Ausgabe 
7.2.1903 Erstes Blatt
 
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d Bericht zu: Februar 1903.

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Kuhland'schen System der politischen Dekonomie?" Undessenpolitik bemängelt werden könnte. Und das ist der wie fann der betr. Verfasser es vereinbaren, Ruhland Bunft, wo die Ruhland'schen Ausführungen mit Quesnay einmal als einen Mann zu bezeichnen, der furzer Hand die zusammen treffen. Denn auch Quesnay ist von der prin­Anschauungen des Bundes der Landwirte vertrete, und dann zipiellen Frage ausgegangen: Wie muß die wirtschafts­folche Bitate aus seinem Leitfaden" anführen? politische Ordnung eines Voltes beschaffen sein, um ein Volt auf gutem Boden unter günftigen flimatischen Verhältnissen vor Not zu bewahren? Er hat darüber gewiß vieles ge­schrieben, das uns heute unverständlich flingt. Andere Beiten, andere Verhältnisse, andere Ideen. Er hat aber auch Boltstörpers ausgeht, als daß sie als einseitige Inter­sehr vieles von dauerndem Werte geschrieben, was dem Verfasser des betr. Artifels über die lex Köhler- Langs­dorf schon deshalb unbekannt geblieben ist, weil er nicht einmal weiß, daß neben Ruhland und sogar schon früher als dieser auch Prof. August Onden in Bern und selbst noch andere Gelehrte auf diese dauernd richtigen Säge der Quesnay'schen Auffassung zurückgegriffen haben bezw. zurückgreifen. Wenn man aber über diese neue Richtung so wenig orientiert ist, dann sollte man es ver­meiden, durch lange Artikel über dieses Thema auf die öffentliche Meinung einwirken zu wollen.

Nein! Der prinzipielle Unterschied zwischen der neuen Richtung, welche die ler Röbler Langs­dorf für die Universität Gießen anstrebt und der alten Richtung, wie sie durch Prof. Bier mer vertreten wird, reicht viel tiefer und wäre furz etwa wie folgt zu bezeichnen: Wie der betr. Artikel selbst sagt, verheißt heute die an deutschen Universitäten herrschende Richtung der National­bfonomie nur relative Lösungen ökonomischer und sozialer Probleme auf dem Boden des historisch Gewordenen." Um Gottes Willen feine einschneidenden Reformen, nur" lleine" Mittel stehen zur Berfügung. Mehr als lindern" fann man die ökonomischen Mißstände nicht. Die größten fapitalistischen Maßstände dürfen zwar etwas beschnitten" werden, aber als historisch Ge­wordenes muß der Kapitolismus selbstverständlich erhalten bleiben. Es wäre ganz schön, wenn man den Bauernstand und Mittelstand erhalten fönnte, aber die vorgeschlagenen Mittel stehen im Widerspruch mit dem ebenfalls historisch geworden n Exporthandel und der Exportindustrie und auch mit der heute herrschenden sog. Arbeiterpolitit. Man möchte wohl, aber es geht nicht. Und so bleibt denn in der Haupt­sache alles bei der bisherigen Entwickelungstendenz. Die sozialen Misstände sind längst chronisch geworden. Die unheilvollen volkswirtschaftlichen Verschiebungen schreiten un­aufgehalten we tur. Das ist die naturgemäße Folge einer überwiegend historischen unpraktischen Richtung in der National ökonomie, von der Roscher ganz mit Recht gesagt hat: Sie beschäftigt sich mit dem was ist und ge­wesen ist, aber nicht mit dem, was sein soll." Das Wesen einer groß angelegten, von neuen wissen. schaftlichen Ideen getragenen prattischen Politik ist dieser heute herrschenden Nationalötonomie ganz und gar verschlossen geblieben. Van hat sich in Tausende von historischen Spezialuntersuch ingen verlaufen, man betrachtet die hunderte von Symptomen der Ei n'en tieferen Erkrankung des sozialen pers alle als selbständige Krankheiten für welche man ohne jeden Ueberblick über das Ganze viele Hunderte von kleinen Rezepten verschreibt und schimpft dann über irre geleitete Masseninftinfte" und" Eingriffe in die Freiheit der Wissenschaft", wenn das Volk bei einer solchen Mitwirkung der Nationalökonomie als Wissenschaft die Geduld verliert und immer( nergischer eine neue wiffen­schaftliche Richtung fordert, welche die wirklichen Bedürfnisse des Volkes besser kennt und versteht.

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Gegenüber dieser, an den deutschen Universitäten herr­schenden Auffassung, welche die Nationalöfonomie als die Lehre von den wirtschaftlichen Erscheinungen" betrachtet, vertritt Prof. Ruhland in seinem jüngst er­schienenen System der politischen Defonomie" die An­schauung, daß die Nationalökonomie die Lehre sei, vom gesunden und kranten Volkskörper". Um nun bei dem heutigen Widerstreit der Meinungen nach wissenschaftlicher Methode zu einem zuverlässigeren Urteil zu gelangen, untersucht Ruhland die Entwickelungsgeschichte von 13 Völkern, welche waren, groß geworden sind und dann zu Grunde gingen. An diesen Leichen auf dem Seziertisch der Geschichte sollen die wissenschaftlich en Studien gemacht werden, welche Ausschluß darüber geben: an welcher eigentlichen Krankheit die Völker zu Grunde gehen? welche Symptome diesen Ekrankungs und Absterbeprozeßes der Völker begleiten? welche eigentlichen Ursachen dieser Krank heit zu runde liegen? und mit welchen Witteln allein ein von dieser Krank het befallener Volksför per geheilt werden fönne? Her handelt es sich nicht um relative Lösungen" der ökonom shen Probleme, hier handelt es sich endlich ein mal um eine durchgreifende Heilung von Innen heraus, die viel zu ausschließlich vom Ganzen des

Der Artikel gegen die ler Köhler- Langsdorf bringt in schwer ersichtlichem Zusammenhange das Citat:" Daß die Wölfe nach Freiheit rufen ist selbstverständlich, wenn es aber auch die Schafe thun, so beweisen sie eben nur, daß sie Schafe sind." Wir möchten sagen: Wenn der selbständige deutsche Mittelstand in Stadt und Land vom mo­dernen Kapitalismus vernichtet zu werden droht, und in einem solchen Falle nur mit ,, relativen" Lösungen oorgegangen werden soll, so beweist man eben damit nur, daß man in den einfachsten Prinzipien nicht mehr Bescheid weiß. Die ler Röhler- Langedorf sieht ihre Aufgabe darin, nach der Landesuniversität Gießen eine Richtung der Nationalökonomie zu verpflanzen, weche sich über solche prinzipiellen Fragen im Klaren ist.

( Anmerkung der Redaktion: Herr Professor Dr. Biermer hat, wie er uns mitgeteilt, eine Erwiderung auf den Artikel des Herrn Professor Ruhland verfaßt. Da dieselbe den Raum eines 3- itungsartikels weit überschreitet, wird sie in der Form einer besonderen Broschüre unter dem Titel: Ruhland, Köhler- Langsdorfu. Co." erscheinen. Die Broschüre tommt in den Buchhandel und g langt voraussichtlich Dienstag Abend zur Ausgabe).

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Fleischabschlag. Durch den Rückgang der Schweineeinkaufspreise sezten die hiesigen Mezzzer den Verkaufspreis des Schweinefleisches, rohen und ausgelassenen Schmalzes sowie einzelner Wurstsorten im Preise herab.

+ Schwerer Unfall. Bem Rangieren tam gestern Nachmittag 4 Uhr der Bahnarbeiter Möller hier zu Fall, wurde überfahren und verlor das linke Bein. Möller ist 24 Jahre alt, er wurde in die Klinik verbracht. Dies ist seit furzem der dritte Unfall am hiesigen Bahnhof.

Aus Hessen und Dachbargebieten.

*** Klein Linden( Konsumverein). Bufolge ergangener Einladung versammelten sich Mittwoch Abend 57 Mitglieder des hiesigen Konsumvereins in dem Saale des deutschen Hofes um die Rechnungsablage entgegen zu nehmen. Nach derselben belaufen sich die Einnahmeu samt Warenbeständen auf 47,258., und die Einnahmen auf 43,416 M. Es verbleibt nach Abzug der Verwaltungskosten und Waren­rechnungen ein Reingewinn von 2751 M. Die Dividente beträgt 6% ihrer jährlichen Warenentnahme. Ta der V.ein seit einem Jahre ohne Schulden arbeitet, so steht zu er­warten, daß die nächstjährliche Dividende von 6 auf 7% zweifelsohne erhöht werden wird. Die Mitgliederzahl be trägt für das neue Vereinszahr 116 und der Betrag des Eintrittsgeldes 30 M.

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** Aus dem Kreise Alsfeld Ueber die Wahlen zur Handwerkskammer im Jahre 1903 giebt das Kreisamt bes fannt, daß die nachgenannten Ortsgewerbevereine als wahl­berechtigt anerkannt worden sind:

1. Ortsgewerbeverein Alsfeld mit 102 Mitgliedern, 2. Ortsgewerbeverein Groß- Felda mit 101 Mitgliedern, 3. Ortsgewerbeverein Homberg a. Ohm mit 65 Mit­gliedern.

werden in der nächsten Zeit folgende Vorträge gehalten: *** Im Auftrage des landw. Bezirksvereins Alsfeld 1. In Hainbach am 8. Februar, nachmittags 3 Uhr über Fütterung des Milchviehes" von Herrn Landw.. Lehrer Schwarz.

Deueste Nachrichten.

Wir erhielten von unserem Berliner Bureau folgende Drahtnachricht:

Genf, 6. Februar, Abends 10 Uhr. Giron hat Genf verlassen und mit der sächsischen Kronprinssin alle Be ziehungen abgebrochen.

Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Stadikicche. Septuagesima, Sonntag, den 8. Februar Gottesdienst. Vormittags 9.30 Uhr: Prof. Dr Stamm. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matheus. gemeinde. Pfarrassistent Vogt.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markus­gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder

Gemeinde erbeten.

Die Versammlung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde muß verschoben werden..

Donnerstag, den 12. Januar, abends 8 Uhr im oberen Konfirmandensaal, Kirchstr. 9, Bibelstunde. Pf. Schloßer. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr Siehe Stadtkirche.

Montag, den 9. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandenfall der Johannes firche. 1. Johannesbrief Rap. 4,12-21, Gottesliebe und Bruderliebe. Pfarrer Dr. Naumann

Dienstag, den 10. Februar, Nachmittags halb 6 Uhr Vereinigung der fonfirmierten Mädchen der Lufasgemeinde im Konfirmandensaal der Johannesfirche. Pfarrer Euler. atholife Gemeinde. Sonntag, den 8. Februar. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. un 7 Ur: Die erste heil. s. vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe.

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M

um 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Rachmittags um 230 Uhr: Chriftenlehre; darauf Andacht.

Marttbericht.

Gießen. 5. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Bid. 0.80-1.00 Mr. Hübnereier 1 St. 7-9 Big., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Big Räsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbien per Liter 21 Bfg., 2n en vei Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.10, Hübner per Staf R 1.00-15), Hahnen, per Stud Mt. 0,90--2.40, Enten per Stid 2.00-2.50, Gänie v. Bid.

54-60 Pig, Ochsenfleisch per Vid. 66-76 kq, Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleib per If 66-76 Pig. Schweine­fleisch gesalzen per funb 0.80 Big. Ralbfleisch ver Bfb. 66-72 Bfg., Hammelfleisch ver Pfd. 50-70 Bia. Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-7.00 mt., Zwiebeln ver 3t. Wif, 5.00-6.00, Milch per Liter 18 Bia.

Die bei der 1. Hessisch- Thüringischen( Mit­teldeutschen) Staatslotterie Beteiligten wollen nicht versäumen, zu der am 14 d. Mts. stattfindenden Ziebung 5. Klasse die Lose zu erneuern.

stellt man in fürzester Frist und ohne weite en 3afat als Waffer mit

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her. Große Sortenauswahl.

Man verlange ausdrücklich,.Maggi's Suppenwärtel und weise andere Marken zurück.

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