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namens des Kirchenvorstandes den Prachtband„ Das Leben Jesu". Eine goldene Uhrkette spendete der Bürgermeister im Auftrage der Gemeinde. Herr Lehrer Ruckelshausen hier überwies den von der Lehrerschaft gestifteten Plüschsessel, die Schüler spendeten' ein Teeservice und der Präsident des hiesigen Kriegervereins einen Weinfühler. Tiefbewegt, von Rührung überwälttigt, dankte der Jubilar für alle Gaben. Schlußgefang der Schüler endigte die offizielle Feier. Eine gemeinsame Mittagstafel vereinte dann Jubilar und Festgäste im Saale der Weifenbach'schen Gastwirtschaft. Herr Kreisrat Dr. Meltor eröffnete den Reigen der Tischreden; er forderte die Festversammlung auf zu einem Hoche auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog, in das begeistert eingestimmt wurde. Dann pries Herr Kreisschul nspektor Mathes in einer tiefen Eindruck machenden Rede die Verdienste des Jubilars. Von Herzen tamen und zu Herzen drangen die Worte des Herrn Dekan Wagner über das freundschaftliche Verhältnis von Schule und Kirche. Auch die weiteren Reden wareu glänzende Beugnisse von den Verdiensten des Jubilars, wie von seiner Wertschäßung und Beliebtheit. U. a. sprachen noch die Herren Pfarrer Georgi, Landtagsabgeordneter Brauer, Lehrer Neeb und Lehrer Müller; letzterer auf die Großh. Kreisschulkommission. Der Jubilar, der sich noch voller geistiger und körperlicher Frische erfreut, dankte für die Ehrungen in tiefbewegten Worten. Inzwischen langten immer noch Glückwunsch- Depeschen und-Briefe an, so daß ihre Zahl auf über 200 ftieg.
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Ettingshausen bei Grünbera, 28. Mai. Die seit vorigen Herbst im Bau begriffene Quellwasserleitung ist jetzt vollendet mit einem Kostenaufwand von ungefähr 50000 Mart. Die Quellen liegen in der Gemarkung Dueckborn, die Leitung hat natürlichls Gefäll, Maschinen waren deshalb nicht erforderlich.
** Der Geflügelzuchtverein Alsfeld hat beschlossen, im Herbst 1903 in Alsfeld eine Lokal- Geflügelausstellung abzuhalten.
** Wetzlar. Der Obst- und Gartenbauverein des Kreises hat in seiner legten Generalversammlung für diesen Herbst einen Dbstmarkt vorgesehen.
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Marburg. Wie schon durch frühere Zeitungsnotizen bekannt, findet auf dem Kämpfrasen dahier am 4., 5. und 6. Juli 1903 der große hessische Athleten wettstreit, Austragung der Meisterschaft von Hessen 2c. und Volksfest statt.
Burg Gleiberg. Im verflossenen Jahre wurden die Renovierungsarbeiten an der Burg sehr energisch fortgesetzt, so daß jeßt der sogenannte„ Lassauer Bau" wieder vollständig hergestellt ist. Besonders wurde auch das schadhafte Dach nebst Boden repariert. Die Herstellungskosten beliefen sich im Jahre 1902 auf nahezu 7000 Mt., und da der Fonds und die Spenden nicht ausreichten, war eine Kapitalaufnahme von 1400 Mt. erforderlich. Von setten der preußischen Regierung erhofft man für dieses Jahr eine Geldzuwendung, zumal Hessen seit Jahren einen Beitrag spendet.
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Darmstadt, 29. Mai. Unter dem Vorsitz des Freiherrn Heyl zu Herrnsseim fand gestern morgen im Städtischen Saalbau hier die erste Hauptversammlung des Ernst Ludwig- Vereins, Hessischer Zentralverein für Errichtung billiger Mohnungen statt. Als Vertreter der Großherzoglichen Regierung wohnten die Ministerialräte Braun und Freiherr v. Biegeleben den Verhandlungen bei. Als Vertreter des Rheinischen Vereins zur Förderung des Arbeiter- Wohnungswesen war Landesrat Dr. Brauns- Düsseldorf anwesend, ferner war ein Vertreter des Vereins für ArbeiterWohnungen Frankfurt a. M. erschienen. Aus dem von Freiherrn v. Heyl erstatteten Jahresbericht war zu entnehmen,
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daß der Verein eine segensreiche Tätigkeit entfaltet hat und daß demselben bis heute 36 Behörden, 5 Bauvereine, 8 sonstige Vereine und 616 Einzelpersonen als Mitglieder angehören. Die wichtigste Aufgabe des Vereins war die Mitwirkung bei der Feststellung des Entwurfes des WohnungsFürsorgegesezes für Hessen nnd die Durchführung einer wirksamen Reform auf dem Gebiete des Wohnungswesens. Durch Bereitstellung von Staatsmitteln aus der Landeskreditkasse zu billigem Binsfuße fonnte bereits die Erbauung von Wohnungen für Minderbemittelte nach Maßgabe des Wohnungsgesetzes wesentlich gefördert werden. Zur Unterstützung der Tätigkeit des Vereins hat die Großh. Regierung einen jährlichen Staatsbeitrag von 6000 Mt. in das Staatsbudget eingestellt. Als Landeswohnungsinspektor wurde Generalsekretär Gregschel- Düsseldorf berufen, dem auch die Geschäfte des Generalsekretärs des Zentalvereins übertragen wurden, Redner hob hervor, daß die Wohnungsfrage seither nur für die Fabrikarbeiter in den Vordergrund gestellt worden sei. Die Interessen anderer Berufsstände habe man außer Acht gelassen. Die Wohnungsfrage dürfte man nicht einseitig erledigen, sondern die Förderung derselben für alle Stände ins Auge fassen. Staat und Gemeinde seien auf diesem Gebiet rückständig und beide haben sich bis heute an der Entwickelung des Wohnungswesens sehr wenig beiteiligt.
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Gießen, 28. Mai 1903.
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