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weigerte. Die Revisionisten wollen die Partei von ihren utopistischen Zielen abbringen und zu einer radikal- bür- gerlichen Arbeiterpartei umwandeln. Sie stellen sich also in strikten Gegensatz zu den Führern der Partei, die auf dem Boden der Marrschen Doktrinen stehen und die Revolution, wenn auch eine vielleicht unblutige, anstreben. Und als der anerkannte erste Führer der Partei sich in dem offiziellen Parteiorgan gegen die neuerdings ziemlich energisch vor­stoßenden Bekämpfer des offiziellen Parteidogmas wenden will, verweigert ihm das Parteiblatt die Aufnahme seiner Auslassungen!

Selbstverständlich hat der Vorfall weit über die Kreise der Sozialdemokratie hinaus das größte Aufsehen erregt, und unser Berliner Mitarbeiter hielt es unter diesen Um­ständen für angezeigt, bei einem hervorragenden sozialdemo­fratischen Politiker Erfundigungen über die Tragweite dieses Ereignisses für die Partei einzuziehen. Nachstehend ver­öffentlichen wir das Urteil dieses Politikers, der, nebenbei gesagt, selbst zu den Revisionisten" gehört. Er meint:

Nab und Fern.

Die Einweihung der Paulskirche in Halle a. S. wurde in Gegenwart der Kaiserin programmgemäß vollzogen. Gegen halb 12 Uhr traf auch der Kaiser in der Saalestadi ein. Beide Majestäten fuhren mit Eskorte durch die Fest­straße, die überaus reich geschmückt war, und an welcher Vereine, Innungen und Schulen Spalier bildeten. Am Eingang der Moritzburg- Ruine hatte das Corpus Academicum Aufstellung genommen. Der Rektor Magni­ficus Geheimer Justizrat Professor Dr. Stammler richtete an das Kaiserpaar eine Ansprache, auf welche der Kaiser freundlichst dankte. Vor der Ehrenpforte am Rathause be­grüßte der Oberbürgermeister Geh. Regierungsrat Staude den Kaiser im Namen der Stadt und bot einen Ehrentrunk aus einem von einem Mitbürger hierzu gestifteten Ehren­becher dar. Der Kaiser erwiderte, er freue sich, am heutigen Tage Gelegenheit zu haben, sich von der günstigen Entwicke lung der Stadt zu überzeugen; er habe in diesen Tagen Teile unseres Heeres gesehen: nur unter dessen Schuße sei eine solche Entwickelung der Stadt möglich gewesen. Er trinke auf das Wohl der Stadt Halle. Nach einstündigem Aufenthalt kehrte der Kaiser mit der Kaiserin nach Merse­burg zurück.

Die vom Vorwärts" vorgenommene Ablehnung zweier Erklärungen Bebels, in denen er den Revisionisten wegen ihrer Haltung in der Vizepräsidentenfrage auf den Leib rücken wollte, ist ein hochbedeutsames Zeichen für die Wand­lung der Anschauungen unter den Intellektuellen" in der Partei. Die Aufklärungsarbeit Bernsteins, der die Grund­lagen der Marrschen Doktrin und damit die Grundlagen der heutigen Sozialdemokratischen Partei als unzutreffend nach­wies, hat trotz oder vielleicht auch wegen der Anfeindungen, denen sie bei den Alten" begegnete, ihren Zweck erfüllt: Die bis dahin künstlich niedergehaltene Kritik an der Partei fand unter den Parteigenossen selbst mehr und mehr Ein­gang. Der Vorwärts", der noch vor ganz kurzer Zeit, noch lange nach seines früheren Leiters Liebknechts Tode, ein Gegner aller Kritik an der Partei war, vermochte sich dieser starken geistigen, kritischen Strömung nicht zu entziehen. Zu­nächst ließ er, allmählich immer weniger widerwillig, die Revisionisten in seinen Spalten zu Worte kommen, und neuerdings färbt er selbst stark revisionistisch ab. Wenn der ,, Vorwärts", als offizielles Parteiorgan, es jetzt wagt, dem offiziellen Parteiführer die Aufnahme antirevisionistischer Erklärungen zu verweigern, so bedeutet das nicht weniger als einen großen Fortschritt auf dem Wege, der zum Siege der revisionistischen Grupe in der Partei führt. Es wird zweifellos wegen dieser Insus cdination der Vorwärtsredak­tion gegen Bebel zu lebhaften Kämpfen auf dem Dresdener Parteitage kommen; Bebel hat schon in Aussicht gestellt, daß er in Dresden für diese Gewalttat, für diesen ,, die Mei­nungsfreiheit in der Partei vernichtenden Versuch, ihn mund­tot zu machen," volle Genugtuung verlangen werde. Aber wenn auch der Parteitag, wie vorauszusehen, auf Bebels Seite treten sollte: Auch die Vorwärtsredaktion besitzt im Parteivorstande selbst mächtige Fürsprecher revisionistischer Tendenz, wie Auer und Gerisch, die übrigens die Ablehnung der Bebelschen Erklärungen durch den Vorwärts ,, aus­drücklich gutgeheißen haben. Und wenn auch Bebel formell obsiegen und der Vorwärts" vom Parteitage einen Rüffel erhalten sollte: soviel steht fest, daß sein Verhalten Bebel gegenüber einen moralischen Kraftzuwachs für die Revisio­nisten bedeutet, dessen Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Nach diesem Vorfall steht es für jeden Kundigen außer Zwei­fel, daß die Zukunft innerhalb der Partei und die nahe Zukunft dem Revisionismus, der Mauserung der Sozial­demokratie zu einer Partei mit positiven Zielen und einer aufs Praktische gerichteten Politik gehört."

Die Politik.

Lokales.

Gießen, 8. September 1903.

** Das neue Linienschiff L, das am 18. d. M. auf der Germania- Werft in Kiel vom Stapel laufen wird und dessen Taufe der Großherzog von Hessen vornimmt, wird den Namen Hessen" erhalten.

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* Landwirtschaftliche Provinzial- Aus­stellung Gießen. Die Bauten für die landwirtschaft­liche Ausstellung auf dem Trieb sind bis gestern abend soweit gefördert worden, daß die gesamten Stallungen zum Einstellen des Viehes, womit die Ausstellung beschickt werden wird, fix und fertig dastanden. Mit dem gärtnerischen Schmuck der Ausstellung und ebenso mit der dekorativen Ausschmückung der Ausstellungshallen ist gestern bereits be­gonnen, so daß auch nach dieser Richtung es am Donners tag, dem Eröffnungstage der Ausstellung, an nichts fehlen wird. Auch die Aussteller fanden sich bereits gestern auf dem Trieb vereinzelt ein, um ihre Bläße sich anweisen zu lassen und Vorbereitungen für das Arrangement zu treffen. Professor Reichelt- Friedberg erklärte unserem Berichterstatter, daß die diesmalige Obstausstellung an Umpfang die be­deutendste derartige Veranstaltung werden wird, welche je auf diesem Gebiet im ganzen Großherzogtum dagewesen ist. Die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte, welche über­aus zahlreich zur Ausstellung angemeldet sind waren gestern teilweise schon aufgestellt und trafen meistens gestern schon ein. Wir hörten übrigens, daß, was Qualität anbetrifft, Sim­menthaler Rindvieh in durchgängig ganz hervor­ragendem Material zur Schau gebracht werden würde. Dasselbe wurde uns auch von einem Kenner der einschläg= lichen Verhältnisse betreffs des Vogelsberger Rindes versichert. Gerade hierin wird ein edler und scharfer Wett­bewerb unter den Ausstellern aus dem preußischen und aus dem hessischen Zuchtgebiet, der sehr interessant sein dürfte, erwartet. Auf der Ausstellung ist aber auch dem Ver­langen nach Vergnügen vollauf Rechnung getragen. Gleich lints am Eingang befindet sich der sehr geräumige Jurplaß, in der großen Festhalle, 4 weiteren aroßen Bierzelten und der mitten im Festplatz gelegenen Liebigshöhe" kann man Essen und Trinken nach Herzenslust. Von den 4 Bierzelten ist je eins vergeben an die Gießener Atttenbrauerei( Wirt: Fr. Wigandt), Bichler( Wirt: Feidel), Denninghof ( Wirt: Spuck) und Friedel und Asprion( Wirt: Comes); außerdem kann man im Restaurant Liebigshöhe" Bier von Ihring- Lich bekommen. Die Restauration für die Festhalle liegt in den bewährten Händen der Herren Trescher& Schrödel. Hoffen wir, nachdem die Vorarbeiten alle soweit gediehen, daß uns für die Tage vom 10.- 15. September auch ein Festwetter wird.

Der Kaiser als Netter. Durch das persönliche Ein­greifen des Kaisers wurde gelegentlich der Rückkehr der Truppen vom Paradefelde bei Lindenthal eine Katastrophe berhütet, die zweifellos unabsehbare Folgen hätte nach sich ziehen müssen. Als der Kaiser mit dem König Georg nach Beendigung der Parade an der Spitze der Truppen vom Frerziereplaze abritt, hatte sich längs des Weges eine viel. tausendköpfige Menge aufgestellt, welche beide Monarchen mit Tücherschwenken und begeisterten Hochrufen begrüßte. Hierdurch wurden einige Pferde der spalierbildenden Ulanen. Abteilung unruhig. Da der Kaiser und die übrigen Fürst lichkeiten inzwischen dicht bei der gefährdeten Stelle angelangi waren, so drängten die Ulanen ihre Rosse in die dichten Reihen der dahinter stehenden, sich nach vorn schiebenden Zuschauer. Durch dieses gewaltsamie Rückwärtsdrängen wurden die Tiere aber nur noch aufgeregter, sie bäumten ſid zum großen Schreck der Nächststehenden hoch auf und schluger aus. Der Kaiser, der die dem Publikum drohende schwer Gefahr erkannt hatte, hielt einen Moment an und befahl den betreffenden Ulanen, sich unverzüglich ihm anzuschlie ßen und mit ihm abzureiten. Nachdem dies geschehen, setzte der Monarch unter erneuten Jubelrufen des Publikums an der Spitze des Zuges seinen Ritt zur Stadt fort. Mehr als 20 Millionen Mark Schaden hat die Hoch wasserkatastrophe in Schlesien verursacht. Nach den neueſter Feststellungen sind 81 000 Hektar landwirtschaftlich ge nußter Fläche überschwemmt gewesen. Größere Summen baren Geldes sollen am 1. Oktober den Notleidenden aus gezahlt werden, um die Zahlung fälliger Hypothekenzinsen zu ermöglichen.

+ Die Stichwahl in Dessau- Zerbst zwischen Schrader und Käppler ist auf den 11. d. Mts. anberaumt worden. A Der bayerische Landtag ist auf den 28. d. Mts. ein­berufen worden.

Nachdem der ungarische Finanzminister Lukacs den Auftrag zur Neubildung des ungarischen Kabinetts abge­lehnt hat, verhandelt Kaiser Franz Josef wieder mit dem

Eine Sensationsnachricht kommt aus Bel. grad: Auf König Peter soll ein Attentat verübt worden sein. Angeblich wurde der Wagen des Königs, als dieser das Palais in Nisch verließ, mit Steinen bombardiert; ein Steinwurf soll den König an der Wange verletzt haben. Unterwegs sollen auf den Wagen auch Revolverschüsse abgegeben worden sein. In Serbien versucht man die Sache zu vertuschen, daher ist näheres bisher noch nicht bekannt geworden. Bei der Bevölkerung von Nisch war bekanntlich König Alexander sehr beliebt; aus Nisch stammen auch die Urheber des Offizier- Aufrufs gegen die Königsmörder. Von 1300 serbischen Offizieren haben diesen Aufruf, wie jetzt bekannt wird, 900 unterschrieben. Die Nachricht, die 28 wegen Abfassung und Verbreitung des Aufrufs verhafteten Nischer Offiziere seien wieder freigelassen worden, bestätigt sich nicht. Auch wagt König Peter nicht, gegen die Königs­mörder vorzugehen, da diese sehr selbstbewußt auftreten und auch im Ministerium Helfershelfer haben.

Neue Typhusfälle in Braunschweig. Wie aus Braun schweig amtlich gemeldet wird, sind in der vorigen Woche acht neue Typhuserkrankungen vorgekommen, jedoch keine Todesfälle. Die Epidemie unter den Kindern, welche an den Waldspielen teilgenommen hatten, ist zum Stillstand gekommen.

Der Kongostaat rüstet wider Europa! Das ist die neueste Seltsamkeit der durch seltsame Streiche so ber- ühm­ten Regierung dieses centralafrikanischen Staatsgebildes. Englische Blätter erfahren aus Antwerpen, die Kongoregie­rung habe beschlossen, angesichts der Möglichkeit ernstlicher internationaler Verwickelungen die Ostgrenze des Kongo­staates zu befestigen, und zu diesem Zwecke bereits bei Krupp Panzertürme und schwere Artillerie bestellt. Ueber die Ver­waltung des Kongostaates soll befanntlich eine internatio­nale Untersuchung angestellt werden, und die Kongoregie­rung scheint nicht mit Unrecht zu fürchten, daß ihr so etwas wie eine internationale Kontrollbehörde vor die Nase gesetzt werden soll. Aber mit Panzertürmen und Kanonen wird sie diese europäische Ueberwachung auch nicht hindern.

Fear und Flotte.

Eine Familientragödie. Aus dem Main in Frank furt wurden vier Leichen gelandet, die mit Stricken anein andergebunden waren. Es waren die entseelten Körper eines Mannes, einer Frau und zweier kleiner Kinder. In der Tasche des Mannes fand man ein Portemonnaie mit - 92 Pfennig.

Die Erhöhung der Oberstleutnantsgehälter, die bekannt. lich vom Reichstag in der letzten Session abgelehnt wurde, wird der neue preußische Kriegsminister v. Einem im Etat für 1904 erneut beantragen.

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A Neuer Aktendiebstahl. Die Verhaftung des Gerichts. aktuars Schulz vom königlichen Landgericht in Danzig erregt dort zur Zeit großes Aufsehen. Mit ihm zugleich wurde der Buchbindermeister Fliege, der bisher die Akten­heftung beim Landgericht besorgte, in Untersuchungshaft genommen. Die Verhafteten werden der Aktenunterschla gung beschuldigt in Angelegenheiten eines im Werder woh. nenden Restaurateurs. Dieser Fall erinnert an die kürz lich bei der königlichen Staatsanwaltschaft in Köln ent: deckten Aktedicbstähle, die ebenfalls mehrere Verhaftun gen zur Folge hatten.

Infolge der großen Hike sind bei einem Uebungsmarsch des 9. Infanterieregiments in Würzburg 40 Mann ohn­mächtig geworden. Bei zwei Soldaten wurde Sitzschlag fonstatiert. In den übrigen Fällen handelte es sich um vor­übergehende Erschöpfung.

Bunte Chronik. Beim Wettbewerb um den Friedenauer Goldpokal ist der Münchener Meister Nob I Sieger gewor den. Das ist der dritte Hauptpreis, den sich der Meister­fahrer in kurzer Zeit geholt hat.

- In Stadt und Kreis Homberg sind nahezu 200 Personen an Trichinosis erkrankt.

- Ein aus Aleppo in Alerandrette( Syrien) eingetroffe ner Kameeltreiber ist an der Pest gestorben.

--In Königsborn verhaftete die Polizei drei Kurgäste. In einem ihrer Zimmer fand man in einem verschlossenen Behälter eine vollständig in Vermesung übergegangene Kindesleiche. Die Verhafteten nennen sich Geschwister Sauerwald aus Worbis.

Der Landwirt.

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** Die fürzlich gemeldete Verse ßung des Königl. Stationsassistenten Neuhaus- Gießen ist dahin abgeändert worden, daß Herr Neuhaus nicht nach Sch vintochlowitz geht, sondern nach Offenbach a. Main.

** Die theoretischen Meisterprüfungen, welche in der Gewerbe- Schule in Gießen von morgens 9-12 und nachmittags von 2-6 Uhr stattfinden, nahmen gestern ihren Anfang. Prüfungen werden abgehalten am 7., 8., 9., 10., 11., 14., 15., 16., 17., 18., 21., 22. und 23. Sept., den Vorsitz führt bei allen Prüfungen Herr Direktor Traber. Es unterziehen sich der Prüfung insgesamt 17 Schreiner, 15 Maurer, 9 Meßger, 7 Zimmerer, 6 Wagner, 7 Weißbinder, 4 Schornsteinfeger, 3 Glaser, 3 Bäcker, 3. Schuhmacher, 3 Steinmeße, 2 Spengler und Installateure, 2 Buchbinder, 2 Schlosser, 2 Sattler, 2 Dachdecker und je ein Drechsler, Imter, Pflasterer, Schneider, Kupferschmied und Installateur, Spengler, Mechaniker. Wir wünschen den Prüflingen, daß sie mit Erfolg aus der Prüfung hervor­gehen und wahre Stüßen des Handwerkerstandes werden mögen. Gott schüße das ehrbare Handwerk!

vr. Ernteaussichten am Rhein. Vom Mittelrhein kommen günstige Nachrichten. Die letzten vierzehn Tage sind für die dortige Landwirtschaft unbezahlbar gewesen. Der 24. August war der erste wolkenlose Tag; seitdem hat die Sonne, von wenigen Gewitterschauern und Regenfällen abgesehen, ihre Strahlen über die Felder herabgesandt, so daß nunmehr mit aller Kraft die Ernte der Halmfrüchte zu Ende geführt werden konnte. Waren bis dahin die Hoff­mungen der Landwirte wegen der stetigen Ungunst der Witte­rung während des Monats August auf tiefen Stand ge­sunken, so sind jetzt wenigstens gute Erträge geborgen und gesichert. Mit Aufbietung aller Kräfte sind die Felder voll­ends geräumt und die Garben in die Scheunen oder auf Barmen gefahren worden. Der Erdrusch ergibt bisher einen guten Körnerfall; freilich sind die Preise nach wie vor un­gemein niedrig.

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.* Hauptversammlung des Hessischen Landesgewerbevereins. In Mainz fand Samstag bei zahlreicher Beteiligung aus dem ganzen Großherzogtum die diesjährige Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Vorsitzenden der Großb. Zentralstelle für die Gewerbe, Herrn Regierungsrat Noack, statt. Es waren sowohl Ver­treter der Großh. Staatsregierung, wie der Großh. Brovinzialregierung und der Stadt Mainz erschienen. Den Bericht über die Tätigkeit des Gewerbevereins für das Großherzogtum Hessen und der Großb. Zentralstelle für die Gewerbe gab Herr Regierungsrat Noack. Weiter machte der Vorsißende die Mitteilung, daß sich zur Uebernahme der nächstjährigen Generalversammlung in Oberhessen die Vereine in Nidda und Schotten gemeldet hätten. Gewählt wurde mit großer Majorität Nidda. Herr Regierungsrat Dr. Diez- Darmstadt referierte über die Pensionskasse für selbst­ständige Gewerbetreibende. Es wurde eine Resolution an­genommen, in der ausgesprochen wird, die V.reinsvorstände zu ersuchen, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß die selbständigen Handwerker von dem Rechte der Selbstversicherung, beziehungsweise Weiter­versicherung gemäß§ 14 des Invalidenversicherungsgesetzes Gebrauch machen. Gewerbeinspektor Meyer- Darmstadt machte Mitteilungen über den Stand des gewerblichen Unterrichtswesens in Hessen. Dasselbe habe im abgelaufenen Jahre einen sehr erfreulichen Aufschwung genommen; so wurden beispielsweise die Handwerker- Sonntagsschulen von 7769 Schülern besucht oder von 300 mehr, als im vorigen Jahre; an den gewerblichen Fortbildungsschulen beteiligten sich 2390 Schüler usw. Ueberall konnte man ein Aufblühen des gewerblichen Unterrichtswesens feststellen.

wb. Eine deutsche Gersten- und Hopfen- Ausstellung wird in Berlin vom 10. bis 18. Oftober unter Mitwirkung der Landwirtschaftsgesellschaft und des Hopfenbauvereins nun bereits zum neunten Mal durch die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei veranstaltet. Vom preußischen Landwirtschafts­ministerium sind neben 2000 Mark zum Prämienfonds dies. mal zwei silberne Staatsmedaillen als erste Preise für Gerste und Hopfen gewährt worden. Der Prämienfonds wird auch in diesem Jahre wieder die Höhe von 10 000 Mark erreichen.

** Ein Preisschießen veranstaltete am Sonntag der Kriegerverein Grünberg auf dem Schießstand. Bei guter Beteiligung und günstigem Wetter nahm das Schieken einen befriedigenden Verlauf. Bester Schüße war Herr Dr. Friß- Grünberg.

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Rund im Nord bezirk, Gau 9. Vorgestern fand das für den 23. August festgefeßte Rennen Rund im Bezirk", 148 Kilometer, auf der Strecke Lollar, Gießen, Weglar, Dillenburg, Laasphe, Marburg, Lollar statt. Trot

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