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5.2.1903 Erstes Blatt
 
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fangenen abgeschnitten und eingesalzen hatte, mitge führt wurden. Die Zahl der lebend nach Fez gebrachten Gefangenen beträgt nur einige 80. Wie wohl unterrich­tet die englische Presse über die Vorgänge in Maroffs ist, ergibt sich u. a. daraus, daß sie zu melden wußte, Bu Hamari sei bei dem Triumpheinzuge Abdul- Aziz' in Fez in einem Käfig mitgeschleppt und später grausa­men Martern unterworfen worden!

Kurze volitische Nachrichten.

* Berlin, 4. Februar.( Hofbericht.) Tas Kaiser­paar nahm heute mit den Prinzen Eitel- Friedrich, Hein­rich, Friedrich Leopold, Joachim Albrecht und Friedrich Wilhelm und den höchsten Würdenträgern des Reiches und des Staates in der Gnadenkirche an der Trauer­feier für den Staatsminister Dr. Delbrück teil.

* Die württembergische Abgeordnetenkammer hat die Volksschulnovelle, welche an der geistlichen Ortsschul­aufsicht festhält, angenommen.

* Die französische Regierung wird das Zaren­paar, das sich Anfang April zur See nach Italien begibt, an der Küste Frankreichs durch das Nord- oder das Mittelgeschwader begrüßen lassen.

* Zum Amsterdamer Streif wird gemeldet: 4000 städtische Arbeiter haben beschlossen, dem Bürgermeister ihre Forderungen zu überreichen. Sollten diese abgelehnt werden, so soll ein Generalausstand in Erwägung ge­zogen werden.

* Im rumänischen Finanzministerium sind fürzlich große Schwindeleien bei der Verlosung der rumänischen Staatspapiere entdeckt worden. Einer der Schuldigen, der ehemalige Bizedirektor im Finanzministerium, jeßige Vizz­direktor der Landwirtschaftlichen Bant, Macaresco, sollte am Dienstag verhaftet werden. Als man ihn fest­nehmen wollte, stürzte er sich unter einen fahrenden Eisen­bahnzug und wurde getötet.

Nab und fern.

)-( Ein Riesenfener in Berlin, das auch Menschen­opfer forderte, tam auf einem Fabrikgrundstück der Michaelkirchstraße aus. Während man so in Berlin gewohnt ist, daß die braven Feuerwehri gleich auf den ersten Schlag des empörten Elementes rr werden, sowie ein Zug an der Brandstätte erschienen ist, mußte gestern die gesamte Wehr sich an der Brandstätte ver­sammeln. Es brannte auf dem Hofe ein altes fünfstöckiges Gebäude in seiner ganzen Ausdehnung. Von allen Seiten, auch von der Wusterhausener Straße und von einem auf dem Grundstück mündenden kleinen Stichtanal der Spree aus ging die Feuerwehr, als es hieß, daß zahlreiche Menschenleben in Gefahr wären, gegen den ausgedehnten Brandherd vor. Mehr als ein Dußend Feuerwehrmänner sind an Rauchvergiftung erkrantt, andere haben Ver­legungen, Verrenkungen, Verstauchungen 2c. erlitten. Es gelang, die meisten Personen in Sicherheit zu bringen. Zwei Personen, ein junger Mann und ein junges Mäd­chen, wurden aus dem brennenden dritten und vierten

Sto.f bewußtlos herausg. Der Mann war schon vor Ankunft der Feuerwehr lebensgefährlich verbrannt und nicht mehr zu retten. Das Mädchen war ebenfalls schwer verbrannt. Die Feuerwehr konnte wegen der Bauart des Hofes mit ihren mechanischen Leitern nur sehr schwer bis zu dem Brandherd vordringen und mußte deshalb über Hakenleitern an dem brennenden Gebäude in die einzelnen Geschosse vordringen. Zahlreiche Personen sind auch durch Glassplitter mehr oder weniger schwer verletzt worden.

* Giron und Prinzessin Luise sind plößlich von Men­tone wieder nach Genf zurückgereist, angeblich, weil sie der schweizerische Rechtsbeistand der Prinzessin, Advokat Lachenal, telegraphisch dorthin berufen habe. Die Abreise soll einer Flucht ähnlich gesehen haben. Das Paar ließ seine Koffer und Effekten im Hotel Anglais in der größten Unordnung zurück. Prinzessin Luise soll bei der Abfahrt bitterlich geweint haben. Grund genug hat sie dazu. Außer der Reue über ihren häßlichen Fehltritt muß sie die Sorge um das Leben ihres Sohnes, des Prinzen Friedrich Christian von Sachsen, quälen, der immer noch mit dem furchtbaren Gifte des Unterleibstyphus ringt. Nach den letten Nachrichten ist allerdings eine Verschlimmerung des Zustandes nicht eingetreten, und das ist schon eine gewisse Beruhigung. In sächsischen Regierungsfreisen scheint man anzunehmen, daß eine plöbliche Rückkehr der geängstigten Mutter nicht ausgeschlossen sei. Alle aus dem Süden kommenden Züge werden bezüglich ihrer Insassen scharf beaufsichtigt. In Genf erwartete Leopold Wölling, der frühere Erzherzog Leopolu Ferdinand, seine Schwester und Giron auf dem perron. Nach der Begrüßung ver­ließen die drei zu Fuß den Bahnhof und begaben sich in das daneben liegende Hotel Suisse, wo sie Wohnung nahmen. Die Prinzessin sah matt und angestrengt aus. Lachenal soll im lebhaften schriftlichen und telegraphischen Verkehr mit dem tostanischen Hose in Salzburg stehen. Den einzigen Gegenstand der Verhandlungen in Salz­burg würden die Bestimmungen über den zulünftigen Verkehr der Mitter mit ihren Kindern bilden. Ehe diese Bestimmungen nicht festgesetzt sind, werde die Prinzessin die Scheidung nicht beantragen. Die Gerüchte über den Rücktritt des Kronprinzen von Sachsen sind zwar bestritten worden, wollen aber nicht zur Ruhe kommen. In der Chemnitzer Allg. 3tg.", deren Chefredakteur Richter seinerzeit in Genf mit der Kronprinzessin Luise mehrere Unterredungen hatte, wird jeßt erklärt, daß die Kron­prinzessin geäußert habe. Das Temperament ihres Gatten sei besonders nach der bei einem Jagdunfall erlittenen Gehirnerschütterung ein sehr erregtes geworden. Sie hege schwere Besorgnis für die Zukunft, namentlich inbezug auf die Thronfolge. Diese Aeußerung wäre wahrscheinlich auch in dem Eheirrungsprozeß zur rache gekommen oder würde noch behandelt werden. Der Kronprinz hat sich nach anderen Berichten von jenem Jagdunfall aber längst wieder vollständig erholt.

Bunte Chronif. Der Bürgermeister von Kösen, Lünz­ner, ist vom Amte suspendiert worden. Es ist ein Ver­fahren wegen Urkundenfälschung gegen ihn eingeleitet. - Die jüngst im Walde bei Barmen aufgefundene weibliche Leiche ist nunmehr als die der Witwe Fuhr­mann wiedererkannt, die mit dem Schlosser Himmels­mann ein Verhältnis unterhalten hat. Ihr Liebhaber hat sie im Streit im Walde erschlagen und sie dort verscharrt. Himmelsmann wurde verhaftet.

1. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll Auszug.

Gießen, 3. Februar 1903.

Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Borsigender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Grünewald, Hooe, Thring, Kaz, Moll, Nowack, Ramspeck, Rinn, Röhr, Echimer, Wallach, Burbuch, sowie der Synditus Dr. Knipper und Gerichtsassessor Willer bücher. Entschuldigt fehlen die Herren Dierbeck, Schnall und Steinecke.

1) Aus dem Geschäftsbericht ist Folgendes mit­zuteilen:

a) Bei dem Kaiserl. Postamt Gießen ist die Zulassung von Gießen zum Fernsprechverkehr mit mehreren fran zösischen Orten beantragt worden. Gleichzeitig hat sich die Kammer für Fernsprechverbindungen mit bayrischen, schweizerischen und belg schen Bläßen ausgesprochen.

b) Der am 1. Januar d. J. in Kraft getretene u 3- nahmetarif für Gruben hölzer von mehr als 20 cm bis zu 30 cm Bopfstüde und bis zu 5 m Länge gilt nur für die Beisendung nach bestimmten Kohlengruben­Anschlußstationen des Ruhrbezirks und die dortigen Summel­lagerstationen. Die Kammer beantragte die Ausdehnung des Tarifs auf die Stationen dr Kgl. Saargruben und auf einige Stationen in Hessen- Nassau.

c) ei dem Deutschen Handelstag wurde die Einstel­lung erwärmter Güterwagen durch die Eisenbahnverwaltung zur Beförderung von Wein während der Wintermonate befürwortet.

d) Die geltenden Eis nbahntarife erschweren den ober­hessischen senerzgruben den Absatz nach dem Rhein- West­fälischen Industriebezirk und dem Siegerlande. Die Kammer hat über die Absazverhältnisse der hiesigen Gruben Erhebun­gen veranstaltet und wird in Anlehnung an eine Eingabe des Berg und Hüttenmännischen Vereins für die Lahn-, Dill- und benachbarten Reviere in Weßlar die Einführung des 1 Pfg- Tarifs für alle Empfangs- Stationen beantragen.

e) Auf eine Umfrage des deutschen Handelstages sprach sich die Handelskammer für die Ausdehnung der Zu stimmung der Zollverwaltung für Waren in öff ntlichen Niederlagen aus. Es ist wünschenswert, daß die Zollver­waltung gefeßlich verpflichtet wird, für Waren in öffentlichen Niederlagen dieselbe Verantwortlichkeit zu übernehmen, die für den Lagerhalter auf Grund des Handelsg seßbuchs besteht.

f) Bei dem hessischen Ministerium der Finanzen wurde eine Aenderung der Bestimmungen über die Hinterlegung von Wechseln von Privatbankiers als Sicherheit für gestun dete Zölle beantragt.

g) Auf Veranlassung des Hessischen Handelskammertags sind Erhebungen über die Organisation und Bestimmungs­fähigkeit der Kaufmännischen Fortbildungsschulen des Bezirks eingeleitet worden.

h) Dem Reichsstatistischen Amt sind durch die Vermitt lung der Kammer von einzelnen Firmen die Durchschnitts­werte der ein- und ausgeführten Waren im J. 1902 mit­geteilt worden.

i) Auf Grund einer Verfügung des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten und des Handelsministers sind von dem preußischen Gewerbeaufsid, ts- und Kreisbau­beamten Erhebungen eingeleitet werden, ob- und inwieweit die Bleiweiß farbe durch andere Farben ersetzt werden kann. Die Bleifarbenindustrie und der Handel init Bleiweiß be­fürchten von einem Verbot des Bleiweises eine Schädigung ihres Gewerbes. Die Kammer hat sich im Interesse der Farben händler des hiesigen Bezirkes gegen ein Verbot der Verwendung von Bleiweiß ausgesprochen.

k) Das Kaiserliche Patentamt teilte der Kammer mit, daß es sich mit Rücksicht auf etwa ge spätere Freizeichen Ermittelungen für die Fabrikanten empfehle, mit Prospekten, Katalogen 2c. stets den Zeitpunkt der Ausgabe aufzudrucken. ( Fortsetzung folgt.)

Giesener Cagesneuigkeiten.

In der heutigen Sigung des Provinzial- Ausschusses wurde zunächst über den Refurs des Mullers H. Schneider IV zu Ober- Mörlen gegen einen Bolizeibefehl Großh. Kreisamts Friedberg berhandelt. Hier beschloß der Provinzial- Ausschuß, daß der Polizeibefehl Gr. Kreisamts Friedberg aufzuheben sei unter Verurteilung der Gemeinde Ober- Mörlen in die Kosten des Verfahrens. Von Erhebung einer Verhandlungs­gebühr wird abgesehen- Der Refurs des J. Sack II zu Heuchelheim gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen wegen Verneinung der Bedürfnisfrage bei Errichtung einer Schankwirtschaft wird als unbegründet zurück­gewiesen. Der Refurrent wird in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 10 Mart verurteilt. Dem Gesuch der K. Graf Wtw. zu Schotte u um Erlaubnis zur Errichtung einer Schankwirtschaft wird unter Aufhebung des Urteils des Kreisausschusses des Kreises Schotten stattgegeben unter Verurteilung der Refurrentin in die Kosten des Verfahrens. In Sachen Faselhaltung zu Breungeshain wird die Entscheidung ausgesetzt und soll in einer der nächsten Sizungen des Provinzial- Ausschusses ver­fündet werden.

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Stadttheater in Erfurt, ist 40 Jahre alt und stammt aus Mannheim. Es ist ihm eine sehr vorzügliche Schulbildung zu Teil geworden, machte das Abiturienten- Ey men und besuchte darauf die Universität. Seine Bühnenlaufbahn ist eine glänzende u. A. ist er an den Theatern zu Würzburg, Meiningen und Frankfurt a. M. teils als Regisseur tätig gewesen. Literrarisch ist er ebenfalls nicht müssig gewesen. Man kann ihm Vertrauen entgegen bringen.

** Das Provinzial- Siechenhaus soll am 1. April er­öffnet werden. Mit dem Bau der Veterinäranstalt ist nun­mehr auch begonnen worden.

** Stadttheater. Morgen Freitag wird als volts thümliche Vorstellung zum letztenmale Gewonnene Herzen" oder Nord und Süd", Volksstück mit Gesang in 3 Aften von Hugo Müller, Musit von R. Bial zur Aufführung gelangen.

** Ueber den Lebenslauf unseres neuen Theater direktors Herrn Hermann Steingötter liegen uns heute folgende Daten vor." Steingötter, 3. 8t. Oberregisseur am

Nächsten Dienstag und Mittwoch treten in Steing Garten die Leipziger Sänger( Eyle- Schmidt) wieder auf. Im lezten November waren dieselben erst hier und bei ihrem damaligen Scheiden wurde der Wunsch laut, ſie möchten doch bald wieder fommen. Ueber's Jahr, über's Jahr, wenn.. nun, sie haben Wort gehalten und darum wünschen wir der Gesellschaft auch recht freundliche Aufnahme. Letter Tage waren sie im Rheinland, dem Lande des Humors und Gesanges, und von dort schickt man uns über die Sänger folgendes:

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Bünde, 23. Jan. Gestern abend hatten wir das Bergnügen, wieder einer der echten, unverfälschten Vorstellun gen à la Eyle senior beizu wohnen. Ston das erst Quartett berührte durch die äußerst saubere Intonierung angenehm und ließ für das Kommende die schönsten Hoffnungen g rechtfertigt erscheinen. Die beiden Komiker der G sells aft, rien Wilhelm Eyler und Röner. leisteten Vorzügl ches und suchten sich in ihrem urwüchsfigen humor gegenseitig zu überbieten. Den grösten Lacherfolg erzielte Herr Römer mit seiner gediegenen Zugabe, und sein gelungener R ferain ' naus mit de Mutter in de Frihlingsluft" erregte Stürme von Heiterfeit. Her Steiner verfügt über ein phänomenales Baßorgan und erntete mit sein m ungemein feinen Vortrag reichen, wohlverdienten Beifall. Das ganze Auftreten d: s Künstlers berührte sympatisch und er fann mit seinem Er­folge vollständig zufrieden sein. Auch Herr Leonhardt, der Tenorist, muß lobend erwähnt werden, denn er eroberte sich mit seinem Liede Stolzenfels am Rhein" die Herzen der Buhörer ohne Ausnahme. Der Damenimitator Herr Delitzsch entzückte durch die niegesehene Grazie im Auftreten und durch seinen herrlichen, volltönenden Bariton. Wir gratulieren der Direktion zu dem schönen Erfolge und hoffen auf baldiges Wied sehen.

des Kaif rs war Niedero schel beim Der Ladestock wu stehend zuschauen Knaben so tief in linken Ohre herau lich erfranft. * Friedberg. Burg die Statue Schloß befindliche rechte Arm und E Boden liegenden den. Von den T Schlitz. Die für die nächsten Abg. Bindewald as = Aus Naj Würgendorf Gelä fabrit. Das E itäftigen.

** Der Turnverein hält nächsten Samstag seinen diesjäh igen Maskenball ab. Wie aus den früheren Jahren befannt wird auch dieses Mal diese tradionelle Fest ichkeit besondere Novitäten aus dem Reiche des Brinzen Karneval bringen. Ein Zirkus und mehrere Gruppen, darunter Fischer, werden außer den Klowns für humorvolle Unterhaltung sorgen. Freunde einer ungezwungenen Fidelität mög n sich recht zahlreich einfinden, sie werden sehen, daß der Vereins­verstand bestrebt gewesen ist Originelles zu bieten.

*** Unfug. In der Nach: auf Mittwoch wurde einem Besitzer in der Wolkengasse aus dem im Hofe befindlichen Holzraum ein Schlitten entwendet. Spuren von der Sent­grube herrührend bezeichneten den Weg, sowie den Lohn der mühevollen Arbeit; denn die Ruhelos n hatten die Bekanntschaft mit der Tiefe der Senfgrube gemacht. Quer über die ohnedies schmale Straße liegend fand ein um 612 Uhr morgens daherkommendes Fuhrwerk den Schlitten. Mit Glück muß es bezeichnet werden, daß die Pferde des betreffenden Fuhrwerts mit heilen Füßen davontamen. Auch ein Flügel des Hoftores nächstliegender Nachbarschaft fand man auf der Düngergrube; der Kehrichtkasten erfuhr ein gleiches Schicksal, nur fand man denselben in der Schanzen­straße.

** Influenza. Das Frühjahr, der Herbst und naßfalte Winter sind die 8 iten, in denen die Jfluenza überhand nimmt. Man kann daraus den si teren Schluß ziehen, daß sie nicht allein von einem Bazillus abhängig ist, sondern mit dem Wetter und der Disposition des Kranken zusammenhängt. Wer mäßig und naturg mäß lebt, Hautpflege tre bt, eine gute Lunge hat, wird von der Influenza verschont bleiben. Aber alle diejenigen, welche zu gut leben, in erster Linie zu viel Fleisch essen, schlechten Stuhlgang haben, neigen immer für diejenigen Krankheiten, die die Jahreszeit mit sich bringt. Es kann daher gar nicht oft genug betont werden, mäßig zu leben. Die Influenza beginnt mit einigen Schüttelfrösten, Fieber und hest gen Kopfschmerzen, die sich von der Etirn über das Hinthaupt ziehen. Hierzu gesellen sich mehr oder Auswurf, Wundsein auf der Brust, fader schmack, Ver­weniger: 3 rsch agenheit, Gelenkschmerzen, Husten, Heiserkeit, stopfung, Magendrücken, Erbrechen zc. Erfolgt feine Ge nesung, also völlige Ausheilung, so stellen sich dauernde Schädigungen ein, die nicht selten mit dem Tode indigen. Die Behandlung fann ein verschiedenartige sein, wird mit ihr aber nicht ein gründlicher Schweißausbruch verbunden und werden die Symptome mit irgendwelchen Medikamenten unterdrückt, so fann der Patient mit Sicherheit auf gefähr liche Nachfran! heiten rechnen, zu denen auch die Lungen­schwindsucht gehört. Dem einen gibt man ein Bettschwiz bad, dein andern ein Stuhlschw zbad, den dritten schickt man in eine Anstalt und läßt ihn dort ein russisch- röm sches Bad nehmen, furzum schwitzen muß er auf alle Fälle. Nach einem solchen Schwizbade erfolgt eine fühle Abwaschung oder ein Bad und dann hält man den Patienten diät, gibt ibm Hafer­schleim, Milch-, Mehl- und Wassersuppen, Fruchtsäfte, aber tein E, fein Peptun, fein Fleisch, und er ist binnen furzem hergestellt. Ist der Stuhlgang nicht in Ordnung, so gibt man Leibumschläge und Klystiere.

Aus Hessen und nachbargebieten.

** Groß- Felda. Vergangene Woche wurde der hiesige Ortsbürger Johannes Scharmann II Nagelschmied und Holz hauer zu Grabe getragen. Er war 74/2 Jahre alt ge worden, die Influenza hatte ihn hinweggerafft. 55 Jahre hatte er im Winter als Holzfäller sein Brot verdient und vom Großherzog erhielt er vor einigen Jahren die Dent münze für treu geleistete Arbeit. Durch Fleiß und Spar­famteit hat er es zu einem gewissen Wohlstand gebracht, und durch sein immer freundliches Entgegenkommen hatte er sich auch das Wohlwollen seiner Nebenmenschen erworben. Der

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