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Aus Franken, 3. Nov. Oberamtsrichter Dr. Hallein| Ochsenfurt, der über 20 000 mt. Mündelgelder unter­flagen und sich, als die Sache heraustam, in die Kreis­immenstalt begeben hatte, wurde heute nach Würzburg in Untersuchungshaft gebracht.

Stadttheater Gießen. Alt- Heidelberg.

Schauspiel in 5 Aufzügen von Wilhelm Meyer- Förster. 3wei Jahre sind vergangen, seitdem Meyer- Försters Schauspiel zum ersten Male bei uns in Szene ging; es at inzwischen für Gießen den Reiz der Neuheit verloren,

naturgetreuen Wiedergabe sezen.- Die Darstellung war im großen Ganzen gut.

-

Herr Achterberg hatte sich im ersten Aft etwas zu viel Reserve auferlegt; er wollte ja sicher den Zwang der höfischen Etiquette dartun, aber der Schimmer von an­geborener Eleganz darf dadurch der Figur nicht genommen werden die ersten Szenen müssen mit jener bezwingenden, selbstbewußten Freundlichkeit gespielt werden, die auch in der Herablassung den Aristokraten verrät. Durch deren fagen Fehlen erhielt die Gestalt etwas Unbehilfliches, ich möchte Unprinzliches. Später, im dritten Aft fand Herr A. jedoch echte, lebenswarme Töne und auch in den Schluß­aften war er sehr gut. Frl. Hellberg wird in jeder

von 25 Mt. genommen. Der Dienstknecht Johannes Bach von Ober- Seemen entwendete auf dem Dotten­felder Hof bei Vilbel seinem Mitknecht Johannes Kaiser ein Sparkassenbuch und erhob den Betrag von 200 Mt. In einem Brief an die Gendarmerie, den er mit dem Namen des Bestohlenen unterzeichnete, erklärte er die Sache für er­ledigt. Er hat sich dieserhalb auch wegen Urkundenfälschung zu verantworten und erhält eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten abzüglich 1 Monats Untersuchungshaft. Der wegen Sittlichkeitsverbrechens angeklagte Otto Steinbach von Schwalheim wird mangels Beweis freigesprochen. Der beim Amtsgericht Bad Nauheim beschäftigte jugend­liche Schreibgehülfe Heinrich Sprengel erhob bei verschiedenen

den). Nad her von seiner Zugkraft noch nicht das Geringste einges Rolle, der sie den Liebreiz ihrer Persönlichkeit leiht, gefallen. Leuten, unter Vorzeigung von ihm fälschlich angefertigter usschuß statt ßt. Zwei Jahre, just so lange wie Carl Heinz brauchte In ihrer Käthie tam die Naive auf Kosten der Natürlichkeit Hebzettel, Geldbeträge im Gesamtbetrage von 400 Mark.

11m die Weit, in der sich ihm nach einer todesöden Kind­

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finden. Auch bei uns ist es nicht mehr wie damals bas Serz ist fühl gegen die Lampion- Poesie und empfind­samer für die Schwächen des Stückes geworden, wir sehen,

e die Sache baß es nur fleine, unscheinbare Lichter sind, die der Dichter damit diese entzündet und vergebens lauscht das Ohr, um aus dem an verhandelt und geschlagenen Afford einen Ton zu erhaschen der nachklingen usschuß zur önnte. Nur manchmal wie am Ende des zweiten Raß erfiaftes- wenn im Hintergrunde der Szene das alte Schloß enn damit aus wie ein gewaltiger Riese in die Dämmerung ragt, die Stadt tung der am Fuße des Berges ihre Lichter entzündet und der Mond Oberbürgen Fein Silber auf den glitzernden Neckar streut, dann vergißt einverstanden man, daß das Bild da oben zu einseitig ist um als ein doch der mission zurück dem Bauber der Frühlingsnacht und die Geister der Er­Montag Mannering pochen mächtig im Innern, als wollten sie süße, einigen Relle Längst vergangene Stunden heraufbeschwören.- Im dritten ollen den G Atte noch einige Szenen voll übersprudelnder Jugendlaune bann ist es vorbei. Vorbei mit dem Glücke des Erb­prinzen und dem des Dichters. Schon der vierte Aft kann nicht erwärmen nnd der Letzte wird durch einige boshafte Seitenhiebe und die allzu aufdringliche Stimmungsmacherei auch nicht besser.- Trotzdem wird Alt- Heidelberg bei guter Inszenierung immer Erfolg haben. Ich denke noch mit Schaudern daran zurück, wieviel gerade da rin in den beiden letzten Jahren bei uns gefündigt wurde und war angenehm überrascht, was Herr Regisseur Haag aus unserer leinen Bühne gemacht hatte. Ueberall verriet sich eine glückliche Hand und ein guter Geschmack- besonders die Studentenszene im zweiten Aft tam ungemein lebensvoll zur Geltung. Einige kleine Störungen machten sich zwar bemerkbar man darf sie aber ruhig auf das Konto der

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etwas auf Boch verföhnte fie wieder burch ihr be­etwas allzusehr zur Geltung, sie war im Anfang nicht den alten Dr. Jüttner mit guter Charakteristik und Herr zwingendes Spiel im letzten Afte. Herr Linzen verkörperte Tamte zeigte sich als Kammerdiener von seiner besten Seite. Zwei Rollen ganz verschiedenen Genres hatte Herr Gronert übernommen und das isch zu viel für ein Leider war Herr Conradi als Kellermann nicht besonders Einzelne" als Gastwirt war er besser wie als Kammerherr. gut. Herr C. war viel zu viel Stomiker. Den Grafen von Arterberg gab Herr Sandorff zwar ganz paffabel, doch ter tondichterische Versuche an alten bewährten Liedern auf offener Szene nicht anstellen.- Das Haus war sehr gut besucht und hielt mit dem verdienten Beifall nicht

zurück.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

H.

Gießen, 3. November 1903. Bei verschlossenen Türen wird gegen einen Buchbinder und Schreibmaterialienhändler verhandelt, welcher wegen Verkaufs unzüchtiger Bilder unter Anklage gestellt ist. Das Urteil lautet auf 150 Mt. Geldstrafe. Der Standesbe amte Martin Jehner von Rödgen( b. Friedberg) hat bei der Trauung eines Ausländers die nötigen Vorschriften außer Acht gelassen. Mit Rücksicht auf die besonders schwierigen Umstände des Falles für den Angeklagten, wird auf die Minimalstrafe von 3 Mt. erkannt. Lehrer Nikolaus Kredel von Petterweil verasfolgte einem Kinde, bet dem förperliche Züchtigungen unzulässig sind, einige Stockschläge. Wegen Vergehens gegen§ 340 wird er in eine Geldstrafe

Mitbürger in Stadt u. Landkreis!

Dem dritten der grossen Paladine unseres siegreichen Kaisers, dem Kriegsminister Albrecht v. Roon, soll in der Stadt seines Wirkens ein Denkmal gesetzt werden. Ist Roon auch nicht in dem Grade wie Bismarck und Moltke bekannt geworden, so schuldet ihm doch das Vaterland den grössten Dank für die Erfolge im Kriege von 1870/71 und für die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches. Er hat in rastloser Tätigkeit das Schwert geschärft, mit dem Moltke die Schlachten geschlagen und ge­wonnen hat; er hat das Fundament bauen helfen, auf dem Bismarck den gewaltigen Bau des Deutschen Reiches errichtet hat.

In allen deutschen Gauen hat man opferwillig Gaben gespendet, auch in unserem Kreis haben bereits Offiziere und Veteranen einen ansehnlichen Beitrag gestiftet. Bürger und Bewohner in Stadt und Land, lasst ohne Rücksicht auf den Stand­punkt der Parteien und den Zwiespalt der Meinungen auch uns den Dank für die unsterblichen Verdienste Roons durch Beiträge zur Errichtung eines seiner vater­ländischen Bedeutung würdigen Denkmals betätigen.

Jede Gabe, auch die kleinste, ist willkommen. Eine Beitragsliste wird in Umlauf gesetzt. Ausserdem ist jeder der Unterzeichneten bereit, Beiträge entgegenzunehmen Giessen, den 31. Oktober 1903.

Das Komité für die Errichtung eines Roon- Denkmals:

Dr. Brauns,

Rektor der Ludwigs- Universität,

Vorsitzender.

Emmelius, Kommerzienrat, Schriftführer.

Heichelheim, Kommerzienrat, Schatzmeister.

Balser, Ernst. Becker, Bauinspektor. Bommersheim, Strassenmeister Bruchhäuser, Bezirks- Vor­sitzender. Bücking, Landgerichtsdirektor Buttron, Bürgermeister. Diehm, Baurat. Dr. Dickoré, Sanitätsrat. Döring, Rendant. Dr. Esch, Direktor. Fischbach, Kaufmann. Hahn, Rektor. Haupt, Oberst a. D. Heyligenstädt, Kommerzienrat. Heller, Bürgermeister. Dr. Heinrichs, Regierungsrat. Hoffmann, Oekonomierat. Jäger, Zahnarzt. Frhr. v. Jungenfeld, Bank- Vorstand. Kindt, Buch­druckereibesitzer. Kirch, Stadtverordneter. Dr. Krüger, Professor. Kullmann, Landgerichtspräsident. Kullmann, Oberst a. D. Lange, Buchdruckereibesitzer. Marx, Grubenrepräsentant. Dr. Metzler, Regierungsrat. Müller, Fabrikant. Meyer, Postsekretär i. P. Dr. Naumann, Pfarrer. Nordmann, Verkehrsinspektor. Dr. Oncken, Prof, Geh. Rat. Petri, Louis III., Vorsitzender des Veteranen­Vereins. Roth, Regierungs- und Baurat. Schaffstaedt, Fabrikant. Dr. Schädel, Prof., Geh. Schulrat Stork, Verwalter. Spamer, Direktor. Dr. Theobald, Oberstaatsanwalt. Traber, Hauptlehrer. Dr. Wagner, Regierungsrat. Welker, Apotheker und Beigeordneter. Wiener. Amtsgerichtsrat. Zimmer­mann, Bürgermeister.

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Es suchen Arbeit:

5 Bauschlosser, 1 Schmied, 1 Maschinist oder Heizer, 1 Buchbinder, 5 Schreiner, 2 Küfer, 1 Bäcker, 1 Flickerin, 1 Büglerin, 2 Installateure, 1 Spengler, 4 Hausburschen, 2 Kutscher, 1 Fuhrknecht, 1 Kellner, 1 Diener, 1 Dienstmäd­chen, 1 Kindermädchen, 1 Laufmädchen, 6 Lauffrauen, 1 Bureaugehülfe, 1 Kranken- bezw. Wochenpflegerin( auch nach ausw.)

Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den Gerichts" und" Deffentlichen Sprechsaa!": Fr. Oppermann,

Wer statt des teneren, Herz und Nerven aufregenden Tees oder Bohnen­kaffees den wohlbekömmlichen, schmack­haften und wohlfeilen Kathreiners Malz­kaffe trinkt, der nützt zugleich seiner Gesundheit

und seinem Geldbeutel.

Am 11. November 1903

beginnt die erste Gewinnziehung der

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( Mitteldeutschen).

Moglicher 750000 MK.

Höchstgew.:

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500000 Mt.

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zusammen 40 500 Gewinne und 6 Prämien. Lose zu der am 11. November 1903 beginnenden Ziehung

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sind zu haben bei der amtlich bestellten Hanpt- Kollektur

Richard Buchacker,

Neuen- Bäue 11 Gießen Neuenbäue 11.

Man verlange:

GRENAC

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Erste Taunus- Cognac- Brennerei Fritz Scheller Söhne Homburg v. d. H... Gegründet 1843. 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3., 4., 5., 1/2 Flaschen verhältnissmässig. Preise stehen auf den Etiketten. Niederlagen durch Plakate kenntlich.