Manceau selbst beim Fälschen ertappt und zu lebenslängliche Zwangsarbeit verurteilt; als er aber nach Cayenne gebrach werden sollte, sprang er ins Meer und ertrant. Die meister falschen Banknoten wurden früher in Barcelona fabriziert, und zwar sowohl spanische wie französische. Die Fälscher gaben sie Bauern, bei welchen sie Pferde oder Maultiere kauften, in Zahlung, und die naiven Landleute brachten sie in den Ver fehr. Am meisten geschädigt wurde damals die französisch Spanische Südbahngesellschaft, an deren Schaltern eine große Anzahl gefälschter Banknoten gewechselt worden war. Heut zutage ist es selbst dem geschicktesten Fälscher fast unmöglich, sein verbrecherisches Handwerk lange auszuüben, denn die Banken sind auf der Hut und erkennen mit Leichtigkeit, was echt und was gefälscht ist. In früheren Zeiten war das Ge setz gegen Banknotenfälscher strenger als jezt: sie wurden gleich den Mördern guillotiniert.
Aus der Reichshauptstadt.
- Wandelbilder von Spectator.
§ Bänerinnen als Anstandslehrerinnen. Wiederholt schon haben besonders in Großstädten die Vorsitzenden bei Strafterminen, wenn Dinge zur Sprache kamen, die für Damenohren nicht geeignet waren, ein Ausschluß der Deffentlichfeit aber doch nicht angängig war, die anwesenden Damen aufgefordert, aus Gründen der Schicklichkeit den Saal zu verlassen. Solche Aufforderungen hatten aber stets einen negativen Erfolg. Die Neugier siegte über das Schamgefühl und alle blieben ruhig sitzen! Dieser Tage nur befanden sich im Sigungssaale des Amtsgerichts Mün hen II als Zuhörerinnen vier Bauernweiblein, als bei einem Termine ein solches Ersuchen an die Damen" er ging. Und siehe da, alle vier ländlichen Schönen verließen sofort hocherrötend den Sitzungssaal! Wir Wilde sind eben doch bessere Menschen!
Mit dem Tage, an dem die„ Neue Gemeinschaft", die bekannte sozialistische Kolonie von Schriftstellern und Künſt lern in Schlachtensee, ihre Sonnenwende gefeiert hat, beginni auch für Berlin die absteigende Richtung der schönen Jahreszeit. Und mancher merkt jetzt schon ganz deutlich, daß die Tage fürzer werden, und wer Talent zur Traurigkeit hat, hat die düstere Empfindung einer hübschen Frau, die auf ber Höhe ihres Daseins das erste graue Haar entdeckt. Der aber, der über sein kurzes Ameisendasein hinweg den Blid in das Weite leuchten läßt und die Menschheit, nicht das einzelne Menschlein, im Auge hat, freut sich der fortschreitenden Entwickelung, ohne sich um Sommer und Winter zu fümmern. Andere wiederum, die sich an Goethes Mahnung halten:„ Wenn ihr das Leben gar zu ernsthaft nehmt, was ist dann d'ran?", genießen lachend den üppigen, blühenden Sommer, und wenn er einmal vorüber ist, dann blühen ihnen eben andere Freuden.
bahnkatastrophe tann übrigens leicht ein folgenschweres Nachspiel haben. Bei der Erörterung der Angelegenheit in der Kammer wurde der Antrag gestellt, die Stellung eines Verwaltungsrats der Eisenbahn- und Monopolgesellschaften mit den Funktionen eines Abgeordneten oder Ministers für unvereinbar zu erklären. Der Finanzminister, der bis vor furzem Präsident des Aufsichtsrats der Nordbahn war, soll baher um seine Entlaffung gebeten haben, trotzdem die Kammer den Antrag ablehnte. Der Minister wird zu dem Schritt wohl angesichts der furchtbaren Erregung in der Bevölkerung bewogen worden sein. Solange die Opfer nicht entschädigt sind, droht die Bevölkerung der der Unglücksstelle benachbarten Ortschaften, keine Züge der Nordbahn mehr passieren zu lassen. Ein Sturm des Unwillens brach los, ils es ruchbar wurde, daß Bahningenieure nachträglich verucht hatten, die Spuren des sträflichen Leichtsinns der Vervaltung zu tilgen.
§ Revolverattentat während einer Gerichtsverhandlung. Vor einem Budapester Bezirksgerichte spielte sich eine auf. regende Szene ab. Die Tochter des Generals Koszas, Frau Beatrix Nagy- Deszi, hatte ihren Gatten und dessen Anwalt, Dr. Ernyei, wegen Verleumdung und Ehrenbeleidigung be. langi. Ihr Gatte, der wieder gegen sie den Scheidungsprozeß einleitete, hatte nämlich erwirkt, daß ihre Tochter. ein 17jähriges Mädchen, wegen angeblich unmoralischer Le. bensweise der Mutter dieser entzogen und in einem Kloster untergebracht wurde. Der Richter sprach sowohl den Gatten der Klägerin, als auch Dr. Ernyei frei. Vor Zorn blutrot, zog die Klägerin einen Revolver hervor und feuerte auf ihren Gatten einen Schuß ab. Die Kugel verfehlte ihr Ziel und bohrte sich in die Wand ein. Noch ehe die entjeßten Zuschauer sich vom ersten Schreck erholen konnten, schoß die Klägerin zweimal auf Doktor Ernyei. Der erste Schuß ging ebenfalls in die Wand, der zweite streifte den Advokaten am Halse. Die Frau wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.
Grund zur Freude und zum Vergnügtsein findet sich jetzt auch genügend für die erwähnten Kategorien von Menschen. Für die einen sind es die Versuche mit drahtloser Telegraphie, die in diesen Tagen zwischen Berlin und München veranstaltet werden, und die Eröffnung der ersten elektrischen Vollbahn. Die Strecke Berlin- Lichterfelde ist zwar ein sehr be. scheidener Anfang hierfür, aber es ist doch wenigstens einer. Kurios dabei ist der Umstand, daß der Villenort GroßLichterfelde auch die erste elektrische Straßenbahn in Deutschland oder, wenn ich nicht irre, sogar auf dem Kontinent hatte. Es scheint also, daß dieser Ort in besonders guten Beziehungen zu der Elektrizität steht. Bescheideneren Ge mütern aber macht vielleicht schon der Umstand Vergnügen, daß, wie man hört, eine Pariser Operette im Herbst hier ihre überhaupt erste Aufführung oder, wie jezt der Fachausdrud lautet, ihre Ur- Aufführung erleben soll. Andere wiederum, die einen grauen Riesenball an der leichten Wolfendecke eines Berliner Sommermorgens über der Stadt dahingleiten sehen. träumen von fünftigen Gondelpartien durch Luftballons, zu mal sie durch die Verhandlungen des Berliner Luftschiffer Vereins in dieser Woche dazu angeregt werden.
Nab und fern.
[ ,, Kleiner Mann und große Frau."] Ein tragikomischer Ehezwist hat in einem Dorfe bei Verona viel Heiterfeit erregt. Eine Frau Policante kam, wie schon häufig, mit ihrem Mann in Streit. In dessen Verlauf geriet sie so in Wut, daß sie, eine große, starke Person, ihr kleines schwächliches Männchen, das furchtbar zeterte, einfach beim Schopfe nahm und in eine große Kiste setzte, die sie mit einigen Nägeln zwar nicht luftdicht, aber fest verschloß. Dann ging sie hohnlachend ihrer Wege. Wie man sich denken kann, schrie und flopfte das eingeschlossene Männchen wie besessen. Endlich hörten ihn die Nachbarn und befreiten ihn aus seiner peinlichen Lage. Kaum war der Kleine aus seinem Kistengefängnis heraus, als er im bloßen Hemd der Streit war ausgebrochen, nachdem das Ehepaar schon zu Bett geaangen war wie rasend nach der nächsten Gendarmerieſtation stürmte. Diese war ,, nur" 10 Kilometer weit entfernt. Auf sein Ansuchen verhafteten die Karabinieri seine Frau, doch wird sie wohl bald wieder entlassen werden. Jedenfalls hat sie bei dieser Illustrationsszene zu dem bekannten deutchen Volkslied ,, Kleiner Mann und große Frau" die Lacher auf ihrer Seite.
Graf Haefelers Abschied von Mek. Der bisherige Kom mandierende General des 16. Armeekorps, Generalfeldmarschall Graf Haefeler, hat gestern Metz verlassen. Er begibt sich zunächst nach dem von ihm ins Leben gerufenen Soldatengenesungsheim Lettenbach, von dort über Straßburg nach Karlsruhe, wo er sich beim Großherzog von Baden, zu dessen Armee- Inspektion das 16. Armeekorps gehört, abmelden wird. Auf dem Bahnhof waren zur Verabschiedung Freunde des Grafen, die Generalität, zahlreiche Offiziere sowie der Kreisdirektor erschienen. Mehrere Offiziersdamen überreichten Blumensträuße. Als sich der Zug in Bewegung sezte, brachte der neue Kommandierende General des 16. Armeekorps, General der Infanterie Stößer, ein dreifaches Hurra auf den Grafen Haeseler aus.
Für den größeren Teil der Berliner, wie ja auch der übrigen civilisierten Menschheit, liegt der Höhepunkt des Sommers in den Ferien, und zu diesem Teil gehören vor allem die Kinder, denen jetzt die goldene Schulfreiheit für einige Wochen winkt. Zwar gönnt auch die Schule während der Unterrichtszeit den kleinen manche Sommerfreude, auck wenn die Hiße nicht so wirksam funktioniert, daß die schöne Einrichtung der Hitferientage in Wirksamkeit tritt. So be gegnet man häufig einem oder mehreren elektrischen Straßenbahnwagen, die das Plakat„ Bestellt!" tragen und in denen kleine Mädels und Jungen mit ihren nicht gerade gut geschulten, aber dafür desto kräftigeren Stimmen und mit lachenden Gesichtern das schöne Lied von dem Morgen rot, das uns zum frühen Tod leuchtet, durch die weiche Groß stadtatmosphäre senden; die ahnungsvollen Engel, die die Gefährlichkeit der„ Elektrischen" zu kennen scheinen! Aus diesen Fahrten wird den Schulkindern das Vergnügen am Sommer teelöffelweise verabreicht, in dem sie nun in der Ferienzeit schwimmen.
Schwere Feuersbrünste. In Oberwangenbach bei Mainburg brach nächtlicherweile Feuer aus, welches mehrere Gebäude zerstörte. Als nach Ausbruch des Feuers Feuerwehrleute sich in eine Stallung begaben, um das Vieh zu retten, stürzte das Dach ein und begrub die Feuerwehrleute unter den Trümmern. Drei Feuerwehrleute sind verbrannt, drei schwer verletzt, einige werden noch vermißt. In St. Stephan bei Graz brannte ein Bauerngehöft ab. Die beiden Söhne des Bauern, ein sechzehn- und ein dreizehnjähriger Anabe, tamen in den Flammen um; zwei Knechte wurden mit Jefährlichen Brandwunden ins Spital transportiert.
Diejenigen Kinder freilich, deren Eltern sich keine Reise gestatten können und denen auch die segensreiche Einrichtung der Ferienkolonien, die jährlich viele Tausende armer Kinder hinausschicken, nicht zu einem Landaufenthalt verhilft, ge nießen nur die Schulfreiheit, aber nicht die schöne Jahres. zeit. Meist müssen sie wohl auch noch Muttern" bei der Arbeit unterstützen, statt, wie glücklichere, der Mutter nui zu helfen, frische Luft zu schnappen.
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IDer pfeifende Heldentenor.] Im Theater von Monclair in den Vereinigten Staaten bat der Heldentenor Mr. Wilson, da er einen Grippeanfall hatte, seine Rolle pfeifen zu dürfen. Das Publikum war einverstanden und Mr. Wilson pfiff seine Musik troß seiner Grippe, und er konnte sogar die hohen Noten herausbringen, was ihm jedesmal einen begeisterten Applaus vom Publikum einbrachte. Zum Schluß hätte man ihn beinahe im Triumph davongetragen. Ein pfeifender Heldentenor ist wohl eine bisher nie dagewesene Erscheinung in der Kunstgeschichte. Sonst pfiff höchstens das Publikum, wenn der Tenor singt.
* Dentsche Studenten in Lebensgefahr auf dem Mont Blanc. Der Bürgermeister von Chamounir richtete eine Hilfstolonne aus, um sieben deutsche Studenten aus Genf, die seit einigen Tagen im Montblanc- Gebiete weilen und vermißt werden, aufzusuchen. Eine andere Kolonne, bestehend aus dreißig Genfer Alpinisten, ist ebenfalls nach Gervais abgegangen. Man hegt über das Schicksal der Vermißten die schlimmsten Befürchtungen.
** Lohnzahlungen an übende Reservisten. Gelegentlic der gegenwärtigen Landwehr- und Reserve- Uebungen werder die Mannschaften des Beurlaubtenstandes darauf aufmerksam gemacht, daß für die Zeit der Uebung der Lohn nachzuzahler ist, falls für diese Zeit keine Aufhebung des Dienstvertrages stattgefunden hat. Wem der Lohn nicht gezahlt wird, solle das Gewerbegericht anrufen. Nach§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist der Arbeitgeber zur Zahlung des Lohnes berpflichtet, allerdings unter Abzug der während der Uebung erhaltenen Beträge für Verpflegung und an Löhnung.
© Ein Lustmord ist im Stadtwald bei Frankfurt a. M. ar einer Frau Dina Hartherz verübt worden, den bisherigen Feststellungen nach vermutlich am hellen Tage. An der Stirn und am rechten Auge fand man mehrere offenbar von Schlägen herrührende blaue Flecke, der Unterleib wies schwere Verlegungen auf. Der Tod ist durch Erdrosselung eingetreten. Der Strick um den Hals war so raffiniert zusammengedreht, daß er sich nicht mehr lösen konnte.
Das Gute, das die Ferienkolonien für das leibliche Wohl der Kleinen tun, soll eine Neueinrichtung der Schülerbiblio theken auf dem geistigen Gebiet ergänzen. Die verlogene Sentimentalität, der romantisch angehauchte Blödsinn dei sogenannten Schauerromane, die ja aus der Literatur de Erwachsenen schon lange verdrängt worden sind und nu noch in den bekannten Zehn- Pfennig- Lieferungen über di Hintertreppe in die Küchen getragen werden, sie sollen nur auch die empfänglicheren jugendlichen Gemüter nicht länge bergiften. Dem langsamen, aber sicheren Aussterben de Indianer soll das Verschwinden der Indianer- Literatur vor ausgehen, und die Zeit ist voraussichtlich nahe, da der„ Letzt der Mohikaner" dieser Revision zum Opfer fällt. Für das nicht übermäßig robuste Großstadtkind, das schon frühzeitiç sich seiner Nerven bewußt wird, ist solche Lektüre besonder schädlich; es ist daher eine erfreuliche Erscheinung, daß die Bemühungen dahin gehen, Geist und Körper in eine gesunde Atmosphäre zu bringen und für den schweren Kampf um: Dasein zu stählen.
Einsturz eines Gasthauses. In dem Prager Vorort Bubenc stürzte in einem Gasthause plößlich die Zimmerdecke der Gaststube ein und begrub die zahlreich anwesenden Gäste unter ihren Trümmern. Mit der Decke zugleich fielen Arbeiter, die im oberen Stock beschäftigt waren, in die Gaststube hinab. Fünf der von der Katastrophe Betroffenen trugen schwere, mehrere andere leichte Verletzungen davon.
Wie notwendig dies ist, beweist der Selbstmord eines Primaners aus Furcht vor dem Durchfall bei dem Abitu rienteneramen; das beweisen auch die zahlreichen Morde und Selbstmorde, deren Beweggrund unglückliche Liebe ist. Man prüfe einmal die hiesige Verbrecher- und Unfallchronik, und man wird finden, daß die Liebe als Beförderungsmittel in Jenseits sehr wohl mit den Verkehrs- Instituten der Berliner Straßen fonfurrieren kann.
Hus dem Gerichtsfaal.
** Zur Verhütung von Wald- und Böschungsbränder haben die Lokomotivführer neue besondere Instruktion er halten. Es ist ihnen anbefohlen worden, möglichst vor Ab fahrt von der Station Kohlen aufschütten und die Asch entfernen zu lassen, um auf diese Weise zu verhüten, daf während der Fahrt durch ausfliegende Funken das trocken Gras oder Reisig entzündet wird, wodurch schon manche Waldbrand entstand. Namentlich beim Passieren von Ort schaften oder in unmittelbarer Nähe bewohnter Stätten sol jede Feuerung unterbleiben.
Bei einer Ballonfahrt verunglückt ist in Laibach der amerikanische Luftschiffer Stephen. Er hatte vorher angefündigt, daß er sich mittels eines Fallschirmes herunterlassen werde. Als der Ballon etwa 60 Meter hoch gestiegen war, wendete sich der Luftschiffer dem Fallschirme zu. Dieser war aber infolge Mangels an nötiger Luft nicht genügend ausge breitet. Stephen stürzte nun unter ungeheuerer Aufregung des Publikums jäh zur Erde, wobei er sich beide Füße brach nud außerdem schwere innere Verlegungen zuzog.
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** Gegen die Pilz- und Beerensucher wird amtlich mobil gemacht. Die Forst, Polizei- und Gendarmeriebehörder find angewiesen worden, gegen unbefugte Pilz- und Beeren sucher mit aller Strenge vorzugehen und jeden, der nich im Besize einer Berechtigungskarte ist, zur Anzeige zu brin gen. Durch amtliche Erhebungen ist festgestellt worden, daß gerade die ,, wilden" Pilz- und Beerensucher den Kulturen und Anpflanzungen den größten Schaden zufügen; demzu folge wäre die gedachte Maßnahme im Interesse unserer Forst- und Waldbestände mit Freuden zu begrüßen.
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-In Wettringen wurde der Knecht Steinmetz verhaftet, unter dem dringenden Verdacht, seine frühere Dienstherrin, die Käthnersfrau Terweg in Ofterwied, ermordet zu haben. Bunte Chronik. Die Gesamtzahl der bei bei der Bergwerkstatastrophe in Hanna( Nordamerika) Getöteten beträgt nach neueren Meldungen 234.
Das Automobilrennen um den Gordon Bennett- Pokal in Irland, das gestern stattfand, forderte gleich zu Beginn ein Opfer. Der eine der englischen Konkurrenten, Yarrow, wurde aus seinem Wagen geschleudert und schwer verletzt. Seine beiden außer ihm noch startenden Landsleute hatten ebenfalls Unfälle, die aber nur für ihre Wagen verhängnisdoll wurden. Diese mußten aus der Konkurrenz ausscheiden. Die 103 englische Meilen lange Bahn in Form einer Acht muß dreimal zurückgelegt werden. Da die Steigungen sehr start sind, erwarten die auf den Tribünen zu vielen Lausenden versammelten Zuschauer mit einem gewissen wolltigen Grausen peitere schwere Katastrophen. Aussicht, das Stennen zu gewinnen, hat nach den letzten uns vorliegenden Nachrichten ein deutscher Wagen.
§ Im Prozeß Terlinden bezichtigen sich Kosbadt und Terlinden gegenseitig munter weiter. Die Bilanz von 1899 ist von Terlinden und Kosbadt unterschrieben. Kosbadt sagt, die Bilanz sei falsch; es fehlten sämtliche Gefälligkeitsaccepte die Gläubiger feien richtig, die Schuldner falsch angegeben. Terlinden behauptet, die Gefälligkeitsaccepte seien auf sein persönliches Konto eingetragen gewesen; die Bilanzen seien richtig. Ueber die Bilanz von 1897 sagt Rosbadt, es seien darin Gefälligkeitsaccepte als Aftiva statt als Passiva eingetragen.
In Wettringen wurde der Knecht Steinmez verhaftet berg die feierliche Enthüllung des Denkmals für Nettelbed and Gneisenau statt.
Bei dem Eisenbahnzusammenstoß bei Scharrbeek sind zwanzig Reisende mehr oder weniger schwer verletzt worden. Der von Antwerpen kommende Zug war der sogenannte„ Getreidezug", der von zahlreichen Kaufleuten der belgischen Hafenstadt zur Fahrt nach der Hauptstadt benutzt zu werden pflegt. Ein Rangierzug fuhr ihm direkt in die Seite und zertrümmerte eine Anzahl Wagen erster und zweiter Klasse. Von den Verletzten, unter denen sich auch mehrere Deutsche befinden, haben sich zwei Getreidemafler bereits der Amputation beider Beine unterziehen müssen; sie dürften chwerlich mit dem Leben davongekommen. Die Schuld an dem Unglück soll der unglüdliche Zufall tragen, daß an dem kritischen Punkt beiden Zugführern durch einen Bahnübergang ber freie Ausblick gesperrt war. Die spanische Eisen
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BP. Ein deutsches lenkbares Luftschiff wird nächstens von einer Kommission militärischer Sachverständigen auf der Hasenhaide bei Berlin geprüft werden. Es ist von dem bayerischen Hauptmann Parsifal erfunden und in einer Augs. burger Fabrik fertiggestellt worden. Wie verlautet, soll Bar fifal auf eigenartige Weise das Problem des lenkbaren Luftschiffs glänzend gelöst haben.
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BE. Eine Vorrichtung zur Verhütung von Eisenbahnent gleisungen wurde durch den Oberpostschaffner Friedrich Geh. ricke einer größeren Versammlung von Fachleuten vorgeführt. Der Grundgedarke der Erfindungen beruht darin, daß da Abrollen der entgleisten Wagen vom Gleise verhindert und das ungefährdete Weitergleiten auf den Schienen ermöglicht werden soll. Um dies zu erreichen, sollen vor und hinter den Radsäten der einzelnen Wagen Gleitschienen, senkrecht zum Schienenstrang, befestigt werden, an deren Unterseite starke ,, Nasen" angebracht sind. Die Erfindung erhält noch dadurc einen besonderen Wert, daß eine Veränderung des Wagen unterbaues nicht nötig ist und daß sich die Vorrichtung ohne Schwierigkeit an jedem Eisenbahnwagen anbringen läßt. Nicht nur bei Entgleisungen, sondern auch bei Achsbrüchen und Radreifenbrüchen tritt die Vorrichtung selbsttätig in Kraft. Der Erfinder Gehricke ist 10 Jahre lang im Bahn fahrdienst beschäftigt gewesen. RF. Eine gewaltige Feuerkugel am Himmel wurde au der Sternwarte zu Heidelberg beobachtet. Kurz vor Mitter nacht kreuzte sie den Scheitel des Orts. Sie hinterließ einen 20 Fuß langen Lichtstreif von Vollmondbreite, der langsam nach Süden zog. Erst nach etwa fünf Minuten war der letzte Lichtschein verschonden.
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