Ausgabe 
4.3.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 53.

Zweites Blatt.

Abonnement preto: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfs., In's Saus gebrat 00 fs, burd bie Beft bezogen viertel­fahrli Mt. 1.50.

Grattebellagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) Oberhefftiche Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittage.

Mittwoch, den 4. März 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie. ganz Oberheffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Vig fonit 15 Vfg.: Reklamen die Petitgeile 30 refp. 40 Bfg

Boftzeitungsliste No. 8869.

Redaktion und Expebition: Gießen Remenweg 28. Fernsprechanichinh Rz, 863.

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( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

)

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Vermischtes.

[ Direkt bis zum Staifer...] Ein Bädermeister in Hannover hatte einen taubstummen Bädergesellen. Ei nes Tages indessen gefiel es diesem in der Arbeit nicht mehr und zumal er auch seinen Lohn vorweg hatte hielt er es für besser gleim auf die Wanderschaft zu geben, ohne Kündigung und Innehaltung der Kündigungs­frist. Bou Lüneburg aus erhielt dann der Bäckermeister vo seinem Gesellen brieflich die fategorische Anweisung, ihm nach einem bestimmten Gasthaus in Lüneburg seine Ba­piere hinzuschicken oder er würde ,, bis an den Kaiser geben". Man fann verstehen, daß der Bäckermeister sich nicht sonderlich beeilte, solchem Befehle nachzukommen, er tat es in einigen Wochen aber doch, um Weiterungen zau vermeiden. Diese wären aber doch beinahe gekommen, benn eines Tages erscheint der Schußmann bei unserem Bäder, um der Sache nachzuforschen. Der Geselle hatte fich wirklich mit einem Briefe, der überschrieben gewesen fein soll: ,, Geehrtester Herr Kaiser!" an den staiser ge­wandt, um seine Papiere wieder zu bekommen. Einen fangen vorschriftsmäßigen Rückgabeweg vom Minister bis an die Ortspolizei hatte der Brief des Gesellen gemacht, der nun wohl glauben wird, der Kaiser habe es bewirkt, daß die Papiere an die aufgegebene Adresse geschickt wurden.

[ Münchener Kunstsinn.] In dem Koupee eines aus bem Zentralbahnhof ausfahrenden Personenzages be­finden sich eine Dame und ein Münchener Privatier. Alsbald gibt sich Gelegenheit zu einem Gespräch, wobei die Dame erzählt, daß sie anläßlich der Hochzeit ihrer Schwester nun zum ersten Male München gesehen, daß es ihr aber hier recht gut gefallen habe, was unser Mün­thener mit wohlgefälligem Lächeln anhörte. ,, Gestern," jagte sie ,,, war ich auch noch im Hoftheater. Es war ein herrlicher Genuß! Ich beneide Sie um Ihr gedie­genes Orchester und um Ihre wertvollen Sänger. Aber, was mir wie nirgends auffiel und in der Seele weh tat, war, daß das Theater so undankbar spärlich besucht war. Eagen Sie, Verehrtester, hat denn das hiesige Pub­libum wirklich so wenig Verständnis für die Kunst?"

,, Na, na!" meinte der Biedere ,,, da teans uns un­recht, aber entschuldigens, wann i frag, was is denn gestern gespielt worden?" ,, Der Wasserträger" von Cherubini!" versezte die Dame. Ja so!" gab der Mann zu ,,, nacha glaub ich's freili! ,, Da Wasserträger!" Dös is aber do a schon gar toa Oper für an gebɔrna Münchner!"

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A[ Englische Gardisten.] Ein nettes Pröbchen eng­lischen Humors gibt der ,, Cri de Paris" in folgender Ge­schichte: In aller Erinnerung sind noch die standalösen Borgänge, die sich jüngst bei den Londoner Garde- Grena­dieren abgespielt haben. Offiziere und Fähnliche wurden wegen geringer Vergehen gegen die Disziplin törperlich gezüchtigt, indem ein Körperteil, der nicht näher bezeichnet zu werden Eraucht, mit Peitschenhieben bedacht wurde. Bor einigen Tagen ereignete sich nachstehender Vorfall: In einem großen Londoner Theater blieben zwei Gentle­men vor ihren Pläzen stehen, nachdem die Vorstellung längst begonnen hatte. Zuerst erhoben sich schüchterne Brotestrufe, aber die Gentlemen taten, als ob sie nichts gehört hätten. Dann erscholl es immer lauter aus den hinteren Reihen: Seßen, sehen!" und bald brüllte der ganze Saal: ,, Seßen, setzen!" Als die Gentlemen noch immer standhaft blieben, rief vom hohen Olymp herab ein echtes Londoner Jüngelchen: Sie können ja nicht sißen sie sind von der Garde!" Der ganze Saal wälzte sich vor Lachen und die beiden Gentlemen zogen es vor, zu verschwinden.

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[ Ein merikanischer Krösus.] Reicher als der megifa­nische Staat ist der Mexikaner Pedro Alvarado, der jich jüngst erboten hat, sämtliche Staatsschulden seines Landes aus seiner Tasche zu bezahlen. Alvarado ist buch­stäblich über Nacht Milliardär geworden. Vor zwei Jah ren noch war er ein einfacher Bergarbeiter. Da entdeckte er eines Tages ein großes Goldlager und wurde urplößlich ein Krösus. Er lebt aber noch heute so einfach wie früher. Sein Vermögen vertraut er feiner Bank an; dafür hält er sich eine Leibwache, die ihm seine Schäße hüten hel­fen muß. Wenn er sich von seinem Hause entfernt, ist er immer von acht bewaffneten Männern begleitet. Diese Vorsicht ist nicht unnötig, denn Alvarado trägt als ,, Taschengeld" immer die Kleinigkeit von 200 000 mt. bei sich. Der merikanische Staat weiß noch nicht recht, ob er Alvarados Anerbieten annehmen soll. Seine Gläu biger wären ihm dankbar, wenn er's täte!

[ Chinesische Freimaurer.] Die jüngst erfolgte Er­nennung eines Großmeisters der chinesischen Geheim­bunde oder sogenannten chinesischen Freimaurer in den Ber. Staaten hat zu der Frage Anlaß gegeben, ob eine Berbindung zwischen diesen Orden und den Freimaurern Besteht. Die ,, Cyclopedia of Fraternities" weiß von chine­sischen Brüdern nichts zu sagen; die einzigen verbundenen Logen befinden sich in chinesischen Seestädten und haben lediglich kaukasische Mitglieder. Die Riten der chine­sischen Brüderschaften sind denen der Freimaurer äußer

aver es

lich ähnlich. Beide Organisationen ino uldi, hat nie nachgewiesen werden können, daß je eine Ver. bindung bestanden hat, oder daß die eine nach dem Muster der anderen gebildet worden sei. Nur in Spokane, Washington, sind einmal vier taukasische Brüder zui Sigung einer chinesischen Loge" eingeladen gewesen: diese Loge" erivies sich aber später als eine Filial der chinesischen Wohltätigkeitsgesellschaft Kolas Hui und übte mit einem Lebensbaum, mit nien auf gekreuzten Schwertern, Teetrinken, Weihrauch- Abbrennen und aller lei geheimnisvollen Handbewegungen und sonstigen Kör perbewegungen nach Art turnerischer Freiübungen ein von dem der Freimaurer- Bogen start abweichendes Zere monial aus. Was gemeinhin chinesische Freimaurerei genannt wird, ist ein Verband mongolischer Geheim­bunde, die angeblich zu Wohltätigkeitszwecken organi jiert sind, eigentlich aber den Umsturz der gegenwärtigen Thing Dynastie bezwecken. Wahrscheinlich ist diese ,, No­lao Hui" eine Nachfolgerin der Triad- Verbindung, die jeiner Zeit den Taiping- Aufstand vorbereitete und deren Beseze jeden Verrat mit barbarischen Etrafen, wie Oh. cen- oder Nasenschneiden, zu ahnden pflegten.

[ Der Leibbarbier des Fürsten Bismard,] nämlid der alte Friseur Müller an der Mainbrücke in Würz burg, ist im dortigen Juliusspital an den Folgen einer schweren Unterleibsoperation gestorben. Er war der lang­jährige Figaro" des Fürsten Bismarck in Bad Kissingen, den er rasierte und dem er die Haare schnitt. Mit gro ßem Stolz zeigte er die Anerkennungsschreiben und Haare, die er vom Fürsten besaß. Auch die Fürstin war in Bad Kissingen seine ständige Kundschaft. Müller war ein äußerst gewandter und wißiger Mann, der sich durch jeine Unterhaltungsgabe und Zauberkünste in allen Krei­jen beliebt zu machen wußte.

Y[ Zu wörtlich genommen.] Eine humoristische Szene von der ,, Berliner Straßenbahn" erzählt das ,, B. Tage­blatt". Steigt da am Rosentaler Tor eine junge un­schuld vom Lande in den Straßenbahnwagen und fragt den Schaffner, ob sie auch nach dem Alexanderplatz käme. täme. Der Schaffner verneinte dies, gestattete ihr aber, bis zur nächsten Haltestelle ſizen zu bleiben. Hier ange­langt, bekam sie die Weisung, auszusteigen und den ., nächsten" Wagen zu benußen. Dieses ,, nächste" nahm sie allzu wörtlich, stieg in den Anhänger und fuhr zum Gaudium der Insassen des Hauptwagens weiter auf der falscher Strede!

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[ Die deutsche Ehrenlegion" in den Vereinigter Staaten.] Die letzte Nummer der in Chicago erscheinenden Deutsch- Amerikanischen Geschichtsblätter" gibt eine Ueber­sicht des Anteils, den die Deutschen an der ,, Ehrenlegion" haben, die anläßlich des Bürgerkrieges in den Ver einigten Staaten gestiftet wurde. Präsident Lincoln wurde am 12. Juli 1862 vom Kongreß ermächtigt, 2000 Me­daillen schlagen zu lassen, die als höchste Auszeichnung an Soldaten verliehen werden sollten. Soweit bekannt, sind in der Tat nur 1485 derartige Medaillen ausge geben worden, davon nicht weniger als 273 an Deutsche oder Deutsch- Amerikaner. Den Grund zur Auszeichnung boten in 64 Fällen die Erbeutung feindlicher Fahnen, in 34 Fällen die Teilnahme an der Erstürmung von Vicksburg, Tapferkeit in den Indianerkriegen in 65 Fäl len, endlich verschiedene Ruhmestaten in 110 Fällen. Da nach ist etwa der sechste Teil aller verliehenen Auszeich­nungen Deutschen zugefallen.

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)[ Auch ein Millionenspender.] Wie lange braucht ein Kapital von zehn Mark zu fünf Prozent angelegt, bie es auf zwei Millionen Mark anwächst? Oder- um uns flarer auszudrücken- bis sich diese Summe um das Zweimalhunderttausendfache vergrößert? Die Frage ist feine müßige. Wenigstens für die Gemeinden Pist und Raudniz in Böhmen nicht. Diese Gemeinden sind seit einigen Tagen ernstlich damit beschäftigt, dieses Rechen­exempel zu lösen. Es handelt sich hier um die Stiftung eines trostlosen Witwers in Pist, der der politischen Ver­waltung seiner Heimatgemeinde diese harte Nuß Anaden aufgab. Besagter Witwer hat nämlich zum Ge­dächtnis an seine Gattin den Betrag von zehn Mark mit der Bestimmung angelegt, daß das Geld so lange depɔniert bleibe, bis es mit Zinseszinsen die Höhe von zwei Millis­nen Mark erreicht haben wird. Alsdann sollen die Zinsen alljährlich am Todestag seiner Gattin an die Armen von Pist und Raudnih verteilt werden. Sei es, daß sich der wohltätige Mann bei der Anlage dieses Riesenbetrages um ein halbes Dußend Nullen geirrt, sei es, daß er in Bezug auf fünftige Binsfüße eine noch nie dagewesene Phantasie entwickelt, furz, der Herr Millionenspender von Pist scheint von der Länge der Zeit, welche das Anwachsen des Kapi­tälchens zu einem so großen Betrag erfordert, feineswege den richtigen Begriff zu haben. Denn bis dieser vom Stifter gewünschte Zweck erreicht wird, braucht er nicht weniger als 1356 Jahre! Die Armen von Pist und Raudnih mögen sich freuen, im Jahre 2259 findet die erste Verteilung statt.

[ Paris als Sechafen.] Die Pariser Presse macht jett Stimmung für das Projekt des Ingenieurs Bouquet de la Grye, welcher Paris zum Seebafen machen will.

Die Seine, welche bis Rouen für Seeschiffe fahrbar ist. ioll durch einen ins Flußbett gegrabenen Kanal von 6 Meter 20 Zentimeter Tiefe und 35 Meter Breite bie Paris befahrbar gemacht werden. Vier Schleusen wer. den angebracht. Man hofft, dadurch den überseeischen Transitverkehr von Süddeutschland über Paris zu ziehen. Die Fahrtdauer von Rouen nach Paris beträgt bei einer Fahrgeschwindigkeit von 12 Kilometer 16 Stunden. End. hafen bei Paris ist Clichy. Der Kostenpunkt wird auf 150 Millionen geschäßt. Die meisten französischen Han­belskammern haben sich für das Projekt ausgesprochen.

Bunte Chronit. In Cincinnati( Nordamerika) hat ein Mann namens Alfred Knapp, der achtmal verheiratet war, gestanden, daß er jede seiner Frauen ermordet habe. Ju einem Anfall von Tiefsinn durchschnitt der Ja­brikbeamte Schmidt in Markirch beim Mittagessen seinem fünfjährigen Söhnchen den Hals mit einem Rasirmesser und tötete dann angesichts seiner jungen Frau sich selbst

- Ju einer Zementfabrii in New Village( Staat New Jersey) fand eine Gasexplosion statt. Ein großer Teil der Fabrik wurde zerstört, fünf Personen sollen getötet, 25 bis 30 verletzt sein.

In Ogdon( Vereinigte Staaten) wollten die Schüle rinnen der Mädchenschule mehrere Lehrerinnen vergiften und die Schule in Brand stecken. Die Menge Gift, die vorgefunden wurde, hätte genügt, um 1000 Personen um zubringen.

Hus dem Gerichtssaal.

§ Ein Lobredner des Gefängnisses. Vor die Straf­kammer in Trier wurde der Viehknecht Gooßmann aus dem dem Gefängnisse geführt. Er war wegen Brandlegung zu drei Jahren verurteilt worden und nachträglich stellte sich noch heraus, daß er fremdes Eigentum boshafterweise be­schädigt habe. Der Angeklagte hielt eine längere Ver­teidigungsrede, in der er auf seine verwahrlɔste Erziehung hinwies, und die er mit folgenden Worten schloß: Ich gestehe alle die mir zur Last gelegten Straftaten und bin froh, daß ich im Gefängnis bin, denn dort lernt man An­stand und Bildung, Ordnung und Fleiß. Auch hat man sein schönes Brot im Gefängnis; wenn ich heute entlassen würde, wüßte ich nicht, wohin. Ich nehme jede Strafe dankbar an, je höher, desto lieber. Ich bitte nur um die Gunst, die Geschädigten um Verzeihung bitten zu dürfen. Als dann das Gericht dem höflichen und beschei­denen Brandleger eine Gefängnisstrafe von vier Monaten diktierte, dankte Gooßmann dem Gerichtshofe mit herz­lichen Ausdrücken und kehrte freudestrahlend in den Kerter zurück.

§ Der Freispruch Therese Humberts in dem von dem Bankier Cattaui gegen sie angestrengten Ver­leumdungsprozesse ist, wie vorauszusehen war, glatt er­jolgt. Cattaui ist in der Pariser öffentlichen Meinung ils Wucherer gebrandmarkt. Die Stimmen, die darras iber einen günstigen Ausgang für den zweiten, den großen Humbertprozeß voraussagen wollen, haben ent­schieden Unrecht. Der Staatsanwalt hat ausdrücklich her­oorgehoben, daß die Tatsache, daß in dieser Angelegen heit den Humberts nichts vorzuwerfen gewesen sei, nichts jaran ändere, daß sie schamlose Betrüger seien.

§ Das Kind als Pfandobjekt. Ein seltsamer Prozeß beschäftigte jüngst das Gericht in Pittsburg( Benn­sylvanien). Frau Sarah Jane Garrick verlangte ihr Kind zurück, das sie ihrer Schwägerin anvertraut hatte und das die lettere als Pfand behalten wollte, weil Frau Sarah ihr noch das Geld für mehrere Flaschen Milch schul­big war. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß Das Kind- laut Urteil der Mutter zurückgegeben wer­en mußte,

§ Ueber die Erbschaft der Gipsschalten" der reichen Berliner Witme, die bekanntlich am 11. August 1897 zusammen mit ihrer Stieftochter klara von dem Schuhmacher Gönczi ermordet wurde, ist jetzt vom Ber­liner Kammergericht endgiltig entschieden worden. Die reiche Erbschaft wurde der Witwe Nobiling, einer Schwester der Klara Schulze, und den Kindern des verstorbenen Bruders derselben zugesprochen. Beide ermordeten Frauen hatten sich gegenseitig zu Erben eingesetzt. Die Witwe erklärte, feine Kinder zu haben, die jüngere Schulze gab an, daß ihr inniges Verhältnis zu ihrer Stiefmutter sie veranlasse, diese zu ihrer Erbin einzusetzen und ihre Ge­schwister u. deren Kinder von der Erbschaft auszuschließen. Die jetzt zu Erben Eingesetzten erhoben unter der Behaup­tung, daß die Witwe Schulze zuerst ermordet sei, ihre Berwandte sie daher beerbt habe, bei dem Pfleger der Rachlaßmaste Rechtsanwalt Holz den Anspruch auf Her­ausgabe des Nachlasses. Dies wurde verweigert, und barauf strengten die genannten Grben gegen den Nachlaß­pfleger den Prozeß an. Das Gericht nahm an, daß die Bitme Schulze zuerst ermordet sei, und erkannte daher wie oben gemeldet. Der Anspruch eines Schornsteinfeger­meisters Lug aus Ungarn, ber sich für den unehelichen Sohn der Gipsschulzen ausgab, murbe endgiltig abge­wiejen