5. Situng der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld u. Lauterbach.
Protokoll Auszug.
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Gießen, 30. Juni 1903.
* Ernannt wurden: Pfarrassistent Repp zu Neu-| Isenburg zum Pfarrvifar zu Alsfeld( zweite Pfarrftelle); Pfarrvikar Freund zu Villingen, Defanat Hungen, zum Pfarrverwalter daselbst. Zur Wiederbeseßung wird ausgeschrieben: die zweite evangeliste Pfarrstelle zu Baben
Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzen- hausen, Dekanat Groß- Umstadt. der, Kommerzienrat Heichelheim, Hoos, Kaz, Moll, Nowack, Ramsp: c, Röhr, Steinecke, Zurbusch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist Folgendes mit zuteilen:
** Der ordentliche Professor des Maschinenbaues an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Herr Professor Krauß erhielt einen ehrenvollen Ruf an die Technische Hoch schule in Graz.
a) Am 6. Juni fand eine gemeinsame Sizung von Vertretern der Handelskammern Friedberg und Gießen und der Leiter der kaufmännischen Fortbildungsschulen in Friedberg und Gießen statt, in der die Abhaltung von Kon= ferenzen für die Lehrer an den kaufm. Fort bildungsschulen Oberhessens beschlossen wurde. Die Konferenzen sollen vorerst zweimal im Jahre und zwar im Frühjahre nach Beendigung des Schuljahres und im Herbst in Gießen stattfinden. Die erste Konferenz ist für den nächsten Herbst vorgesehen. Den zur Teilnahme berufenen Lehrern sollen Diäten und, sofern sie auswärts wohnen, Reisekosten vergütet werden. Auch fand der Vorschlag allgemeine Buftimmung, daß zu den Prüfungen der ihrer oberen Aufsicht und Leitung unterstellten Schulen die beiden Handelskammern sich gegenseitig einladen.
b) Die Handelskammer hatte vor einiger Zeit bei dem Reichspostamt beantragt, daß Post aufträge mit dem Vermert, Sofort zu rück" nach der ersten erfolglos gebliebenen Bestellung nicht sofort zurückgesandt, sondern bis zum Schlusse der Schalterdienststunden des betreffenden Tages zur Einlösung oder Erteilung der Annahmeerklärung bereit gehalten würden. Nach einer Mitteilung des Herrn Staatssekretärs des Reichspostamts wird diesem Antrag durch eine entsprechende Aenderung der Postordnung Folge gegeben werden.
c) Ferner ist einem Antrage der Kammer zufolge von der Eisenbahndireftion Frankfurt a. M. zugestanden worden, daß die Rückfahrkarten Gießen- Lollar in Zukunft auch zur Rückfahrt über Abend stern berechtigen.
d) Die von der Handelskammer befürwortete Ermäßigung der Staatsbahn- Abfertigungsgebühren im Uebergangsverkehr mit der Biebertalbahn ist genehmigt worden, sodaß vom 1. Juli d. J. ab die Frachtsätze der Staatsbahnstationen Abendstern und Gießen für Steine, Erze, Kohlen, Düngemittel, Begebaustoffe, Holz und einige andere Güter um 2 Pfg. für 100 Alg. gekürzt werden.
e) Der Jahresbericht der Handelskammer für 1902 ist gedruckt und zum Teil versandt worden.
2. In einer Eingabe an die Kammer wurde auf den Mangel einer telegraphischen Verbindung zwischen Grebenhain, Bermutshain und Lichen roth hingewiesen und die Einrichtung einer Fernsprechverbindung zwischen diesen Orten angeregt. Die Kammer beschloß, der Anregung Folge zu geben und bei der OberPostdirektion in Darmstadt die telephonische Verbindung jener Ortschaften zu befürworten.
3. Auf eine Umfrage ist der Handelskammer eine Reihe von Wünschen bezüglich der Ausdehnung des Fernsprechbereiches von Gießen und Alsfeld übermittelt worden. Da im Interesse von Handel und Industrie die Ausdehnung des Sprechbereichs betder Städte dringend erforderlich und eine hinreichende Benuzung zu erwarten ist, so wird die Kammer auf Grund des eingegangenen Materials bei der Postverwaltung ihre Erweiterung beantragen.
4. Von mehreren Eisenwaarenhändlern in Gießen wurde darüber geklagt, daß auf der Station Gießen beim Umladen und Ausladen infolge Unvorsich= tigkeit des Personals in unverhältnismäßig zahlreichen Fällen Guß waaren beschädigt worden. Es wurde beſchloſſen, die Eisenbahnverwaltung auf diesen Mißstand aufmerksam zu machen.
( Schluß folgt.)
Lokales.
Gießen, den 4. Juli 1908. ** Der Großherzog hat dem evangelischen Pfarrer, Kirchenrat Ludwig Frohnhäuser zu Mainz den Charakter als Geheimer Kirchenrat erteilt.
** Der Großherzog hat am 1. Juli den Oberlehrern an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen Rudolf Block und Dr. Peter Dittmar, dem Oberlehrer an dem Gymnasium zu Gießen Dr. Franz Schmitt den Charakter als Professor erteilt.
* Magistratssekretär Kanzleirat Demuth wtrd vom 16. August ab in den wohlverdienten Ruhestand treten. Herr Demuth ist 80 Jahre alt und befindet sich über 60 Jahre im Dienste der Stadt Gießen.
** Die Eröffnung des neuen Friedhofes fand am Mittwoch statt. Bis jetzt ist noch keine erwachsene Person mit kirchlicher Beteiligung darauf beerdigt worden. Bei der ersten Beerdigung einer erwachsenen Person mit firchlichen Ehren wird sich der Stadtvorstand beteiligen.
Erschossen hat sich gestern Mittag in seiner Wohnung Dr. Kämpf. Die Ursache, die den Dr. K. zu diesem Schritt veranlaßt fonnten wir nicht in Erfahrung bringen. Er hinterläßt eine Gattin mit 4 Kindern.
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Bei der heute erfolgten Riehung der 3. Klaffe der 3. Mitteldeutschen Staatslotterie wurden folgende Hauptgewinne gezogen: 10 000 Mart auf 24 363, 3000 Mart auf 39 609, je 1000 Mart auf 27 662, 39 138 40 382, 75 957. Ohne Gewähr.
** Die Gesellschaft Selters Sprudel Auguste- Viktoria G. m. b. H. beschloß in ihrer in Gieße'n abgehaltenen Generalversammlung, für das am 1. April abgelaufene Geschäftsjahr, eine Dividende von 6 Proz. zu ver= teilen. In den 3 ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres gelangten bereits 150 000 Kilo Rohsenläure und über 400 000 Gefäße Wasser zum Versandt.
*** Die zweite Kammer der Landstände tritt am Dienstag wieder zusammen. Auf der Tagesordnung steht Folgendes: Regelung der Mietentschädigung für Dienstwohnungen der Staatsbeamten; die Ausbildung der Verwaltungsbeamten; Aufhebung der Beiträge zur Großherzogl. Offizier Wittwen- und Waisentass, sowie zur Unteroffiziertasse; gesetzliche Regelung des Milchverkaufs; Uebernahme sämtlicher Volksschullasten auf den Staat; die meßbriefliche Wahrung der zeitlichen landwirtschaftlichen" Kulturverän derungen in den Grundbüchern und Steuerkatastern; das Bahnprojekt Mücke- Ulrichstein- Ripfeld; Vorstellung des Zugführers Port in Gießen, anderweite Feststellung seines Besoldungsdienstalters; Vorstellung von Gehülfen im mittleren Eisenbahndienst, ihre dienstlichen Verhältnisse; Wahl eines Mitgliedes in den vierten Ausschuß; Wahl eines Mitgliedes in den Ausschuß für den Gesezentwurf, die Landstände betr.; die Wahl eines Ausschusses für den in Aussicht stehenden Entwurf eines Landwirtschaftskammer- Gesetz eventl. Wahl der Mitglieder dieses Ausschusses; die Großh. Offizier Wittwen- und Waisenfasse sowie die Unteroffizier Wittwentasse; Verlauf des Steuerkommissariats zu Friedberg und Errichtung eines Steuerverwaltungsgebäudes daselbst; die Tiefbohrung auf Sool- und Thermalwasser in Bad Salzhausen; die Veräußerung von fistalischen Grundstücken.
** Volks Vorstellung. Wie aus dem Inserat der heutigen Ausgabe zu ersehen, geben Louise Eickermann Trautmann und Herr A. Eickermann, vom Hoftheater zu Meiningen, am Sonntag, den 5. Juli, abends 8½½ Uhr im Stadttheater eine Vottsvorstellung zu kleinen Preisen. Das Programm ist ein sehr gewähltes und enthält so viel interessante und hochhumoristische Charakter- Darstellungen, daß alle, die gerne und herzlich lachen wollen, der Besuch dieser Vorstellung empfohlen werden kann.
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* Die Anlagen- Musik findet morgen 11½ Uhr in den Süd- Anlagen mit folgendem Programm ſtatt. 1. Hochzeitsmarsch, von Mendelssohn. 2. Simplicius Quadrille, von Strauß. 3. Abschied vom Walde, Lied von Mendels
sohn. 4. Saraphrase über" Spinn Spinn", von Franz, ** Kinderfest im neuen Saalbau. Sonntag, den 5. Juli findet im neuen Sualbau ein in allen Teilen originell arrangirtes Kinder- und Familienfest statt zu dem großartige Attraktionen aufgeboten worden sind. So wird u. a. ein riesiger 20 Fuß hoher Ballon Iltis" auffliegen. Ein Bonbonregen wird wohl besonders die liebe Jugend interessieren und damit es den Kindern an fröhlicher Kurzweil nicht fehle, wird der urkomische Onkel Pelle einige Ansprachen an die Kinder halten. Ferner sind geplant ein pompöser Feftzug, Helgoländer Fischerknaben und Mädchen und bei eintretender Dunkelheit eine Fadelpolonaise. Kinderspiele aller Art finden statt, wie Helgol. Knotentauen, Wimpelspringen, Tänzchen, Brezelschrappen 2c. Prächtige Preise und Hauptgeschente tommen zur Verteilung, u. a. ein Papagei und ein dezentes Kaffeeservice. Um das bunte Leben und Treiben des Festes zu erhöhen, erhält jedes Kind an der Kasse einen reizenden Strandhut gratis. So viel steht fest, Jung und alt soll sich tüchtig amüsieren, und die Eltern sollen sich mit ihren Kindern freuen. Also morgen soll die Parole sein: Auf nach dem neuen Saalbau.
Verfehlungen allmählig seltener werden, wenn die Dienstboten wissen, daß solche unweigerlich im Dienstbuch Aufnahme finden. Auch haben die Herrschaften dadurch einen Maßstab für das mehr oder minder große Vertrauen, welches sie ihren Dienstboten entgegenbringen fönnen. Hat ein Dienstbote, wie es so häufig vorkommt, sein Dienstbuch verloren, oder sein Beugnis nicht eintragen lassen, so mag die Herrschaft sich erkundigen; in einem solchen Falle wird sie regelmäßig die volle Wahrheit erfahren.“
** Der Gießener Zitherklub( Wohltätigkeitsverein) feiert morgen sein Sommerfest auf der„ Schönen Aussicht". Es ist reichlich Gelegenheit geboten sich die Stunden zu verkürzen, da Karoussel, Schießbuden u. 1. w. vorhanden sind; auch für die Kinder ist gesorgt durch allerlei Kinderspiele. Abends wird eine italienische Nacht veranstaltet. Besizwechsel. Des Haus des Rechtsanwalts Jung ist ohne Garten zum Preise von 80 000 mt. in den Besiz des Kaufmanns Röhr übergegangen.
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Grünberg, 3. Juli. Die Luftschifferin Fräulein Paulus aus Frankfurt a. M. landete mit dem Luftballon heute morgens 7 Uhr kurz vor der Neumühle bei Grünberg. ** Mücke. Die neue Direktorstelle soll, wie wir hören, durch eine tüchtige junge Kraft aus Nauheim besezt werden. ** Neu- Ulrichstein, 3. Juli. Ende Junt befanden sich auf hiesiger Arbeiter Kolonie stellen- resp. arbeitslos 57 ** Grüningen, 3. Juli. Auf dem Gehöft des Chr. Lauber ist die Schweinepest festgestellt. Das Gehöft ist gesperrt.
** 17,000 Marf jährliche Rente. Eine lebenslängliche jährliche Rente von 17,000 Mark sprach das Landgericht in Frankfurt dem Dr. med. Weißgerber zu Lauterbach in Hessen als Entschädigung für einen erlittenen Eisen bahnunfall zu. Der Sachverhalt ist folgender: Am 21. Juni 1897 entgleisten auf der Bahnstrecke Gießen- Fulda die zwei letzten Wagen eines Personenzuges bei der Station Rensendorf. Dr. Weißgerber zog sich bei diesem Unfalle erhebliche Verlegungen zu, die zur Folge hatten, daß er seine Berufstädigkeit aufgeben mußte. Der preußische Eisenbahnfi? cus erkannte seine Pflicht zum Schadenersaz an, aber nicht in der erlangten Höhe. Info'ge dessen fam es zum Rechtsstreit. Das Gericht seßte eine so hohe Rente fest, weil der Kläger eine weit ausgedehnte Praxis und besonders einen bedeutenden Ruf als Operateur besaß.
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Mann.
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Holzheim, 3. Juli. Der Brand, der 4 Häuser, 10 Scheunen und 14 Nebengebäude einäscherte ist gelöscht. Dte Brandstätte bietet einen trostlosen Anblick. Wenn man bedenkt, daß 10 Sofraiten fast vollständig vernichtet sind, so fann man sich einen ungefähren Begriff von dem Herde des Feuers machen und es ist bei den ungünstig einwirkenden große Hiße und Dürre und herrschender Umständen noch ein Wunder, daß man es durch anWaffermangelbet lobend hervorgehoben werden die große Hilfsbereitschaft gestrengteste Löscharbeit so bewältigen konnte. Es muß hierder hiesigen Einwohner sowohl wie der erschienenen ausNachbarorten Gambach und Grüningen, die durch wärtigen Wehren. Ganz besonderes Lob aber gebührt den Wasserfahrten sich sehr verdient gemacht haben. Von auswärtigen Wehren waren Grüningen, Dorfgill, Eberstadt, Oberhörgern, Bußbach, Gambach und Lanaqöns erschienen. Kreisamt Gießen erschienen ebenfalls auf der Brandstätte. Herr Kreisfeuerwehrinspektor Loos und ein Vertreter Großh. An lebendem Inventar ist, außer Geflügel nichts verbrannt. Die Namen der Abgebrannten sind: Konrad Wilh. Rieb gebäude), Balthaser Brock( Scheune und Nebengebäude), ( ganzes Anwesen), Konrad Jung 10.( Scheune und NebenWilh. Zeit( Scheune u. Stallungen), Adam Bingel( ganze Hofratte), Joh. Herm. Schmand( Scheune und Nebengebäude), Friedrich Jung 3.( Scheune und Nebengebäude), Johann Konrad Reiß( Scheune und Nebengebäude).
* Dienstherrschaften geraten beim Weggang ihrer bisherigen Dienstboten sehr häufig in Verlegenheit darüber, wie sie das Zeugnis ausfertigen sollen, ein schlechtes mögen sie nicht geben und ein gutes wallen sie nicht geben. Es dürfte daher angebracht sein, auf die gefeßlichen Bestimmungen hinzuweisen, die das Zeugnis der Dienstbot n betreffen. Die wichtigsten hiervon sind folgende: Keine Herrschaft fann gezwungen werden, in das Dienstbuch eines Mädchens eine Bemerkung über eine Unredlichkeit einzutragen. Die Unterlassung einer solchen Eintragung fann aber für die betreffende Dienstherrschaft üble Folgen haben. Die nächste Herrschaft fann verlangen, daß die ins Buch eingetragenen 3 ugnisse wahrheitsgemäß und vollständig sind. Sie fann, wenn das auf Grund solcher Zeugn sse gemietete Dienstmädchen sich bei ihr gleiche Verfehlungen zuschulden kommen läßt, die frühere Herrschaft für den erwachs nden Schaden ersißpflichtig machen. Wenn auch die Folgen ganz wahrheitsgetreuer Beugnisse für die Betroffenen nachteilig sein mögen, so werden
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Langd, 2. Juli. Die linte Hand durch eine Kreissäge abgeschnitten wurde gestern dem 15jährigen Lehrling W. Knorr. Der Verunglückte wurde ins Krankenhaus nach Hungen gebracht.
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Lich, 4. Juli.
Sein 50jähriges Dienstjubiläum
feierte gestern der allgemein beliebte Lehrer Jäger; gegen 80 Lehrer hatten sich aus nah und fern eingefunden, um den Jubilar zu beglückwünschen. Im Holländischen Hof" fand ein Festessen zur Feier des Tages statt, an das sich ein Konzert anschloß, welches die Teilnehmer in fröhlicher Stimmung bis zum Abend beisammenhielt. Vormittags fand ein gemeinsamer Kirchgang statt und abends brachte der Gesangverein ,, Cäcilia" dem Jubilar ein Ständchen.
Weiperfelden, 3. Juli. Gestern landete hier ein Luftballon mit drei Infaffen. Die Luftschiffer waren Angehörige( Offiziere und 1 Unteroffizier) der 2. Rompagnie des Mit einem Luftschifferbataillons in Berlin- Reinickendorf. alsbald beschafften Wagen begaben sich die Herren nach Buzbach und fuhren nach ihrem Garnisonsorte( Berlin) zus rück. Die Abfahrt war am Abend vorher um 8 Uhr in Göttingen erfolgt.
Odenhausen bei Lollar, 3. Juli. Am Sonntag wird unser allverehrter Pfarrer Lindenborn, welcher über 30 Jahre hier gewirkt, seine Abschiedspredigt halten. Als Nachfolger ist Pfarrer Sproedt, der früher in Wezlar als
Synodalvikar wirkte, gewählt.
Die amtliche
k. k. ,, Wiener Zeitung"
Nr. 277, Seite 775, bespricht in würdiger Weise folgende Anerkennung der Heilkraft des Wilhelm's antiar thritischen und antirheumatischen BlutreinigungsThees des Herrn Franz Wilhelm, Apotheker f. und f. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich:
Nach mehrseitig gemachten Erfahrungen können wir den antiarthritischen und antirheumatischen BlutreinigungsThee als ein sehr treffliches Mittel in rheumatischen und gichtischen Leiden anempfehlen. Seine spezifische Wirkung äußert er auf die gesamte Blutmasse des Körpers, sowie auf das Nervensystem, indem er die Dickfüssigkeit des Blutes hebt, das fohlenstoffhaltiae venöse Blut im Unterleibe reinigt Schleim und Gallenstofflagerungen entfernt, sowie Stuhlverstopfung hebt, welche sämmtlich zur Entstehung genannter Krankheiten Anlaß geben
Selbst der anhaltendere Gebrauch dieses BlutreinigungsThees belästigt die Verdauung nicht, im Gegenteile, er fräftigt sie.
Besonders empfiehlt sich der Gebrauch dieses Thees im Herbst, im Frühjahre, sowie auch in rauherer und kälterer Jahreszeit, wo genannte Uebel hervorzutreten und die mit demselben B. hafteten arg zu quälen pflegen.
Um sich vor falschen Nachahmungen dieses Thees zu hüten, wodurch der genannte gute Erfolg nicht erzielt wird, beziehe man denselben direkt aus dem Depot des Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, f. und t. Hoflieferant in Neunkirchen( bei Wien) oder dessen Niederlagen.
Dr. Raudnih.
Bestandteile: Innere Rußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Gryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemus. blätter 75, Binimstein 150, rotes Sandelholz 75, Barbannawurzel 44, Carurwurzel 3-50, Radic. Cariophyll. 3 50, Chinarinde 8-50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel( Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sassaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 350, weiß Senf 350, Nachtschattenstengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware.
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