Ausgabe 
7.3.1903 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

[ Ber Sofzug für König Eduard.] Die englische Neb westbahn hat einen neuen föniglichen Hofzug in Dienst gestefft. Der Zug besteht aus sieben Wagen, nämlich den beiden Salonwagen für den König und die Königin, fomie die Prinzessin Viktoria, drei weiteren Salonwagen für das Gefolge und zwei Gepäckwagen und hat eine Gesamt­länge von rund 125 Metern, wovon auf jeden Salonwagen 21 Meter entfallen. Der äußere Anstrich ist in Weiß mit chokoladefarbiger Einfajjung gehalten. Die weißen Flä­chen sind mit dem königlichen Wappen und mit Ordens­bildern geschmückt. Die beiden königlichen Wagen bean­spruchen besonderes Interesse wegen ihrer äußerst reichen und geschmackvollen Ausstattung, sowie wegen der Völl­tommenheit ihrer Beleuchtungs-, Heizungs- und Lüftungs­vorrichtungen, die durchweg elektrisch sind. Der Wagen des Rönigs enthält außer dem Wohn- und Arbeitsraum einen Rauchsalon, ferner einen Schlafraum, der bei Tagesfahr­ten gleichfalls in einen Wohnraum umgewandelt werden fann, und einen Ankleideraum. Der Wagen der Königin ist ähnlich ausgestattet. Die Erzeugung der Elektrizität erfolgt gesondert für die Beleuchtung und Lüftung einer­feits und für Koch- und Heizzwecke andererseits. Jeder Bagen ist mit zwei Dynamomaschinen ausgerüstet, bie von den Achien betrieben werden.

A Menschen als Bostpacete.] Der erste Zeichner des ,, Daily Graphic" und ein Berichterstatter desselven Blattes tamen jüngst auf einen Gedanten, der nur durch die hunds­tagsmäßige Hize dieses sogenannten Winters erklärt und entschuldigt werden kann. Sie ließen sich der Wissen­schaft wegen" von einem Punkte Londons zum anderen durch einen Eilboten als Postpakete befördern, wofür sie neun Pence Porto zu zahlen hatten. Nach dem englischen Bostgesetz kann sich jeder Mensch das Bergnügen machen, sich oder einen Nebenmenschen als Paket verschicken zu lassen. In einem Baragraphen dieses Gesezes wird näm­lich über die Verschickung von Tieren, Flüssigkeiten und Personen" folgendes gesagt: Lebende Tiere können für die Beförderung durch Eilboten angenommen werden, wenn sie in geeigneten Behältnissen eingesperrt sind. Flüs­sigkeiten lönnen auch in Glasflaschen verschickt werden. Personen werden, gegen Zahlung der vorschriftsmäßigen Tare durch einen Eilboten nach der angegebenen Adresse befördert." Man kann also in England ebensogut ein Nilpferd durch die Post verschicken, wie einen Erbonkel oder einen Schapiegermutter. Man muß aber schon Eng­länder oder sonst nicht ganz gesund sein, um einen Men­schen durch die Post zu versenden.

)[ Weiße Reger.] Man tonnte früher sft das Wort hören: Selten wie eine weiße Amsel." Eine weiße Am­sel ist aber garnicht so selten, wie man denkt, und es gibt in Paris und in London Vogelhändler, die eine ganze Sammlung weißer Amseln besißen. Es handelt sich eben um Albinos unter den Amseln. Und wie es weiße Amseln gibt, so gibt es auch weiße Neger, die troß ihrer weißen Haut Neger bleiben und die charakteristischen Merkmale der Regerrasse aufweisen. Es sind reine Neger, bei mel­chen nicht etwa Rassenmischung vorliegt oder der überwie­gende Einfluß weißer Vorfahren. Dr. Farabee hat, wie er in einer englischen Zeitschrift erzählt, gelegentlich einer Forschungsreise in Amerita mehrere weiße Neger gesehen. So fand er einmal vor einer Hütte spielende Regerfinder, die mit Albinismus belastet waren. Er erkundigte sich nach ihrem Ursprung und erfuhr, daß ihr Großvater ein bina gewesen war. Der Mann hatte eine normale Negerin ge beiratet, die ihm drei normale Söhne schenkte. Die drei Söhne verheirateten sich später, und zwei von ihnen hatten normale Kinder. Der dritte, der zweimal verheiratet war, hatte 15 Kinder; vier davon waren Albinos, eines von der ersten Frau( mit fünf normalen) und drei von der zweiten Frau( mit sechs normalen). Der Albinismus hatte hier aber eine ganze Generation übersprungen.

zu

Eine ungleiche Ehe. Große Sensation ist unter der Plutokratie von Newyork durch die Verheiratung von Mrs. Hendrickson, einer der reichsten Frauen Brooklyns, mit Patrick Mac Hugh, einem irischen Kutscher, erregt worden. Die Braut besißt mehr als eineinhalb Millionen Dollars, ihre Tochter ist mit einem Prediger Brooklyn verheiratet. Der Bräutigam ist ein Witwer mit sechs Kindern, der vor seiner Heirat bei einem Mietkutscher angestellt war und seine jeßige Frau öf­ter auszufahren hatte. Die Tochter ist entrüstet und er­Märt, ihre Mutter müsse geistig erkrankt sein. Als die Braut ihre Verehelichung bekannt machte, erklärte sie, ihr Gatte sei weder gebildet noch von seinen Manieren, aber sie werde ihn erziehen. Sie ist 58 Jahre alt, Mac Hugh zwei Jahre jünger.

Bante Chronit. Der unter dem Namen ,, Der ber­gische Kneißt berüchtigte Räuber Lauffs, welcher jüngst noch einen Einbruch in ein rheinisches Dynamitlager ver übte und mehrere Kilogramm Dynamit raubte, ist nunmehr in der Nähe von Wipperfürth festgenommen und in das Wipperfürther Gefängnis eingeliefert worden.

- Die Frühjahrsparade des Gardekorps auf dem Tem pelhofer Felde fällt diesmal aus; dafür soll am 29. Mai auf dem Döberizer Platz vor dem Kaiser ein Gefechtserer­zieren der Garde stattfinden, woran sich ein Parademarsch schließen wird.

In Salzwedel erschoß ein Hausdiener seine frühere Geliebte, die sich kürzlich mit einem anderen Manne ver­heiratet hatte. Darauf tötete sich der Mörder durch einen weiteren Schuß.

Dem Schleppdampfer ,, Titan" ist es gelungen, Lebens­mittel nach der seit zwei Wochen durch Unwetter vom Fest­lande abgeschnittenen französischen Insel Sein zu bringen.

Lokales.

Gedenktafel für den 8. und 9. März.

8. März. 1152. Friedrich Barbarossa zu Aachen getrönt. 1787. Der Mediziner K. F. von Gräfe*. 1823. Der österreichisch ungarische Staatsmann Graf Andrassy* 1838. Der Bühnendichter Adolf L'Arronge in Hamburg* 1841. Der Dichter Tiedge.- 1858. Leoncavallo in Neapel* 1897. Der Dichter Emil Rit­tershaus. 1901. Freiherr von Stamm- Halberg f.

9. März. 1451. Amerigo Vespucci in Florenz 1661. Mazarin 1697. Die Schauspielerin Karoline Neuber*. 1749. Mirabeau*. 1814. Blüchers Sieg über Napoleon I. bei Laon. 1888. Tod Kaiser Wil­helms I.- 1902. Der Dichter Hermann Allmers.

** Brivattelegramm. Bei der heute Bormittag erfolgten 4. Biebung der letzten( Haupt)-Klasse der Hessisch. Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen:

50 000 Mt. auf: 9 105( Bübingen). 40000 Mt. auf: 49 321( Darmstadt) 10 000 Mt. auf: 855( Mainz) 9 345( Langen), 30 306( Sena), je 5000 mt. auf 28 654, 29 653, 48 219, 51 169, 7864.( Ohne Gewähr.)

** Wie aus einer Bekanntmachung Großh. Bürger­meisterei hervorgeht, wurden von den aufgeforderten sechs hiesigen Architekten sieben Entwürfe zu den Haupt- und Hof­fassaden des im Blod'schen Garten an der Norbanlage zu errichtenden neuen Schulbaues eingereicht und wurde den Architekten Stein und Meyer für ihre Arbeit der ausgefeßte Breis zuerkannt. Wir erfahren noch weiter, daß die mit der prämiirten Arbeit in engerer Wahl stehenden Fassaden­zeichnungen auch von der Firma Stein und Meyer herrühren. Die Pläne sind noch morgen und übermorgen in den in der Bekanntmachung angegebenen Stunde im Sigungssaal der Stadtverordneten ausgestellt.

-

Schwurgericht. Gestern verurteilte das Schwur­gericht den bisher unbescholtenen Landwirt und Kirchen­rechner Johann Konrad D. von Trais a. Lda. wegen Amtsunterschlagung zu 6 Monate Gefängnis unter An­rechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Der Ange flagte, dessen Frau 1898 verstorben und ihn mit 6 Kindern zurückließ, ist seitdem in wirtschaftlicher Be­ziehung zurückgekommen und seit dieser Zeit aus der bon ihm verwalteten Kirchenfasse so nach und nach im Ganzen 1827,08 Mt. unterschlagen, er hat aber, als man den Fehlbetrag entdeckte, denselben gedeckt.

[ Stabttheater.] Sonntag Abend gelangt in­folge Erkrankung des Fräulein Sieg an Stelle der ange­fündigten Posse Flotte Weiber" Der Trompeter von Sädingen" zur Aufführung.

Infolge eines Antrags des Vertreters der Han­delstammer Gießen im Bezirks- Eisenbahnrat Frant furt a. M. wird vom 10. d. Mts. ab die Plazfartengebühr zwischen Gießen und Worms auf 1 Mark für die 1. und 2. Wagenklasse herabgesetzt.

Die Centrale für Spiritus- Verwert­ung hat vom Raiser den von ihm für die Ausstellung für Spiritusverwertung gestifteten Ehrenpreis für die Ver­dienste um die Ausstellung und für die Förderung des Spiri­tusverbrauchs zu technischen Zweden zuerfannt.

** Von der Hessischen Landes- Hypotheken­bank sind im Laufe des Monats Februar bewilligt worden: Kommunal- Darlehen 1016 000 Mt. Hypothefar- Darlehen an Private 525 520 Insgesamt 1541 520 Wt.

"

** Laß sie betteln geh'n, wenn sie hungrig sind. Ein Bild vom Veteranen- Elend giebt folgendes Inserat im West­havelländischen Kreisblatt": Eine öffentliche Bitte! Ein 68 jähriger Veteran, welcher die Feldzüge 1864, 1866 und 1870-71 im Infanterie- Regiment Nr. 24 mitgemacht hat, der Arbeiter Ferdinand Heinsdorff, Mitglied des Landwehr­Vereins zu Rathenow, ist durch eine schwere Krankheit in die größte Not geraten. Heinsdorff ist seit Oktober 1900 ununterbrochen frant und arbeitsunfähig. Im Januar 1901 mußte er sich in Berlin einer schweren Darmoperation unter­ziehen, die so glücklich verlief, daß die Extremente noch heute auf fünstlichem Wege durch eine Offnung in der rechten Bauchgegend abgeführt werden müssen. Seiner fleißigen Frau und den halberwachsenen Kir dern ist durch die beständige Hilfeleistung, deren der Kranke bedarf, jede Gelegenheit zum Nebenverdienst genommen, so daß die Fa­milie vollständig auf die Almosen wohlthätiger Menschen angewiesen ist. Die bisher von Freunden, Verwandten und Kameraden geleisteten Unterstüßnngen reichen bei der immer größer werdenden Not längst nicht mehr aus. Und dieser Veteran, der in drei Kriegen fürs Vaterland gekämpft hat, bezieht jetzt in seinem 68 Lebensjahre eine wöchentliche In­validenpension von nur 2,63 Mark! Wir bitten daher alle midthätigen Menschen, diesen Unglüdlichen zu unterstüßen, damit er am Abend seines Lebens wenigstens vor der äußersten Not bewahrt bleibt. Beiträge nimmt Herr Pastor Fritz Löwe zu Rathenow, Kirchenplay 11, entgegen. Dr. Böhrig. Dr. Dumstrey. Pastor Löwe. Eine er schütternde Antlage erhebt dieser Aufruf.

Aus Hessen und Nachbargebieten.

[ Blutthat.] Bon Allertshausen bei Stauffen berg erfahren wir, daß dort vorgestern eine Blutthat zwischen zwei Brüdern vorgekommen, die dem einen Bruder das Leben gekostet hat. Wir erfahren weiter, daß die Staats­behörde auf heute Nachmittag die Leichenschau angeordnet. Groß- Eichen. Die hiesige Mo Iferei, welche der Molkereigenossenschaft Nieder- Ohmen gehörte, haben 35 hiesige Bürger für 17000 mt. ang ekauft. Durch diesen Anfauf besigt nun unsere Gemeinde zwei ihr gehörige Molkereien..

Ermenrod. Konrad Röhler II. ist nunmehr als Bürgermeister unserer Gemeinde bestätigt.

Zeilbach. Johann Heinrich Steuernagel wurde als Gemeinde- Feldschüß eidlich verpflichtet.

Wetzlar. Heinrich Oppertshäuser ist als Feldgeschworener und Wiesenvorstandsmitglied für diese Gemeinde eidlich verpflichtet worden.

Am legten Dienstag und Mittwoch tagten in Frankfurt der Vorstand und die Sektionsvorstände der Hessen Nassauischen Baugewerfsberufsge. nossenschaft und eine gleiche Anzahl Arbeiter desselben Berufes, um über die aufgestellten Statuten betr. Unfallver hütungsvorschriften zu beraten. Von Seiten der Arbeitgeber wurden alle Wünsche der Arbeitnehmer zugestanden. Die Statuten werden nun einer Genehmigung vorgelegt. Die Baukontrolle, welche anschließend zur Diskussion fam, soll noch schärfer als bisher durch Beamte ausgeübt werden; man wünscht hierfür die Anstellung mehrerer älterer Tech­nifer, welche in Handwerksfächern bewandert sind. Arbeiter

in diese Stellen zu berufen, wurde nicht für gut befunden. Die Versammlung verlief im Ganzen sehr solidarisch.

[ 3ur Reichstagswahlbewegung.] Näch sten Sonntag findet im Nassauer Hof" zu Frankfurt a. M. eine Vertrauensmännerversammlung der Frei sinnigen Partei im Großherzogtum Hessen statt. Deutsch- soziale Reformpartei( Wahlkreis Gießen- Nidda) hat ebenfalls nächsten Sonntag Vertrauensmännerber sammlung. Dieselbe findet Nachmittags im" Löwen hier Neuenweg statt.

+ Höchst a M., 6. März. Die 1935 Mitglieder zählende Kaiser Wilhelm- und Augusta- Stiftung der hiesigen Farbwerke Meister, Lucius und Brüning zahlte im Jahre 1902 an 63 Invaliden, 133 Wittwen, 151 Waisen und 19 Doppelwaisen 38 262 Mt. aus. Die Einnahmen betrugen an Binsen 79 986 Mt., an Zuwendungen seitens der Firma 31 956 Mt. Das Vermögen betrug am 31. Dezember 1902 Mr. 1 632 980.

Wiesbaden, 6. März. Eine gute Heirat machte eine aus Wertheim a. M. gebürtige Krankenschwester. Sie pflegte mit Treue und Aufopferung einen hiesigen Privatier, der an Rehltopfstrebs litt. Gewissermaßen aus Dankbarkeit hei ratete der Krante seine Pflegerin, und als er 6 Wochen nach der Hochzeit starb, vermachte er vorher seiner jungen Frau sein ganzes Vermögen im Betrage von einem halben Milli önchen und einer funkelnagelneuen Villa in Offenbach. Und da sage noch einer, nicht heiraten sei besser, denn heiraten!

Möber bab

Megger ba 18 Heinrich

Barthel bal babier mit&

Die

Abolf Lubn Bebwig Un

Dahier mit

hard Ludwig

Roll bierfelb

Am 28

Raus hierfell in Friedberg 4. Heinrich line Chrifti häuser, Ra Darmstadt

Am 2 Sartorias eine Tochte Karl Bogle

meifter Frie Dem Sattler Dem Weißbi Fabrikanten Luife Anna.

Marie Ma Wilhelm Bi Reinhold R pachter Hei Dem Schrif

Sohn, Rich

Tochter. T März Den

Marie Geor eine Tochter

Ят 27. nate alt, Rau

+ Ans Rheinhessen, 6. März. Es scheint, als ob unsere Bauern doch wieder an den Rüb nbau berangehen wollten, trosdem die Buderfabriken sich beharrlich weigern, über den von ihnen festgesetten Preis von 85 Pfg. pro Bentner heraufzugehen. In Eich wurden bereits 200 Worgen beraffordiert.

+ Aus Franken, 6. März. Der Brand in Stadt­steinach, dem die dortige Kirche zum Opfer fiel, wird jest auf Brandstiftung zurückgeführt. In dem Anwesen des Müllers Joseph Tittel, der zufällig" mit seiner Frau im Walde war, wurde, als in demselben das Feuer ausfam, ein dumpfer, explosionsähnlicher Knall vernommen.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 6. März.

Die Sigung beginnt nach 9 Uhr. Justizminister Ditt­mar, Finanzminister Gnauth und die Ministerialräte Dr. Best, Bückel und Lorbacher find anwesend. Die Beratung des Budgets wird fortgesetzt. Bur Beratung steht Haupt­abteilung IX: Ministerium der Justiz". In der Generaldebatte bespricht der Abg. Dr. Schmitt die Aus­bildung der jungen Juristen und deren Verwendung im Staatsdienst. Er wünscht, daß die Acceßzeit der jungen Leute nicht zum Schreiben und sonstigen untergeordneten Arbeiten verwendet werden möchte. Die Accessisten sollten zum selbständigen Arbeiten, insbesondere zur Erstattung von Referaten und Urteils ausfertigungen verwendet werden. Eine weitere Ausdehnung des Studiums auf der Universität, wie es geplant sei, hält Redner für unnötig. Ein Pragis sei mehr wert als viele Jahre Studium. Bei einem Spazier gang im Felde sei es ihm passiert, daß ein junger Jurist Kartoffeln und Salat nicht unterscheiden fonnte.( Seiterkeit.) Für die Anlegung der Grundbücher in den Städten Mainz, Darmstadt, Worine, Offenbach und Gießen wünscht er be sondere Amtsrichter bestellt, um zu gleicher Beit mit dem Lande fertig zu werden. Die Höhe der Strafrechtsanklagen sei in feinem Staate so hoch wie in Hessen. Justizminister Dittmar stellt fest, daß in anderen Staaten, zum Be spiel in Bayern, Preußen und Sachsen das Studium und der Vorbereitungsdienst für die juristische Karriere sieben Jahre erfordere. In Baden seien es sechseinhalb Jahre. Hessen sei seither in dieser Zeit zurückgeblieben und daher seien Er wägungen auf Erweiterung des Studiums erfolgt. Die ju ristische Erziehung liege nicht in dem Studium der Gesetzes­funde, sondern in der Stärkung der Urteilskraft des Juristen. Der Mensch, der sich dem juristischen Studium widmen wolle, inüsse einen genügenden Fond von Kenntnissen haben. Sei das nicht der Fall, so könne er auch nicht helfen. Die Ber­wendung der Accessisten zur Ausfertigung von Protokollen, bon Beugenaussagen und Urteile geschehe in ihrem eigenen Interesse und auch die Verwendung derselben bei den Kreis­ämtern geschehe zu gleichem Zwecke. Was die Vermehrung der Straftaten in Hessen betreff, so seien die Staatsan waltschaften verpflichtet, alles ihnen übergebene Material zu prüfen und wenn nötig, einzuschreiten. Abg. Heiden­reich wünscht, daß bei gerichtlichen Zustellungen eine andere Form wie die seitherige gewählt und die Schriftstücke so ge­schüßt werden möchten, daß sie Dritten nicht zugänglich sind. Justizminister Dittmar sagt Abhülfe nach dieser Richtung zu, Schritte seien bereits eingeleitet. Abg. v. Brentano tritt für die Beschränkung der Gerichtsferien und eine da­mit verbundene Erweiterung des juristischen Studiums ein. Abg. Gutfleisch hält eine Verlängerung des akademischen Studiums für Juristen für bedenklich. Abg. Ulrich glaubt, daß Hessen mit dem Geseßentwurf wegen Entschädigung un­schuldig Verhafteter dem Reich gegenüber eine eigentümliche Stellung eingenommen habe. Erfreulich sei, daß die Re­gierung ihre eigenen Wege gegangen sei. Redner fragt noch an, warum nicht ein Anwalt gegen einen anderen als Kläger auftritt. Abg. 5a as Darmstadt bespricht das Verbot der Anlegung von Mündelgeldern bei landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften und wünscht ferner die Verwendung der Assessoren bei Banten, Kreditgenossenschaften und städtischen Berwaltungen. Hierauf wird der Titel in allen Teilen ge nehmigt.

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Am 27. Febr. Dr. August Shuberg, o. n. Professor in Heidelberg mit Ida Hofmann babi r. 28. Bhilipp Geißler, Rutscher babier mit Anna Roth hierselbst. Heinrich Philipp Pfeiffer, Sergeant in Darmstadt mit Anna Elisabeth

Jahre alt, Jahre alt, T 82 Jahre 8

Johann Fri Monate alt,

dabier

Der

Vo

Bei F

Net b

Des i

Des g

Und dh

Bra

Seldenstoffe weiß, Schwar robenweise Foularde vo

Adolf

heute

Metalls