisten. Daß Die Versöhnung mit dem Elternhause vollständig ist, be­weist die Tatsache, daß der Großherzog von Toskana nunmehr seiner Tochter aus dem Hofarchiv den Ge­burts- und Trauschein zur Verfügung gestellt hat, damit die sächsische Regierung in der Lage ist, einen Hei­matsschein auszufüllen, da die Prinzessin auch nach ihrer Scheidung die Heimat ihres Gatten hat. Sachsen hat vorläufig aber die Ausstellung eines Attestes abge­lehnt. Die Oberhofmeisterin der früheren Kronprinzessin, Freifrau v. Fritsch, beabsichtigt demnächst ihre Stellung bei Hofe aufzugeben, ebenso Hofmarschall v. Tümpling. Die Erziehung der kronprinzlichen Kinder wird der Ober­hofmeisterin der Königin Witwe Carola, Frau v. Pflugt, übertragen werden. Graf Leo Tolstoi, der bekanntlich in einem Schreiben an einen Newyorker Journalisten rin sehr hartes Urteil über die Prinzessin Luise gefällt hatte, erklärt jetzt öffentlich, daß er als Mensch, der nach Christi Gesezen zu leben strebt, sich nicht im Rechte fühle, einen Stein auf die unglückliche Frau zu wer­sen und die Veröffentlichung seines harten und unchrist­lichen Briefes sehr bedauere".

£ Das Einkommen der Frau Krupp ist von ihr dieses Jahr nur auf 13 bis 14 Millionen eingeschätzt worden, vährend der verstorbene Geheimrat Krupp in den letz ten Jahren 22 Millionen deklarierte. Der Steueraus sall macht sich deshalb in den Finanzen Essens sehr empfindlich bemerkbar. Die Abnahme des Einkommens ist zum Teil auch den hohen Stiftungen( 4 Millionen sür die Versicherungskassen und Wohlfahrtseinrichtun gen, 1 Million für die Stadt Essen), und den bedeu­fenden Legaten Krupps an einzelne ihm nahestehende Personen zuzuschreiben. Krupp entrichtete in den letzten Jahren über 1 Million Mart an Steuern.

::[ Die Jagd nach dem Glüd.] Eine Haftige Hochzeits geschichte erzählt das ,, Petit Journal: Ein Pariser Ar­beiter heiratete eine jung Wäscherin von der Rue Saint­Maur. Nach dem Hochzeitsmahle schlug der junge Ehe­mann, um den Gästen eine kleine Abwechselung zu bieten, eine Spazierfahrt auf der Stadtbahn vor. Man sollte bis zur Station La Chapelle fahren, um dann zu Fuß nach Hause zu gehen. Die Hochzeitsgesellschaft begab sich also zum Boulevard de Belleville und nahm den ersten Zug. Auf der Station La Chapelle stiegen alle rasch aus, mit Ausnahme der Braut, die mit ihrer langen Schleppe in der Wagentür hängen blieb und nicht zur rechten Zeit hinausspringen fonnte. Ehe sie die Schleppe freigemacht hatte, ging der Zug ab. Man kann sich den Schmerz des Batten und die Ueberraschung der Gäste denken, als plöz­ich das Fehlen der Hauptperson bemerkt wurde. Ohne ine Minute zu verlieren, eilte die ganze Gesellschaft auf Den Boulevard hinunter, und fort ging's im Lauffchriti zur nächsten Station, wo man den einlaufenden Zug ab fangen wollte. An der Spize der sonderbaren Schnell­läufer lief der schwißende Bräutigam, die Angströhre in ser Hand, ohne sich um die scherzhaften Zurufe der Passan ten zu kümmern. Die Bewohner des Boulevard eilten in Scharen an die Fenster und betrachteten erstaunt die ,, wilde Jagd"; auch die Passagiere der vorübersausenden Stadt. bahn verfolgten mit lebhaftem Interesse diesen Wettlaus einer ganzen Hochzeitsgesellschaft mit dem Bahnzuge. Als Die Läufer die Station erreicht hatten, war die Braut so ben mit einem anderen Zuge nach La Chapelle zurück Jefahren, wo siei hre Freunde und Ihn", den ihr frisch ingetrauten Gatten, vermutete. Der Gatte und die Hoch zeitsgesellschaft mußten also schleunigst nach La Chapelle zurücklaufen. Unter dem Halloh der Straßenjugend unter­nahmen Bräutigam und Gäste den neuen Lauf und kamen Jerade an, als die Braut ,, mit dem Gürtel und dem Schleier" die Bahnhofstreppe hinabstieg, umgeben von einigen galanten Herren, die ihr Liebesdienste anboten. Komite doch niemand begreifen, daß eine junge Braut allein reiste. Um dem Spott der Menge zu entgehen, setzt: sich die ganze Gesellschaft in Droschten und fuhr zurüd nach der Rue Saint- Maur, start in Schweiß gebadet, aber glücklich darüber, daß die schmerzlich vermißte Braut zu­rückerobert war.

:::[ Geschäftslyrit.] Bekanntlich haben sich eine Reihe Deutscher Chrischer Dichter zu einem Kartell zusammenge­chlossen, dessen Mitglieder verpflichtet sind, für Nachdrücke hrer Gedichte stets 50 Pfennig Honorar für die Vers­seile zu verlangen, bei unberechtigtem Nachdruck auf dem Prozeßwege. Der geistreia e Wiener Satiriker Julius Bauer eröffnet über diese Geschäftslyrik einige lustige Verse, von denen eine Nachbildung des allbekannten Frühlingsliedes hier wiedergegeben sei:

Altneulied.

Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute.

Klinge kleines Frühlingslied, Kling' geschützt ins Weite.

Kling' bis an das Zeitungshaus, Wo die Scheren ragen.

Wenn du einen Nachdruck schaust, Saq', ich lass' ihn flagen.

V[ Die Polizei als Frühlingsbote.] Das sicherste An­zeichen dafür, daß der Frühling nun wirklich da ist und sich mit Erfolg behaupten wird, erblickt eine Wiener Lokal­forrespondenz in der Verfügung der Wiener Polizei­behörde, wonach die diensthabende Wachmannschaft fortan statt, wie in den Wintermonaten, in schwarzen in weißen Handschuhen, und anstatt, wie bisher, in Stiefelbosen, in Pantalons den Posten zu beziehen hat. Der, polizeiliche Frühling" wenigstens ist als zweifellos bereits ange­brochen.

)[ Ein interessanter Fächer] kommt in den nächsten agen in Paris zur Versteigerung. Er stammt aus dem Nachlaß des kürzlich verstorbenen bekannten Korrespon­venten der, Times", Oppert von Blowig und wurde von diesem vom 1878er Berliner Kongreß mitgebracht. Auf dem Fächer befinden sich die Unterschriften der am Kongresse beteiligten Minister: Karolyi, Haymerle, Rehemet Ali, Sadoullah, Ab. Caratheodory, Saint- Val­sier, Desprez, Launay, Waddington, Bismarck, Odo Russel, Beaconsfield, Schuwaloff, Bülow, Gortschakoff, Andrassy, Corti, Salisbury, Hohenlohe und d.Dubrik.

[ Artistenreklame.] Der bekannte russische Klown Durow macht wieder einmal von sich reden. Er behauptet, daß ihm die Leute von Kiew seine dressierten Tiere ver­giften! Vier seiner Affen sind bereits in geheimnisvoller Weise vom Leben zum Tode gebracht worden, indem man ihnen während der Vorstellung in der Zirkusarena aus dem Zuschauerraume verdächtige Pillen zuwarf. Wenn nur nicht die Geister ihre Hand im Spiele haben! Oder sollte das vielleicht die höhere Reklame sein?!

Lokales.

Gedenktafel für den 10. März.

1606. Feldmarschall von Derfflinger*. 1772. Frie drich von Schlegel in Hannover*. 1776. Königin Quise von Preußen*. 1788. Eichendorff*.- 1813. Stiftung des eisernen Kreuzes. 1844. Der spanische Biolinvirtuose Sarajate in Pamplona* 1845. Aleran­der III. von Rußland*.- 1874. Jacobi, der Erfinder der Galvanoplastik.

** Zu Postkarten mit Autwort werden statt der amtlichen Antwortfarten vielfach zwei einfache Postkarten verwandt, die durch einen Faden oder ebepapier mit einander verbunden sind. Da nach der Postordnung mit den Postkarten Antwortfarten verbunden sein dürfen, eine Vorschrift, wie die Verbindung bergestellt sein muß, aber nicht besteht, unterliegt es feinem Bedenken, derartige Sendungen nach Orten des Reichspostgebiets und Württem bergs zu befördern, sofern die Karten den Bestimmungen für einfache Bostfarten entsprechen und die Antwortlarte als solche bezeichnet ist. Bedenken erheblicher Art be stehen dagegen, so schreibt die postosfiziose Deutsche Bez tehrs 3tg.", wenn die Karten lediglich mit einer Nadel zusammengesteckt sind. Ta eine solche Befestigungsweise geeignet ist, Berlegungen der Beamten herbeizuführen und bas Sortiergeschäft zu erschweren, dürften die Bostanstalten nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht haben, der artige Gegen von der Beförderung auszufchlie Ben

** Brivattelegramm. Bei der heute Vormittag erfolgten 5. Ziehung der lesten( Haupt)-Klasse der Hessisch­Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen:

Je 5 000 Mt.: auf 1473 17 442, 48 948, 55 178, je 3000 Mt. auf: 1137, 1724, 4781, 9175, 11 293, 21 968, 25 012, 2844, 33 688, 45 713.( Ohne Gewähr.) [ Zur Reichstagswahlbewegung.] Ter gestrige Samstag war an vielen Orten des Reiches für die poli­tschen Parteien ein Tag reicher Arbeit und Aufklärung.

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Vertrauensmänner und öffentliche Wähler versammlungen Verweilen zu fanden statt, die Vorboten der nahe b.vo: st- henden Wahl- Herrn Baron b Was eigentlich Parole für die Bewegung sein da die Ersch

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Kreisen noch unschlüßig, ob die eine oder andere Partei auf für die Durd Kompromisse eingehen soll. Aus unseren nahegelegenen ficher Bedeut

Wahlkreisen liegen uns heute folgende Berichte vor:

Die Vertrauensmänner der deutsch- sozialen Reform­partei( Kreis Gießen- Nidda) waren gestern Nachmittag hier in Gießen im Gasthaus zum Löwen" versammelt; vertreten waren 70 Orte, darunter mit anwesend die Abg. Köhler und Hirschel. Das Resultat der Versammlung ist, daß der bisherige Reichstagsabgeordnete Bürgermeister Köhler von Langsdorf einstimmig als Kandidat aufgestellt wurde. Köhler hat sich der deutsch- sozialen Reformpartei voll und ganz angeschlossen, außerdem wird seine Wahl auch vom Bund der Landwirte und vom Hessischen Bauernbund unterstützt.

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Die freisinnige Volkspartei wird den Herrn Justizrat Borsteher hat,

Dr. Gutfleisch aufstellen, der auch die Stimmen der National­liberalen auf sich vereinigt. Soweit uns nun bekannt, hat sich Herr Justizrat Dr. Gutfleisch aber noch nicht zur Uebernahme der Kandidatur bestimmt erklärt.

Von den Sozialdemokraten kandidiert der Stadtver­ordnete Herr Kaufmanu Krumm.

Gutfleisch- Köhler- Krumm, drei bekannte Persönlich­feiten aus unserem Wahlkreis, wer von diesen dreien Sieger wird, weiß man heute noch nicht. Die Wahlagitation muß darum für jede Partei eine anhaltend intensive sein; denn nur Rührigkeit und Aufmunterung aller Wähler fann uns eine wirkliche Vertretung unseres Kreises im Reichstag sichern. Im Kreise Marburg wird neben dem Herrn von Gerlach der Redakteur Bader aus München mit aufgestellt.

Im Wahlkreise Alzey- Bingen haben die Freisinnigen ihren altbewährten Abg. Schmidt- Elberfeld wieder aufgestellt. Der von den Nationalliberalen aufgestellte Weinhändler Kommerzienrat Avenarius hat die Kandidatur abgelehnt. Das Centrum wird in Stichwahl kommen.

Im Wahlkreis Kassel Melsungen fandidiert für die Nationalsozialen der Pfarrer Naumann.

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* 1.

Schwurgericht. In der am Samstag verhan belten Anklagesache vor den Geschworenen, der legten Sizung Umgegend feie dieser Tage, handelte es sich um schwere Urkundenfälschung gestern Sonnta begangen von dem 21 Jahre alten Landwirt Gustav Schellung im Bersch mann zu Geiß- Nidda. Derselbe war geständig einen Aus­zahlungsvermerk auf einem Hypotheken- Dokument geändert, resp. verfälscht zu haben. Die Geschworenen bejahten ent­gegengesett der Ansicht des Staatsanwalts die Schuldfrage dahin, daß nur einfache Urkundenfälschung vorliege worauf der Gerichtshof auf 3 Monate Gefängnis erkannte. Die Untersuchungshaft voll auf die Strafe in Anrechnung brachte, und den Verurteilten aus der Haft entließ.

*** In der Halle des hiesigen Turnvereins übten gestern Vormittag diejenigen Turner unseres Gaues, welche die Gau- Musterriege auf dem diesen Sommer in Nürnberg stattfindenden Deutschen Turnfest stellen. Nach dem Ver­lauf zu schließen, haben wir große Hoffnungen, daß der Gau dieses Mal würdig vertreten sein wird.

** Besitzwechsel. Die Villa Burt Ostanlage 14 ging durch Kauf für 105 000 Mt. in den Besitz des Fabrikanten Noll über.

*** Absturz. Am verflossenen Samstag stürzte in der Steinstraße ein Maurer vom Neubau und zog sich schwere Verletzungen zu, sodaß er in die Klinik verbracht werden mußte.

**

Gestern Nachmittag wurde ein hier wohnhafter ver heirateter Arbeiter wegen Sittlichkeitsverbrechen, verübt an ein m 4jährigen Mädchen, verhaftet.

**

Gasexplosion. Gestern Abend kurz vor Beginn des Stadttheaters fand im vorderen Garderobenraume eine Gas­Explosion statt, wobei der Wirt Noll schwer, und zwei andere Personen leicht verletzt wurden.

*** Unfug. In vergangener Nacht wurde in der Bahn­hofstraße mutwilligerweise ein Brieffaften abgerissen und be­schädigt.

Der Schlußball der Schmidt'schen Tanzschule welcher gestern Abend im großen Saale von Steins Garten stattfand, war, wie in früheren Jahren, so auch dieses Mal sehr gut besucht. Schülerinnen und Schüler machten ihrem erstmaligen Auftreten in größerer Tanzgesellschaft alle Ehre und die Eltern amusierten sich dabei in gemütlichster Weise. ** Der Reichstommissar für die Weltau­stellung in St. Louis 1904, Herr Geh. Ober- Reg.­Rat Lewald sendet uns ein Circular zu, in welchem er u. A. sagt: Nachdem das Reich die Einladung der Ver­einigten Staaten von Amerika zur Beteiligung an der Welt­ausstellung in St. Louis 1904 angenommen hat, besteht ein startes nationales Interesse daran, daß die deutsche Abteilung ein zutreffendes und anziehendes Bild des Standes unserer fünstlerischen und gewerblichen Leistungen bietet. Dies kann nur erreicht werden, wenn innerhalb der verschiedenen Gruppen, in denen die deutsche Industrie sich zu beteiligen ein In­teresse hat, die zu einer repräsentativen Vertretung der be treffenden Erwerbszweige berufenen Kräfte an der Ausstel­Lung sich beteiligen. Die Thatsachen, welche für den ein­zelnen Industriellen oder Kunstgewerbetreibenden für seinen Entschluß, die Ausstellung zu beschicken oder ihr fernzu­bleiben, von Bedeutung sind, sollen ihm durch die Presse zu­gänglich gemacht werden." Wir werden darum aus den Mit­teilungen, betr. die Weltausstellung in St. Louis" dessen

Ale Nummern

11( 400 78 786 855[ 10 646[ 400] 91 7 400] 54 662 7 611 677 707 61 01 260 363[ 40 56 732 55 805 47 5012 17 2

54[ 1000) 65 6 27 920[ 400] 31 689 768 840 93

810[ 1000] 47 84

28 48[ 2000] 4 10048 58

759 829 31 11 [ 400] 48[ 2000 2010 145 262

90 13055( 100 03 18[ 2000] 85[ 3000] 914

15067[ 40 78 830 87 98 9 1400) 76 550 60

96 662 81[ 400] L18 38 44 73 251

78 632 837 44(

39( 400) 61 68 8 20032 173 21001 9 12 51 1000) 614[ 100

086 242 98 3 8790[ 400] 8

722 856 24076

606 21 62[ 100

25065 83

58 93 26112 5 781 99 803 36 9

400 86 93 836 570 611 54 500 77 324[ 1000] 76 743 928 39 74 3 32 700 41 48 8

30160 98

45( 400) 62 454

74( 2000) 330 144 34009 62

86 835[ 400] 5

350606

1000 716 86

1000 42 66 4

20[ 1000] 40

67[ 400] 801 88( 400) 838 6

2000] 74 692 40017 79

65 882 958 61

1000 821 975

64 91 48006 18 4 532 36 39 41 10 482 592 620 2000 88 249 3 400 89 309 75 8

45062 146

761 77 95 136