Taß der Weg des Antrages Hirsch nicht gangbar sei; dagegen ließen sich die Verhältnisse durch ein einheitliches Gesetz regeln. Der Antrag Hirsch wurde demzufolge in der Fassung Schwarze angenommen. Der Rest des Ordinariums wurde ohne Debatte bewilligt und sodann das Extraordinarium unter unerheblichen Erörterungen erledigt.
84. Sigung.
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Eigener Bericht.
Steuer- und Gehaltsfragen.
Im preußischen Abgeordnetenhause wurde eine danTenswerte Neuerung in Anregung gebracht, indem vorge schlagen wurde, daß ein Verzeichnis der an die Regierung zur Kenntnisnahme überwiesenen, aber unerleligt gebli benen Petitionen angelegt und dem Landtag in jeder Session vorgelegt werde, was die Regierung in Aussicht nimmt. Dann entspann sich eine sehr lebhafte Debatte über die Frage, ob die Miquelsche Steuerreform wohl tätig gewirft habe oder nicht. Bekanntlich hat der Senatepräsident bei dem Oberverivaltungsgericht Fuisting g gen bie Einschätzungstommission den Vorwurf erhoben, daß sie rigoros vorgehe, was auch im Hause zugegeben wurde. Der Finanzminister von Rheinbaben aber betonte, daß von 1200 Cenfiten nur einer die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts anrufe, Beweis genug, daß die BeWeiterhin wurden Behörde sehr zuverlässig arbeite. schwerden darüber laut, daß die Gemeinden die ihnen überwiesene Grundsteuer vielfach mit großer Härte und Rücksichtslosigkeit durchführten. Auch das wurde Seiten der Regierung bestritten. Trog aller Aussetzungen an den Einzelheiten wurde allseitig anerkannt, daß Ser verstorbene Finanzminister Dr. von Miquel mit seiner Steuerreform ein großes Werk geschaffen habe. Die Anregung, die Abzugsfähigkeit der Gemeindesteuern von den Staatssteuer zuzulassen, scheiterte an dem Wide stand der Regierung, die daran festhält, daß die Staatssteuer das Brimäce sein müsse. Nach Erledigung der Steuerfrage fam die Interpellation des Grafen Wartensleben über die ungenügenden Zuschüsse zu den Pfarrgehältern in der Provinz Sachsen zur Beratung; Kultusminister Studt stellte nur ein geringes Entgegenkommen zu dieser Frage in Aussicht. Um 4 Ühr war die Sigung zu Ende.
Nab und Fern.
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A der Automobilkorso vor dem Kaiser. Die für Sonnabend Abend geplante Huldigung des Deutschen Automobilverbandes wird sich zu einer großartigen Auffahrt gestalten. Dreihundert Fahrzeuge sind zur Teilnahme angenommen worden, weitere Anmeldungen haben abgelehnt werden müssen, weil der vor dem föniglichen Schlosse zur Verfügung stehende Raum die Aufstellung einer noch größeren Zahl von Wagen nicht gestattet. Von Straßburg i. E., München, Würzburg, Nürnberg, Köln, Eisenach, Aachen, Hamburg, Stettin, Breslau, Dresden, Leipzig, Hannover, Braunschweig und vielen anderen Orten eilen die Teilnehmer herbei und haben, wie zum Beispiel die Frankfurter, ihre Fahrt nach Berlin schon angetreten.
Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung des Kurpfuschertums hat jezt ihren ersten Aufruf ergehen lassen, in dem sie auf die Notwendigkeit hinweist, das Volk über sachgemäße Krankheitsverhütung und Krankenversorgung zu belehren und es vor den ihm durch die Kurpfuscherei drohenden wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gefahren zu warnen. Der Aufruf ist unterzeichnet bon Professor Dr. Th. Sommerfeld als 1. und Dr. Siefart als 2. Vorsitzenden.
( †) Die Schwester des Khedive Prinzessin Nemet Allah Hanum, hat bekanntlich ihren Gatten verlassen, um einen österreichischen Grafen zu heiraten. Nun sollte der Sultan seinen Botschafter am Wiener Hofe beauftragt haben, die Intervention des Kaiser Franz Joseph anzurufen, damit der Uebertritt der ägyptischen Prinzessin zum Katholizismus und ihre Heirat mit dem Grafen berhindert werde. Diesem Gerücht tritt der türkische Botschafter am Wiener Hofe jetzt entgegen. Er erklärt öffentlich, daß die Angelegenheit eine Privatsache der Prinzessin sei und der Sultan sich niemals damit befaßt habe, noch befassen würde.
) Eine gefährliche Reisegefährtin. Auf der Fahrt von Belgrad nach Budapest wurde der Beamie der Oesterreichisch- ungarischen Bank Friedrich Speichler von einer mitreisenden Dame mittels eines parfümierten Taschentuches eingeschläfert und ihm 30 000 Francs, sowie mehrere Banfchecks gestohlen. Die Dame, eine auffallende Schönheit, soll eine berüchtigte, längst gesuchte Eisenbahndiebin sein.
)-( Theaterdirektor und Kritiker. Im Londoner Garrick- Theater wurde dem Theaterkritiker der ,, Time3" Walkley anläßlich der Premiere eines neuen Stückes des bekannten dramatischen Schriftstellers Henry Arthur Jones der Eintritt verweigert. Der Theaterdirektor begründete sein Vorgehen damit, daß Wallley ihn seit Jahren schon systematisch in seinen Kritiken angreife und selbst ganz unschuldige Theaterstücke einfach als frivol bezeichnete. Der Direktor hatte die„ Times" ersucht, einen anderen Kritiker zu entsenden, die ,, Times" ignorierte jedoch die Bitte. In seiner Morgenaus gabe erwähnte das Blatt die Premiere an hervorragenSer Stelle in folgender Weise: ,, Gestern Abend wurde bei einer Premiere im Garrick- Theater unser Kritiker ausgewiesen."
Bunte Chronit. Die Insel Sein bei Brest ist infolge ber herrschenden Unwetter seit 14 Tagen ohne Verbindung mit dem Festlande. Von Brest sind vier Schiffe abgegangen, um zu versuchen, für die notleidenden Bewohner der Insel Lebensmittel zu landen; drei von diesen Schiffen sind mit Havarie zurückgekehrt.
- Zu dem Raubmordversuch an der Witwe Josephsohn in Weißensee ist mitzuteilen, daß nunmehr auch der Mann der Frau Radon verhaftet ist. Frau Radon selbst gilt als des Mordverfuchs vollständig überführt.
[ Ein Sonderling.] Ein 82 jähriger Greis, der fast sein ganzes Leben lang Frauenkleider getragen hat, lebt bei Freienwalde. Der Mann, Klemens Jung ist sein Name, hatte sich als junger Bursche bei einem unglücklichen Sturz eine so schwere Verlegung am rechten Oberschenkel zugezogen, daß ihm das Bein abgenommen werden mußte. Als er geheilt war, schämte er sich, mit dem hölzernen Stelzbein umberzugehen, und zog deshalb Frauenkleider
an, durch die sein Gebrechen mehr verhüllt wurde. Der Greis trägt nun die Frauenkleider beinahe 70 Jahre lang. Von den Ortsbewohnern wird er die ,, alte Klementine" genannt. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich durch Spinnen und Aufspulen für die Weber. Da die Arbeiten schlecht bezahlt werden, so tann er sich im Tage bei fleiBiger Arbeit nur 16 Pfennige verdienen. In seiner freien Zeit spielt er mit seiner Harmonika auf, und die kleinen Geschenke, die er dafür erhält, reichen hin, seine bescheidenen Bedürfnisse zu decken.
)[ Die ,, Midinettes".] In Paris gibt es Genossenschaftsrestaurants, die den Zwed haben, außer Haus beschäfigten Frauen und Mädchen einen billigen und guten Mitragstisch zu bieten. Man hat eine Genossenschaft mit einem Minimalfapital von 10 000 Franken ins Leben gerufen und hat Anteilscheine zu 25 Franken ausgegeben. Bis jezt sollen 7335 Franken eingezahlt worden sein. Diese Genossenschaften führen den Namen ,, Les Midinettes", er ist abgeleitet von dem Spiznamen, den man den vielen jungen Mädchen beigelegt hat, die man Mittags( midi) aus den Pariser Läden und Werkstätten in die entfernteren ärmeren Stadtteile eilen sieht, ihr bescheidenes Mittagmahl( dinette) einzunehmen.
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[ Einer, der auf dem Kopfe geht.] In dem französischen Sportblatte ,, Vélo" liest man: Gestern Abend erhielten wir den Besuch eines Herrn, der, anstatt wie Sie und ich die Füße als Gehwerkzeug zu benußen, sich ein Vergnügen daraus macht, auf dem Kopfe zu gehen. Er geht nicht etwa, den Kopf nach unten, auf den Händen, wie irgend ein Jahrmarktsgaufler, sondern im buchstäblichen Sinne des Wortes auf dem Kopfe. Als wir einige Zweifel laut werden ließen, erklärte sich unser ungewöhnlicher Gast sofort bereit, eine Probe seiner Kunst zu geben. In einem Nu hatte er seinen Rock abgeworfen, worauf er sich eine Art Krone, die ein Kissen bildete und am Kinne durch ein Kinnband festgehalten wurde, auf des Hauptes Scheitel setzte und die Beine in die Luft ſtreckte, so daß der Kopf allein den Boden berührte, der in diesem Falle durch unseren Redaktionstisch dargestellt wurde. Dann wohnten wir einem höchst merkwürdigen Schauspiel bei: der Mann ,, durchlief" den Tisch der ganzen Länge nach, indem er sprungweise ,, vorwärtsschritt", wobei einzig und allein der Kopf mit dem Tische in Berührung fam.
:::[ Ein echt amerikanisches Theatererlebnis] erzählt der berühmte Wiener Orthopäde Dr. Lorenz, der bekanntlich kürzlich nach Amerika berufen war, um an der Tochter des Chicagoer Milliardärs Armour eine Gelentoperation vorzunehmen. Im Broadwaytheater zu Newyork hörte er den Komiker Sam Bernhard, der in der Regel einen das Englische radebrechenden Deutschen spielt. Im amerikanischen Theater ist der Deutsche nämlich die ständige komische Person. Sam Bernhard hatte u. a. in seiner Rolle ein Kouplet zu singen, dessen Refrain deutsch lautete: ,, Dann würde ich mit meinem Leben zufrieden sein." Er wußte immer neue Strophen; unter anderem sagte er: Wenn ich bei Tische sitzen würde und wenn Mr. Rockefeller mir den Sessel zurechtrücken und Mr. Carnegie mir einschenken und Mr. Armour mir das Fleisch servieren würde, dann würde ich mit meinem Leben zufrieden sein. Darauf wieder eine Kunstpause; dann aber sang Bernhard, zu der Loge des Professor Lorenz gewandt: Wenn ich den armen Kindern soviel gutes tun könnte, wie Dr. Lorenz- dann würde ich mit meinem Leben zufrieden sein." Das Publikum bruch in einen Beifallssturm aus und Dr. Lorenz hatte seinen Dank durch Beifall zu quittieren. Darauf trat Sam Bernhard vor und bat Dr. Lorenz, von der Höhe seiner Loge aus einige Bemerkungen über seine Eindrücke in Amerika zum besten zu geben. Dr. Lorenz war über diese Zumutung sehr verblüfft; und lehnte unter Zeichen der Enttäuschung des Publikums entschieden ab, worauf das Stück seinen Fortgang nahm. Dr. Lorenz hat sich nie wieder in ein amerikanisches Theater gewagt.
£[ Ein blinder Mathematiker.] Aus Newyork wird berichtet: Ungemeines Interesse gibt sich an der Kolumbia Universität für Dr. Newell Perry kund, der kürzlich an der Universität in München seinen philosophischen Doktor machte, nun nach Amerika zurückgekommen ist und nun zur Zeit etlichen 50 Studenten von Kolumbia Privatunterricht in Mathematik gibt. Dr. Perry ist stockblind, löst alle Aufgaben im Kopf, da er ja mit Bleistift und Papier nichts anfangen kann. Logarithmen rechnet er nur so an den Fingern ab, daß es Sehenden bei dieser Manipulation beinahe schwindelig wird. Der Geruch, Gehör- und Tastsinn sind bei Perry in geradezu wunderbarer Weise entwickelt. Jeden Tag macht er seinen Spaziergang, und wer den jungen Mann auf der Straße sieht, würde kaum glauben, daß er blind ist, so sest und sicher tritt er auf. ,, As ich die Universität California besuchte," sagte er zu einem Berichterstatter ,,, pflegte ich mit einem Kameraden Zweirad zu fahren und wurde durch weiter nichts geleitet, als dadurch, daß mein Freund, wenn wir zuweilen etwas ins Gedränge tamen, feine Glocke anschlua."
- Von Strolchen nachts überfallen und tötlich verletzt wurde der 25jährige Buchhalter Adolf K. aus Rummels burg.. ist im Krankenhause am Friedrichshain seinen Berlegungen erlegen.
Ein wahnsinnig gewordener Barbier Franz Müller tötete in Meran zuerst seine hochschwangere Frau, indem er ihr nach kurzem Streit mit dem Rasiermesser einen Schnitt in den Hals beibrachte, dann ermordete er den sechzehnjährigen Lehrling gleichfalls durch einen tiefen Halsschnitt, zuletzt tötete er sich selbst durch drei Messerschnitte und einen Revolverschuß.
Auf einem in den Kriegshafen von Portsmouth zurückkehrenden Unterseeboote fand eine Gasolinerplo ion statt, durch die das Innere des Schiffes zerstört and vier Mann schwer verlegt wurden.
Lokales.
Gedenktafel für den 7. März.
1715. Der Dichter Ewald v. Kleist*. 1808. Der Rechtslehrer Bluntschli in Zürich*.- 1810 Annahme des Friedens von Luneville. 1829. Der Afrikareisende - 1871. Die Forts auf dem Eduard Bogel in Krefeld*. linken Seineufer von den Deutschen geräumt.
** Das Hess. Regierungsblatt Nr. 11, ausgegeben am 3. März, enthält: Verordnung, die Ausführung des Gefeßes über die Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte betreffend.
* Privattelegramm. Bei der heute Vormittag erfolgten 3. Ziehung der letzten( Haupt)-Klasse der Hessisc Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen:
10 000 Mt. auf: 7788 Alsfeld, je 5 000 Mt. auf: 6 188, 24 930, 48 987, 68 662, 70809, 88 541 je 3000 Mt. auf: 19 696, 15 883, 24390, 26 024, 26 299, 29 825, 31 206, 31 528, 35 107, 37 092, 39 213, 72 760, 78 133, 80 986, 85427.( Ohne Gewähr.)
[ Gewerbebant] In der am Mittwoch stattge= fundenen Generalversammlung der Gewerbebank wurden die fagungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Karl Berg, Hermann Echenauer, Daniel Heil und Heinrich Leib wiedergewählt; an Stelle des verstorbenen Herrn L. Flett wurde Herr Weinhändler Helm und für den zum Direktor ernannten Herrn Carl Loos, Herr Ernst Baiser gewählt. Die Dividende pro 1902 wurde mit 6 Prozent genehmigt.
** Der Gesamtvorstand des Hessischen Hauptver ins dis Evangelischen Bundes, der dieser Tage in Frankfurt a. M. zusammentrat, hat an Großh. Minifterium des Innern eine längere Eingabe gerichtet, worin die hessische Staatsregierung unter Darlegung zwingender Gründe aufs bringendste gebeten wird, auf ihrem früher stets eingehaltenen Standpunfte zu beharren und im Bundesrate die hessischen Stimmen gegen die geplante Aufhebung des§ 2 des sog. Jesuitengesetes abgeben zu wollen.
Schwurgericht. Das Schwurgericht verhandelte gestern den ganzen Tag gegen den am 9. Mai 1845 geborenen Schneidermeister Heinrich H. von Galbach Streis Büdingen wegen Meineid. Der Angeklagte war beschuldigt vor dem Schöffengericht Altenstadt am 8. Januar d. Js. nur um 3 Offenbacher Jäger, die daselbst des Jagdbergehens angeflagt waren heraus zu schwören wiffentlich unter seinem Eid deponiert zu haben. H. bestritt gestern ganz entschieden, unter Eid etwas Unwares gesagt zu haben. Die Beweisaufnahme in der Sache bewegte sich in der Richtung nachzuweisen haben die 3 Offenbacher Jäger, welche berechtigt waren, die Gemeindejagd bei Didelsheim auszuüben, haben diese am 1. September 1902 die Lindheimer Jagd betreten und mußte der Angeklagte, der die Jäger als Träger für das zu erbeutende Wild begleitete dies den Umständen nach gesehen haben oder nicht. Während die Offenbacher Jäger, als Zeugen gestern vernommen, be schworen die Lindheimer Jagd nicht in der Weise be treten zu haben wie die Anklage behauptet, nämlich 50-60 Schritt von der Grenze entfernt, beschworen 3 andere Zeugen, aus mehr oder weniger großer Nähe gesehen zu haben, wie die Jäger auf der Lindheimer Jagd gejagt haben. Die Jäger gaben zwar zu, daß es möglich set, sie wüßten es aber nicht, daß sie das fremde Jagdgebiet an der Grenze gestreift hätten, auch wohl einige, 5-6 Schritte über die Grenze gekommen sein mögen. So standen 3 beschworene Aussagen der gestrigen Verhandlung die sich mit der Aussage des Angeklagten deckten, nämlich die der Jäger, 3 andere Zeugen Aussagen diamentral entgegen. Die Geschworenen bejahten jedoch die Frage die auf Meineid lautete gewährten aber auch dem Angeklagten ein Milder. ungsgrund aus§ 157, Abs. I des R. Str. G., worauf der Gerichtshof gegen H. auf die sehr milde Strafe von 10 Monate Zuchthaus, die in 1 Jahr 3 Monate Gefäng nis umgewandelt wurden, erkannte. Der Staatsanwalt hatte beantragt 21 Jahr Zuchthaus zu erkennen.
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** Eine Zählung der Veteranen findet 3. 8. im ganzen Deutschen Reiche statt. Diese Zählung ist naturgemäß mit gar mancherlei Schwierigkeiten und Umständlichfeiten verbunden, zumal ein großer Teil der Veteranen nicht Kriegervereinen angehört und daher sehr leicht der Fall intreten kann, daß eine Anzahl Veteranen ungezählt bleibt. Um aber eine ganz genaue Feststellung unserer noch lebenden Krieger aus der großen Zeit von 1870 bis 1871 zu er möglichen, seien alle Veteranen auf diese Zählung aufmertsam gemacht.
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Für unsere Abonenuten im Preußischen. Loose Erneuerung der( Königli preußischen Klassen- Lotterie), sowie die Einforderung der Freiloose für die 3. Klasse der 208. Staats- Lotterie muß bei Verlust der Anrechte bis spätestens Montag den 9. ds. Mts. gesch hen sein.
** Die Profefforendebatte im hessischen Landtag hat die" Post" zu folgenden Auslossung n getrieben:
Im Großherzogtum Hessen scheint die Sozialdemo fratie tatsächlich schon mit den bürgerlichen Parteien völlig auf eine Stufe gestellt zu werden...
Wie wir schon telegraphisch meldeten, ist ein Antrag von sozialdemokratischer Seite, einen sozialistischen Professor nach Gießen zu berufen, einem Ausschusse überwiesen. Die Hammer hätte gewiß besser gethan, über diesen Antrag einfach zur Tagesordnung überzugehen, denn ein sozialdemokratischen Wünschen genügender Professor muß in jedem geordneten Staate unmöglich sein, zumal ein Professor der Nationalökonomie, der etwa im Stile der bekannten Kautsky'schen Vorträge über die soziale Revolultion dozieren würde. Man hätte diesen Antrag überhaupt nicht ernstlich behandeln sollen. Jeder falls beweist der Umstand, daß ein solcher Antrag von einem Sozialdemokraten eingebracht wurde, genügiam, bis zu welchem Grade der Größenwahn der Umstürzler schon gediehen ist, daß sie ein Verlangen zu stellen wagen, dessen Erfüllung nichts anderes wäre als ein Hinarbeiten des Staates auf seinen eigenen Ruin. Mit Nachgiebigfeit und Versöhnlichkeit einem unerfättlichen Feinde gegenüber wird nichts erreicht. Man hält ihm nur den Steigbügel, damit er, sobald er im Sattel fißt, den freundwilligen Helfer über den Haufen reitet. Wenn man in Heffen auf dem Wege freundschaftlichen Verkehrs mit der Sozialdemokratie beharrt, wird die Folge nur die sein
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