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inspektor Beder ein Vorprojekt anfertigen, das Mitte September dem Ausschuß und darauf dem Komitee zur Begutachtung und Beschlußfassung vorzulegen ist. Dieses Borprojekt würde dem zu erlassenden Preisausschreiben als Grundlage dienen.

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Das Rennen auf dem Sportplatz a. d. Hardt am nächsten Sonntag. zwischen dem Reiterkünstler Texas­Tex und dem Sieger des großen Preises von Gießen, Gräf Frankfurt, wird sich auf 10 Kilometer erstrecken. Der Preis besteht in einer goldenen Uhr nebst Kette im Werte von 300 Mt. Dieser Ehrenpreis ist im Schaufenster des Herrn Schwaab, Blockstraße, ausgestellt. Bekanntlich war Herr Gennies- Gießen dem Reiterkünstler am vorigen Sonntag nicht gewachsen. Mit um so größerer Spannung wird man darum dem nächsten Rennen entgegensehen.

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Der Männer Turnverein Gießen feiert sein diesjähriges Sommerfest, bestehend in Kinderspielen, turnerischen Aufführungen, Konzert und Tanz, Sonntag, den 9. August, im neuen Saalbau( früher Steins Garten). * Die geplante elektrische Beleuchtungs­Anlage für das Gießener Votsbad ift dem Elektrotechniker

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nannter Schermuly mitmacht, hatten die Turner auf| dem Schiffe Gelegenheit vor dem Kaiser und dessen Gefolge ihre Fertigkeiten zu zeigen. Im ganzen waren es 12 Turner. Von diesen erhielt der Obermaat als Vorturner den 1. Preis( 20 Mt.), ein Oberheizer den 2.( 10 Mt) und Jos. Schermuly den 3. Preis( 1 Fünf­marfstück Krönungsstück 1701-1901). Der Kaiser überreichte persönlich jedem einzelnen seinen Preis und erkundigte sich bei jedem in welchem Verein er zuvor ( W. A.) geturnt habe. Gut Heil!

+ Grünberg. Einen recht interessanten Ausflug unter­nahm am vorigen Sonntag der Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtverein, um die größeren Züchtereien ihrer Mit­glieder im Kreise Alsfeld zu besichtigen. Etwa 40 Herren nahmen, obwohl das Wetter nicht gerade günstig war, an dem Ausflug teil. Besichtigt wurden u. a. die Züchtereien von G. Lang, Eichmühle bei Romrod; H. Lift, G. H. Keil, J. Merte und J. Korell in Strebendorf; in Ober- Breiden­bach besichtigte man dann noch die Züchterei von H. Euler. Von dem Gesehenen sehr befriedigt kehrten die Teilnehmer Marburg. Der Bahnbau Marburg- Drei

abends nach Grünberg zurück.

Max Weißbäcker, Südanlage hierselbst, als Vertreter der Firma Siemens& Halske, übertragen worden. Wir er­fabren übrigens, daß auch die israelitische Gemeinde beab- hausen wird von dem Unternehmer Brück jetzt flott be­sichtigt, die Synagoge an der Südanlage an das städtische Rabel anzuschließen

** Voltsschullehrer. In letzter Zeit hat sich schullehrer recht fühlbar gemacht; namentlich fehlt es in auffallender Weise an fatbolischem Personal. Um nun die bedenklichsten Lücken ausfüllen zu fönnen, hat die Regieruna Lehrer von außen herangezogen. Namentlich ist die Zahl der Eingetretenen aus Preußen groß Aber auch andere Staaten, wie Bayern, Württemberg, Oldenburg und Baden lieferten der Hessischen Schulbehörde schon wiederholt junge Volksschullehrer. Die meisten derselben fahren nie wieder in ihre alte Heimat zurück. Ganz in jüngster Zeit famen auch Lehrerinnen von auswärts, namentlich von Preußen, im hessischen Staate zur Verwendung im Volksschuldienst.

in unserem Großherzogtum wieder der Mangel an Volks­

Seffen dürfte unter diesen Umständen die bunteste Muſter­

tarte haben, was das Volksschulpersonal anbelangt.

Die Bestrebungen der Schulbehörden find neuerdings auch auf die Belehrungen dr Schuljugend über eßbare und giftige Pilze gerichtet. Am Lehrpersonale liegt es, die Kinder weniastens mit den wichtigsten eßbaren Pilzen, womöglich an Ort und Stelle, mindestens aber durch Vorführung wirklicher Exemplare Sekannt zu machen. An diesen lassen sich die hauptsächlichsten Erkennungsmale deutlich zeigen, wobei die Möglichkeit gegeben ist, gleichzeitig auf etwaige Verwechselungen mit giftigen oder doch un­genießbaren Bilzen durch Vergleichungen hinzuweisen.

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Für Jäger fommen überall betrübende Nach richten. Die Aussichten auf eine gute Hühnerjagd haben fich infolge der falten Regentage der letzten Zeit bedeutend verschlechtert, namentlich in Gegenden mit schweren und mittleren Boden, z. B. in der Wetterau. Den Hühnern ballt sich die Erde an die Ständer und Läufe. Sie können fich nicht fortbewegen und gehen an Hunger und einer Art Rheumatismus ein.

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* In der Benennung des Eisenbahn- Fahrpersonals tritt eine Veränderung ein. Die Charge eines Vack­meisters fällt ganz fort, ebenso der Name Bremser", die fortan Hilfsschaffner" heißen. Den Dienst der bisherigen Backmeister versehen alsdann die Schaffner. Es gibt sodann nur noch Zugführer, Schaffner und Hülfsschaffner, alle anderen Benennungen treten in dienstlichen Beziehungen außer Kraft. Mit dem 1. Oktober tritt auch gleichzeitig eine Besserstellung des Fabrpersonals ein, so erhält zum Beispiel ein ange­ftellter Schaffner alsdann einen Anfangsgehalt von 1000 Mt bis 1500 Mark steigend, nebst den bisherigen Meilen- und Uebernachtungsgeldern. Ein Zugführer steigt unter gleichen Bedingungen bis 2400 Mark Höchstgehalt. Dem stets angespannten Fahrpersonal ist eine solche Aufbesserung von Herzen zu gönnen.

* Staatliche Schlachtviehversicherung auf Gegenseitigkeit. Der Entwurf des Ministeriums ist jetzt erschienen und den Meggerinnungen, landwirtschaft­lichen Vereinen 2c. zur Begutachtung übersandt worden. Der Entwurf soll noch dieſen Herbst der Kammer vorgelegt werden. Die Mittel zur Deckung der von der Anstalt zu leiftenden Entschädigungen werden durch feste Beiträge der Viehbefizer und durch Ausschläge aufgebracht. Die Ve­rechnung der Beiträge erfolgt auf Grundlage des Bedarfs für die gewerblichen Schlachtungen. Die Geschäftsführung und Vertretung der Schlachtviehversicherungsanstalt wird der Brandversicherungstammer übertragen.

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Gegen Insett en stiche. Von dem Salmiak­geist, dessen günstige Wirkung auf frische Insektenstiche allgemein bekannt ist, kann man auf Wanderungen bielfach feinen Gebrauch machen, weil er nicht immer zur Hand ist. Ein einfacheres Mittel, um die infolge eines Insektenstiches auftretenden Schmerzen und die Schwellung zu verhüten oder zu beseitigen, bietet die Bigarrenasche, die meist eher zur Hand ist. Man bringt etwas Asche von einer Zigarre, Zigarette oder aus einer Pfeife auf die Stichstelle, fügt einen Tropfen Wasser hinzu( im Notfall auch Bier, Wein, Kaffee) und reibt den entsprechenden Brei tüchtig auf die Stelle ein. Die Wirkung der Tabakasche beruht auf dem Ge­halt an Kaliumkarbonat, das die von dem Inseft beim Stechen in die kleine Wunde beförderte Säure abstumpft und wirkungslos macht.

** Turnerisches. Auf der Kaiseryacht Hohen­zollern" dient ein junger Mann, Josef Schermuly, welcher bor Eintritt zum Militär dem Turnverein Weglar als ein recht fleißiges und strebsames Mitglied angehörte. Auf der jetzigen Nordlandsreise des Kaisers, die ge­

trieben. Zahlreiche Arbeiter, die teils in Baracken, teils in den Dörfern einquartiert sind, befinden sich auf den Arbeits­stellen. Von Dreihausen soll die Bahn nach Nordeck weitergeführt werden, da von Nordeck ein Anschluß an die Bahn Lollar Grünberg leicht ausgeführt werden fann.

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Mainz, 4. August. Hier wurde ein Bäckermeister und Hausbesitzer wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen, be­gangen an 2 Mädchen von 9 und 11 Jahren, Kindern feiner Mietsbewohner, in Untersuchungshaft genommen. Bengel aus demselben Grunde verhaftet. In Bickenbach a. d. L. wurde ein kaum 16jähriger

+ Darmstadt, 3. August. In Sachen des Disziplinar­Verfahrens gegen den Geheimen Oberbergrat Profeffor Dr. Lepfius sind in verschiedenen Zeitungen Mitteil­Darstellungen enthalten. Die Direktion des Museums ungen erschienen, die unklare und zum Teil unrichtige sieht sich daher zu folgender Erklärung veranlaßt. Das gegen den Geheimrat Lepfius geführte Disziplina­Strafverfahren bezieht sich auf Vorfälle, die mit seiner Tätigkeit als Beamter des Landesmuseums zusammen­hängen. Eine weitere Erörterung des dem Disziplinar­Strafverfahren zu Grunde liegenden Tatbestandes in der Deffentlichkeit muß vor dem Ausgang des Straf­verfahrens unnütz erscheinen und würde dem Urt il der zuständigen Gerichtsbarkeit vorgreifen. Die in der Frantf. 3tg." von Geheimrat Lepsius veröffentlichte Unterstellung, als beziehe sich das obengenannte Ver­fahren auf Verleumdungen, bedarf keiner Widerlegung, da nach dem Gesetz vom 21. April 1880 ein Disziplinar­Strafverfahren gegen nichtrichterliche Beamte überhaupt nur auf Grund eines amtlichen Ermittelungsverfahrens eröffnet werden kann, durch das Inhalt und Umfang der vorliegenden Beschwerden festgestellt wird.

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Kassel, 4. August. Die R vision des zu 6 Jahren Buchthaus, Degration und Entfernung aus dem Heere ver­urteilten Husarenunteroffiziers Degen wurde vom Reiche militärgericht verworfen. Degen hatte bekanntlich seine Ge­liebte zu ermorden gesucht, indem er sie in die Fulda stieß.

Aus dem Gerichts[ aal.

Straffammer.

Gießen, 4. August.

Berufung des Philipp Schneider I von Treis- Horloff, welche gegen ein Urteil des Schöffengerichts Hungen gerichtet ist, wegen Ausbleibens des Angeklagten kostenfällig verworfen.

Litterarisches.

,, Kerlchen als Sorgen- und Sektbrecher". Von Feli­citas Rose. Band VI der humoristischen Bibliothek Pro­vinzmädel." Verlag von Rich. Bong, Berlin." Preis brosch. 1 Mart, elegant gebunden 1,50 Mark. Originell wie sein Titel ist der Inhalt dieses neuesten Bandes der allseitig mit so großem Beifall begrüßten humoristischen Sammlung Provinzmädel". Sorgen und Sekt! Welch' scharfe Gegensäße, und wie gut versteht doch das Kerlchen" sie beide miteinander in Verbindung zu bringen. Ein föſt­licher Humor, der an Reuter und Raabe erinnert, ein tiefer Ernst, verklärt durch unerschütterlichen Lebensmuth, durchziehen das ganze Buch und machen seine Lektüre zu einem wirklichen Genuß.

Markt.

Frankfurt, 4. August. Heu- und Strohmarkt( Amt­liche Notierungen). Heu( altes) per Zentner Mt. 3,80, Heu( neues) Mt. 3,10-3,60, Stroh per Zentner Mt. 2,15 bis 2,25. Die Frankfurter Ledermesse beginnt für Sohl- und Oberleder Montag, den 7. September, und endigt Freitag, den 11. September. Das Einlagern des Leders in die städtische Lederhalle ist bereits Samstag, den 5. September gestattet.

Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Bokale, den Gerichts." und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen.

Ueberzeugung macht wahr.

In legter Zeit wird seitens einiger Fabrifanten darauf hingewiesen, daß den landwirtschaftlichen Nut­tieren eine Beigabe von Phosphorsäure und Kalk zum natürlich eine Empfehlung des sogenannten Jutterfalfes Futter unbedingt nötig sei, und daran wird dann geknüpft, der nach fachmännischem Urteil bei den meisten Fabriken wesentlich zu teuer bezahlt werden muß. Die Tatsache, daß in manchen Fällen eine Bei­gabe von phosphorsaurem Kalf zum Tagesfutter empfehlenswert ist, wird ein Praktiker niemals bestreiten; hingegen muß es unbedingt Kopfschütteln hervorrufen, wenn zum Lobe des phosphorsauren Futterkalkes ge­sagt wird, daß derselbe schnell fette, fernige Schweine erzeuge. Eine bekannte Firma behauptet kühnlich ſogar, daß ein 250 Kilo schweres Schwein nur durch Zu­gabe ihres Futterkalkes produziert" werden fönne"!! Da muß man doch zunächst einmal fragen, ob Muskel­und Fettsubstanz sich aus den bezeichneten Mineral­stoffen aufbauen, oder ob zu diesem Zwecke nicht in erster Linie organische Nährstoffe erforderlich seien. Jeder praktische Viehzüchter wird mit uns der Ueber­zeugung sein, daß ein Schwein nur dann in fürzester Beit auszumästen ist, wenn neben der mineralischen die organische Nahrung in entsprechender, hinreichender Menge geboten und aufgenommen wird.- Leider laffen aber in letzterer Beziehung die Tiere recht oft viel zu wünschen übrig. Die geringste Veränderung im Futter oder irgend eine kaum bemerkbare Ursache bringt sofort eine Verstimmung der Verdauungsorgane, Appetitlosigkeit und damit naturnotwendig eine Ver­zögerung der Mast, d. h. direkten Schaden hervor. Ob man in solchen Fällen das Futter mit phosphorsaurem Kalk bestreut oder nicht, macht keinerlei Unterschied, es wird dadurch weder die Freßluft der Tiere angeregt noch die Ausnutzung der Nährstoffe gesteigert. Anders verhält es sich nach allseitig gemachter Erfahrung, wenn das Futter mit einem aromatischen, anregenden Präparate versehen wird, welches die Schmackhaftigkeit der Nahrung erhöht und die Leistungen der Verdau­ungswege angemessen steigert. Einem solchen Diätetikum werden die Tiere erfahrungsgemäß nicht lange wider­stehen, sodaß die Appetitlosigkeit bald verschwindet und die reichlich aufgenommene Nahrung in kürzester Zeit einen hervorragend günstigen Ernährungszustand schaffen hilft. Das Mittel zum Zweck braucht feineswegs selbst als Futter zu dienen, wie dies aus der Verwendung der Bauernfreude" klar hervorgeht. Dieses Pulver, welches nur in minimalen Gaben( eßlöffelweise) berab= reicht wird, kann und soll selbstverständlich in den kleinen Gaben keine Menge organischer Nährstoffe bieten. Trotzdem aber schafft es, wie die Praxis tausendfach bewiesen hat, starke Fresser, die das Futter in aner­fennenswertester Weise verwerten." Bauernfreude" nach dem Futterwert beurteilen, heißt demnach das Pferd beim Schwanze aufzäumen; der diätetische Wert ist es, der in Frage kommt, und diesen kann fein vernünftig urteilender Mensch bestieiten. Am allerwenigsten aber wird ein Landwirt, der einmal Bauernfreude" im Stalle verabreichte, sich der Einsicht von den hervor­ragenden Eigenschaften dieses Präparates verschließen, denn das eigene Interesse gebietet es, den Tieren das Diätetikum zum Futter zu geben, weil mit dessen Hilfe die Ausnutzung der Futterstoffe gesteigert, mit anderen Worten eine billigere Produktion erzielt wird. Mit Rücksicht auf die massenhaften und stets von Nach­bestellungen begleiteten Anerkennungen, welche die vor­trefflichen Eigenschaften der Bauernfreude" überzeugend dartun, sollte jeder Viehzüchter sich entschließen, einen Versuch mit diesem Diätetifum anzustellen. Das Ent­gegenkommen der Bauernfreude". Fabrik Th. La user in Regensburg macht die Probe so billig, daß jeder Landwirt in der Lage ist, sich die Ueberzeugung von den unübertrefflichen Leistungen der Bauernfreude" zu verschaffen.

Der Maurer Heinrich Klein von Nieder­Ofleiden, der frühere Gerichtsschreibergehilfe Karl Stappel von Offenbach und der pensionierte Weichen wärter Heinrich Leußler III. von Alsfeld find wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen zu Alsfeld an zwei Mädchen unter 14 Jahren, angeklagt. Insoweit die Angeklagten den unfittlichen Verkehr nicht bestreiten, wollen sie von den Mädchen welche sich als 16- bezw. 17jährig ausgaben, an­gelockt worden sein. Die Angaben der inzwischen in Besse­rungsanstalten untergebrachten Kinder verdienen nicht vollen Glauben, doch hält das Gericht sowohl Klein als auch Leußler für schuldig und verurteilt den ersteren in eine Ge­fängnisstcafe von 9 Monaten, leßterer bekommt 6 Monate Gefängnis, worauf ein Monat Untersuchungshaft in Auf­rechnung fommt, während Stappel freigesprochen wird. Die Hausiererin Christine Issel von Karlsberg wurde vom Schöffengericht Schlitz wegen Betrugs in eine Gefäng­nisstrafe von 3 Monaten verurteilt, wogegen sie Berufung einlegte. In der heutigen Verhandlung wird festgestellt, daß die Angeklagte, sowohl in der Stadt Schlitz als in deren Umgebung, unter der falschen Vorspiegelung, sie sei die Tochter einer dort vielfach verkehrenden Hausiererin, ihre Mutter sei tot und ihr Vater liege im Krankenhause, Waren abgesetzt hat, wodurch sowohl Käufer durch zu teuer bezahlte Ware, als auch Hausterer durch Entziehung der Kundschaft geschädigt wurden. Das Berufungsgericht kann in dem Ge­bahren der 18jährigen bereits mehrfach vorbestraften Ange­klagten, den Tatbestand des Betrugs nicht erblicken, weshalb das untergerichtliche Erkenntnis aufgehoben wird und Frei­sprechung eintritt. Hausbursche Georg Heißler von West hausen entwendete dem Kaufmann Regelmann zu Bad Nauheim mittels Einsteigen einen Geldbetrag von 100 Mark nebst Postwertzeichen im Werte von 6 Mt. sowie einen Photographie- Apparat. Er bekommt dafür 1 Jahr Ge­fängnis; eine noch zu verbüßende Strafe von 6 Wochen wird einbezogen und auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und Dienstknecht Ernst Müller von Duisburg welcher seinem Mitknecht ein paar Schuhe stahl, erhält 4 Monate Gefängnis.- Friedrich Jakob Stipp aus Frankfurt a. M. bekommt wegen Veran­staltung einer öffentlichen Ausspielung ohne obrigkeitliche Erlaubnis 15 Mt. Geldstrafe. Zum Schlusse wird die

4 Wochen erkannt.

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