Unsinns mehr war. Schließlich hatte der neue Staiser aber das Bedürfnis, eine Badereise zu machen, und so ließ er denn sein halbes Heer, fünf Mann, als Besatzung seiner afrikanischen Residenz zurück. Die fünf Matrosen wurden selbstverständlich von marokkanischen Räubern gefangen ge nommen, die nun ein Lösegeld von der französischen Regie rung fordern. So ist denn nun auch der französische Staat in den Narrenstreich dieses lieblichen Pflänzchens französischer Decadence verwickelt, und man sucht in Paris eifrig nach einer Handhabe, der neuen Majestät das Handwerk zu legen, dessen Betriebskosten die französischen Stenerzahler tragen müssen. Herr Lebaudy aber sitt in Las Palmas und pfeift auf Frankreich.
Arbeiter und Kosaken.
A Alle weiteren Nachrichten über die Arbeiterbewegung in Südrußland lassen erkennen, daß man es mit einer tief Jehenden Bewegung unter der Bevölkerung zu tun hat, deren Konsequenzen noch nicht abzusehen sind. In Odessa, we angeblich alles schon wieder ruhig sein sollte, ist es nad den neuesten Nachrichten zu blutigen Zusammenstößen zwi schen der Menge und den Kosaten gekommen. Sehr viele Personen sind verwundet, auch einige Todesfälle kamen vor. Handel und Gewerbe liegen völlig darnieder, die Geschäfte sind sämtlich geschlossen, die Lebensmittelzufuhr hat fast ganz aufgehört. Die schlechten Fleischsorten sind von 8 auf 20 Sopeken per Pfund, Brot von 4 auf 40 Ropeten per Pfund gestiegen. Zu allem Elend haben nun auch noch die Wasserleitungsarbeiter sich dem Streit angeschlossen und drohten die Wasserleitung zu zerstören. Darauf wurde das Standrecht proklamiert und die Stadt mit einer außer gewöhnlich starken Truppenmacht besetzt. Die amtlichen rus fischen Meldungen wissen natürlich von alledem nichts.- Wie in Odessa, so ist jetzt auch in Kiem ein Streif aus. gebrochen: Die Eisenbahnarbeiter haben die Arbeit eingestellt andere Arbeiter haben sich ihnen angeschlossen. Eine groß Truppenmacht wurde aufgeboten, um Unruhen vorzu heugen.
Der Ministerpräsident als Zeuge.
Der Großherzog von Schwerin und der Zöllner. Ein heiteres Vorkommnis ereignete sich dieser Tage an der fürst lich Razeburgschen Chausseegeid- Hebestelle in Schönberg, wo auch Automobilisten noch Chausseegeld entrichten müssen. Diese Hebestelle passierte eine Automobilgesellschaft. As schon verschiedene der Fahrzeuge durchgesaust waren, gelang es dem Einnehmer, ein Gefährt zu stellen, worauf er von dessen Insassen den üblichen Zoll verlangte. In dem Automobil befand sich unter anderen der Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg- Schwerin. Dieser nahm sofort das Wort und machte den Einnehmer auf seinen Stand aufmerkjam. Der biedere Zöllner erwiderte aber trocken:„ Ja, dat fann jeder seggen!", und wohl oder übel mußte auch der Großherzog seine Nickel entrichten.
In der bekannten Budapester Bestechungsaffäre hat nunmehr auch der Ministerpräsident Graf Khuen- Hedervary vor der parlamentarischen Untersuchungskommission seine Aussage gemacht. Er gibt zu, daß der verflossene Gou verneur von Fiume, Graf Szapary, ihm wiederholt von Plänen erzählt habe, die die Obstruktion zur Abrüstung führen sollte; er habe aber den phantastischen Ideen Szaparys keine Bedeutung beigemessen. Von der Bestechungsaffäre habe er erst aus den Zeitungen Kenntnis erhalten. Die Freunde des Grafen begleiteten diese Aussage mit Eljenrufen.
Kurze politische Nachrichten.
* Hitschläge bei einer norwegischen Truppenübung. Aus Drontheim wird gemeldet, daß bei einem dreitägigen Truppenmarsche auf den Stenfjäischen Wiesen( wo auch vor kurzer Zeit Kaiser Wilhelm weilte. D. R.) infolge furchtbarer Hibe gegen hundert Mann bewußtlos niederſtürzten. Bei einem großen Teil von ihnen ist der Zustand nicht bedenklich. Todesfälle sind bisher jedoch nicht zu verzeichnen. Nach dieser Meldung zu schließen, wird der bedauerliche Unfall harmloser verlaufen, als der Todesmarsch des österreichischen 12. Infanterieregiments bei Bilek, bei dem eine ganze Anzahl braver Soldaten der mörderischen Hitze und der Unvernunft ihres Führers zum Opfer fielen. Dieser, der Oberstleutnant Grünzweig v. Eichenſieg, hat sich inzwischen krank gemeldet, d. h. er ist seines Dienstes enthoben worden. Er dürfte eine schwere Strafe zu erwarten haben. Wie ein Wiener Blatt meldet, hat Oberstleutnant v. Grünzweig dem Regimentsarzt Dr. Pap, welchen der Chefarzt Dr. Trenkler mit der Meldung von den ersten Todesfällen vorgeschickt hatte, geantwortet:„ Das ist mir ganz gleich! Mögen alle liegen bleiben ich muß defilieren!" Das heißt denn doch die Pflichten des Führers, dem vor allem auch die väterliche Fürsorge für Leib und Leben der ihm anvertrauten Truppen obliegt, völlig verkennen.
Der deutsche Botschafter in Washington, Freiherr Sped b. Sternburg, wird dem Präsidenten Roosevelt ant Freitag auf dessen Sommersiz Oysterbay einen Besuch abstatten. Er wird der erste Botschafter sein, der außerhalb des Weißen Hauses sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Später wird er den Präsidenten auf einem Ritt durch die Gegend von Long- Island begleiten.
Der spanische Ministerpräsident Villaverde läßt erklären, daß er mit dem spanischen Botschafter in Paris lediglich die Frage der Handelsverträge erörtert, sid: dagegen keineswegs mit Bündnisplänen beschäftigt habe. Bekanntlich wurde vor einiger Zeit von einem französischspanischen Bündnis viel gefabelt.
* Die englischen Benediktinermönche haben den großen Besitz des Grafen v. Derby fäuflich erworben, um dort ein großes Kloster zu errichten.
!* Eine größere Anzahl englischer Parlamentarier wird ain 25. November den französischen Deputierten, die kürzlich in England waren, einen Gegenbesuch abzustatten.
* Die russischen Grenzbehörden haben die drückende Bestimmung aufgehoben, daß Grenzpassanten bei Strafe der Konfiskation kein ausländisches Bargeld nach Rußland einführen dürfen.
Der Vizekönig von Indien Lord Curzon teilte im gesetzgebenden Rat mit, daß er das Angebot der Regierung, seine Amtszeit zu verlängern, annehme.
Hof und Gesellschaft.
dere wentger Opfer. Es empfehle ich dringend, vet auen Hochtouren sich eines fundigen Führers zu bedienen, deren es in den Ostalpen etiva 1200 gebe. In den Berghütten
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sollten überall Vorrichtungen vorhanden sein, um einem in den Alpen Abgestürzten, der schwere Verlegungen erlitten habe, die erste Hilfe leisten zu können. Viel habe der deutschösterreichische Alpenverein durch Anschaffung guter Tragbahren u. s. w. zur Rettung Schwerverletzter bereits getan. Der Redner zeigte an einer Sarte die 259 vom deutschösterreichischen Alpenverein geschaffenen Unfall- Meldestellen. Aus der Diskussion ergab sich, daß auch in den Schweizer Alpen ähnliche Vorkehrungen getroffen sind. Kronprinz August von Sachsen, der den Verhandlungen als Gast beiwohnte, unterhielt sich nach dem Vortrage längere Zeit mit dem Referenten und dem Bundesvorsitzenden Oberstabsarzt Dr. Düms und erwähnte dabei, daß er selbst ein passio nierter Bergsteiger sei, der schon manchmal die gefahrvollsten Ausstiege unternommen habe. So sei er einmal selbst vier Stunden lang in einer Gebirgskrachse" transportiert worden, das ist eine Tragbahre, auf der ein einzelner Mensch; auch auf schwierigstem Terrain einen Verletzten meilenreit tragen kann. Kronprinz August hatte sich damals durch einen Sturz schwer verletzt.
† Eine Massenverhaftung von Sittlichkeitsverbrechern ist durch die Kriminalpolizei in Königsberg i. Pr. vorgenommen worden. Auf dem dortigen Walter Sinton- Spielplaẞze wurde Anfang Juli d. I. ein junges Mädchen von einer Rotte Burschen überfallen und vergewaltigt. Nunmehr ist es den fortgesetzten Bemühungen der Polizei gelungen, zwölf der Attentäter zu ermitteln und festzunehmen. Es handelt sich um junge, überwiegend dem Arbeiterstande angehörige, beschäf tigungslose Leute im Alter von 18 bis 30 Jahren.
Kaiser Wilhelm schenkte in diesem Jahre wieder der Domfirche zu Drontheim 1000 kronen. Die Gesamtsumme des faiserlichen Geschenkes an die Kirche beträgt jeti 11 000 Kronen.
[ Ein zeitgemäßer Sommerfrischler- Verein] hat sich in Oberstdorf( Allgäu) gebildet. Er nennt sich: Verein zur Hebung des Barometerstandes. Diesem tief niedergedrückten Stande aufzuhelfen, wünschten einstimmig sämtliche in Oberstdorf Anivesende ohne Unterschied der politischen Parteirichtung. Ob ihre Anstrengungen Erfolg haben werden, ist allerdings eine andere Frage.
Bei der Kaiserin waren am Dienstag in Cadinen Regierungspräsident v. Jarokky, Werftdirektor v. Holzen dorf aus Danzig und der evangelische Pfarrer Krüger aus Frauenburg zur Tafel geladen.
Als erster unter den deutschen Landesfürsten hat Prinzregent Luitpold von Bayern dem Herzog Ernst von Sachsen- Coburg- Altenburg eine herzlich gehaltene Glückwunschdepesche gesandt, die Herzog Ernst ebenso herzlich erwiderte.
R.C. Der Nordpol erreichbar diese frobe Kunde gab der amerikanische Polarforscher Peary bei einem Festessen in Saratoga seinen Tischgenossen zum besten. Er verlangte die Summe von 150 000 Dollars zur Ausführung seines„ totsicheren" Planes, an den Nordpol zu gelangen. Wenn mit dieser Summe wirklich das Rätsel gelöst werden könnte, so wäre es bedauerlich, wenn sich nicht die Mittel zu Pearys Er pedition auftreiben ließen. Es wird aber wohl wieder auf einen„ Bluff" hinauslaufen, wie die Amerikaner sagen.
[ Ein alter Bekannter], der zur sauren Gurkenzeit regelmäßig in den Spalten der Blätter auftaucht, ist mit anerkennenswerter Pinktlichkeit eingetroffen. Es ist das jäuglingsfressende Schwein, das seine Schandtaten schon seit einer langen Reihe von Jahren in Ungarn, Kroatien oder sonst irgendwo da unten ausübt. Diesmal hat es nach Meldungen aus Agram einer Bäuerin Marija Stankow in Molovin ihren Liebling aus der Wiege, die sie sonderbarer weise mitten auf den Hof stehen ließ, herausgeholt und mit Haut und Haaren verzehrt. Es wäre wirklich an der Zeit, daß an Stelle dieses mythischen Schweines etwas anderes erfunden würde, umm in heißen Sommer den Zeitungslefern ein angenehmeres Gruseln bereiten zu können.
Die serbischen Prinzen Georg und Alerander, ferner die Prinzessin Helene und die Prinzen Arsen und Baul Karageorgiewitsch treffen am nächsten Montag früh mit dem Drienterpreßzug in Belgrad ein.
*** Der 3 ar hat seine für dieses Jahr beabsichtigte Reise nach Dänemark aufgegeben.
Nab und fern.
Notizen. Reiche Naphthaquellen, die eine Ausdehnung von über 200 Werst haben, sind im Kubangebiet entdeck worden.
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der fürzlich gemeldet wurde, haben wir es für unsere Pflicht gehalten, dem berühmten Romanschriftsteller einen Platz in unserer Unterhaltungsbeilage einzuräumen und zwar mit einem Werke, das für das Lesepublikum einen doppelten Vorzug hat: Es ist im Gegensaße zu den meisten Romanen Samorows nicht historisch, und bietet in seiner intimen Eigenart einen prickelnden Retz, was man von den langatmigen geschichtlichen Darstellungen des Verfassers öfters nicht gerade sagen fann Mit ihnen gemeinsam hat es aber die scharfe, naturtreue Wiedergabe von Bildern aus dem Leben an Fürstenhöfen, die ja Samarow, oder, mit seinem bürgerlichen Namen und Rang, Geheimrat Ostar Meding, als vertrauter Ratgeber des letzten Königs von Hannover aus der Fülle seiner eigenen Beobachtungen schöpfen fonnte. Mit feinem Humor schildert er uns in seinem. Roman
Meteor" in Cowes siegreich. Des Kaisers Kennjacht Meteor" hat ein Schoner- Rennen zu Cowes, wo zur Zeit die weltberühmte Regatta stattfindet einen glänzenden Sieg davongetragen. Die Londoner Blätter bezeichnen ihn allerdings als einen zufälligen. Quentins„ Cicely", die sich bereits in der Kieler Regatta als besserer Segler als ,, Meteor" bewährt hat, hat bei Beginn der Regatta ihr vorderes Gaffelsegel verloren und kam doch als zweite an. Sie hätte sonst sicher den Meteor" geschlagen. Daß diese Ansicht der Engländer auf bloßer Mißgunst beruht, zeigt auch die Tatsache, daß beim Rennen um den Pokal des Königs, das gestern begann, nach den letzten vorliegenden Nachrichten „ Meteor" rasch alle Konkurrenzjachten hinter sich gelassen und einen großen Vorsprung gewonnen hat. Er wird voraussichtlich auch diesen Preis einheimsen.
Die Feier des 50. Regierungsjubiläums des Herzogs von Altenburg gestaltete sich zu einer großartigen Ovation, die dem greisen Herrscher von seinen Landeskindern dargebracht wurde. Ueber die Einzelheiten wird aus Altenburg gemeldet: In den Schulen wurden Festakte veranstaltet. Nach dem Gottesdienst in der Schloßkirche nahm der Herzog die Parade über das 8. Thüringische Infanterieregiment Nr. 153 und die Militär- und Kriegervereine des Landes ab und begab sich alsdann zur Entgegennahme einer Huldigung der Stadt nach dem Marktplay. Regierungsrat Oberbürgermeister Oswald hielt die Festrede. Der Herzog dankte in bew Worten und begab sich hierauf nach dem Schloſse. Am Nachmittag wurde im Hoftheater das Festspiel„ Er nesting" von Eckardt aufgeführt. Aus Anlaß seines Regie rungsjubiläums hat der Herzog einer großen Anzahl verurteilter Personen Gnadenerweisungen dadurch zuteil werden lassen, daß er denselben die Strafen völlig oder teilweise er ließ oder die Umwandlung in niedrigere Strafen u. s. w. berfügte.
* Verhafteter Direktor. Der Direktor Wauer von der Fürzlich mit einer Million Mark Kapital gegründeten Nitsonlicht Gesellschaft in Dresden wurde als des Betruges verdächtig verhaftet. Angeblich hat er Patente nach DesterreichUngarn in unfairer Absicht veräußert.
Tief gesunken. In Newyork wurde die Gattin des früheren Präsidenten von Guatemala, Barrio, wegen Trunkenheit verhaftet. Frau Barrio soll ein ausschweifendes Leben führen und auch schon wegen anderer häßlicher Sachen mit der Polizei in Konflikt gekommen sein.
O Auf der Brautschau OG
wie Gott Amor bet einem blonden Fürstenkind in Gestalt des steifen Hofmarschalls anklopft, und wie die neckische Evastochter denn auch Fürstentöchter haben die List ihrer Eltermutter geerbt mit diplomatischen Kniffen die ganzen wohlüberlegten Pläne und Fäden nach ihrem Köpfchen zu dirigieren weiß.
Bunte Chronik. Der 25. Verbandstag der städtischen Haus- und Grundbesitzer- Vereine Deutschlands wurde gestern in Dresden eröffnet. Es sind 300 Delegierte anwesend, die 206 Vereine mit 104 000 Mitgliedern vertreten.
Am Gros Morlas( Kanton Freiburg) fand ein 27jähriger Tourist aus Westfalen namens Ernart beim Edelweißsuchen durch Absturz seinen Tod.
- In einem Walde bei Hanau verübte der Ulan Zuchowski ein Sittlichkeitsverbrechen an dem siebenjährigen Kinde eines Goldarbeiters. Der Unhold wurde verhaftet. In Bromberg erschoß der Lehrer Hinze, der bei dem Füsilierregiment Nr. 34 seiner Dienstzeit genügt, aus Unachtsamkeit den vierjährigen Sohn des Feldwebels Hinze.
Lokales.
Gießen, 5. August 1903.
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in ihre alte auch Lehreri im beffifcher Seffen dürft
** Im Verordnungsblatt für die evangelische Landeskirche wird zur Wiederbesetzung die evangelische Pfarrstelle zu Groß- Felda, Dekanat Alsfeld, ausgeschrieben.
In Witten findet zur Zeit die 16. Generalversamm lung des Centralverbandes deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender statt. Die Versammlung beschloß eine Petition an das Reichsamt des Innern um Verschärfung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.
Kunft und Wissenschaft.
*** Beurlaubt ist der Kreisveterinärarzt SchmidtGießen vom 5. bis 31. August. Vertreten wird er durch den Kreisveterinärarzt i. P. Prof. Dr. Winkler- Gießen.
* Ernannt wurde Regentent Dr. B der zu Gießen zum Pfarrvikar in Alsfeld( zweite Pfarrstelle).
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Die Großh. Landes Baugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihr Wintersemester am 19. Oftober und endet am 22. März 1904.
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** Der neu ernannte ordentliche Professor für ordent liches Recht Dr. Wilhelm van Calter ist am 1. Mai 1869 zu Reutin in Baden geboren, absolvierte( 1887) das Gymnasium zu Kempten, studierte in München und Berlin und bestand 1891 die erste juristische Prüfung. Dann wid mete er sich 3 Jahre der juristischen Praxis und legte 1895 die zweite Prüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungs. dienst in Bayern ab. 1896-1897 besuchte van Calfer die landwirtschaftlichen Atademien Weihenstephan und Hohen heim. 1898 ward er Bezirksamtsassessor. Am 8. Novbr. 1900 promovierte er in Freiburg i. Br. mit einer Disser tation:„ Die Anfänge des badischen Budgetrechts". Auf Grund einer Schrift:„ Das badische Budgetrecht in seinen Grundzügen, 1. Teil: Geschichtliche Entwickelung" habiliti rte r sich am 15. Dezember 1900 in Freiburg i. Br. für allgemeines Staatsrecht, deutsches Reichs- und Landesst iatsrecht, deutsches Verwaltungsrecht, Völkerrecht, sowie Kirchenrecht der Katholiken und Protestanten.
LG. Der VI. deutsche Samaritertag, der, wie gemeldet, in Dresden tagte, beschäftigte sich unter anderem mit dem Rettungsdienst im Gebirge, einem Gegenstande, der bei den vielen Unglücksfällen, die dieser Sommer in den Alpengegenden gebracht hat, auf allgemeines Interesse rechnen darf. Der Referent führte folgendes aus: Ein großer Teil der Bergsteiger sterbe durch Erschöpfung am Herzschlag. Es sollte daher jeder, der eine Hochtour unternehmen wolle, borerst sein Herz ärztlich untersuchen lassen. Der Blik for
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** Einen Spätzug, der von Gießen abends 11 Uhr abgeht und um 11 Uhr 40 Min. in Hungen ankommt, hat die Bahnbehörde probeweise für Sonntags eingelegt, und es ist zu wünschen, daß diese schon lang gewünschte Einrichtung zu einer dauernden werde. Seitens Großh. Handelskammer Gießen und des Landtagsabgeordneten Bürgermeister Köhler- Langedorf wurde die Sache angeregt. Theater- und Saalbau. Der am Montag gewählte Unterausschuß hielt schon gestern abend eine erste Sigung und erledigte in ihr die Ausstellung eines vor. läufigen Bauprogramms, d. h. es wurde besprochen die Größe und Einrichtung des Theaters, des großen und fleinen Saals, der Nebenräume, die ständigen Wirtschaftsräume 2c. Auf Grund dieser Besprechung wird Herr Bau
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