Ausgabe 
4.3.1903 Zweites Blatt
 
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** Eine neue Religions statistik der Erde veröffentlicht Direktor H. Zeller vom H. Württ. statistischen Landesamt in der Allgemeinen Missionszeitschrift". Ta­nach beträgt die Summe aller Erdbewohner 1 544 510 000. Von diesen sind 534 940 000 Christen, 10 860 000 Jsraeliten, 175 290 000 Mohaminebaner und 823 420 000 Heiden. Unter letteren sind die Konfuzius- Anhänger am zahlreichsten, reichlich 300 Millionen. Auf je 1000 Menschen kommen 346 Christen, 7 Jsraeliten, 114 Muhammedaner und 533 Heiden. Es liegt nahe, diese jezigen Verhältniszahlen mit denen früherer Zeiten zu vergleichen, etwa mit denen vor 100 Jahren. Es gibt in der Tat eine Berechnung des französischen Geographen Malte- Bcun von 1810, wonach es damals 220 Millionen Christen und 5 Millionen Juben gegeben haben soll, während die ganze Erdbevölkerung auf 545 Millionen geschätzt wurde. Aber lettere Zahl ist so wenig zuverlässig, daß man feine sicheren Schlüsse daraus ziehen kann. Es darf mit Sicherheit behauptet werden, daß die Christen viel stärker wachsen, als die Anhänger der anderen Religionen. Asien, die Wiege des Menschenge­schlechts, der höchft, wenn auch nicht dichtest bebölferte Erd­teil, hat die bunteste Mischung der Religionen. Mehr als ein Drittel seiner Bewohner hängt der Lehre des Konfuzius an, ein Biertel sind Brahmanen, je ungefähr ein Siebentel Mohammedaner und Buddhisten, auf die übrigen Religionen zusammen entfällt nicht ganz ein Zehntel der Asiaten. In Afrifa huldigen nahezu drei Viertel der Bewohner einem rohen Polytheismus; neben ihm ist nur die Lehre Moham meds von zahlenmäßiger Bedeutung, welcher von 1000 Afri­fanern nicht weniger als 229 anhängen und die nach den Angaben mancher Afrikaforscher hier noch eine namhafte Werbetraft entfaltet. Asien und Afrika bergen die Stätten der frühesten Kultur der Menschheit; ein kleines Ländchen Asiens wurde zur Geburtsstätte der chriftlichen Religion. Breiten, und wie es schien, festen Fuß hatte das Chriften­tum während der ersten Jahrhunderte in Asien und Afrika gefaßt, es ist aber dort bis auf spärliche Reste zusammen­gesunken, und erst seit 100 bis 150 Jahren bahnt sich das Kreuz langsam und mühevoll wieder seinen Weg. Die christ­lichen Länder, d. h. diejenigen, in denen die weit über­wiegende Mehrheit der Bevölkerung dem Christentum an­gehört, sind heute Europa, Amerika und Australien mit Polynesien. Europa und Amerika beherrschen die Welt­politit, obwohl dem Christentum, wie erwähnt, bis jetzt nur ein Drittel der Erdbewohner angehört. Aber nicht die Zahl regiert die Welt, sondern der Geist.

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* Die Zahl 13 im Jahre 1903. Die Aber gläubischen haben fein Glück mit dem Jahre 1903. Allein brei Freitage an und für sich schon Unglückstage fallen auf den 13., und wenn man die Quersumme von 1903 zusammenzählt, bekommt man die Zahl 13. Eine ganze Menge Menschen werden aus dem Grunde in diesem nichts bedeutungsvolles für ihr Leben vornehmen wollen: entweder einen Besiß laufen, noch eine Heirat schließen- oder sich zu einer Mahlzeit an den Tisch setzen, denn die Bahl 13 ist stets dabei auch wenn man ganz allein ist. Man zähle nur zusammen= 1+ 9+ 0+ 3!

Aus Heffen und Dachbargebieten.

*** Frankfurt a. M., 3. März. Der 37 jährige ver­heiratete Kellner August Runge dahier, fing mit einem Dienstmädchen ein Liebesverhältnis an, schwindelte ihm vor, er sei unverheiratet, und betrog die Vertrauensselige um ihre Ehre und ihre Ersparnisse in Höhe von 195 Mt. Die hiesige Straffammer verurteilte den Heiratsschwindler, der ein rückfälliger Verbrecher ist, zu 5 Jahren Zuchthaus und 900 Mt. Geldstrafe.

Zu haben in allen Apotheken.

** Vom Main, 3. März. Der Taglöhner Diez aus

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Marktbericht.

Heilgersdorf verlor vor einigen Jahren ein Auge, indem| Brobenummern bei ersteren und durch den Verlag John ihm beim Holzfällen ein Splitter hineinflog, sodaß das Henry Schwerin, Berlin W. 35. Auge auslief. Jest tam er auf die ganz gleiche Weise um das 2. Auge sodaß er i Bt vollständig erblindet ist.- In Bollbach fingen die Kleider des 28 jährigen Einwohners Härder, als er sich neben den Ofen gesezt hatte, Feuer. Der Mann stürzte brennend, einer Feuersäule gleich, aus dem Hause. Auf der Straße brach er zusammen und starb nach furzer Zeit unter fürchterlichen Schmerzen.

Neueste Nachrichten.

Berlin, 3. März. Der Reichs- Anzeiger" schreibt: Personen, die nach Transvaal oder der Oranje flußfolonie zu reisen beabsichtigen, werden nachbrück­lich davor gewarnt, die Ausreise anzutreten, wann sie sich nicht zuvor vergewissert haben, daß ihnen der britische Erlaubnisschein, der zum Eintritt und zum Aufent­halte daselbst, erforderlich ist, erteilt wird. Deutsche müssen zur Erlangung des Erlaubnisscheines( Permit) die Vermittlung der Kaiserlichen Konsularbehörden in Südafrika in Anspruch nehmen.

Hamburg, 3. März. Dem Hamb. Corresp." zufolge hat sich heute der Verein Seefahrt" tonstituirt. Der Kaiser ist demselben als ordentliches Mitglied beigetreten, ebenso der Hamburgische Senat.

Rotterdam, 3. März. Die Protestversamm­Yungen im ganzen Lande dauern fort, die Regierung verhindert jedoch die Teilnahme von Soldaten. Der große Amerikadampfer Potsdam" im hiesigen Hafen wird zur Aufnahme von 800 Soldaten hergerichtet.

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Brüssel, 3. März. Die Königin Witwe von Sachsen ist hier eingetroffen.

Mailand, 3. März. Der deutsche Kronprinz ist mit dem Prinzen Eitel Friedrich heute Mittag nach Brindisi abgereist.

Paris, 3. März. Senat. Der von der Deputirten­tammer bereits genehmigte Gefeßentwurf, nach welchem die Pensionen der Witwen und Waisen von Beamten, welche bei der Katastrophe von Martinique ihr Leben eingebüßt haben, erhöht werden sollen, wird abgelehnt. Das Haus beschließt, daß diesen Witwen und Waisen nur die gewöhnliche Bension gewährt werden soll.

Grünberg. Auf dem letzten hiesigen Fruchtmarkte wurden verkauft: Weizen 15.02-15.80 Mt., Korn 13.00 bis 00.00 Mt., Gerste 13.50-00.00 Mt., Safer 00.00 bis 00.00 Mt., Erbsen 18.50-00.00 Mt., Linsen 00.00 Mt.,. Samen 00.00 Mt., Kartoffeln 0.00-0.00 Rt.

Heu und Stroh. Notierung vom Heu- und Strohmarkt zu Frankfurt a. M., 3. März.( Für 50 Kilo loco Frankfurt.) Seu Mt. 3.00-3.50. Roggenstroh Mr. 240.

Holzversteigerungen.

Cberförstere: Homberg. Mittwoch, den 11. März vormittags 9 Uhr. Zusammenkunft am Köhlersberg oberhalb Haarhausen. Nähere Auskunft durch den Forftwart Bayerer zu Gontershausen. Freitag, den 13. März, vormittags 9 Uhr. Busammenkunft auf der Straße Deckenbach- Schadenbach am Pflanz garten. Oberförsterei Burg- Gemünden. Dienstag, den 10. März, vormittags 9 Uhr werden in dem Saale bei Gastwirt Söbler in Nieder- Gemünden( am Bahnhof) aus den Distriften Pfingstweide und Lichter. wald der Forstwartei Bernsfeld, Obergemünderob der Forstwartei Elpenrod und Eichwäldchen der Forstwartei Hainbach versteigert: 367 Stück Eichen­ftämme von 16-71 Ctm. Durchmesser und 3-15 Mtr. Länge 368,80 Fstm.

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Die Forstwarte Nahrgang zu Hainbach, Jäger zu Elpenrod und Schaaf zu Bernsfeld zeigen das Holz auf Verlangen vor.

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Oberförsterei Windhausen. I am Freitag, den 6. März, vorm. 10 Uhr im Saale des Wirts Wenzel zu Ober- Breidenbach aus den Distrikten Redsberg, Leidenberg, Buchhölzerberg, Mauer, Ziliarhaid und Haideloh der Forstwartei Windhausen: 58 Eichen 22,85, 12 Fichten 15,45, 11 Riefern 5,77, 29 Buchen 23,81 Festm. alles ohne Rinde gemessen. Scheiter: Buchen 911; Knüppel: Buchen 166, Eichen 32, Nadelholz 51, Erle- Aspen 13; Reifig: Buchen- Stammreiser( in Mauer) 370, Aft­reiser 358, Eschen 122, Nadel in Schichten 87, Kurze 84; Stöde: Buchen 36( dabei in Haideloh 10 Nm. fein zerkleinert), Eichen 8, Nadelholz 51( dabei 45 alte in Biliarhaid).

Petersburg, 3. März. Finanzminister Witte über­reichte dem Kaiser den Bericht über seine Reise nach dem fernen Osten. Er spricht die Ueberzeugung aus, daß der Betrieb der chinesischen Ostbahn nach einem Jahr regelmäßig funktionieren fönne. Die Eröffnung der Bahn II. ist für den 1. Juli d. J. in Aussicht genommen.- Der regelmäßige Verkehr zwischen Port Arthur und den Stationen der sibirischen Linie ist eröffnet worden.

Litterarisches.

Wie kann man reich werden? Das ist eine bedeutsame Frage, die Tausende und Abertausende beschäftigt. Nun denn, vor allem ist dazu ein gediegenes Wissen nötig, reiche Kenntnisse befähigen erst den Menschen, aus allen Lebenslagen Rußen zu ziehen. Daher stammt auch der nie dagewesene Erfolg des Familienjournals Mode und Haus", Verlag von John Henry Schwerin, Berlin W. 35, weil dasselbe seine zahlreichen Leser in alle Gebiete des Lebens und des Wissens einführt und ihnen so spielend die nötigen Kenntnisse beibringt. Besonders findet man hier alles, was Hauswirtschaft und Familie betrifft. Das Journal kostet trotz seines reichen Inhalts pro Quartal nur Mt. 1, mit Moden- resp. Handarbeiten- Colorits Mt. 1.25 Abonne­ments bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis­

am Samstag, den 7. März, vorm. 10 Uhr im Saale des Heinrich Völzing zu Groß- Felda aus den Distrikten Hahnberg, Rotherpflühl, Holzed und Kohleichen der Forstwartei Groß- Felda: 3 Eichenstämme

1,82, 549 Fichtenstämme 72,23, 33 Fichten­derbstangen 1,91 und 29 Buchenderbstangen 1,15 Fitm. Scheiter: Buchen 113; Knüppel: Buchen 119, Eichen 6, Nadelholz 58; Reiser: Buchen- Schlag­reifer 722( 710 in Kohleichen), Buchenastreiser 12, Nadelschichtreiser 29, Kurze 22; Stöcke Buchen 32, Nadelholz 16 Rm.

Sämtliches Holz von beiden Versteigerungen( Diftr. Hahnberg ausgenommen) sigt in der Nähe chaussierter Straßen und ist nach allen Richtungen hin gut abzufahren. Nur das Holz, dessen Nummern blau unterstrichen sind, wird versteigert. Um vorherige gefällige Einsicht wird ge­beten. Nähere Auskunft erteilen die Großh. Forstwarte Jacobi zu Windhausen und Hammel zu Schellnhausen.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783);

für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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