Herrscherpaares in schamlose Jubelhymnen ausbrechen konn ten, in demselben Lande haben sich endlich ein paar Dußend ehrliebende Männer aufgerafft zu einem Protest gegen die unglaubliche Erscheinung, daß die Königsmörder mit ihrer Tat sich noch heute öffentlich brüsten dürfen, daß sie nicht nur nicht bestraft, sondern von dem neuen Herrscher-- vielleicht gegen dessen Willen bevorzugt werden. Eine An zahl Offiziere des Nischer Infanterieregiments wurden der Schmach, die die Tat der Mörder und ihr jetziges keckes Auftreten auf Serbiens Armee häuft, endlich inne, und sie marben insgeheim ihre Kameraden in der gesamten Armee für einen vernichtenden Schlag gegen die Meuchelmörder. Ein Aufruf wurde vorbereitet, der, mit den Unterschriften der ehrenhaften Offiziere bedeckt, öffentlich verbreitet werden sollte. Es hieß darin, die Männer, die in vollem Uniformschmuck ihrem Könige als Mörder gegenübergetreten, die den Wehrlosen schändlich mißhandelt und seine Leiche zuni Fenster hinaus in den Kot geworfen hatten, hätten Serbiens Offizierkorps aufs tiefste geschändet. Sie hätten ihre Offiziersehre preisgegeben, und mit solchen Männern könnten Ehrenmänner die Uniform nicht teilen. Der König wurde in dem Aufruf aufgefordert, die Schuldigen, wenn nicht zu bestrafen, so doch aus der Armee zu stoßen. Im anderer Falle drohten die Unterzeichner des Aufrufswie gesagt. fast sämtliche Offiziere des Serbenheeres sofort ihrerseits den Dienst zu quittieren, da ihre Ehre ihnen jede Gemein samkeit mit Ehrlosen verbiete.
Mag diese Kundgebung auch reichlich spät erfolgt sein, jedenfalls war sie geeignet, das von den Maschin und Mi schitsch geschändete serbische Offizierkorps vor der Welt zu rehabilitieren.
Es war ein patriotisches und loyales Werk, was die Offiziere vorhatten, wenn es auch vielleicht gegen die Dis. ziplin etwas verstoßen mochte. Man hätte glauben sollen, König Peter würde freudig und dankbar die ihm gebotene Gelegenheit ergriffen haben, den Schandflecken aus seiner Armee zu tilgen. Weit gefehlt. Selbstverständlich wurde die Absicht der Nischer Offiziere, ehe sie zur Ausführung fam, ruchbar, und der König, statt beide Augen zuzudrücken, ließ die Urheber des Aufrufs kurzerhand verhaften.
Der König von Sachsen sein Infanterieregiment Nr. 106, Prinz Eitel Friedrich in der Uniform eines Oberleutnants dieses Regiments, ritt hinter dem König. Prinz Johann Georg von Sachsen führte das Infanterieregiment Nr. 107 und der Kronprinz von Sachsen das Infanterieregiment Nr. 104. Bei dem zweiten Vorbeimarsch kam die Infanterie in Regimentskolonne, die Kavallerie im Trabe vorbei. Die Fürstlichkeiten kehrten sodann mittels Sonderzuges nach Leipzig zurück, wo sie kurz nach 1 Uhr eintrafen. Auf der Fahrt zum königlichen Palais, die unter Eskorte einer Schwadron Jäger zu Pferde erfolgte, wurden die Majestäten von der herbeigeströmten Menschenmenge mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Um 1 Uhr 15 Minuten wurde im Palais fleine Familientafel abgehalten, während gleichzeitig für das Gefolge Frühstückstafel im Kaiserhof stattfand, an welcher auch die Spitzen der Leipziger Behörden teilnahmen. Die Abfahrt der Majestäten vom Palais zur großen Paradetafel im Palmengarten erfolgte um 3/6 Uhr, worauf dort um 28 Uhr Zapfenstreich und dann um 29 Uhr die Abfahrt des Kaisers nach Leuzsch erfolgte. König Georg hat dem Kaiser bis zum Bahnhof das Geleit gegeben.
König Peter schützt also den Meuchelmord und bekämpfi das Ehrgefühl unter den Offizieren seiner Armee! Auch eine Königs- und Feldherrnpolitik! Bisher hat der König noch den Anschein zu erwecken gewußt, als dulde er die Maschin, Mischitsch und Konsorten nur gezwungenermaßen im Heere. Jetzt weiß man, daß er, der sie gegen ihre ehrenwerten Ka meraden schützt, ihr Tun billigt. Er wird die Folgen solchen Tuns ernten: Schon droht wegen der Verhaftung der Nischer Offiziere eine Ministerkrise, und im Volke gährt es nicht unbedenklich, von der Armee zu geschweigen. Die Männer, von denen der Aufruf ausgeht, werden den König zwar als ehrliebende Offiziere nicht hinschlachten. Aber bielleicht kommt noch der Tag, wo sie sich seiner auf unblutige Weise entledigen, wie sie sich seiner Schüßlinge, der Meuchelmörder, zu entledigen gedachten.
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Berlin hat ein Defizit! Der Stadthaushaltetat der Reichshauptstadt für 1902/3 meist einen Fehlbetrag von weit mehr als 2 Millionen Mark auf. Dieser Fehlbetrag ist in der Hauptsache entstanden durch den geringeren Ertrag der Gemeindesteuern, sowie durch Mehrausgaben bei der Armenberwaltung, für die Kranken- und Gesundheitspflege.
Nach Meldungen aus Belgrad sind seit einigen Tagen in ganz Serbien die Truppen fonfigniert. König Peter bemüht sich, den schweren Konflikt in der Armee gütlich beizulegen. In allen Garnisonen geht es lärmend zu. Die verhafteten Offiziere werden rücksichtsvoll behandelt, strenge Bestrafung bleibt ausgeschlossen. Man befürchtet noch immer einen blutigen Zusammenstoß zwischen den Königsmördern und ihrem Anhang einerseits und den übrigen Offizieren andererseits. Prinz Arsen, der Bruder des Königs, soll es übernommen haben, die Offiziere zu versöhnen. Das wird ihm kaum gelingen, es sei denn, daß die Urheber und Unterzeichner des Nischer Aufrufs alberne Phrasendrescher sind, was man einstweilen anzunehmen kein Recht hat.
Hof und Gesellschaft.
Vereitelter Anschlag auf einen Eisenbahnzug. Auf den Frankfurt- Berliner D- Zug, der von Frankfurt um 9 Uhr 35 Minuten abgeht, wurde bei Mühlheim a. M. ein Anschlag verübt, indem eine etwa 12 Meter lange, 10 Centner schwere Boliatschiene quer über das Geleise gelegt wurde. Ein Bahnwärter stellte den Zug rechtzeitig, der 70 Kilometer in der Stunde fuhr, und verhütete so ein großes Unglück. Man vermutet, daß entlassene Streckenarbeiter die Täter sind.
berhetrateten, zumeist in kleineren Ortschaften stationierten Unterbeamten Eisenbahn- Freifahrscheine angewiesen worden, mittels deren sie oder die Frau einigemal im Monat Freifahrten in die nächstgelegenen größeren Ortschaften zum Ein. tauf von Lebensmitteln unternehmen konnten. Jetzt sind diese Scheine zum größten Teil wieder eingezogen worden, mit der Motivierung, daß auch in kleineren Ortschaften die Gelegenheit zu billigem Einkauf von Waren aller Art vorhanden sei. Die Maßnahme hat bei den Beamten wenig Anflang gefunden.
Der Selbstmord eines Militärpostens erregt gegenwärtig in Rottbus großes Aufsehen. Vor dem dortigen Zentralgefängnis ist ein ständiger Militärposten stationiert, welcher in der letzten Nacht von dem Musketier B. der 11. Kompagnie des in Kottbus garnisonierenden Infanterieregiments Nr. 52 besetzt war. Dieser schoß sich um Mitternacht mit seinem Dienstgewehr eine Kugel in die Brust, die zum Rücken wieder heraustrat. Der Schwerverletzte wurde auf Veranlassung des Gefängnisdirektors sofort mittels Krankenwagens nach dem Garnisonlazarett gebracht, wo er bald darauf verstorben ist. Der Unglückliche soll die Tat aus Furcht vor Strafe wegen eines ihm zur Last gelegten Diebstahls verübt haben.
* Die Kaiserin traf heute( Montag) früh von Merseburg in Mag de burg ein und hat bei Frau Oberpräsident bon Bötticher Wohnung genommen. Nach dem Besuche in einigen Wohltätigkeitsanstalten der Stadt begibt sich die Kaiserin mit ihrem Gefolge nach Gommern, um die dort in der Nähe gelegene, fürzlich eröffnete Frauen- Lungenheilanstalt einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Von dort erfolgt die Rückkehr der Kaiserin nach Merseburg.
*** Die Leiche des Oberkirchenratspräsidenten D. Barkhausen ist auf dem Klosterkirchhof in Loccum beigesetzt worden. Vorher fand eine ergreifende Trauerfeier in der Klosterkirche statt, wo der Sarg unter prachtvollen Kränzen aufgebahrt war. Als Vertreter der Kaiserin war Kammerherr b. Veltheim, ferner Minister Studt, sämtliche Mitglieder des Oberkirchenrats und Oberhofprediger Dryander anwesend. Der Abt von Loccum, Dr. Hartwig, der Vizepräsident des Oberkirchenrats, v. d. Goltz, und der Generalsuperintendent Köhler hielten Ansprachen und widmeten dem Verstorbenen einen warmen Nachruf.
Heer und flotte.
Kunft und Wissenschaft.
* Der Gr Lind von Niede und den Steuer
Friedberg.
* Der Gr nat Buffar Ditt Mubeftand das F Bhilippe des Ludwig Frey aus bos Komturkreuz b Großmütiger Friedberg Obe Friedberg ous freuz des Verd
DG. Das„ Biophon", so wird ein Wiedergabe- Apparat für lebende Photographie, verbunden mit einer Sprechmaschine, genannt. Es ist gelungen, eine Verbindung des Kosmographen mit dem Grammophon herzustellen und tadellos sprechende Photographien hervorzubringen. Die beiden Apparate sind durch Motore derartig in Uebereinstimmung gebracht, daß jeder Laut zu der entsprechenden Bewegung paßt. Jetzt wird es möglich sein, nicht nur einzelne Szenen, sondern ganze Theaterstücke szenisch und sprachlich darzustellen, geschichtliche Augenblicke in Wort und Geberde festzuhalten und der Nachwelt zu überliefern.
* Ein Opfer des„ kleinen Cohn". In Berlin hat ein junger Handlungsgehilfe einen Selbstmordversuch unternommen, weil man ihn wegen seiner kleinen Statur den„ kleinen Cohn" nannte. Wegen dieser fortgesetten Hänseleien gab ihm schließlich auch seine Geliebte den Laufpaß. Aus Kummer darüber versuchte er, sich mit seinem Taschenmesser zu töten, doch sind die Verlegungen glücklicherweise nicht tötlich.
Verzweiflungstat eines betrogenen Ehemannes. Die 21jährige Ehefrau des Schlossers Hermann Fischer in Mainz unterhielt seit längerer Zeit mit zwei Fuhrleuten ein unerlaubtes Verhältnis, das ihren Ehemann zur Verzweiflung trieb. Als er nach Hause kam, ergriff er seine beiden Knaben im Alter von 3 Jahren und 3 Monaten, eilte mit ihnen an den Rhein, warf die Kinder in den Strom und sprang nach. Von Schiffern eines Bootes wurden der Mann und das ältere kind gerettet. Das jüngere Kind ertrank. Fischer, seine Frau und die beiden Führleute wurden verhaftet.
NJ. Ein Riesenhonorar. 900 000 Mark für 100 Vorlesungen aus Shakespeare und anderen Dichtern in einer amerikanischen Tournee hat Maurice Grau Mme. de Na varro( Mary Anderson) geboten, wie er selbst bei seiner Rück fehr aus England in New- York mitteilte. Die Künstlerin hat das Anerbieten noch nicht definitiv angenommen; aber Grau hofft zuversichtlich, daß sie es annehmen wird.
Vermischtes.
liehen.
* Der G Soffmann a Doftober 1903 zu * Die Tr Battenberg m fin det fowohl na Ritus statt. Gi fatholischen Kirch Für die Quartal 1903 m mirt Joh. Gre Sehrt in Grün Kaufmann Wi Friedr Hbaidh Sibel in Herbft Fabrifant Will Philipp Jacobi Dahmer in Hop in Gruchelheim, Friedberg, Gen Dornaffenheim, feld, Brauereib Beigeordneter meister Heinr. mann Phil. Le Bernhard Hofm in Bell, Kauf Weisel, Landwi Karl Schlörb V in Gießen, La rode, Beigeor Landwirt Frie
[ Von der Spielbank in Altenberg] wird berichtet, da die Direktoren dieses verbotenen Unternehmens gerichtlichen Einspruch gegen die Schließung der Bank erhoben haben. Die furzlebige Gründung in Neutral- Moresnet erinneri übrigens daran, daß nicht nur der gleiche Versuch schon früher wiederholt gemacht wurde, sondern daß vor einer Reihe von Jahren das seltsame Staatsgebilde" sich auch einmal das Postregal beigelegt und eigene Briefmarken ausgegeben hat. Auch damals schritten die drei Nachbarstaaten, welche die Wertzeichen natürlich nicht gelten ließen, gegen diese Anmaßung von Hoheitsrechten unverzüglich ein.
Ein diebischer Schüler wird gegenwärtig von der Polizei zur Verhaftung gesucht. Es handelt sich um den in FerrolBorneo geborenen 17jährigen Franzisko Rodriguez, welcher aus Leipzig flüchtig geworden ist, nachdem er seine dort in der Schenkendorfstraße wohnenden Verwandten arg bestohlen hatte. Dem hoffnungsvollen jungen Manne fielen in die Hände: 1500 Mark Bargeld, ein Paar Ohrringe mit Brillanten und Smaragden besetzt und zwei wertvolle goldene Busennadeln. Eine der letzteren, die die Form einer Lyra hat, ist ein Geschenk Kaiser Wilhelms. Die Lyra ist mit Brillanten und Edelsteinen reich durchbrochen und trägt ein goldenes W, das nach oben hin durch die Kaiserkrone abgeschlossen ist.
Militär und ansteckende Krankheiten. Eine schleunige Verfügung der obersten Militärbehörde erging an die einzelnen Korpskommandos. In der Kundgebung wird auf die großen Gefahren hingewiesen, welche dem Militär gelegentlich der Herbstmanöver durch Einquartierung in verseuchten Ortschaften erwachsen. Zum Schluß werden die Korpstommandeure aufgefordert, strengstens dafür Sorge tragen zu wollen, daß in Ortschaften, in welchen der Typhus ausgebrochen ist oder sonstige seuchenähnliche Krankheiten herrschen, wie z. B. Ruhr, Scharlach, Rachenbräune u. s. w., Mannschaften nicht einquartiert werden. Die Dislokation der Truppen ist noch im letzten Moment abzuändern. Wenn feine regelrechten Quartiere mehr beschafft werden können, sind die Mannschaften in Notquartieren unterzubringen. Französischer Besuch. Eine Abordnung des französischen Gesundheits- Ausschusses wird Deutschland bereisen, um die seinen Zwecken entsprechenden deutschen Heereseinrichtungen kennen zu lernen.
Nab und fern.
A Ein Justizmord. Die Polizei in Palermo veranlaßte die Freilassung eines gewissen Drago, der 1874 in Gemeinschaft mit seinem Bruder wegen angeblichen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Der Bruder wurde geköpft, der jetzt Freigelassene zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Nunmehr stellte sich die Unschuld beider heraus.
* Abschluß der großen Paraden. Bei Lindenthal fand die Parade des XIX.( zweiten Sächsischen) Armeekorps, als lette der großen Paraden, statt, die der Kommandierende General v. Treitschke leitete. Der Kaiser und König Georg sowie die übrigen an dem Manöver teilnehmenden Fürstlichfeiten wohnten der Parade bei. Nach dem Abreiten der Ironten folate zweimaliger Vorbeimarsch. Hierbei führte
[ Eine Negerzeitung.] Die Norddeutsche Missionsgesellschaft in Bremen verbreitet unter den Evhenegern Logos ein Blatt unter dem Titel„ Nutisasa na mi", auf deutsch Friedensbote". Diese zum ersten Male soeben ausgegebene Zeitung wird in Stuttgart gedruckt. Sie erscheint zunächſt viertel jährlich und beschränkt sich in ihrem Inhalt auf das christliche, gemeinnützige und vaterländische Gebiet.
[ Ein Hundertdreißigjähriger] ist dieser Tage gestorben. Es ist dies der in einer Vorstadt Kiews wohnhaft gewesene Nachum Falkowitsch. Er wurde 1772 in Minsk geboren und hat bis zu seinem hundertzehnten Jahre Landwirtschaft betrieben. Während der letzten zwanzig Jahre mußte er von Unterstügungen leben. Er war bis zuletzt rüstig und konnte den langen Weg von seinem Wohnsiz bis zur Stadt zu Fuß zurücklegen.
Die Mannesleiche als Reisegepäck. Auf der Station Moskau der Moskau- Brester Eisenbahn traf dieser Tage aus Minsk als Gepäck ein großer Reisekorb ein, dem ein intensiver Leichengeruch entströmte. Nachdem der Korb auf Veranlassung der Gendarmerie geöffnet worden war, bot sich den Anwesenden ein grausiger Anblick dar: Im Korbe lag die Leiche eines etwa 35jährigen, elegant gekleideten Mannes, der anscheinend erwürgt worden war. Die Persönlichkeit des Ermordeten konnte bisher nicht festgestellt werden, auch hat man noch keinerlei Anhalt, das Dunkel in der rätselhaften Affäre zu lichten. Da sich bei der Leiche die Wertsachen vorfanden, so scheint ein Raubmord ausgeschlossen.
[ Der letzte der Mohikaner.] Red- Cloud( Note Wolfe), einst der gefürchtetste Häuptling der Rothäute, der Mann, der im Jahre 1876 an der Spike des großen Indianer- Aufstandes stand, ist einer Meldung aus Newyork zufolge, dem Tode nahe und dürfte im größten Elend sterben. Vor vier Monaten, als er fühlte, daß sein letztes Stündlein nahe sei, hatte er seinen Kindern all sein Eigentum geschenkt: Zehn Morgen Land und 600 Dollars, die er als Entschädigung erhalten hatte, als er mit dem„ weißen Vater" in Washington seinen Frieden schloß. Der Tod kam aber nicht, und die Kinder der„ Roten Wolfe" überließen, als sie erst im Besize ihrer Erbschaft waren, ihren alten Vater seinem Schicksal. Die arme Rothaut lebt nun mit der treuen Gattin von den milden Gaben einiger Getreuen. Red- Cloud ist völlig blind und gelähmt geworden, erträgt aber sein hartes Los mit einem bewundernsweten Stoicismus. Der Agent des Indianer- Territoriums hat ihm mehrere weiße Medizinmänner geschickt, die jedoch kopfschüttelnd erklärten, daß die menschliche Wissenschaft dem Falle des alten Häuptlings machtlos gegenüberstehe! Große Zauberer vom Stamine der Sioux kurieren gleichfalls an ihm herum, aber sie machen den Kranken noch fränker, als er schon ist. Mit Ned- Cloud wird der letzte Indianer- Häuptling alten Stils verschwinden, einer jener Männer, die den amerikanischen Truppen die Hölle heiß machten.
Neue Experimente mit Luftschiffen. Trotz oder vielleicht infolge der bisherigen Mißerfolge auf dem Gebiete der Luftschiffahrt, werden immer neue Versuche unternommen, die Luft zu erobern. Professor Langley in Newyork hat zum zweitenmal eine Fahrt mit seinem lenkbaren Luftschiff unternommen, und zum zweitenmal ist dieser Versuch mißlungen. Sein Motor hat im gegebenen Moment versagt. Und der Luftschiffer Kapitän Spelterini beabsichtigt in den nächsten Tagen von Zermatt aus eine große Alpenüberfahrt gegen Norden zu unternehmen. Er hat hierzu einen neuen Ballon von 1600 Kubikmeter herstellen lassen, der mit Wasserstoffgas gefüllt wird. Hoffentlich ist er glücklicher, als sein amerikanischer Mitbewerber.
** Schutz der Heilsarmee. Von den Polizeibehörden wird, jedenfalls im Auftrage des Ministers des Innern, auf den Schutz der Heilsarmee hingewiesen. Nach der Auslassung ist die Heilsarmee eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft. Da ihre Versammlungen demgemäß einen Charakter gottesdienstlicher Handlungen tragen, so wird, wer diese Versammlungen in böswilliger Weise stört, mit einer Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren belegt.
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Einziehung von Eisenbahn- Freifahrscheinen. Von verschiedenen Eisenbahn- Betriebs- Inspektionen waren mit Genehmigung des Eisenbahnminiſters ſeit Jahren zahlreichen
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[ Die 33 schönen Heren.] Aus Rom wird uns geschrieben: Sizilien ist von altersher reich an geheimen Gesellschaften. Blüht doch auf dieser Insel trotz aller Maßregeln der Behörden die große und furchtbare Vereinigung, die man die Maffia nennt und die besonders in den letzten Jahren so viel von sich reden machte. Weniger bekannt als die Maffia ist der Bund der 33 schönen Damen", der in Messina dant der abergläubischen Furcht der Bevölkerung einen großen Einfluß ausübt. Man erzählt sich, daß die 33 dreimal wöchentlich um Mitternacht-- aber nur bei schönem Wetter I ihren Sabbat" halten. Einige Stunden vorher kündigt jede Dame der geheimnisvollen Gesellschaft ihrem Gatten an, daß ihre Seele" gegen Mitternacht davonfliegen" werde. Die Seele nimmt aber auch den Leib mit, und der Gatte muß sich ruhig verhalten und zu Hause bleiben, bis die„ bella signora" wiederkommt, sonst passiert ein großes Unglück. Die Ehemänner, die abergläubisch sind, wie alle Welt auf der Insel, gehorchen wie die Hunde. Dafür werden sie durch Geschenke belohnt, die ungenannte Spender ihnen von Zeit zu Zeit zuschicken! Sehr seltsame Geschichten werden über die guten und die bösen Taten der schönen Damen" erzählt. So glaubt man, daß sie die schrecklichsten Krankheiten heilen können. Wenn eine der 33 stirbt, wird sie sofort ersetzt. Die Aufnahme des neuen Mitgliedes geschieht unter geheimnisvollen Ceremonien: Die Genossin verspricht durch einen furchtbaren Eid blinden Gehorsam und Verschwiegenheit bis zum Tode. Das Volk glaubt, daß eine„ bella signora", die ihren Eid bricht, nach dem Tode in eine Kröte verwandelt wird; deshalb tun auch die Sizilier einer Kröte nie ein Leid. Priester, Aerzte, Richter haben versucht, das unwissende Volk über den wahren Charakter der geheimen Gesellschaft aufzuklären vergeblich! Die Behörden können nichts tun, um dem Skandal ein Ende zu machen, denn die 33 haben vornehme Beziehungen und hohe Gönner. Ueber ihr Tun und Treiben wurde jüngst dem Minister des Innern Bericht erstattet, aber es dürfte trotzdem faum etwas gegen fie unternommen werden.
Besichtigung a Darmstadt- Grie 118er) am 9. und 25, Artille haufen. Die 4
10. September Bahn über Fra
burg und Biede
OLI8. Von hier
57. Brigade( 1)
nach der Besicht
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Verlo
Plusstellung in auch außerhalb
owie in den Frankenberg
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Dummer bezeic buch zugefchrie tum nicht genü Monaten, vom Amtsgericht G Eigentumsurfun Rr. 64: Fif Bindenftrut 188, IV 282, V
Bogen werden:
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