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fanten verfolgt und eingeholt. Den herbeigeeilten Schuß­Teuten gelang es nur mit Mühe, den Revolverhelden vor der Chuchjustiz der Verfolger zu schüßen und nach der Bache zu bringen. Dort wurde er als der Klempner Georg b. Mansky festgestellt. Er gab an, dem Alisch einen Denkzettel haben geben zu wollen, weil dieser ihn einmal durchgeprügelt hätte,

Den Reford der Silvesterroheiten hat dieses Jahr die dänische Hauptstadt Kopenhagen gehalten. Auf dem großen Blaz vor dem Rathause waren dort zur Be­grüßung des neuen Jahres tausende von Personen ver­sammelt, die vor Begeisterung brüllten und sich gegenseitig wie auch die Wagen der elektrischen Bahn und die ver­gebens einschreitenden Polizisten mit cinem wahren Regin bon allerhand Feuerwerkskörpern überschütteten. Schließ­lich machte die Polizei von ihren Waffen Gebrauch, traf aber auf hartnädigen Widerstand und mußte 600 Personen zur Bache sistieren. Ein recht vielversprechender Jahres­anfang!

*)-( Eine verhängnisvolle Armenspeisung. Gräfin Karolyi in Budapest lud am Neujahrstage die Insassen des Asyls für Obdachlose in ihr Palais ein, um an die­selben Speisen und milde Gaben zu verteilen. Gegen 8 Uhr abends drängten sich mehr als 3000 Personen vor dem Tore in der Universitätsstraße, um Einlaß zu er­halten. Es herrschte ein lebensgefährliches Gedränge, das umso beängstigender war, als sich viele Frauen und Kinder unter der Menge befanden. Als endlich das Tor ge­sffnet wurde, drängte die Menge Hals über Kopf in den Hofraum, Kinder und Frauen wurden hierbei zu Boden geschleudert und mit Füßen getreten. Die Polizei mußte einschreiten und säuberte schließlich unter ohrenbetäuben­dem Lärm der Menge den Hof des Palais und Straßen, so daß es zu keiner Verteilung tommen konnte. Bahlreiche Personen erlitten schwere Verlegungen. Einer Frau wurde der Brustkorb eingetreten und der linke Arm gebrochen. Die Aermste starb bald darauf im Hospital.

die

(:) Ein Liebesdrama im Theater. Während der Vor­stellung im Rossini- Theater zu Neapel stürzte die Ge­liebte des ersten Schauspielers Rossi in dessen Garderoben­zimmer und versuchte ihn zu erstechen. Sie verwundete aber statt seiner eine junge Schauspielerin schwer, welche die Rasende entwaffnen wollte. Die Tät rin war die Ge­liebte Rossis, dem zu Liebe sie den Gatten und sieben Kinder verlassen hatte. Sie wollte sich an ihrem Ent­führer rächen, weil er ein Engagement bei Eleonore Duse mach Amerika angenommen hat und sie im Stiche zu lassen gedachte.

Ein scheußliches Verbrechen hat in Paris ein 15 jähri­ges Kindermädchen Maria Condert, das bei dem Post­beamten Ricard im Dienste stand, verübt. Da ihr wegen Faulheit und Klatschsucht gefündigt worden war, slößte sie dem sechs Monate alten Kinde ihres Lohnherrn gewalt­fam den Inhalt eines Fläschchens Jodtinktur ein. Dann lief sie zu Frau Ricard und rief ihr zu, sie wisse nicht, was die kleine habe. Der Mutter zeigte ein Blick auf das Jodtinktursläschchen den wahren Sachverhalt. Das jugend­liche Scheusal ergriff die Flucht, wurde jedoch verhaftet. Sie leugnete erst, gestand aber schließlich ihr Verbrechen ein. Man hofft das Kind retten zu können.

habe. Therese Humbert macht im Pariser Untersuchungs­gefängnis ihren Wärtern viel zu schaffen. Sie hat alle möglichen Klagen. Bald ist es ihr zu kalt und sie will Teppiche haben, bald stören sie die taktmäßigen Schritte der Schildwachen, die vor ihrer und ihrer Mitgefangenen Zellen unaufhörlich auf- und abwandern. Die Zellen der zwei Frauen und drei Männer und deren Umgebung werden so scharf bewacht, als handele es sich um gefähr liche Staatsgefangene, die nur auf Fluchtversuche sinnen.

D Der Mörder der Berliner Witwe Budwig, Lesczynski, hat seine Flucht von Ostrowo über die Grenze nach Kalisch in Rußland sehr leicht gehabt, weil er sich dabei einer von der Polizeiverwaltung in Ostrowo auf den Namen ,, Lißner" ausgestellten Legitimationskarte be­dient hat. Es ist aber auch ein öffentliches Geheimnis, daß in Ostrowo Leute existieren, welche den Menschen­schmuggel nach Rußland gewerbsmäßig betreiben und sich dafür pro Person 20 Mart und mehr zahlen lassen. Eben­so besteht in kalisch ein Konsortium, welches unter den­selben Umständen wieder Personen aus Rußland über die Grenze nach Preußen befördert.

Ein dreifacher Mord entdekt. Der Besizer eines Einfamilienhauses in dem Londoner Vorort Leyton bekam Verdacht auf seinen neuen Mieter, der im Garten grub, angeblich um Blumenbeele anzulegen. Kurz zuvor war er mit mehreren kisten auf dem Wagen ang langt. Als man nachgrub, fand man die Leichen eines Mannes, einer Frau und eines drei Monate alten Kindes, die vor meh reren Wochen spurlos verschwunden waren. Der Mieter wurde verhaftet.

* Ein Duell wegen der Humbertaffaire. Der Ma­drider Rechtsanwalt und Mitglied der spanischen A.ademie Cotarelo hat sich als der Schreiber des anonymen Briefes entpuppt, der die Polizei auf die Spur der Humberts lenkte. Er hat die 25 000 Mark Belohnung bereits ein­geheimst. Ihm sind aber daraus Unannehmlichkeiten er­wachsen. Er hat jetzt den Akademiker Carillo zum Duell gefordert, weil dieser seine Entlassung bei der Academie eingereicht hat mit der Begründung, nicht in der Akademie bleiben zu lönnen, die einen Tenunzianten zum Mitgliede

Dr. Rumseys Patient.

Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachbruc verboten.)

.:][ Bom Fels zum Meer.] Die deutschen Garnisonen Lindau und Memel pflegen alljährlich telegraphisch Neu­jahrswünsche auszutauschen. Diesmal waren die Gra­tulationen, welche vom Bodensee zur Ostsee und zurüc flogen, in Prosa abgefaßt. Lindau telegraphierte: ,, Die Offiziere der Garnison Lindau entbieten ihren Name­raden in Memel die besten Wünsche für das kommende Jahr," worauf Memel antwortete:" Ihren bayrischen Kameraden für den freundlichen Neujahrsgruß herzlich dankend, erwidern denselben in treuer Baffenbrüder­schaft die Offiziere der Garnison Memel."

[ ,, Nutlose" Wagner- Aufführungen.] Vor einiger Zeit hat Siegfried Wagner, der Sohn des großen Mu­fiters, in einem Interview bemerkt: man sollte eigent­lich die Tonwerke Richard Wagners nur in Bayreuth aufführen dürfen, andere Darstellungen als dort seien wirklich nuplos und hätten keinen Zweck. Jezt wird inbezug darauf den Erben Wagners nachgerechnet, daß sie, ganz abgesehen von Bayreuth, aus den Bühnenaufführungen der Werke des Meisters eine jährliche Einnahme von 560 000 Mart haben. Den Löwenanteil davon trägt der ,, Lohengrin". Jm vorigen Jahre wurde diese Oper in Deutschland allein 997 mal aufgeführt, in Holland, Italien, Frankreich 420 mal, in England und Ame­rifa 312 mal. In Deutschland brachte ,, Lohengrin" an Tantiemen allein in diesem einen Jahre 113 000 Mark, Amerika, wenn wir dem Bericht, welcher die Durchschnittszahl nennt, Glauben schenken können, etwa 92 000 Mart, in Frankreich 67 000 Mart, also ,, Lohengrin" in einem Jahre 272 000 Mart. Man sollte doch mei­nen, daß diese Erträgnisse für die Wagnersche Familie nicht ganz nuplos ſeien.

[ Dann freilich geht's nicht.] Die ,, Meran. 3tg." er fährt aus Schlanders in Vintschgau folgendes niedliche Geschichtchen: Bei Gelegenheit der vor kurzem vorgenɔm­menen Bahntracierungsarbeiten in Schlanders bedeutete der führende Ingenieur einer Bäuerin, daß vie wahnlinie gerade durch ihre Scheune durchlaufen werdz Auf diese Mitteilung hin erhielt der Ingenieur die klassische Ant­wort: Ja, bauen könnt's die Bahn schon, aber nach 9 Uhr abends darf kein Zug mehr gehen, i steh die Nacht nit alleweil auf, die Stadeltür ausmachen, daß der Zug durchfahren kann!"

54] Und dennoch wußte er, daß er ihren Blick aushalten mußte, so­lange fie in seinem Hause weilte um feinen Verdacht zu erregen, ober, falls ein solcher bereits vorhanden, ihn zu entfräften. Ihre Gegenwart und das Bewußtsein, daß der tiefe Summer, der an ihr nagte, fie dem Grabe immer näher brachte, ließ die Stimme in feinen Innern nur noch lauter und schärfer werden und guälte ihn unfagbar, Frau Everett mußte fort- Hetty mußte fort und was war es, das ihn urplöglich sein Pferd mit einem Rud zum Halten bringen machte? Sein verlorener Spazierftod! Lächerlich, daß ihn eine solche Kleinigkeit sein ganzes Leben lang quälen sollte! Wie diese Erinnerung ihn verfolgt hatte und heute noch verfolgte! Wie sie in ihm gewühlt all' die sechs Jahre, da sein Geist in dunkle Wolfen gehüllt war! Er hatte Franzius mit diesem Stock getötet; es war allerdings nur Bufall gewesen- doch es änderte nichts an der Thatsache, daß Audreys Stock den Tod des Unglücklichen herbeigeführt hatte. " Ich versteckte ihn im Unterholz", dachte der Baron bei sich. Wenn ich nur wüßte, wo er jegt ist wahrscheinlich liegt er noch dort! Wenn man nun eines Tages an jener Stelle Holz fällt, und ihn findet! Das darf nicht sein, ich muß ihn fuchen!" Er spornte fein Pferd zu schnellerer Gangart an und ritt unter den mächtigen, schattigen Bäumen, welche beide Seiten der zum Schloß führenden Alce begrenzten, nach Hause. Schon von weitem fonnte er das große, stolze Gebäude emporragen seben. Wie friedlich es dalag inmitten des frischen Grüns, das Schloß seiner Väter sein Heim! Sein Heim! Ach, wie unend­lich glücklich hätte er in ihm leben können, wenn nicht ienes furchtbare Geheimnis auf seiner Seele laftete.

Blöslich stutte er. Er hatte eine Gestalt vor der Thür des Bureaus im Wirtschaftsgebäude erblidt. Er gab seinem Pferde die Sporen; denn Hetty Vincent wartete bereits auf ihn.

* I[ Von merkwürdigen Neujahrsgesellschaften] erzählt eine englische Zeitschrift: Eine eigenartige Neujahrsver­sammlung fand vor einigen Jahren in Darwen in Lancashire statt. Damals bewirtete der Bürgermeister der Stadt, Mr. P. Tomlinson, 900 Personen zum Mittag­brot, deren Gesamtalter die ungeheure Summe von 70 000 Jahren betrug. Der älteste der Gäste stand, wie festgestellt werden konnte, in seinem 92. Jahre, das ,, kind" der Gesellschaft zählte 65 Lenze. Das Durch schnittsalter der 900 alten Leute war sehr hoch, faſt 78 Jahre. Nicht jede Stadt kann soviel Beispiele der Lang­lebigkeit an einem Tage aufweisen. Am Neujahrstage 1901 wurde von einem Herrn den sechs ältesten Persona in Norfolk ein Mittagessen gegeben; in diesem Fall war der älteste Gast nur 84 Jahre alt, und das Durch­schnittsalter betrug 79 Jahre; drei hatten schon die achtzig überschritten. In den ersten Stunden desselben Neujahrstages versammelte sich eine sehr merkwürdiga

|:[ Der deutsche Einfluß auf Frankreich.] Der ,, Mer­cure de France" hat eine Enquete über den deutschen ., Einfluß" eröffnet. Unter denen, die in der letzten Num­mer ihre Meinung sagen, befindet sich der Komponist Vincent d'Indy. Er ist der Ansicht, daß man mit Unrecht Deutschlands Einfluß auf Frankreich erst von 1870 da tieren lasse. Er ist viel älter und triumphierte bereits in der Romantiker- Periode. Ist dieser Einfluß gut oder schlecht? Er ist vor allem naturgemäß: es ist nur lo­gisch, bemerkt Herr d' Indy, daß, wenn in einem Lande ein Genie auftaucht, die Kunstbeslissenen der anderen Nationen ihm nachzueifern suchen. Das ist durchaus nicht tadelnswert. Dieser freie internationale Gedanken­austausch ist sogar eine der Lebensbedingungen der Entwickelung der Kunst. Trotz der von außen kommen­den Einflüsse gibt ein Künstler niemals etwas anderes als die Kunst, die er in sich selbst trägt. So hinderte der Italianismus nicht Herold und Auber, echt fran­zösische Musik zu schreiben, ebensowenig wie der deutsche Einfluß Herrn Mascagni hindert, echt italienische Mu­sik zu machen und sogar schlechte, sagt Herr von Indy.

Ich muß sofort zu ibr", sagte er zu fich. Hoffentlich fieht nns niemand zufammen; es wäre fatal, wenn die Lente Anlaß zu Gerede fänden. Ach, wäre die nächste halbe Stunde doch erst borüber!"

Der Baron ritt die Frout des Schloffes entlang. Seine Gattin, seine Schwester und Frau Everett saßen an dem einen geöffneten Bogenfenfter und tranfen Thee. Margarete stigte deu Ellenbogen auf das Fensterbrett. Sie trug ein bellarases

Seidenkleid, das zu ihrem klassisch schönen Gesicht vortrefflich paßte. Als sie die Hufschläge vernahm, blickte sie hinaus und begrüßte ihn herzlich.

Gesellschaft in San Francisco, deren Teilnehmer alla Opfer des Zigarrenrauchens waren. Die Gesellschaft vers sanimelte sich zu dem Zweck, um förmlich zu beschlic ßen, daß jeder von nun an und für immer das Zi­garettenrauchen zu Gunsten der weniger schädlichen Zi­garte oder Pfeife abschwören sollte. Bei dem ersten Schlage um 12 Uhr zündete jeder feierlich eine der zu verabschiedenden Zigaretten an, und als der letzte Schlag der mitternächtlichen Stunde verklungen war, schleuderte jeder seine Zigarette ins Feuer. Nachdem dann jeder das bindende Gelöbnis der Enthaltsamkeit abg legt hatte, beglückwünschten sie sich gegenseitig zum Neu­jahrsfeste und verloren keine Zeit, mit der Preise und Zigarre zu beginnen.

Wir warten mit dem Thee auf Dich, Robert", rief sie ihm lächelnd zu.

" Ah, da bist Du ia, Robert! Komm nur schnell", setzte Dora hinzu, dann schmeckt uns der Thee noch einmal so gut." Unter anderen Uniständen wäre der Baron sofort vom Pferde gesprungen hätte es dem herbeieilenden Groom übergeben und sich seiner Gattin und Schwester zugesellt. Jetzt that er das nicht, sondern rief mit lauter Stinime:

" Ich komme gleich wieder, erst muß ich dem Inspektor etwas sagen. Hier, Friedrich, führe das Pferd fort."

Der Reitknecht eilte dienstbeflissen hinzu und nahm das Pferd in Empfang. Audrey begab sich in das Wirtschaftsgebäude, welches er durch eine Seitenthür betrat.

Hetty, die in ihrem hübschen großen Hut blühend frisch und allerliebst aussah, begrüßte ihn schüchtern.

Der Baron nahin einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Thür zum Bureau. Dann ließ er Hetty eintreten, folgte ihr und schloß die Thür wieder zu. Sein nächster Blick galt den Fenstern. Der Raum besaß deren drei ziemlich große, welche alle auf einen weiten Grasplaz hinausgingen. Jedermann, der da draußen vorbeiging, fonnte jeden Gegenstand in dem Burean­zimnier erkennen.

Schnell entschloffen trat Audrey an eins der Fenster und ließ die Jalousie herab.

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D[ Johann Orth am Leben?] Der ehemalige Erzherz Johann von Desterreich, der vor Jahren unter dem Namen Johann Orth nach einem Familienzwist als Schiffskapitän nach unbekanntem Bestimmungsort unter Segel ging und seitdem verschollen ist, soll noch am Leben sein. So be­hauptete wenigstens nach einer Zeitungsmeldung sein Neffe, der wegen seiner Liebesaffäre mit der Schauspielerin Adamovics in legter Zeit so viel genannte Erzherzog co­pold Ferdinand alias Leopold Wölfling. Johann Orth soll sich bei seinem Bruder Erzherzog Ludwig Salvator auf dessen Besitzungen auf den Balearischen Inseln auf halten und ihn vor einem Jahre auf einer Facht nach Cannes begleitet haben, wo man ihn erkannt hätte. Außer dem sprach dafür, daß dem Großherzog von Toscana, dem Bruder Johann Orths, die Auslieferung eines Deps des Verschollenen von 4 Millionen Gulden bei der Bairt von Zürich und ebenso Auskunft über die Berwendung der Zinsen dieses Kapitals rundweg verweigert wurde. Der Neffe Johann Orths schließt daraus, daß dieser ,, dic Zinsen aus Zürich bezieht und gesund und in Ruhe verzehrt".

Kommen Sie hierher, Frau Vincent", sagte er, auf die verdunkelte Stelle deutend." Bitte, nehmen Sie Blaz." Er schob ihr einen Stihl hin und zog einen für sich heran, auf welchen er sich in einiger Entfernung von Hetty niederließ. Während sein Gesicht sich im tiefften Schatten befand, fiel das Sonnenlicht voll auf Hettys Antlik und ließ ihre großen dunklen Augen wie zwei wunderbare Sterne leuchten. Auf ihren Wangen lag ein zartes Rot, während die Stirn und der übrige Teil des Gefichts eine blendende Weiße zeigten.

Bor langer Zeit, als der Baron noch ein Jüngling war, hatte er Hettys außergewöhnliche Schönheit bewundert, aber ein anderer Gebante als der einfacher Bewunderung war ihut nicht in den Sinn gefommen. Er war viel zu stola, un fich in ein Mädchen, das gesellschaftlich so tief unter ihm ftand, an verlieben. Mit einent leisen Gefühl des Selbstvorwurfs rief er fich iest ins Gedächtnis, was fie feinetwegen alles erdaldet. Er fonnte bie Spuren tiefen, feelischen Leidens aus ihrem Geficht heraustesen. Diese und ihre gegenwärtige Augft verlieben dem hübschen Geficht

Bunte Chronik. Der 100 000 Mark- Defraudant Kün merling aus Hamburg, dessen in Paris erfolgte Ver hafiung vor einiger Zeit gemeldet wurde, ist nunmehr nach Er edigung der diplomatischen Auslie crun s.echan lungen in sicherer Begleitung nach Hamburg übergeführt und dort in Untersuchungshaft genommen worden.

-Wie aus Bückeburg gemeldet wird, wurden auf dem Georgschachte bei Stadthagen durch eine Kesselexplosion zwei Arbeiter getötet und mehrere andere verlegt.

- Die in Bonn verstorbene früher in Krefeld wohnhaf e Frau Hermann Franck hat der Stadt Krefeld ihr Ver­mögen in der Höhe von 40.000 Mart zu wohltätigen Zwecken vermacht.

In einem plößlichen Anfalle von totaler Geistes­störung erschlug in Freising eine 43 jährige Witwe ihre fünf Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren mit dem Beile. Die Frau wurde in eine Irrenanstalt gebracht.

In Level bei Bruck erschoß der Eisenbahnbeamie Leopold Purgathofer aus Eifersucht die Tochter Anna des Eisenbahnbediensteten Wieberger und entleibte sich dann

selbst.

- Der Advokat Dr. Ludwig Freund in Budapest wurde bei einem Spaziergang von einer entlassenen Köchin mit einem scharf geschliffenen Dolchmesser überfallen und er­heblich verwundet; die Köchin wurde verhaftet.

In der mexikanischen Stadt Mazatlan ist die Beulen­pest ausgebrochen. Die Einwohner verlassen scharenweise die Stadt.

einen gewissen pikanten Reiz, wie man ihn bei einer Dorfschönen nie und nimmer zu finden pflegt. Wie er sie eine Weile so in tiefem Nachsinnen betrachtete, vergaß er fast, weshalb sie hier sei. Dann fiel es ihm plößlich wieder ein, und er gab seiner Haltung unwillkürlich einen Rud, während eine heiße Beschämung sein Gesicht rötete. Es war ihm plöblich in den Sinn gekommen, welches Unrecht er begangen, daß er die Fensterjalousie herablies, damit tein Mensch von außen ihn und Hetty bemerken fonnte. Sie wünschten mich zu sprechen?" fragte er hastig. Was betrifft es?"

Sie müssen es doch wissen, Herr Baron", Hettys Lippen zuckten, sie sah aus, als wolle fie in bitterliches Weinen ausbrechen. Der Baron sah dies und erschrat. Nur keine Thränen, feine aufregende Scene", dachte er bei sich.

" Ich kann es mir allerdings denken", erwiderte er leiſe. ,, Aber, bitte, beherrschen Sie sich, bleiben Sie ruhig."

Hetty schluckte tapfer ein paar aufsteigende Seufzer hinunter und wischte mit energischer Gebärde über ihre feuchten Augen. Sie erinnern sich also an alles?" fragte sie zaghaft. Andrey nickte.

Alles- alles- Herr Baron?"

Wieder nichte er lebhaft..

Aber damals wußten Sie es nicht!"

Der Baron erhob sich und verschränkte die Arme auf dem Rüden.

Ich hatte damals alles vergeffen, alles!" verfeste er düster. Ich litt unter dem Verhängnis unseres Geschlechts. Wie eine Wolfe lag es über meinem Geiste, und ich wußte nichts- absolut nichts von dem Geschehenen."

Ich weiß, Herr Baron, ich wußte es damals schon! Darum stellte ich mich auch auf Ihre Seite." Der Baron hatte sie rubig reben lassen. Dann fuhr er mit eintöniger, dumpfer Stinne fort:

Ich habe mein Erinnerungsvermögen wiedergefunden. Bor etwa fünf Monaten zu Beginn des Winters- tam ich von London hierher. Ich ging an den Ort, wo der Mord stattgefunden hatte, und dort unter Umständen, die ich Ihnen nicht zu er­flären brauche dort fehrte mir die verlorene Gedächtnistraft Sie töteten Franzins, nachdem er Sie herausforderte", warf Seth ein.

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Sie haben alles mitangesehen?"

Ja, Herr Baron, ich sab alles. Sie töteten ihn, weil er Six angriff."

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