Ausgabe 
5.12.1903 Erstes Blatt
 
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Hof und Gesellschaft.

Zum Kaiserbesuch in Hannover anläßlich ber Militärjubiläen am 19. d. M. wird noch gemeldet, daß der Monarch, gutem Vernehmen nach, seinen Aufenthalt boraussichtlich bis zum 20. d. M.( Sonntag) auszudehnen Jedenkt. An diesem Tage wird der Kaiser im föniglichen Schlosse daselbst ein besonderes Diner veranstalten. Die Borstellung im föniglichen Hoftheater wird nur etwa andert: halb Stunden in Anspruch nehmen. Den Toast auf den Raiser bei dem Festmahl der drei Offizierkorps im Restau cant Tivoli" bringt Prinz Albrecht von Preußen, der Regent von Braunschweig, aus. Schließlich sei noch er wähnt, daß bei der am 19. d. Mts., mittags 12 Uhr, auf dem Waterlooplate stattfindenden Parade das Artillerie regiment und das Königs- Ulanenregiment zu Fuß erscheinen vird, da die Rekruten im Reiten noch nicht genügend aus­gebildet sind.

** Das Befinden der Gräfin Lonyay, der früheren Kronprinzessin von Desterreich, deren schwere Erkrankung ürzlich gemeldet wurde, hat sich in den lezten Tagen soweit gebessert, daß die Patientin bereits den ganzen Tag über ußer Bett zubringen kann. Die Rekonvaleszenz machi andauernd gute Fortschritte, auch nehmen die Kräfte der Prinzessin stetig zu. In einigen Tagen gedenkt ihr Ge­mahl Graf Elemer Lonyay, der gegenwärtig auf seiner unga rischen Besitzung weilt, in Wien einzutreffen, worauf sich das gräfliche Paar Mitte Dezember an die Riviera be­geben wird, wo die Gräfin eine Badekur gebrauchen soll.

Heer und flotte.

Ueber den angeblichen Luxus im Heere äußert sich in Dezemberheft der Deutschen Revue" der preußische General Freiherr v. der Goly, kommandierender General des 1. Ar­meekorps. Er konstatiert, daß unsere Offiziere im allge­meinen einen durchaus sparsamen Haushalt führen und sich recht und schlecht mit geringen Mitteln den steigenden all­gemeinen Ansprüchen gegenüber durchs Leben schlagen. Wenn es nun auch keinen wirklichen Lurus im Heere gibt, so ist dagegen eine zunehmende Verteuerung der Offiziers­laufbahn festzustellen, die dadurch den Söhnen unbemittelter Familien mehr und mehr verschlossen wird. Das Sinten des Geldwerts macht sich überaus fühlbar bei Verpflegung und Wohnung und ebenso die gesteigerten Anforderungen des Dienstes. General von der Golz kommt es nun darauf an, diejenigen Punkte zu berühren, in denen der Offizier selbst und aus eigener Kraft helfen kann, und er mahnt zu Vereinfachung der offiziellen und halboffiziellen Gesellig­feit, zu Einschränkung der Liebesmähler, bei denen er Fort­fall der Musik wünscht, und ähnlichem. Der wohlhabende Offizier soll erkennen, welches Unrecht es in den meisten Fällen ist, über den Kameraden, der sich ausschließt, die Achseln zu zucken und es ihm zu verdenken, wenn er ein gemeinsames Vergnügen nicht mitmachen" will. Nicht ein jeder hat den Charakter, der im Mantel der Kameradschaft erscheinenden Verlockung ernsthaft zu widerstehen, und dieser Widerstand soll nicht noch unnütz erschwert sondern muß erleichtert werden. Ist die ganze Lebensanschauung des Offizierkorps in materiellen Dingen überhaupt auf das Einfache gerichtet, so regeln sich danach alle Einzelheiten in seiner Eristenz und in seinem Auftreten von selbst. Keine Mühe darf daher gescheut werden, den Offizier wieder mit dem Stolze der Armut zu erfüllen, den einst der Ordens­ritter empfand, als er dieser Göttin mit bloßem Haar und nackten Füßen die ewige Treue schwur.

Was ist der Dalai- Lama? Lhassa, die uralte Stadt des Dalai- Lama, steht durch die englische Militärexpedition neuerdings wieder im Brenn­punft des Interesses. Lhassa liegt an einem nördlichen Nebenflusse des Sangpo, des großen Stromes von Tibet. Die Einwohnerzahl wird auf etwa 15 000 angegeben, ohne Burechnung der Garnison", d. h. der etwa 18 000 Mönche, die in den verschiedenen großen Klöstern der Stadt hausen. Hierzu kommt eine sehr stark zu- und abströmende Bevölke­rung, die aus Wallfahrern und Kaufleuten besteht. Wie die Mohammedaner nach Mekka, so pilgern jährlich viele tausende Anhänger Buddhas nach Lhassa, um auf dem hei­ligen Potala- Hiigel, dem Sitz des großen Dalai- Lama, den Segen zu empfangen.

"

Der Dalai Lama, dem Wortsinne nach der Weltmeer­Priester", d. h. der unermeßlich erhabene Priester, gilt nach buddhistischer Anschauung als die Verförperung der Gott­beit. Das göttliche Wesen, der Buddha, der vor Zeiten Christus gleich zur Erde herniedergestiegen sein soll, um den Menschen die Heilswahrheiten zu verfünden, wird für unsterblich gehalten. Man glaubt, daß er von einem Körper zum anderen wandere und stets in Menschengestalt auf Erden weile. Diese Theorie einer beständigen Verkörperung der Gottheit in einem menschlichen Wesen ist nachweisbar vor Jahrhunderten in Tibet ausgebildet worden, weil die Priester eine unantastbare Stellung ihres Oberhauptes als ein vorzügliches Mittel erkannten, ihren Einfluß zu ver­mehren.

Große Bestürzung herrscht im Lande, wenn der Dalai­Lama oder vielmehr dessen Seele die Hülle des Körpers abgestreift hat. Dumpf tönen aus allen Tempeln Trom­meln, Becken, Glocken und Hörner, die Gebetsräder werden gedreht, als drohe die Welt unterzugehen. Die Perlen des Rosenkranzes rollen Tag und Nacht; eine Unmasse von Kerzen und wohlriechendem Harz wird verbrannt. Durch ganz China und die Steppen Transbaifaliens ist alles in Aufregung. Ueberall rauchen Opferaltäre, und Hundert­tausende von Hämmeln müssen mit ihrem Leben den Glauben ihrer Herren bezahlen. Von jeher war der Glaube allgemein, daß der künftige Oberpriester kurz vor dem Absterben seines Vorgängers geboren werde. Es galt als ein Zeichen der göttlichen Abkunft eines Kindes, daß alle verwelften Bflanzen und Bäume um den Geburtsort des Knaben so­gleich, selbst im Winter, grüne Blätter zu treiben begannen. Solche Zeichen will man beim Tode eines Dalai- Lamas heute noch an mehreren Orten sehen. Jede Anzeige hiervon hat gewissenhafte Erkundigungen zur Folge.

Im Alter von vier Jahren wird das in feierlicher Sizung auserwählte Kind in mönchische Gewänder gekleidet und dann, nachdem es einen religiösen Namen erhalten hat, unter Entfaltung außerordentlichen Pompes in Anwesenheit chine­fischer Gesandten auf den Thron des Dalai- Lamas gesetzt. Nach der Thronbesteigung wird der Dalai Lama als Novize in das Namaval- Kloster von Potala aufgenommen, wo er

its zu seinem achten Jahre Unterricht in den heiligen Schriften erhält. Dann nimmt er den Rang des Abtes dieses Alosters an und gilt von diesem Zeitpunkt als das eigentliche Haupt der Kirche seines Landes. In Bezug auf die welt­liche Herrschaft ist der Dalai- Lama bis zu seinem 18. Lebens­jahre minderjährig. Sie wird an seiner Stelle durch den Regenten ausgeübt. Nur selten aber erreicht der Dalai­Lama jenes Alter, denn ein tatkräftiger, unumschränkter, unfehlbarer Gebieter über so viele Millionen Menschen könnte der chinesischen Regierung leicht unbequem werden.

Nab und fern.

In der Ehescheidungsaffäre des Prinzenpaares Schön­burg- Waldenburg wird aus Dresden gemeldet, daß die Prinzessin Alice in Begleitung ihres Bruders, des Prinzen Jaime, von dort nach Sori in Italien zurückgereist ist, da der zweite Termin in ihrem Prozesse erst für Januar n. J. vor dem Oberlandesgericht Dresden anberaumt worden ist. Wie verlautet, sollen zur Zeit Bemühungen im Gange sein, eine Aussöhnung des Prinzenpaares herbeizuführen. Mit welchem Erfolg, bleibt freilich abzuwarten.

Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich auf der Station Namslau zugetragen. Infolge falscher Weichenstellung fuhr ein Güterzug durch den Lokomotivschuppen. Die Lokomo­tive und fünfzehn Waggons wurden demoliert und füns Zugbeamte schwer verletzt. Eine Frau, welche die Schuppen­fenster putte, wurde getötet.

Gxkönigin Natalie von Serbien am Grabe ihres Sohnes. Wie aus Belgrad gemeldet wird, hat jetzt die frühere ser­bische Königin Natalie das Grab ihres gemordeten Sohnes Alexander in Belgrad aufgesucht. Sie weilte in Begleitung zweier Damen, ihrer Gesellschaftsdame und der Gemahlin des Advokaten Ogretovic, lange Zeit an dem schmucklosen Hügel, die den letzten der Obrenowitsch birgt.

Verwegene Flucht. Von dem deutschen Postdampfer Prinz Sigismund" trafen in Brisbane sechs Franzosen ein, die in Deutsch- Guinea an Bord genommen worden waren. Die sechs Männer waren aus der französischen Sträflings­kolonie auf Neu- Kaledonien entflohen und hatten versucht, in einem offenen Boot Australien zu erreichen. 46 Tage lang trieben sie in dem kleinen Fahrzeug auf dem Ozean, und schließlich landeten sie an der Küste von Neu- Guinea, wo sie festgenommen wurden. Die Flüchtlinge, die noch jetzt unter den Folgen der ausgestandenen Strapazen leiden, werden von Brisbane nach Sidney gebracht und von dort nach Neu- Kaledonien zurückgesandt und den dortigen Ge­fängnisbehörden ausgeliefert.

Russische Räuber. Eine Räuberbande drang in das Haus des Bankiers H. Sack in Schitomir in Wolhynien ( Rußland) ein, fesselte alle Bewohner und ersuchte den Banfier und dessen Frau, die Schlüssel zum Geldschrank und den Kleinodien herauszugeben. Dabei bedrohten die Räuber ibre Opfer mit geladenen Gewehren. Sack gab, um sein und der Seinen Leben zu retten, das Gewünschte heraus. Die Räuber raubten aus der eisernen Kassette 244 000 Rubel in bar und russischen Wertpapieren und außerdem alles, was sie an Kostbarkeiten fanden. Nachbarsleute be­freiten die Unglücklichen aus ihren Fesseln. Bevor die tele­graphisch von dem Ueberfall in Kenntnis gesetzte Polizei ein­traf, waren die Räuber über alle Berge.

Bunte Chronik. Im Reichstagsgebäude zu Berlin finder heut die Generalversammlung des deutschen Zentralverein 3 für Jugendfürsorge statt.

Im Warthegebiet sind große Strecken Landes über schwemmt worden. Man befürchtet weitere Ueberflutungen, da der Fluß sehr schnell steigt.

Aus Bochum wird berichtet, daß zwei Männer ver­haftet worden sind, die den Rechnungsführer Schellenberg bei Hofstede ermordet und beraubt haben.

-Der britische Kreuzer Flora" ist im Nebel auf Felsen bei Denmans Island( Britisch- Kolumbien) gestrandet; das Schiff ragt mit dem Vorderteil aus dem Wasser.

Lokales.

werden. Der Vater hat jetzt eine Entschädigung von 500 reisprach und m Mart für Heilfosten von dem preußischen Eisenbahnfistefotrafe ertan verlangt, da der Unfall durch eine mangelhaft verfd I see ute Freispred

Türe veranlaßt worden sei

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po a 50 Mt. G jajchentücher Seinrich Wagn Begen ein felbger verurteilt Auf Freisprechun

** Die lieben Fremdwörter. Ein Bauersmar in S. hatte sich das Bein verrenkt. Zufällig war de Doktor da und massierte die Stelle. Heute erzählte er uns auf befragen, daß er sich des Ba vercenkt hät und br Herr Doltor hät gleich g saht, die Stelle müßt amüsiem werden."

Gießen, 4. Dezember 1903. ** Der Großherzog hat am 28. Oftober d. Js. dem Eisenbahnsekretär Peter Joseph Wagner in Gießen, dem Bureauassistenten Johannes Karl Wilhelm Quandt in Wiesbaden, dem Stationsverwalter Friedrich Zimmermann in Londorf und dem Stationsassistenten Johannes Wiegel in Bezdorf die unfündbare Anstellung verliehen. Am 20. Oftober d. J. wurde dem Lokomotivführer Karl Heimann Weidig zu Bezdorf, am 21. Oktober d. Is. dem Wagen­meister Karl Friedrich Kiffmüller zu Gießen die unlündbare Anstellung verliehen.

+ Nieder- Ofleiden, 2. Dezbr. Die Firma Kanizer­Pistor, Basaltwerke Nieder- Ofleiden, plant die Anlage einer elektrischen Zentralstelle zur Herstellung von Licht und Kraft, wodurch der Gemeinde Gelegenheit geboten ist, sich anzu­

Thrafe

Unserer he als Deutsch

schließen, was man auch gew ß unterstützen und mit Freuden eigelegt. Die

Die Vorarbeiten für den Bau der Lungen­heilstätte sind beendet und ist dem Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen für die behördliche Heilstätte Ronzession erteilt worden. Der Wegebau und die Wasser­leitung sind in Angriff genommen. Die Wasserleitungsanlage wird unter der Leitung der Großh. Kultur- Inspektiou Darmstadt von der Firma J. Nohl in Darmstadt aus­geführt.

begrüßen dürfte.

+ Vom südlichen Odenwald. Der Preis für Schweine fleisch steht außergewöhnlich niedrig. Die Metzger faufen

er deutschen

jabben Haushalt

Die Ausgabe v

die fetten Schweine das Pfund lebend Gew. sür 37 und finem Berhältn

38 Pfa, Private für 39 und 40 Pig., dies bedeutet für das Pfund Schlachtgewicht einen Preis von 50-52 Pg. Es st deshalb nicht verwunderlich, wenn eben von privater Se te ungewöhnlich zahlreich geschlachtet wird, so zahlreich, wie faum in einem früheren Jahre. Die Sache lohnt sich cuch, denn der Ladenpreis für das Pfund Schweinefleisch beträgt 64 Bfg.

(;) Der Neujahrstag 1904 fein Fasttag! Papst Pius X. hob für den kommenden Neujahrstag, der auf einen Freitag fällt, für die ganze katholische Welt das Abstinenzgebot auf.

§ Das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern am 7. d. Mts. in Gießen der Kirchendiener Hermann Hosse und Ehefrau.

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Die allgem. Sterbefasse Gießen hält am morgigen Sonntag nachm. 4 Uhr im Restaurant Gam­brinus" eine Generalversammlung ab, in der u. a. auch die Neuwahl des Vorstandes und Aufsichtsrats getätigt wird ** Stadttheater Gießen. Nochmals sei auf die beiden Sonntagsvorstellungen nachmittags 31 Uhr Fremdenvorstellung Altheidelberg", abends 8 Uhr E: 6. förster" hingewiesen

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§ Die Haftpflicht der Eisenbahn. Aus dem Baris Frankfurter Schnellzug war vor furzer Zeit bei der Station Nauheim ein Raabe gestürzt. Das Kind verlegte sich schwer und mußte in ärztliche Behandlung genommen

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= Aus Franken, 4. Dezbr. In der unterfränkischen iht vorhanden Handels- und Gewerbekammer wurde mitgeteilt, daß der können, verwei Staat den Bahnbau Würzburg- Worms selbst auszuführen chen dem Buc gedenke und daß es deshalb nicht nötig sei, in eine stärkere Breitung. Agitation für das Projekt einzutreten.

Standesan

Am 30.

Marburg, 5. Dez. Heute kann unser Jägerbataillon auf ein 90 jähr. Bestehen zurückblicken. Das Bestehen des Lata llons läßt sich zwar bis in noch frühere Zeiten hinein verfolgen, allein die Forschungen in dieser Richtung sind noch Franz dah. nicht abgeschlossen. Eine Allerhöchste Kabinetsordre vom Scharl. L. Chri vom Jahre 1899 bestimmte als Gründungstag den 5. Dezember elin. in Fran 1813. In den Jahren 1813-66 pfleate das Bataillon die K. Krek, Bure Traditionen der kurhessischen Jäger und Schützen. 1866 3. A. Peppel, wurde es als preußischer Truppenteil neu begründet. An dahier. den glorreichen Kämpfen von 1870/71 nahmen unsere Jäger hervorragend Anteil. Seit den Kaisermanövern 1897 if Am 28. Ihre Majestät die Königin- Witwe Margueritha von Italien. Hel. Elisa Chef des Bataillons. Brezina, Dar

× Vom Lande, 4. Dez. Während sich im vorigen Jahre allgemein ein Mangel an fetten Schweinen bemerkbar machte und infolge der hohen Preise gar manche Familie auf die gewohnten Hausschlachtungen Verzicht leisten mußten, herrscht zur Zeit gerade ein umgekehrtes Verhältnis. Ueber­all auf dem Lande hat man im letzten Jahre mehr Interess der Schweinezucht zugewandt und fast durchweg zur Mast ein Stück mehr eingelegt als in früheren Jahren. Nun wird aber unsern Landleuten eine große Enttäuschung be reitet, denn es läßt sich fast taum ein Metzger aus der Stadt sehen, der nach fetten Schweinen Nachfrage hält. Dabei sinten dieselben von Tag zu Tag bedeutend im Breise; während zu Beginn des vorigen Winters bis zu 70 Pfg. für das Pfund im Schlachtgewicht gezahlt wurde, ist dasselbe jetzt bis auf 50-52 Pfg. zurückgegangen. Ebenso sind auch zum Leidwesen der Schweinezüchter die jungen Herbstferkel im Preise bedeutend gesunken; ja auf den letzten Märkten war nach denselben fast gar kein Nachfrage. Bei den ziemlich hohen Kartoffelpreisen mu sich daher der Landmann frogen, wie er die Kartoffeln an besten verwendet, ob zur Schweinemast oder zum Verkauf Bei legterem hat er weiter feine Umstände, kann dieselber sofort in flingende Münze umsehen und erspart sich zur Schlusse auch noch manchen Verdruß.

Frankenberg, 3. Dez. Die heutige Sitzung de Kreistags beschäftigte sich mit einer Petition des Kreistag an den Minister der öffentlichen Arbeiten Budde um Aus führung des Ausbaus einer staatlichen Nebenbahn vo Zimmersrode an der Main- Weser- Bahn über Jesberg Schönau- Moischeid Gemünden- Haina- Frankenberg mit AB zweigung einer Eisenbahn von Gemünden a. Wohra durd das Tal der Wohra nach Kirchhain. Die Petition d dieses Projekt unterstützen und die Linie über Ellurode Herbelhausen beseitigen soll wurde vom Kreistag ohn Widerspruch angenommen.

=

rch. Sehrt, With Leichtw in Grüningen Scher

Griesheim hatte kürzlich beantragt, der Hebamm Wittwe Bozem dortselbst das Hebammenzeugnis zu entzieher einer stattlichen Dame tief in den 50ern, hatte sich nämlic wegen mangelnder sittlicher Qualifikation. Bei Frau B der Gevatter Storch ganz illegetimer Weise eingestellt nachdem sie den 27jährigen Freier ihrer Tochter dieser ab gespannt und selbst mit ihm ein Verhältnis angefangen Frau B. hatte in der Gemeinde Unterschriften gesammelt wonach sie unentbehrlich" sei. Darüber sollte der Kreisar im Bezirksausschusse vernommen werden. Aber es kam nich zu der Vernehmung. Der anwesende Griesheimer Bürger meister teilte nämlich mit, daß die lebens- und liebeslustig Wittib mit einem neuen Verhältnis nach der Schwei durchgegangen ist.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen 4. Tezember 1903.

Die Inhaber der in Konkurs geratenen Fim Schlüßler und Blankenhohn zu Bad Nauheim haben sich heute wagen Bergehens gegen§ 240 st.-B. zu verantworten, wed sie es unterlass u haben die zu Vermögen übersicht ötige vitanz zu zi ha. Eine Absicht die Gläubiger in benaateiligen erfd) int ausgesch'eff n, sodass die kirg fegten mit 10 und 20 Mt. Geldstrafe davoniommen. Wegen ähnischen Vrachens waren H. Himmelreich von Gießen und dessen Unterhändler Lidig von Grüningen vor das hiesige Schöffengericht ge st. llt, w. Iches sie ebenfalls von der Anklage des Vergehens

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