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Dezember Dach's und

gabracht hat. Man hat uns Weglarer an vielen Orten des ise gewissermaßen boyfottiert; ein wohlhabender alter Landwirt und Bekannter von mir, sagte mir, ich habe es minen Sohn und Enkel verboten, noch einmal nach Wezlar geben, das uns auf dem Lande als Vorbild dienen sollte. Die Stadt hätte mit uns Bekannten vom Lande Fühlung I haben müssen, damit diese Bestimmungen im Kreise Weßlar, ibar als Enklave mitten in Hessen und Nassau liegt, durch­nicht aufkommen durften. Die Stadt hätte 3. 3t. bei berartigen Zwangs- Bestimmungen, die man gegen uns log­aloffen hat, für uns eintreten müssen. Hier liegt nach der Ansicht der Marktkommission der Hauptgrund des schlechten Besuches der Wetzlarer Märkte. Lassen sie uns nur frei für eintreten, daß diese Zwangsbestimmung, welche unsere Freunde und Bekannten auf dem Lande wie in der Stadt angeht, nämlich nur das Kleinvieh( Vogelsberger) züchten zu birfem, ein Ende bekommt.

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Rodheim a. d. B. Der Winter rückt nun immer mäher, mit ihm steht auch das Weihnachtsfest vor der Tür. Bie alljährlich, so auch diesmal, hält es der ältere Turn­werein für seine Pflicht, sein Mitgliedern, welche an Zahl in diesem Jahre bedeutend zugenommen, sowie dem übrigen Bublifum, Turnfreunden und Gönnern einen vergnügten Beihnachtsabend zu bereiten. Er wird zu diesem Zweck ein diesjähriges Winterfest am zweiten Weihnachtsfeiertag chhalten, wobei die Theaterlitteratur eine Hauptrolle spielen wird. Die Beteiligung der aufführenden Personen ist von Seiten der Mitglieder eine sehr rege und bemühen sich die altesten sowie die jüngsten Mitglieder, um dem Feste einen egemütlichen und vergnügten Verlauf zu geben. Es werden roerschiedene Stücke zur Aufführung gelangen, darunter: die Turm kunst bricht sich Bahn," verfaßt von einem treuen hwäbischen Turngenossen. An dieser Aufführung nehmen 35 Personen teil. Die Kostüme dazu werden von der Firma & A. Diringer in München bezogen. Es ist also jedem Theater- und Turnfreunde sehr zu empfehlen, sich diese Auf­

führungen anzusehen.

§ Limburg, 1. Dez. Der flüchtig gegangene Kaufmann Hermann Jakob ans Wetzlar hat sich der hiesigen Staatsan­rwaltschaft gestellt. Jakob hat befanntlich größere Unterschlag­ungen von Kassengeldern u. s. m. begangen.

:) Ufingen, 1. Dez. Die Haustollefte zum Besten des Raffa uischen Zentralweisenfonds hat im hiesigen Kreise dies­mal 1163,61 Mt. ergeben.

× Greifenstein. Bei den Renovierungsarbeiten an ider Burg wurde vor einiger Zeit außerhalb der Umfassungs­mauer in einer Tiefe von etwa 1 Meter ein menschliches Stelett ausgegraben.

[ 8] Mornshausen bei Gladenbach, 1. Dez. Eine Frau batte seit einigen Tagen eine kleine, faum beachtenswerte Gitenung am Munde. Plößlich trat Verschlimmerung der Bunde ein und es wurde ein Arzt zu Rate gezogen. Jedoch spät. Es war unterdessen Blutvergiftung eingetreten und Furz darauf der Tod.

Frankfurt a. M., 1. Dez. In der im Januar statt­findemden 1. Schwurgerichtsperiode des Jahres 1904 wird sich auch der Lehrer a. D. und Homöopath Felzertreu wegen Berbrechens gegen das keimende Leben zu verantworten haben. Mit ihm werden noch 14 Angeklagte männlichen und weib­Ilichen Geschlechts auf dem Armensünderbänkelchen Platz nehmen.

)*( Offenbach, 1. Dez. Gegen die Wahl des Reichs­tagsabgeordneten Dr. Becker ist von der sozialdemokratischen Barteileitung des Wahlkreises Offenbach- Dieburg Protest thoben worden.

Kastel, 1. Dez. Hier wurde die Gründung eines gemeinnüßigen Bauvereins zur Errichtung gesunder, billiger Bohnungen beschlossen.

Vorkehrungen

gegen das Einfrieren der Haus- Wasserleitungen.

Unter Hinweis auf die Bestimmungen über Anlage Hauswasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Wassers in Ses Hauswasserleitungen bei eintretender Kälte Borzubeugen, es erforderlich ist, die Hauswasserleitungen Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies eschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser be= findliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich selben oder hinter dem Wassermesser befindliche Entleer­ungshähnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, göffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis dos in der Hausleitung stehende Wasser vollständig abge­laufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirten, ist geboten, während derselben das in dem obersten Stock berk des Hauses befindliche Zapfventil der Haus­litung offen zu halten, damit die Lust Zutritt in die Leitung erhalte. Ein größerer Teil des Wassers tann auch schon durch das Zapfventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller verein­sacht wird. Nach stattgehabter Entleerung sind diese 8ap' fventile, welche dem Eintritt der Luft, bezw. der Ent­tung des Wassers dienten, wieder zu schließen.

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Das Schließen des Hauptabsperrhahnes er folgt durch Ausseßen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers, bis Widerstand erfolgt.- Das Deffnen des Hauptabsverrhahnes geschieht durch Drehung in entgegengeseztem Sinne, bis Widerstand erfolgt.

Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Haupt­absperrhahn wieder vollstä dig geöffnet werden.

Abzweig eitungen nach Waschküchen, Badezimmern, überhaupt nach ung beizten Räumen, Hofräumen, Gärten uswo. sind auf die Dauer deren Nichtgebrauchs, bezw. des ganzazen Winters, mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf hnliche Weise zu entleeren und abzustellen. Bei anhal

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Stadttheater Gießen. Wohltäter der Menschheit. Schauspiel in 3 Akten von Felix Philippi. Auf dem Piedestal seiner Würde thront unnahbar Geheimrat von Fortenbach der Leibarzt des Herzogs. Sein Leben ist der Eitelkeit geweiht, sein Ziel, beneidet zu sein. Sein Wort ist unantastbar, nichts fann ihn zur Zurück­nahme bewegen, weder die Menschen, noch sein Gewissen. Der Herzog ist schwer erkrankt, Fortenbach hält, irre: geleitet durch eine falsche Diagnose die Krankheit anfangs für ungefährlich; als er seinen Irrtum einsieht, ist es zu spät. Und wieder ist es die Eitelkeit die ihn abhält den Fehler zu bekennen. Da wird aber von dem Erbprinzen sein Schwiegersohn, Dr. Martius, ein roter Doktor" zur Konsultation berufen, der sofort den Irrtum seines Schwieger­vaters erkennt und in dem Krankenbericht die Diagnose als falsch bezeichnet. Der Herzog stirbt und Frau Martius die ihren Vater abgöttisch liebt, wendet sich von ihrem Gatten. Nun tommt der Augenblick wo Fortenbach seinen Kindern seine Schuld enthüllt und sie um Verzeihung bittet. Aber still in seine Rammer und legt Hand an sich. Der herbei fein freundliches Wort fällt; da geht der entlassene Leibarzt gerufene rote Doftor" vermag ihn jedoch zu retten, und Frau Martius ſinkt ihrem Gatten darauf bewundernd zu Füßen. Nebenher spielt noch eine Liebesgeschichte, deren Einzelheiten uns aber ziemlich bekannt vorkommen. Das Schauspiel ist ziemlich wirkungsvoll, doch dürfte dies darauf zurückzuführen sein, daß die Charaktere, besonders der von Katharine Martius zu starr und streng, zu wenig nach dem Leben gezeichnet sind. Unser Ensemble bot gestern Abend als Dr. Martius schuf eine Gestalt, echt und lebenswahr Vortreffliches. Besonders Herr Direktor Steingoetter und Frau Kellermann, seine Gattin, zeigte ein ganz respektables Können. Herr Haag als Geheimrat von Fortenbach war besonders im Schlußatte vorzüglich und Herr Bichler, Herr Achterberg, Frl. Hellberg, Herr Tamte und Frau Jenny fügten sich dem Ganzen besucht sein können. in recht gelungener Weise ein. Das Haus hätte besser

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

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H. H.

Gießen 1. Dezember 1903. Die Schüler Wilhelm Seipp und Karl Velten von Leihgestern wurden unter der Anschuldigung, daß sie dem Taglöhner Pfeffer bortselbst einige Stallhasen mutwilliger Weise getödet haben, wegen Sachbeschädigung zum gericht­lichen Verweis verurteilt. Der von den Eltern der Ange­flagten eingelegten Berufung wird heute stattgegeben und es tritt Freisprechung ein, da nicht mit Bestimmtheit feststeht, daß die Angeklagten die Täter waren. Der zu Alsfeld beschäftigte Schlossergeselle August Stock von Eulau ist ge. ständig, daß er in der Villa Bücking zu Alsfeld, wo er Ar­beiten zu verrichten hatte, 2 Brillantringe im Werte von 1500 mt. gestohlen hat. Ebenso hat er in einem andern Hause Kleidungsstücke entwendet. Urteil: 4 Monate und 2 Wochen Gefängnis, wobei berücksichtigt wurde, daß der An­geklagte den hohen Wert der Ringe nicht kannte. Der Student Edmund Roß von Merzenich, welcher gelegent­lich einer nächtlichen Schlägerei zu Gießen den Kellner Lehr­mund durch einen Revolverschuß verlegte, wird wegen Ueber­schreitung der Notwehr zu 2 Monaten Gefängnis, worauf 4 Wochen Untersuchungshaft angerechnet werden, verurteilt. Da Fluchtverdacht nicht mehr vorliegt, wird der Verurteilte in Freiheit gefeßt. Der Meßgergehilfe Hugo Trautermann von Pfiffelbach hat zu Friedberg seinem Meister ver­schiedene Kundengelder unterschlagen und bei seinem Beggang tender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wafferentnahme auch während des Tages auf fürzere festgeschte Zeit zu beschränken und während der übrigen Tageszeit die Hauswasserleitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutter Wohn ungen geführt sind, kann man durch Unterhaltung eines fleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in falten Klosetts oder sonstigen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leit­ung nicht schon durch eine ausreichende Umhüllung gegen Kälte geschüßt ist, die Temperatur durch ein Defchen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten.

und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte ( wie in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von ( Wasserabschlusses) gegen Auffrieren der Schüsseln geschüßt. etwas Salz( Viehſalz) in das Schlußwasser des Syphons

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Die Wassermesser nebst dem nächstanschließen­den Teil der Rohrleitung find während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schußmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster_ge= schlossen zu halten. Die Herstellung aller Wasser­messer, die in Folge ungenügenden Santes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. Im übrigen müssen die Wassermesser jederzeit leicht zugänglich bleiben.

Nach vorliegenden Erfahrungen sind es namentlich Neubauten und unbewohnte Stockwerke, deren Wasser­leitungen nicht immer die erforderliche Fürsorge geschenkt wird, insbesondere sind auch schon öfters infolge Nichtab­sperrens von Garten- Wafferleitungen große Beschädig­ungen und namhafte Wasserverluste entstanden.

Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasser­abnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesißer aber werden Beschädigungen an Leit­ung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Be­teiligten zur ganz besonderen Beachtung.

eine große Anzahl ihm nicht gehörige Aidangesid mitge nommen. In einer Wirtschaft, wo er nächtigte, trug er sich unter falschem Namen in das Fremdenbuch ein und bei seiner Urteil: 1 Jahr und 8 Monate Gefängnis, 3 Tage Haft Verhaftung gab er ebenfalls einen falschen Namen an. und 5 Mt. Geldstrafe. Zum Schlusse wird der Kutscher Roman Moddereger aus Mittenwald wegen eines in Vilbel verübten Betrugs, sowie wegen verschiedener in der Schweiz begangener Betrügereien, Diebstähle und Unter­schlagungen, unter Einbeziehung einer früher erfannten Strafe, zu 1 Jahr und 2 Monaten Gefängnis verurteilt.

Kirchliche Nachrichten für Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Freitag, den 4. Dezember, nachm. Uhr, im Konfirmandensaal der Johanneskirche Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde.

Pfarrer Euler.

Wetterbericht.

( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Montag bis Dienstag. Das Gestern über Süddeutschland lagernde TIEF ist nordostwärts nach der Ostseeküste weiter aezogen. Ein neues TIEF rückt von Jtalien an. Das HOCH hat sich wenig verstärkt und bedeckt dauernd den Nordwesten Europas. Bei dieser Drukvertielung ist das Wetter trübt meist fällt geringer Schnee bei leichtem Frost. Für

Mittwoch und Donnerstag Fortdauer des vorwiegend trüben Frostmettere, mäßige Schneefälle.

Marktberichte.

§ Usingen, 30. Nov. Als einen der geringsten Weihnachtsmärkte, die seit Jahren hier abgehalten wurden, ist der heutige zu bezeichnen. Auf dem Schweinemarft waren 66 größere Tiere angetrieben und 29 Wagen mit Ferfel angefahren. Der pandel ging bei ersteren ziemlich gut und wurde fast ausverkauft. Ferkel wurden weniger abgesetzt.

Frankfurter Hen- und Strohmarkt. 1. Dez. ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zenter Mt. 3.40 bis 360, Stroh per Zentner Mt. 2.10-2.30. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen.

Gartenstraße 2.

Es tönnen eingestellt werden:

Schneider. 1 Friseur, 1 Bierkutscher, 1 Diener, 1 Haus­1 landwirtsch. Knecht, 15 Erdarbeiter, 1 Küfer, 1 bursche, 8 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw., 1 Köchin nach ausw, 2 Laufmädchen.

Lehrlinge:

1 Rüfer, 1 Schreiner, 1 Friseur. Es suchen Arbeit:

2 Schlosser, 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Schreiner, 1 Metzger, 1 Bäcker, 1 Schneider, 1 Wasch oder Putzfrau, 1 Glaser, 4 Hausburschen, 1 Kutscher, 1 Jahrbursche, 1 Kellner, 3 Dienstmädchen, 3 Lauffcauen, 3 Bureaugehülfen.

Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Bokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaa": Fr. Oppermann

hin, plagt.

Wo sie war, die Müllerin! Doch wie uns das Lied besagt

Zog es auch den Fischer Hat er sich umsonst ge= Als er aber flüger dachte Und ihr einst ,, Eurefa" brachte, Als sie waschend stand am Bronnen, Hat sie schleunigst sich besonnen, Denn die Klugheit sagte ihr: Dieser meint es gut mit dir!" ( ,, Eureka" ist und bleibt die Krone aller Waschmittel. In Backten zu 15 Pfg. überall erhältlich)

Länger andauernde Absperrungen, Einwinter­nugea, Reparaturen und Auftauungen von Haus­waherleitungen werdea am zweckmäßigsten und schnellsten von denjenigen Installationsgeschäften besorgt, welche die betr. Hauswasserleitungen s. Zt. ausgeführt haben und daher die örtlichen Verhältnisse mit ihren empfindlichen Punkten am besten tennen.

Gießen, den 24. November 1903. Städtisches Gas- und Wafferwert Gießen. Otto Bergen.

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