Ausgabe 
5.2.1903 Erstes Blatt
 
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Tag, an welchem der Verstorbene mit seiner noch lebenden Chefrau die goldene Hochzeit feiern wollte, war sein Be­erdigungstag.

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*** Zeilbach. Wie fast überall, so hatte sich auch hier am Risers Geburtstag in der Wirtschaft des Heinrich Lang, der hiesige neue, noch nicht ein Jahr alte Kriegerverein versammelt, um in fröhlicher Stimmung den Geburtstag des obersten Kriegsherrn zu feiern. Leider gab es mit einem gewesenen Mitglied Differenzen, die zum Schluß recht unan­genehm end gten. Grund: die bevorstehende Bürgermeister­wahl, die in aller Kürze abgehalten wird.

** Azenhain. Vergangene Woche weilte der Großh.

Areisamtmann nebst Sekretär von Aisfeld hier und vernahm 12 Zeugen über den gegen die Wahl des Landtagsabgeord neten Hirsch ingelegten Protest, bezw. über die bei der Wahl des Wahlmannes in Azenhain vorgekommenen Wahl­beeinflussungen. Das Kreisamt Schotten hatte über den­selben Protest ine Anzahl Zeugen in Groß- Eichen eidlich bernommen. Das Resultat ist noch nicht bekannt.

* Vom Eichsfelde. Ein bedauerlicher Vorfall ereignete sich in Niederouschel. Beim Abgeben der Salven zu Ehren des Kais rs war einem Mitgliede des Kriegervereins in Niedero schel beim Laden des Gewehres der Schuß losgegangen. Der Ladestock wurde fortgeschleudert unter die in der Nähe stehend zuschauende Jugend und drang einem sechsjährigen Senaben so tief in den Schädel, daß das Gehirn aus dem linken Ohre herausg floss u ist. Der Knabe ist lebensgefähr= lich erfranft.

* Friedberg. In der Nacht auf Sonntag wurde in der Burg die Statue des Ritters Sankt Georg auf dem vor dem Schloß befindlichen St. Georgbrunnen schwer beschädigt. Der rechte Arm und die Lanze, mit welcher der Ruter den am Boden liegenden Drachen tötet, ist abgehauen und verschwun­den. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur.

Schlitz. Die Nachricht, daß Herr Bürgermeister Zinßer für die nächsten Reichstagswahlen als Gegenfandidat dis Abg. Bindewald aufg stellt werd n solle, ist unbegründet.

= Aus Nassau, 4. Febr. E ne Gesellschaft faufte bei Würgendorf Gelände zur Errichtung einer großen Tynamit­fabrit. Das Etablissement soll 100-150 Arbeiter be­schäftigen.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer sitzung.

Gießen, 3. Febr. 1903.

In der Brufungsinstanz wurde die Privatklage'ache d Kaufmanns M. und der D. G. von Homberg gegen die Dienst­

magd Anna L. von Elbenrod, verhandelt. Die Beweis auf­nahme ergibt, daß gegen die L. auf Grund einer anonymen Anzeige ein Strafverfahren eingeleitet wurde, welches aber zu feinem Resultate führte. 2. äußerte sich gelegentlich dahin, daß die Anzeige von G. herrühre, womit die Privat­fläger gemeint sind. Auf erfolgte Privatflage wurde die L. wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von 30 Mt. genommen, während Frau G. auf L. Wiederklage wegen einer beleidigen den Aeußerung. zu 20 Mt. Geldstrafe verurteilt wurde. Der von Frau G. erfolgten Berufung wird heute stattgegeben und Lettere freigesprochen, während die gegen die erfannte Umstände halber von der Tagesordnung abgesezt werden. Strafe bestätigt wird. Eine weitere Anzahl Sachen mußten

Holzversteigerungen

und

Holzverkäufe.

Oberförsterei Friedberg. Montag den 9. und Diens tag den 10. Februar, jedesmal um 11 Uhr vor mittags im Distrikt Alte hof beginnend, wird das fistalische Loeholz aus dem Rockenberger Markwald, bestehend aus 392 Rm. Buchen- Scheiter, 226 Rm. Buchen- Knüppel und 22 600 Buchen: Wellen, versteigert. Am ersten Tage tommen sämtliche Scheiter, 40 Rm. Knüppel und 8600 Wellen zum Ausgebot.

Bürgermeisterei Groß- Nechtenbach. Im Gemeinde wald Dornholzhausen werden Samstag den 7. Februar versteigert: a) Eichen: 2 St. 2. Klasse = 3,03 m., 1 St. 3. Klasse= 1,06 m., 11 Rm. Derbholz und 4 Rm. Reiser; b) Buchen: 96 Rm. Derbholz und 28 Rm. Reiser; c) Weich­holz: 31 Rm. Reiser; d), Nadelholz: 21 St. 3. und 4. Kl.= 8,08 Fm., 7 St. 4. l.= 1,05 Fm., 30 Stangen 1., 40 2, 130 3 l. und 51 Rm. Nugholz, 158 Rm. Derbholz, 11 Rm. Stöcke und 300,5 Rm. Reiser. Zusammenkunst vormittags 10 Uhr beim Knorchof.

Marktbericht.

-

Gieken, 5. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Bid. 0.80-0.90 Mt. Hübnereter 1 St. 7-8 Pfg., Enteneier St. -00 Pfa, Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 S. 5-6 Vfg., Erbien der Liter 21 Bfg., Linien per Liter 32 Big Tauben ver Baar mr. 0.70-1.00, Hübner per Stüd Mf 100-140, Hahnen, ver Stüd Mt. 80,0-2.50, Enten per Stid 2.00-2.50. Ganie p. Pid. 54-60 Pfg. Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bia, Rindfleisch per id. 60-66 Pfa. Schweinefleiih per Bf. 70-80 1. Schweine­

Hiermit erlaube ich mir die ganz ergebene Anzeige, daß ich mein

fleisch gesalzen per Bfund 0.84 Bfa., Kalbfleisch per Bfd. 66-72 Bfg., Sammelfleisch per Pfd. 50-70 Vfa., Kartoffeln per 100 kilo 6.50-7.00 m., Zwiebeln per St. Mr. 5.00-6.00, Milch per Piter 18 fa

Frankfurt a. M., 2. Febr.( Getreidemarkt- Bericht.) Infolge dtr anhaltenden milden Witterung ist die Schiff fahrt auf dem Main wieder eröffnet worden. Die flauen kurse vom Ausland beeinflußten du heutigen Markt. Land­weizen war nur bei nachgebendem Preis anzubringen wäh rend fremder Weizen nicht gehandelt wurde. Roggen war unverändert. Gerste bei etwas billigerem Preis leicht ver­fäuflich. Hafer stark ausgeboten und nur bei nachlassendem Preis Aufnahme findend. Mais fest und gut gefragt. Mehl ruhiger. Futterartifel unverändert. Es notierten nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mark 15.80­15 90, ab Station unserer Gegend Mt. 15.40-15.50, fur­hessischer Mt. 15.80-15.90, Amerikaner Redwinter Mt. 17.10 bis 17.60, Ransas Mt. 17.50-17.70, russischer Nico­Tajeff Mt. 17.10-17.80, Sayonsfa Mt. 17.10-17.70, Uifa Mt. 17.20-17.60, Azima Mt. 17.25-17.85, La Plata Mt. 17.40-18.20, rumänischer Wit. 17.25-17.50, Walla Walla 17.30 bis 17.50. Roggen hiesiger Mt. 14 40 bis 14.50, russischer Mt. 14.60-14 90. Amerifaser f. 14.50-14 90. Gerste, hiesige Mt. 16.- 16.80, Pfälzer Mf. 17.10-17.30, fränkische Mt 17.10-17.20, Riedgerste Mt. 17.20-17.50, ungarische Mt 18.20-18.50. afer hiesiger und Wetterauer Mt. 14.40-14.50, furhessischer 14.50 bis 14.70, Württ mberger Mt. 14.60-14 75, baye­rischer Mf. 14.80-15,10, russischer, Mt. 14.75 bis 15 25. Mais Mixed Mt. 13.60 bis 13.80, Donaumais Mt. 14.10 bis 14.30, La Plata 14 20-14.40, Virginia( Saatmais Mt. 14.75-14.90. Alles per 100 Rilo netto effettiv loco hier. Mehl etwas matter. Es notiert: Weizenmehl hies. Nr. 0 Mr. 25.50-26.00, feinere Marten Mt. 28.50 bis 29.00. Nr. 1 Mf. 23.50-24 00, feinere Marken Mt. 25 00-25 50. Nr. 2 Mt. 22.50-23.00, feinere Marken Mt. 23.50-24.00 Nr. 3 Mt. 21.50-22 00, feinere Marken Mt. 22.50-23.00. Nr. 4 Mt. 18.75 bis 19,25, feinere Marken Mt. 19.50-20 00. Roggenmehl, hiesiges Nr. O Mt. 23 25-23.50. Nr. 1 Mt 20,75 bis 21.25. Nr. 2 f. 15.50-16.00 Alles per 100 Rio fl. Sack loco hier. Futterartikel gefragt. Weizenschalen 4,60 4.70, eizenkleie Mk. 4.50-4.60, Roggentleie Mt. 480-4.90, Weizen- Futtermehl Mt. 6.30-6.90, Biertreber getrocknet, Mt. 5.40-550 je nach Qualität, Malzkeime Mt. 505-5.10, opstuchen Mt. 530 bis 5 90, Balm­fuchen Mt. 550-5.60. les per 50 Kilo netto effettiv loco hier, bei Abnahme von 10 000 lo.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdru der i, vorm. Wilb. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Gießen.

Wiener Café ,, Grossherzog"

in eigener Regie übernommen habe.

und empfehle ich dasselbe bestens.

Gießen, Februar 1903.

Es wird mein angelegentliches Bestreben sein, das Lokal zu einem angenehmen Aufenthalt besonderes für Familien zu machen

Wegen Neu Einrichtung bleibt das Café bis Samstag geschlossen.

Bekanntmachung.

betreffend: Die öffentliche Impfung.

Am Samstag, den 7. Februar, nachm. 2 bis 4 Uhr

adm. 2 bis 4 Uhr Akademischer

wird im Impflofal( Schulgebäude Neustadt 61)

ein öffentlicher Impstermin

abgehalten, in welch m di jenigen Angehörigen von Impfpflich=

Hochachtungsvoll

August Hell,

Inhaber des Hotels Großherzogs zu Hessen.

Akademischer Gesangverein.

Nächste Probe:

Kleines Rimmer, mit Kabinet und Küche, an ein­zelne Frau zu verm. Südanlage 3.

2- u. 3- Bimmerwohnung mit Zubehör, Neustadt, neben

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tigen, welche Aufforderung erhalten haben, ihre Stinder fosten- Freitag, den 6. Februar. Ben Mezgermſtr. Kreuder, r, neigen imm los der Impfung unterziehen lassen können.

mit sich bring Derden, mäßig Schüttelfröfter von der Stim sich mehr oda uften, Heiferteit

Dies ibe wird an einem Arm mit Kalblymphe aus dem Landesimpsinstitute vorgenommen. Die Kinder müssen O rein gewasch n oder gebadet und mit frischer Leibwäsch zur Impfung g bracht werden.

An dem darauf folgenden Termin, Samstag, den 14. Februar, um dieselbe Zeit, sind die am 7. Februar geimpften

Beschmad, Bau der gefeßlichen Nachschau wieder vorzuſtellen. In beiden

olgt feine Ge sich dauernd Tode indigen

Terminen fönnen ferner Kinder, welche wegen Krantheit bis zum Sommer von der Imp ung zurückgestellt werden wollen, dem Impfarzte zur Untersuchung vorgezeigt oder diesbezügliche

sein, wird mit ärztliche Atteste abgegeben werden.

bruch verbunde

en Medikamenten scheine müssen dort wieder abgeholt werden.

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ein Bettschwi ten schickt man h- röm sches Ba le. Nach ein schung oder gibt ihm Hafe Fruchtsäfte, a ist binnen furza

Ordnung, fo g

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Die am Großh. Kreisg sundheitsamte abgegebenen Impf­Gießen, am 3 Februar 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum.

Der alte draktikus sagt:

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In der Chat Ori das sicherste, wirksamßte, zuverlässigke,

Jnsekten- Tötungsmittel

Ipeziell für fliegen, flöhe, Läufe, Kaferlafen, Schwaben ic. Aus den zahlreichen Anerkennungsschreiben: Ori ist famos."-Jhr Ori wirkt kolossal."" Habe großartige Erfolge erzielt."" Half beffer wie andere Sachen." Derwende blos nur noch Ori." Jede Originalflasche im Garantiekarton luftdicht und doppelt verpackt. Niemals lose zum Nachfüllen. Also Vorsicht beim Einkauf. Preis pro flasche 30, 60, 100 Pfg. überall zu haben. Man lasse sich auch nichts anderes als Ersatz oder ebenso gut aufreden. Der Oribläser Rapid" für kräftigste und bequemste Ausnutzung des Ori 60 Pfg.

Der Vorstand.

Sängerfranz.

Sonntag den 8. Februar, abends präzis 7 Uhr:

Carnevalistische Abendunterhaltung

( Steins Saalbau).

Der Vorstand

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