Biermer mitteilt,
ge des Herrn Dr. in den nächsten Tagen hier ein, um die Arbeiten an der 1. Ruhland hat die Umführungsbahn in Augenschein zu nehmen.
Mainz, 2. April. Eisenbahnminister Budde trifft| Außerdem muß der Bursch seiner„ Tanzmahd" bei der Kir
anbängig gemacht.
or Dr. Biermer -Gießen.
uf aufmerksam, daß
A Kassel, 2. April. Hier ist die Bautätigkeit gegenpärtig vollständig lahmgelegt, da die Maler und Anstreicher, bie Zimmerer, Schreiner und Maurerhandlanger striefen und infolge der Arbeitsniederlegung der Letzteren auch die Maurer Aus Rheinhessen, 2. April. In Sponsheim wurde
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ahrs- Kontroll. Feiern müssen. ihm vor wenigen nach der Rhein- und Nahe- Zeitung" das 72 Jahre alte egt eingeklebt haben Fräulein Steimer im Keller ihres Hauses ermordet aufgeifter Spieß verlaufte jähriger Neffe der Ermordeten aus Mez, der seit einigen mit dem Geschäft Tagen bei ihr zu Besuch weilte und jest verschwunden ist.
Brovinzial
1. April 1905.
funden. Der That dringend verdächtig ist ein 18-20.
Im lieben Land der blinden Hessen.
Das schöne Lied vom Lieben Land der blinden Hessen" ift wohl allgemein bekannt, ebenso weiß man, daß die Hessen einzig ihrem Mut jenes seltsam schmückende Beiwort ver danten, indem sie einst wie blind" in den Kampf gestürmt Prof. Strad Gießen gewährt in seinem bei
find.
treffen in Stein's 8. G. Teubnur in Leipzig erschienenen Buche:„ Hessische
ung und der g r gegen
Blätter für Voltstunde" einen tiefen Einblick in die Seele
eschehene im besten des Volfes und erzählt von seinen Gebräuchen, wie sich die Ansprachen eröffnete selben erhalten haben, bis auf den heutigen Tag. So finden Thmte die Verdienste fich im hessischen Hinterland folgende Hochzeits
dt Gießen um das gebräuche:
hervor, daß unser
Baues reges Intereffe die nächsten Verwandten. Wenn dieses geholt wird, geht oheit heute am Tage der Liebhaber mit einigen guten Rednern zur Geliebten, so dem er den Herrn spät am Abend
Vor dem Ja erfährt teine Seele etwas davon, außer
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auf einen Dienstag- daß im Dorfe
ren Ingenier Schiele son alles der Ruhe pflegt. Hat er das Ja bekommen, m Hoch auf Kaiser so wird am Freitag darauf der Weinkauf gehalten: also am te. Landgerichtsrat Tage der Freie. Den Sonntag hernach gehen die Verlobten überstellung zwischen zusammen in die Kirche; jedes derselben hat zwei Büchten echen zum Teil eine( Ehrenjungfern oder Ehrenburschen), der Bräutigam zwei en Räumen. Gar Züchtknechte und die Braut zwei Züchtmägde bei sich, welche 8 ungemütlich vor zu beiden Seiten ſizen. Der Bursche mit seinen Zücht it der Zeit sich in furchten haben Sträuße auf ihren Hüten, die Braut aber ie Aussicht auf den mit ihren Zücht nägden weder Schnaz noch Strauß. Mit ihnen das Gemüt der Kopitulation wird nicht geeilt; sie wird in der Regel Herr Schäfer weiter, auf einen Sonntag vorgenommen. Hier trägt die Braut nd Schwachen in der ebenfalls feinen Schnaß oder Kränzchen, wenn sie noch so tbar und freudig er teuch ist, auch der Bräutigam feinen Strauß; dort s pt man ner Anstalt, die den die Steuchheit als notwendig voraus. Nach der Hochzeit und Alten Haus trennt sich das Brautpaar wieder und bewohnt sein elteren unsererseits aud liches Haus meistens noch ein Jahr, manchmal weniger, oft gedenken, des Mit aber auch mehr. Ist aber das Ehepaar aus verschiedenen id uns freuen da Ortschaften, so besuchen sie sich alle vier Wochen vielleicht n dessen Geburtstag nur einmal. Bismarcks Verdienste
Selbstverständlich wird auch nicht gefüßt fein Bauer ein Wert, wie do sei anzutreffen, der seine Frau während des Brautstandes und der The nur ein einziges Mal gefüßt habe. Eine llendung besichtign m wollen wir uns Mannesperson füsse gar nicht, und nur die Mutter zuweilen Siben uns erheben ihren Säugling während der Zeit des Tränkens, später aber Verdienste des Geh nie wieder.
Justizrat Dr. Gut Der höchste Festtag des Hessischen Bauern ist die uheben, über welche Kirmes. Und das für Jung und Alt. Im Vogelsberge Herr Provinzial erzählt man sich, daß einmal bei einer Schulprüfung der Belegenheit des unter Dekan die kleinen Schüler nach den höchsten Festtagen geministers zu gedinten fragt habe. Ein kleiner Wicht habe den Finger gehoben ens, ein hoch auszu und gesagt:" Querst Kirmes und dann Schlachten und Neur der gemütliche Teil jahr." Von seinem Standpunkte aus antwortete der Kleine edigung, einem guten nicht unrecht. Zum Schlachtfest werden die Kinder aus Freundschaft und Nachbarschaft mit Wurstsupppe, grünem Fleische und Kuchen bewirtet, und erhalten kleine Würstchen geschenkt, die man in Beuern" Leierwürstchen" nennt. Bu
1, auseinander. mm
bargebieten. jahr erscheint der" Peter"" oder das" Bu't" mit ihren
Gaben. Bei der Kirmes aber gibt's nicht nur gut zu essen Dachsenhausen wurde und zu trinken, sondern auch zu hören und zu sehen. Da Bh Behres von einem ift die Musit, der Kirmesumzug, die Menge der Besucher 1 Seite, als erwartet aus fremden Dörfern und aus der Stadt. Da gibt es einen freien Schultag, und einen Tanz auf den Schwingboden" Seit 3 Tagen herrsch dir fen die Kleinen auch einmal für sich tanzen. Die Alten hnee bleibt auf den aber haben ein paar Ruhetage von der schweren Feldarbeit,
1.
fehen die auswärts dienenden oder schaffenden" Kinder,
( Oberkriegsgericht des wie die in naben Dörfern wohnende" Freundschaft" wieder schaften der im ber and laſſen es sich bei gutem Essen und Trinken wohl sein. Mainz versezt 3. Für die erwachsene Jugend aber bedeutet Kirmes den höchsten ainz garnisonierenden Freudentag. Sie kann sich da von Herzen austanzen. Bursch ts.( König Humbert) und Mädchen, die miteinder gehen", haben für ihre Liebe is. Reibereien und herrliche, freie Zeit.
Gouvernement Main
mes noch eine Flasche Wein bezahlen( der Wirt bringt von selbst den nötigen Zuder). Das Mädchen schenkt ihm dafür einen Kirmesstrauß und ein Taschentuch, in das sie vorher mit Seide seinen Namen gestickt hat.
Wie überall, so bildet auch in Hessen das Liebesleben einen der Hauptgegenstände der Volkepoesie. Das Bedürfnis der Liebe spricht in inniger, zarter Weise ein Liedchen aus dem Schlizer Land aus:
Die Erde braucht Regen,
Und die Sonne braucht Licht,
Und der Himmel braucht Sternlein,
Eh die Nacht herein bricht.
Ein Ast braucht der Vogel,
Um sein Nestlein zu bau'n,
Und der Mensch muß ein Herz hab'n, Dem er sein's fann vertrau'n.
Wie ein humoristisches Gegenstück dazu nimmt sich das
Verschen aus König i. O. aus:
Kraut und Riewe brauche Rege, Erbse brauche Sonnenschein, Schöne Madche fann ma liewe,
Müsse net grad von Kinnig( d. h. König) sein. Ja Schlizer Land heißt es von den Burschen: Sei's im Winter auch noch so falt, Bürschlein lieben, sein sie jung oder alt.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. Palmarung. Sonntag, den 5. April. Landes- Buß- und Bettag.
Rollefte für inländische evangelische Gemeinden, die unter vorwiegend katholischer Bevölkerung wohnen.
Gottesdienst.
Vormittags 9.30 Uhr Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Scheunemann.
In der Johanneskirche.
Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Vogt.
Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldung zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Gründonnerstag, den 9. April.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9.30 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Matthäusgemeinde Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen vorher
Das Liebe ohne Leid nicht sein mag, weiß man auch bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Scheuneim Schlitzerland:
Es fließt kein Wasser ohne Steinen; Es besteht kein Leib ohne Weinen. Es blühet keine Rose ohne Dornen;
Es bestehet keine Lieb ohne Sorgen.
Aller Welt bekannt sind jene kleinen, meist vierzeiligen Gebidtcher, die in den Alpen beim Tanz, auf der Alm, im Wirtshaus und überall, wo junges Bolt zusammenkommt, werden, jene häufig epigrammatisch zugespiẞten gegen, ebenen fich bas gange Seelenleben des Wiper bewohners in Leid und Freud, sein Ernst und seine Heiterfeit, seine Gemütstiefe und seine Spottsucht abspiegelt. Viel weniger bekannt ist es, daß diese" Vierzeiler" durchaus nicht blos in den Alpenländern zu Hause sind, auch in Hissen sind solche Vierzeiler heimisch. Da heißt es z. B.: Ich hab gehört, die Spielmannsweiber Kreechen gar viel Kinder; Liewer will ich en Megler nehmen, Schlacht ich Schaf und Rinder.
Ich hab gehört, die Fuhrmann weiber Müßten Räder schmieren;
Liwer will ich en Spielmann nehmen, Rann ich mufizieren.
Ich un mei junges Weib Kenne schät danze; Sie mit dem Bettelsack, Ich mit dem Ranze. Hopsasa mei Stumbele, Roch mer gele Riewe!
Kleine Buwe füß' ich gern, Grouße noch viel liewe.
,, Gretche, host Du's Bett gemacht?" Na, ich hu's vergeasse.
Ich hu die liewe lange Nacht Bei meim Schatz geseasse."
mann.
In der Johanneskirche.
Abends 7.45 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Pfarrer Euler. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Karfreitag, den 10. April.
In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Gemeinde erbeten.
Marfusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder
Vormittag 11.15 Uhr: Rinderkirche für Matthäusund Markusgemeinde gemeinsam.
Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche.
In der Johanneskirche. Vormittags 9 30 Uhr: Pfarrer Dr Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Abends 6 Uhr: Liturgische Andacht unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins und der Knabenchorschule. Pfarrer Euler.
Die Konfirmation der Kinder aus der Matthäusgemeinde und in Verbindung damit Feier des heil. Abendmahls findet am 2. Osterfeiertag in der Stadtkirche statt, die Beichte dazu am 1. Feiertag im Anschluß an den Abendgottesdienst um 6 Uhr.
Am 2. Osterfeiertag, nachmittags 2 Uhr findet Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Markusgemeinde in der Stadtkirche, derer aus der Johannesgemeinde in der Johanneskirche statt.
Geschäftliches.
*** Mitteilungen, betr. die Weltausstellung in St. Louis. In das Reichs fommissariat für die Weltausstellung in St. Louis 1904 ist der Regierungsrat und ständige Hilfsarbeiter im Großherzoglich- h ssischen Ministerium des Innern, Dr. Eugen Maria Wag
Bom Ehestand wissen die Vierzeiler wenig Erfreuliches ner, eingetreten. Dr. Wagner ist in Newyork geboren,
zu melden. So heißt es u. a.:
In meines Vaters Haus Da sieht's gar traurig aus. Da hat die Tür kein Schloß, Die Lumperei ist groß.
Humoristischer flingt folgendes Verschen: Of der Höh wächst der Klee| Fourer für mei Gäulche;
Wenn der Boatter ens Wertshaus giht Hängt die Mutter' s Mäulche; Wenn se vawer de Kaffi trinkt, Heppt se wai e Distelfint.
Wie überall im echten Volkstum steckt auch im lieben Land der blinden Hessen noch ein gut Teil AberEine besondere Kirmessitte ist das„ Herausspielen" der glauben. Vielfach verbreitet im Volke sind folgende
Wird ein Kind zu Taufe geschickt, so wird ein Krüst
mit energischen Strafer Mädchen. Der Name jedes Burschen wird auf einen be- Regeln: Mucken auszutreiben fonderen Bettel geschrieben, ebenso der Name jedes Mädchens. Berandaffung, lot die Gefallenen fiber in ein info bures bleet, Better den Brot mit eingewidth greift, senn ein Jäger einem there, 37, bie Huſare der Buiſchen werden in ein besonderes Gefäß gelegt, ebenso fleinen Stinbe in ben und greift, zahnt es leicht. Ebenadder& der Nähe der Harden Geradewohl hineingreifen, der eine in dies, der andere in Wenn ein solches Kind zum ersten Male in ein Haus idwerker her und trat jentes, und der herausgegriffene Name des Burschen wird kommt, friegt es ein Ei, welches dreimal im Munde Stritten, denen sich die dann mit dem herausgegriffenen des Mädchens nebeneinander herum gedreht wird, dann zanht es leicht. Zähncher nur durch Ergreifung f eine Liste geschrieben. Die zwei: Kirmesbursch un' sei' darf man nicht sagen, sondern Dingelcher. Hahn, gebürtig aus Lanzmahd" geheißen, müssen im Kirmes zuge nebeneinander jemand eine Kindbetterin, so darf sie ihm nicht nachsehen. r Heldenthat noch nicht ergehen und die ersten drei Reigen miteinander tanzen, ge er mit blanker klingeren überhaupt für den Verlauf der Kirmes zusammen.
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hat bis zu seinem 13. Jahre in Amerika gelebt und später durch Reisen sich mit den amerikanischen Verhältnissen genau vertraut gemacht. Er hat bisher schon an den Vorbereitungen zur Förderung der Beteiligung der hessischen Industrie an der Weltausstellung hervorra end mita wirft. Schlachthaus Gießen.
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