Hus dem Gerichtsfaal.
§ Die furchtbare Eisenbahnkatastrophe bei Altenbeken im Dezember 1901, bei der, wie erinnerlich, zahlreiche Pasjagiere ihr Leben einbüßten, fand ein Nachspiel vor der Zivilkammer des Landgerichts zu Paderborn. Bekanntlich war das schwere Unglück in der Hauptsache dadurch herbeiJeführt worden, daß ein seinem Besitzer entlaufenes Pferd überfahren wurde, als es sich herrenlos auf den Schienen umhertummelte. Der bald darauf die betreffende Stelie passierende Berliner D- Zug mußte infolgedessen auf offe= her Strecke halten, um das Hindernis zu beseitigen, doch versäumten die Beamten hierbei, den Zug von hinten zu decken. Die Folge davon war, daß ein nachkommender Bersonenzug auf den D- Zug auffuhr und die lesten, mit Weihnachtsfestreisenden angefüllten Wagen zertrümmerte. Die Zivilkammer verurteilte jetzt den Fiskus zur Zahlung bon 500 Mark Schadenersaz. Die Angelegenheit wird dem Vernehmen nach noch die höchste Instanz beschäftigen.
Kleine Gerichts- Chronik. Im Prozeß Hüsjener hat nunmehr auch der Gerichtsherr Berufung eingelegt. Die Verhandlung findet in etwa vierzehn Tagen vor dem Oberfriegsgericht der Marinestation der Ostsee in Kiel statt.
Wegen Sittlichkeitsverbrechens wurde der Rechtsanwalt und Notar Hermann Mayer in Stuttgart zu sechs Monaten und 15 Tagen Gefängnis verurteilt.
Nab und Fern.
▲ Gute Nachricht von der deutschen Südpolexpedition kommt aus Durban. Das Forschungsschiff Gauß", un dessen Schicksal man schwere Sorge hatte, ist auf den Wege nach Kapstadt gesichtet worden. Durch diese Freu denbotschaft wird auch die Entsendung des ,, Walfischdampfers ,, Marie" der in Bremerhaven umgebaut wer den sollte, um dem„ Gauß" Hilfe zu bringen, entbehrlich.
)-( Das 150 jährige Jubiläum der Stadt Friedrichs hagen wird dort durch eine Reihe ſtattlicher Festlichkei ten begangen. Den Mittelpunkt bildet die Grundstein legung zum Denkmal Friedrichs des Großen, dem di Stadt ihre Gründung zu verdanken hat, und die Auffüh rung des Festspiels ,, Am Müggelstrande". Die Feierlich keiten dauern bis zum 6. Juni und finden unter unge heurem Andrang der Bevölkerung Berlins statt. Mar zählte in den Straßen und Restaurants der Jubelstad mehr als 80,000 Fremde,
::: Die Petersburger Jubiläumsfeier wurde durch zwei traurige Ereignisse gestört. Fünf Wagen eines gemischten Zuges der Nikolaibahn entgleisten auf einer Brücke im Weichbilde der Residenz. In zwei Wagen be= fanden sich von der Jubiläumsfeier an ihren Standort zurückkehrende Militärpersonen. Ein Soldat des Wiborgschen Regimentes ist tot; mehrere Soldaten sind schwer verletzt. Zu einer furchtbaren Katastrophe hätte sich das zweite Unglück auswachsen können. Ein Witbold kam auf den verhängnisvollen Einfall, die Menge durch den Ruf: ,, Die Tiger im zoologischen Garten sind aus= gebrochen!" in Schrecken zu sehen. Das gelang ihm auch so über alle Erwartung, daß eine fürchterliche Panik ausbrach. Die Menge stürzte wie wahnsinnig zu den Ausgängen, alles, was ihrem Druck nicht widerstand, niederwerfend und niedertrampelnd. Es ist noch als ein Glück zu bezeichnen, daß es nur gegen zwanzig Schwerverletzte und vielleicht die doppelte Anzahl Leichtverwundeten gab. Ueber den weiteren Verlauf der Feier selbst wird folgendes berichtet: Der Minister des Innern v. Plehwe empfing in seiner Wohnung die zur Jubelfeier eingetroffenen Deputationen der russischen und ausländischen Städte. Nachdem er zunächst die Vertreter in ihrer Gesamtheit begrüßt und mit den einzelnen gesprochen hatte, bat er die Oberbürgermeister von Berlin und München in sein Arbeitszimmer und unterhielt sich mit ihnen längere Zeit. Er betonte, daß er in ihrer Entsendung eine neue Betätigung der freundschaftlichen deutsch- russischen Beziehungen erblicke, deren Entwicklung in ihm jederzeit einen warmen Anwalt finden würde. Dann bemerkte er, zu dem Berliner Oberbürgermeister Kirschner gewendet, er bewundere die fortschreitende großartige Entwicklung des Berliner Gemeinwesens. München bezeichnete er als das Bijou der Kunst. Sodann empfing der Minister den Präsidenten des Pariser Gemeinderates Deville. Das Forstkorps feierte sein hundertjähriges Bestehen und ernannte aus diesem Anlaß zu Ehrenmitgliedern folgende deutsche Professoren: Schwappach und Kienih in Eberswalde, Weber, Mayr und Ramann in München, Bühler in Tübingen, Kunze und Nöbbe in Tharandt Borggreve in Wiesbaden und Direktor Weise in München.
Bunte Chronit. Im Fürstentum Reuß ä. L. wurden in diesem Jahre zum ersten Male nur 2 Pfingstfeiertage gefeiert. Bisher gab es dort noch zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten drei offizielle Feiertage.
- Zum Gedächtnis der Toten des am 31. Mai 1878 an der englischen Küste untergegangenen Kriegsschiffes Großer Kurfürst" fand in Folkestone eine würdige Feier statt.
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- Wie aus Khriz gemeldet wird, beraubte in dem Dorfe Barenthin ein Bäckergeselle in Abwesenheit seines Arbeitgebers dessen Mutter und verlegte sie lebensgefährlich durch drei Beilhiebe. Auch eine andere Frau wurde schwer verletzt. Der Täter wurde in Khriß feſtgenommen.
Infolge einer Explosion einer Spirituskanne verbrannten in Erfurt die Frau und die 13jährige Tochter bes Briefträgers Lang.
Wie aus Mannheim gemeldet wird, erhängte sich ber altkatholische Stadtpfarrer Bauer, gegen den wegen Sittlichkeitsverbrechen eine Untersuchung eingeleitet war.
- Die Matrosen Rau und Emith, die Mörder des Kapitäns des Dampfers Veronika", wurden in Liverpool durch den Etrang hingerichtet. Rau erklärte auf dem Schafott, er sei unschuldig.
- Bei einem Brande, der in der bekannten englischen Erziehungsanstalt zu Eton ausbrach, kamen von den 30 Zöglingen zwei in den Flammen um.
Im russischen Bezirke Adrahan wurden durch ein Erdbeben in einigen Ortschaften eine Anzahl Häuſer zerstört. Das Erdbeben wurde auch in Kurs verspürt.
Schweinepest.
Die in den Kreisen Gießen und Friedberg auftretende, durch einen Händler aus dem Auslande eingeschleppte Schweinepest ist eine außerordentlich ansteckende Magen- und Darmerkrankung der Schweine. Sie befällt meist jüngere Tiere bis zum Alter von vier Monaten, verschont aber auch nicht ältere Schweine und endigt fast immer mit dem Tode. In dem Großherzogtum Hessen trat diese Seuche zum ersten Male vor etwa 10 Jahren in Rheinhessen auf und fielen ihr damals viele Tausende von Schweinen zum Opfer. Seither ist sie in Hessen nicht wieder beobachtet worden.
Das Incubationsstadium, d. h. die Zeit von der Aufnahme des Ansteckungsstoffes bis zum Ausbruch der Krantheit, dauert 5-20 Tage.
Die Krankheit selbst äußert sich durch Appetitmangel, geringgradige Verstopfung, später schwarzbraunen, übelriechenden Durchfall. Der Kopf und Hals der erkrankten Tiere erscheint häufig g schwollen, die Augenlieder sind fast immer durch graugelbes Exsudat verklebt uund können gegen das Ende der Krankheit meist nicht mehr geöffnet werden. Vollständige Erblindung tritt in vielen Fällen ein. Sehr bald schon macht sich auch eine Abmagerung des Hinterteiles und ein Schwanken im Kreuze bemerklich und um das Maul herum, manchmal aber auch mehr über den vorderen Teil des Kö.pers verbreitet tritt ein grindiger! Hautausschlag in Erscheinung. Bei nicht lange vorher fastrierten Schweinen sind fast immer die Kastrationswunden mit einem graugelben, fest auffißenden Schorfe versehen.
Erschwertes Atmen und Husten wird nicht beobachtet. Die Krankheit endigt( in der Regel nach 5-8 Tagen, manchmal auch erst nach 14 Tagen und mitunter nach noch längerer Zeit) mit dem Tode.
Die Uebertragung der Krankheit findet sowohl durch direkte Berührung der erkrankten mit gesunden Schweinen, als durch Zwischenträger statt. Händler und Schweinefastrierer, die von Ort zu Ort und Stall zu Stall wandern sorgen meist für eine rasche Ausbreitung dieser Seuche. Deshalb ist zur Zeit der Seuchengefahr vor dem Ankauf von Händlerschweinen zu warnen. Auch Schweineschneidern ist, bevor eine gründliche Desinfektion des Schuhwerks, der Kleider, Hände und der Kastrationsinstrumente stattgefunden, der Butritt in seuchenfreie Gehöfte nicht zu gestatten. Auch durch Futterstoffe, Gefäße und andere Gegenstände, welchen der Ansteckungsstoff anhaftet, wie auch durch allerlei Abgänge der erkrankten Tiere, Kot Urin, Blut usw. fann die Krankheit weiter verbreitet werden.
Der Ansteckungsstoff ist außerordentlich widerstandsfähig. Derselbe vermag sich außerhalb des Tierkörpers längere Zeit lebens- und entwickelungsfähig zu erhalten und fann immer wieder auf neu eingestellte Schweine übertragen werden. Aus diesem Grunde ist eine sehr durchgreifende Reinigung und Desinfektion der ver seuchten Gehöfte und Stallungen nach vorhergegangener Beseitigung der seuchen franten Tiere erforderlich. Alles Holzwert verseuchter Stallungen ist zu verbrennen und bei undurchlässigen Fußböden ist unter allen Umständen die durchseuchtete Erdschicht abzuheben. Ferner sollte eine Seuchenstallung nach sorgfältigst ausgeführter Desinfektion erst wieder nach sechs Monaten besetzt werden dürfen. Eine Entschädigung aus der Staatsfasse für an die Schweinepest zu Grunde gegangene oder getötete Schweine tritt, wie vielfach irrtümlich geglaubt wird, nicht ein.
Dagegen zählt diese Krankheit nach dem bürgerlichen Gesetzbuch zu den Währschaftsfehlern mit einer 10 tägigen Gewährsfrist. Hierzu ist aufklärend zu bemerken, daß der Ueberlieferungstag in der genannten Gewährsfrist nicht in begriffen ist, die Währung vielmehr erst mit dem nächsten Tage beginnt.
Ferner tommt dem Käufer eine 48stündige Verlängerungsfrist nach Ablauf der Gewährsfrist zu gute, und es wird auch, falls der letzte Tag der Verlängerungsfrist auf einen ges glichen Sonn- oder Feiertag fällt, solcher nicht gerechnet. Vor Ablauf der Zeit hat derselbe aber die Kündigung an den Verkäufer abzusenden und spätestens 6 Wochen nach Ablauf der Gewährsfrist Klage zu erheben.
Giessener Cagesnenigkeiten.
Gießen, 3. Junt 1903.
** Der Großherzog hat den ordentlichen Pro= fessor in der philosophischen Fakultät der Landes- Universität Dr. Friedrich Albert auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1903 an aus dem Staatsdienste entlassen und den Lehramtsass ssor Wilhelm Barth aus Gießen zum Oberlehrer an der Realschule zu Wimpfen, den Lehramtsassessor Karl Ottmann aus Gießen zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Neu- Isenburg er
nannt.
** 3 weite Kammer. Den Bericht des ersten Ausschusses über die Vorstellung der Kreisamtsdiener des Großherzogtums Hessen betreffend Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse erstattete Abg. Dr. Gutfleisch. Der Bericht gipfelt in dem Antrage, die Kammer wolle die Großh. Regierung ermächtigen, den Kretsdienern je 200 Mt. Einkommen aus Gebühren und sonstigen nichtpensionsfähigen Bezügen als pensionsfähig anzurechnen.
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*** Unser Wahlkreis Gießen Grünberg Nid da hat nun für die bevorstehende Reich& tagswahl seinen vierten Kandidaten erhalten. Das Zentrum hat den Landtagsabgeordnet n Molthan aufgestellt, und zwar auch zugleich für den Wahlkreis Alsfeld- Lauterbach Schotten. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Zähltandidatur.
*** Das gestrige Konzert unserer 116: r im Neuen Saalbou war bezüglich seines Programms, wie auch der Ausführung sehr gut. Unser musiftiebendes Publikum hatte sich recht zahlreich eingefunden, und man verlebte recht
vergnügte Stunden. Auch die Bewirtung war wie gewohn eine flotte.
Bei dem Radrennen am 7. Juni werden die stärksten Motore die Führung übernehmen. Es ist für Gießen eine folossale Leistung, daß es der Rennbahndirektion gelungen ist, den 18 H. P.- Motor des kleinen berühmten Rennfahrers Immy Michael, in Amerika genannt der Wunderknabe, zu engagieren. Auch der Motor des Fran zosen Cornet, der mit dem Weltmeister Robl foufurrierte im Goldenen Rad" von Friedenau( Berlin), wird seine Leistungen dem hiesigen Publikum vor Augen führen.
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Fest- Konzert im Neuen Saalbau. Das Musikkorps des 2. Württemberg. Infanterie- Regiments Kaiser Wi helm", König von Preußen Nr. 120 aus Ulm unter Leitung seines tüchtigen und beliebten Dirigenten G. Stort welches anläßlich des 2. deutschen Sängerwettstreites am 5 Juni vor Sr. Majestät dem deutschen Kaiser in Frankfurt a. M. Konzertiert, ist von der Direktion des Neuen Saalba engagiert worden, und wird daselbst am kommenden Sonn tag, den 7. Juni in einem Nachmittags- und einem Abend. Konzert das Festprogramm zu Gehör bringen. pelle, deren Leistungen als vorzüglich gerühmt werden, ba ſteht aus 44 Mann, darunter ersten Solisten und darf man somit diesem interessanten Konzert mit Spannung entgegen sehen. Die Konzerte finden bei jeder Witterung statt; bei schlechtem Wetter im Konzertsaal. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pfennig festgesetzt worden.
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Die Ka
Aus Hessen und Nachbargebieten.
** Grünberg, 3. Juni. Unerwartet hat der Tod hier eine schmerzliche Lücke gerissen. Frau Kaufmann Moll erlitt heute vormittag einen Schlaganfall, an dem sie kurz danach verstarb. R. i. p.
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-r Groß Felda. Am letzten Freitag fand hier in Völzings Saale eine Wählerversammlung statt, in welcher der liberale Kandidat Kreisrat Dr. Wallau. Lauterbach sein Programm mündlich entwickelte. Wir brauchen nicht noch einmal darauf einzugehen, der Randidat hat mit seinem auch von uns in letzter Zeit durch die Beitung veröffentlichten Standpunkt sich eine große Zahl politischer Freunde hier erworben, so daß die Wieder wahl des Antisemiten Bindewald sehr in Frage kommt.
** Homburg a. d. D., 30. Mai. Beim Baden ertrant gestern in der Ohm ein 20jähriger Mann.
▲ Rodheim. Am 12. und 13. Juli findet in unserem Drte der General- Kriegerappel des Kreises Biedenkopf statt. Die Einwohner und Kameraden werden es am festlichen Empfang nicht fehlen lassen.
Der Kreditverein Heuchelheim hat in seinem letzten Vereinsjahr in Aktiva und Passiva mit 768 852,02 Mark abgeschnitten. Zur Verteilung fommen vom Gewinn 2186,24 Mart. Gegenwärtig zählt der Verein 305 Mitglieder.
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** Friedberg, 1. Juni. Taubstummenlehrer Schneider ist mit dem heutigen Tage 40 Jahre an der hiesigen Taubstummenanstalt tätig. Er hat vor 20 Jahren den Taub. stummenverein für Hessen ins Leben gerufen, den er noch jeßt lettet. Die durch ihre Kirschbaumanlagen wohlbekannten Nachbarorte Ober- Roßbach und Ockstadt lösten seither jährlich bei guter Ernte durchschnittlich 80-90 000 Mark, bezw. 40-50 000 Mt. Durch die Aprilfröste haben die gerade in Blüte stehenden Kirschbäume sehr gelitten, sodaß die Ernte sehr gering ausfallen wird.
-r. Marburg, 2. Juni. Heute fand hier eine zahlreich besuchte Versammlung von Interessenten statt zu dem Zwecke, die Fortführung der im Bau begriff nen Bahnlinie Mar. burg- Dreihausen bis Londorf herbeizuführen und den Bau einer Bahn von Marburg über Schweinsberg nach Kirtorf und Alsfeld zu fördern. Man steht in den östlichen Gegenden, durch welche lettere Linie führen würde, und namentlich in Alsfeld dem Projekt sehr sym patisch gegenüber. Es wurde ein Zentral- Ausschuß gewählt, den 10 Herren aus Marburg und eine weitere Anzahl von Herren aus den interessirten Ortschaften und Städt n an gehören, dessen Aufgabe es sein soll, alles Nötige, was dem Bau resp. Weiterbau der bemerkten Linien Nachweise über Gelände- Erwerb, Rentabilität 2c.- als Grundlage dienen kann, herbeizuschaffen und dann s. 8. den Kreistag einem Antrage zur Verwirklichung der Prospekte zu unterbreiten.
r Marburg, 2. Juni. Am 1. Pfingsttag Nachmittag wurde der Kgl. Förster Keller in Bromskirchen( Kreis Biedenkopf) im Walde erschossen. Der That dringend berdächtig ist der 16 Jahre alte und schon wegen Diebstahl vorbestrafte Kal Strieder in Bromskirchen. Gin Junge vernahm von einer durch den Wald führenden Straße aus, wie der Förster dreimal rief:" Beg das Gewehr ab". Gleich darauf fiel ein Schuß. Kurz nachdem dies geschehen, bemerkten Leute, wie Strieder ein Gewehr unter einem Busch verstecken wollte. Vorher hatte man ihn auch schon mit einem Gewehr gesehen. Battenburg gebracht. Der Erschossene war ohne Gewehr Er wurde in Haft genommen und ins Gefängnis nach in den Wald gegangen.
Bekanntmachung.
Betr. Die Reichstagswahlen.
Die Wahlen zum Reichstage sind im ganzen Reiche auf Dienstag den 16. Juni 1903 festgeießt.
Die Abstimmung wird um 10 Uhr morgens be gonnen und um 7 Uhr abends geschlossen werden. Jede Bürgermeisterei des Kreises, mit Ausnahme von Gießen, bildet einen Wahlbezirk.
Die Stadt Gießen zerfällt in folgende Wahlbezirke: 1. Wahlbezi r k. ( Wahllokal: Turnhalle der höheren Mädchenschule) Afterweg, Everstraße, von Licherstraße 65 Kaserne II,
Marburgerftra Steinftraße, W
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Bergstraße Gortheftraße,& ftraße, beff nft Straße ohne di
berg, Schiffenb martung Schif
Auf der
ftraße, Sund Landgrafenft Neuen Bäue fraße, Sente Wiefenftraße
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Burggra Nr. 116, Rir play, von Lid Marktstraße, fteingaffe.
( 93 Hamm dorferstraße,
Mühlgaffe, gaffe, Schar
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Straße, Joha Ludwig pla Sonnenstraß gästchen und
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