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die Meerenge von Korea getrennt ist, in die eigene al­leinige Einflußphäre ein unberechenbarer Vorteil. Die Diplomatie der ganzen Welt richtet daher gespannt ihre Blicke auf die sagenumwobene Halbinsel im fernen Osten, von deren Kulturzuständen bei uns in Europa noch im­mer verhältnismäßig wenig bekannt ist. Speziell am ko­reanischen Hofe ist man im allgemeinen sehr spröde im Empfang neugieriger Reisender aus dem Abendlande. Um so größeres Interesse verdient daher die folgende leben­dige Schilderung, die der bekannte französische Schriſt­steller, frühere Marineleutnant Pierre Loti im ,, Figaro" von einem Besuche am Hofe in Söul entwirft.

Drei oder vier Tage nach meiner Ankunft in Söul, schreibt er, war auch unser Admiral mit anderen Offi­zieren dort angekommen, um dem Kaiser einen Besuch zu machen. Und eines Abends sah man uns alle in Gala­Uniform die Schwelle des neuen Palastes überschreiten. Unsere Enttäuschung war zuerst sehr groß: keine Pracht, nicht einmal etwas Seltsames in diesen modernen Bauten. Die Zauberer, die gefragt worden waren, in welchem Ge mach wir empfangen werden sollten, damit unser Besuch keine verhängnisvollen Folgen habe, hatten hartnäckig eine Art Schuppen mit bronzegrünem Getäfel und zinnɔ­berroter Bemalung genannt; man hatte dort in Eile Tep­piche ausgebreitet und einen großen wunderbaren Wand­schirm aus weißer Seide aufgestellt. Vor diesem elfen­beinweißen, mit Blumen, Vögeln und Schmetterlingen be­stickten Fond erschienen uns der Kaiser und der Kron­prinz, beide ſtehend und in einer vorgeschriebenen Hal­tung, wobei die Hand auf einem kleinen Tische ruhte; der Vater war in Gelb gekleidet, der Sohn in Kirschrot An der Taille wurden ihre ganz mit Gold bestickten präch tigen Roben von Gürteln aus kostbaren Steinen festge­halten. Einige offizielle Persönlichkeiten, Dolmetscher und Minister, standen neben ihnen in dunkelseidenen Ge wändern. Der Kaiser hatte ein pergamentblasses Gesicht, lächelnd, mit grauroten Lippen, ganz kleine bewegliche und lebhafte Augen, viel Vornehmheit und Güte. Der Kronprinz dagegen mit seinen rauhen, grausamen Ge­sichtszügen, schien unsere Anwesenheit kaum ertragen zu können; es schien uns, als ob ſein Vater fortwährend gezwungen wäre, ihn mit einem zärtlichen und bittenden Blick, mit einem leise gesprochenen freundlichen Worte zu beruhigen.

Am Abend gab der Kaiser seinen Gästen ein großes Essen, das ganz europäisch war. Alle Gerichte und alle Weine waren nämlich mit großen Kosten aus Europa nach Korea gebracht worden. Ist doch die ,, Hausdame" des Kaisers, die die Bestellungen in Europa zu machen und die Mahlzeiten vorzubereiten hat, ein altes französisches Fräulein. Nach dem Essen, dem als Vertreter des Kaisers einige Herren vom Hofe beiwohnten, präsentierte sich das kaiserliche ,, Balletkorps". Ein unsichtbares koreanisches Orchester erfüllte die Luft mit eigenartigen Trompeten­und Tamtamklängen, und plötzlich sprangen zwei über­lebensgroße Tiger in den Saal. Es waren zwei gestreifte mongolische Tiger, künstliche Ungeheuer aus schwarzem und gelbem Plüsch. Die Tiger tanzten zu den wilden, aber nicht ganz unharmonischen Klängen des Orchesters takt­mäßig einen Bärentanz. Dann kamen kleine dicke Akro­baten mit Stiernacken; die durchsichtigen Gewänder aus weißem Musselin ließen starke Muskeln sehen. Nach eini­gen Kunststückchen begannen die Akrobaten in gar kunst­voller Weise wie kleine Vögel zu singen und in den höch ſten Tönen zu zirpen wie die Cicaden an schönen Som­merabenden. Und dabei waren diese Künstler mit den kleinen Stimmchen kräftige Unteroffiziere der kaiserlichen Garde.

Nachdem die Akrobaten den Saal verlassen hatten, brachten Diener künstliche Päonien von unglaublicher Größe und einen kleinen Triumphbogen aus bemalter Pappe herein. Dann erschien ein Dußend kleiner drol­liger Persönchen in langen Kleidern. Auf dem Kopfe trug jede dieser Tänzerinnen des Kaiſers einen ganz unwahr­scheinlichen Haarturm, der ganz gut das Haargebäude von einem Dußend normaler Frauen hätte darstellen kön­nen, und darüber kleine Schäferhütchen. Die Damen sahen aus wie karifierte Puppen aus der Zeit Ludwigs des Sechzehnten, und niemand hätte sich unter dieſer Klei­dung aſiatiſche Tänzerinnen vorgestellt. Zuerst tanzten sie mit gesenkten Augen und ausdruckslosem Gesicht eine Art tragischen Tanzes, wobei sie mit kleinen Säbeln spielten. Dann nahmen sie ihren kleinen Rokɔtɔhut ab und begannen ein gar findisches Spiel: eine nach der anderen versuchte durch ein Loch, das sich in dem Triumphbogen aus Pappe befand, eine leichte Kugel zu werfen; wenn der große Wurf gelang, erhielt die geschickte kleine Puppe von den anderen Puppen als Belohnung eine Riesen­päonie, die in den Haarturm gepflanzt wurde; wenn aber die Kugel nicht durchging, mußte sich die ungeschickte Wer. ferin mit Tusche ein schwarzes Kreuz auf die Wang: malen lassen. Schließlich waren alle Damen mit Kreuzen und mit Päonien geschmückt. Das ganze Spiel wirkte er. müdend und einschläfernd, und die traurige, unlustige Musik verstärkte diesen Eindruck. Trogdem sah und hört: man gern zu, denn die Anordnung war nicht ohne Eleganz und Kunst.

Ms die französischen Gäste am nächsten Tage Soul verließen, wurden sie vom Kaiser reich beschenkt: jeder erhielt ein fleines Kitchen aus versilbertem Stahl und ein Riftchen aus grünem Marmor, außerordentlich seine Stɔ­res und Gemälde auf feiner Seide, die von bekannten tereanischen Künstlern gemalt waren.

Vermischtes.

()[ Ein unangenehmer Beruf.] Gelegentlich der fürz­lich stattgehabten Hundertjahrseier des badischen Leib­Dragonerregiments ließ sich der Großherzog von Ba­den mehrere ehemalige Regimentsangehörige vorstellen, unter denen sich auch ein Herr M. aus Offenburg be­fand. Der Grußherzog unterhielt sich mit diesem in der leutseligsten Weise und fragte ihn schließlich, welchen Be­ruf er habe. ,, Einen sehr unangenehmen Beruf, König­liche Hoheit!" erwiderte M.- ,, So, was sind Sie denn?" ,, Steuermahner, Königliche Hoheit!" Durch ein herz­liches Lachen gab daraufhin der Großherzog zu erken­nen, daß er gegen das Epitheton nichts einzuwenden hat, welches Herr M. seinem Berufe als Steuermahner gegeben hatte.

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Giessener Cagesneuigkeiten.

Gießen, 3. Juni 1903. Die Hegezeit für Auer-, Birk- und Fasanen­hähne hat am 1. Juni Segonnen; sie dauert bis 31. August

einschließlich.

** Bei der Postbehörde ist die Zuteilung des Agentur­bezirks Holzheim, dermalen Gießen unterstellt, zu dem Hauptomte Bußbach in Erwägung gezogen worden.

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** Alle politischen Freunde der Kandidatur Heyliaenstaedt's sind hierdurch nochmals auf die heute Abend im Neuen Saalbau stattfindende Wählerver= sammlung aufmerksam gemacht.

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** An die Jungen. Unter dieser Ueberschrift ver­öffentlicht der Stuttgarter Beobachter" eine bemerkenswerte Zuschrift, unterzeichnet Die junge Volkspartei". Wir ent­nehmen dieser Kundaebung folgende Stellen von allgemeinem Interesse: Die Wahl ruft Tausende, die das leztemal noch ausgeschlossen waren, an die Wahlurne und damit erst. mals zum politischen Handeln. Da gilt es, sich ein Bild von den öffentlichen Aufgaben zu machen. Sollen die jungen Bürger des Rechts der Männer würdig sein, so dürfen sie nicht blos nachreden und nachstimmen. Es ist ein Vorrecht der Jugend, für das Vaterland und für seine Größe warm und lebhaft zu fühlen, und blind müßte der­jenige sein, der nicht stolz wäre auf die Stufe, die Deutsch­land erreicht hat unter den andern Nationen durch Kraft, Arbeit und Geist. Aber ebenso gewiß ist, daß das politische Leben derjenigen, von denen Kraft, Arbeit und Geist aug­geht, den deutschen Bürgern, noch nicht den Einfluß einräumt, den sie beseßen müssen, wenn Deutschland auf die Höhe seiner Aufgabe kommen soll. Unsere Väter haben ein gut Stück vorwärts gearbeitet. An uns ist es, auf der von ihnen eroberten Grundlage weiter zu bauen. Dazu ist feiner zu gut und keiner zu gering. Zwei Einflüsse auf die Jugend von heute sind zu bekämpfen: Der gesell schaftliche Dünkel auf der einen Seite und die Ideen des Kommunismus auf der andern. Die einen sind hochmütig, blasiert und streberhaft. Sie spötteln über das Volt, kommen sich zu gut vor und streben nicht höher als nach dem Reserveoffizier. Die andern schwärmen von den Zukunftsidealen, finden alles Gegenwär tige verkehrt, schütten das Kind mit dem Bad aus und stehen unter dem Bann der Ansichten, die den Arbeitern als Evangelium verkündet werden. Da heißt es unterscheiden und erkennen, daß man die Pflicht hat, Anteil an dem Los des Volkes zu nehmen und mitzudenken, wie es werktätig zu bessern ist. Das sind die Gedanken, die die junge Volts­partet zusammengeführt haben. Sich selber ausbilden, schauen, lernen mitarbeiten das ist der Wunsch, mit dem die Jungen, die zur Ausübung des Wahlrechts erstmals be­rufen sind, sich einreihen in die Zahl der freigesinnten Männer, denen die öffentlichen Dinge am Herzen tegen. Freudig sehen wir, die Führer und Anhänger der Volts­partei seit Jahren mit Nachdruck und ohne Lärm, mit Mut und ohne Streberei dem Ziele entgegenarbeiten, das die Herzen auch der Jugend erfüllt, wenn nicht Privatvorteil oder Bitterkeit sie ablenkt: dem freien bürgerlichen Ausbau eines großen freien Vaterlands. Wer gleichen Sinnes, der schließe sich mit an."

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[ Ortsfrankenkasse.] Der Geschäftsbericht der Gießener Ortskrankenkasse für 1902, welcher soeben erschienen ist, fonstatiert, daß das Vermögen der Kasse, welches Ende 1998 nachdem die Einrichtung 14 Jahre bestand Mark 79 980 betragen hat, Ende des Berichtsjahres, also nach vier Jahren, seitdem auch Vorstand und Verwaltung in den Händen der Arbeitervertreter sich befindet, um Mt. 55290 sich vermehrt hat. Anbei sind die Aerztehonorate vor 2 Jahren, das erste Mal seit Bestehen der Kasse erhöht und Spezial- Aerzte in dem Dienste desselben eingestellt. Die Leistungen der Rasse an ihre Mitglieder sind seit den letzten 4 Jahren wie folgt vermehrt: Erhöhung des Krankengeldes um 5 Proz. Ausdehnung der Unterſtüßung auf 26 Wochen Bahlung des Krankengeldes für Feiertage wenn diese an Wochentage fallen Unterstüßung verheirateter Mitglieder mit 1/2 fachem Krankengeld, falls solche seitens der Inv.- Versicherungsanstalt in einer Heilanstalt unterge­bracht sind Fortfall der Bestimmung daß bei geschlecht­lichen Ausschweifungen und bei Trunkfälligkeit kein Kranken­geld gezahlt wird. Diese Mehrleistungen bedingten in den in Frage kommenden 4 Jahren eine Mehrausgabe von 45 000 Mart, die möglich war, ohne daß der frühere Bei­tragssag von 3 Proz. erhöht wurde. Außer Vorstehenden Mehrleistungen wurde im vergangenen Jahre das zur Aus­zahlung kommende Sterbegeld um 20 Proz. erhöht, weiter ist vom April d. Js. ab eine höhere Lohnklasse, der ein Tagelohn von Mt. 4 zu Grunde gelegt ist, eingeführt. Von den weiteren Leistungen wie solche für 1903 eingeführt sind, ist zu erwähnen Einführung von Sterbegeld und zwar für Ehefrauen zur Hälfte, für Kinder von 6-14 Jahren zu einem Viertel und unter 6 Jahren zu einem Fünftel des dem Ehemann zustehenden Sterbegeldes. Die Tragung der Kosten für Aerztehonorar bei komplizierten Entbindungen und Fehlgeburten welche von Rassenärzten ausgeführt werden, werden selbst bei nicht versicherten Ehefrauen der Mitglieder von der Ortskrankenkasse übernommen. Der Bericht sagt weiter, daß in den Monaten November Dezember v. Js. ein unverhältnismäßig hoher Krankenstand vorhanden war, welcher im 1. Quartal 1903 ebenfalls zu verzeichnen sei. Die durchschnittliche Mitgliederzahl betrug 4618 mit 2123 Erkrankungsfällen und 38287 Krankheitstagen, wobei 33 Sterbefälle zu verzeichnen waren. Die Einnahme in 1902 betrugen Mr. 124 633, die Ausgaben Mr. 118514.

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Für die am nächsten Sonntag nach Lollar statt findende au turnfahrt des Gaues Hessen sind 190 Wettturner gemeldet worden. Es ist dies eine ganz über­raschend große Zahl.

Aus Hessen und nachbargebieten.

** Grünberg. Zwischen dem Steinhauer Peter Flach und dem Wilhelm Kreuder kam es in der Nacht auf den 18. Mat zu einer Schlägerei, bei der Flach dem Kreuder mit einem Stock derart auf den Kopf schlug daß dieser an einer schweren Schädelverlegung in der Klinik zur Zeit frank darniederliegt. Flach ist in Haft genommen worden.

)§( Vadenrod, 2. Juni. Am 14. und 15. Juni findet hierselbst großes Kriegerfest mit Fahnenweihe statt. Die Vorbereitungen sind bereits im vollen Gange.

)( Homburg a. d. O. Am 15. Juni 1. J. sind es 50 Jahre, daß der jeßige Steuerkommissariatsgeh Ife, Herr Karl Deeg, seine erste Verwendung bei hiesigen Gr Steuerkommissariat fand.

Für den Kreis Alsfeld sind betreffs Reichs. tagswahlen u. A. vom Großh. Kreisamt Alsfeld folgende Bestimmungen erlassen:

Die Wahlen sind in Gemäßheit der Kaiserlichen Ver ordnung im ganzen Reiche

Dienstag den 16. Juni 1903 vorzunehmen. Die Abstimmung hat um 10 Uhr vormittags zu beginnen und ist um Uhr abends zu schließen.

Die

Jede Bürgermeisterei bildet einen Wahlbezirk. Gemarkung Wäldershausen ist dem Wahlbezirk Homberg zugeteilt. Die Bürgermeisterei Alsfeld bildet 2 Wahl bezirke und zwar besteht:

a. der erste Wahlbezirk aus der Fulder- und Hersfelder. gasse mit Zubehör, d. h. aus sämtlichen im Brand­fataster unter F. und H. eingetragenen Gebäuden; b. der zweite Wahlbezirk aus der Obergasse und der Mainzergasse, d. h. aus sämtlichen im Brandkataster unter O. und M. eingetragenen Gebäuden.

In der Stadt Alsfeld wird für den ersten Wahlbezirk der Gr. Bürgermeister Arnold als Wahlvorsteher, der Gr. Betgeordnete Kurz als Stellvertreter, für den zweiten Wahls bezirk der Gr. Beigeordnete Wenzel als Wahlvorsteher und das Gemeinderatsmitglied Georg Karl Weber als Stell vertreter bestimmt.

Für den Wahlbezirk Grebenau bestimmen wir den Gr. Beigeordneten Hofmann als Wahlvorsteher und den Gutsbesitzer Junter als Stellvertreter.

In allen übrigen Wahlbezirken des Kreises haben die Gr. Bürgermeister als Wahlvorsteher, als deren Stellver­treter die Gr. Beigeordneten die Wahl zu leiten.

Die Wahlen sind in dem Gemeindehause oder in dem seither für die Vornahme der Wahlen bestimmten Lokale vorzunehmen. Als Wahllokal für den 1. Wahlbezirk der Stadt Alsfeld wird der Saal des Rathauses, für den 2. Wahlbezirk der Saal des Weinhauses bestimmt.

Die Wahlprotokolle mit sämtlichen zugehörigen Schrift­stücken, nämlich der Gegenlifte( Zählliste der abgegebenen Stimmen), der Wählerliste, welche beide, gleich dem Wahlprotokoll von dem gesamten Wahlvorftand zu unterschreiben sind, diejenigen Stimmzetteln und Umschlägen, bezüglich deren es einer Be schlußfassung des Wahlvorftandes bedurft hatte und den nicht zur Verwendung gekommenen Wahlzettel Umschlägen nebst der Beskeinigung der Bürgermeisterei über die Bekanntmachung des Wahltermins find unverzüglich an den bestellten Wahlkommissär und zwar:

a. von den zum ersten Wahlkreis gehörigen Wahlbezirken Azenhain, Bernsfeld, Ermenrod, Flensungen, Ilsdorf, Lehnheim, Merlau mit Kirschgarten, Nieder- Dhmen, Ober- Dhmen, Ruppertenrod, Wettsaasen und Zeilbach an den Großh. Provinzialdirektor Dr. Breidert in Gießen;

b. von allen übrigen Wahlbezirken

an Großh. Kreisrat, Geh. Reg-Rat Schönfeld in Schotten einzusenden. Die Absendung muß jedenfalls so zeitig erfolgen, daß die Sendung spätestens im Laufe des 19. Juni in die Hände des Wahlkommissärs kommt. Nach§ 11 des Wahlreglements ist in jedem Wahllokal Exemplar des Wahlgesetzes und des Wahlreglements auszulegen.

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*** Frankfurt a. M., 1. Juni. Ter Spenglerstrik ist noch nicht beendet. 45 Firmen, die insgesamt 230 Arbeiter beschäftigen, haben den neuen Tarif anerkannt. Bet ihnen wurde im Laufe der Woche vor dem Fest die Arbeit wieder aufgenommen. Ausständig sind noch 220 Arbeiter, davon 100 bei der Firma Knodt.

+ Frankfurt a. M., 3. Inni. Der Kaiser giebt am Samstag Mittag 1 Uhr im Hotel Imperial" am Opern­plaß ein Diner, an den die hier anwesenden Fürstlichkeiten sowie die Spigen der Civil- und Militärbehörden teilnehmen werden.

Frankfurt a. M., 3. Jani. Hier wurde gestern das Dienstmädchen Bertha Refer aus Appenweier wegen vorfäßlicher Kindestödtung festgenommen. Die Verhaftete hat im August v. Is. geboren und das Kind, nachdem es 4 Wochen alt war, verhungern lassen. Da sich keine Ge­legenheit bot, die Leiche unbemerkt bei Seite zu schaffen, hat sie die unnatürliche Mutter seit dieser Zeit im Koffer mit sich geführt.

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Frankfurt a. M., 3. Juni. Die Polizei warnte dieser Tage vor Taschendieben. Sie vermutet, daß sich eine internationale Spizbubengesellschaft hierherbegeben hat, um den Sängerfesttrubel zum Fischen im Trüben zu benußen. Ein berüchtigtes Mitglied dieses Diebsgesindels, einen Münchener hat man gestern gleich bei seiner Ankunft auf dem Hauptbahnhofe dingfest gemacht. Als man ihn abführte meinte er gemüthlich: Kaum bn i do, hoben's mi au schon am Wickel!"

*** Worms, 1. Juni. Die in süddeutschen Blättern verbreitete Nachricht, die Firma Pfeiffer und Diller in Horchheim, Kaffee- Essenzfabrit, sei wegen Steuerhinterziehung

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