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Ein neues Streiflicht auf die unglaublichen Zustände in der französischen Armee wirft folgende Meldung aus Paris: Der Kabinettschef des Kriegsministers, Brigade, general Percin, hatte dem Kommandierenden General des 17. Armeekorps wegen verschiedener gegen die Regierung gerichteter Aeußerungen in einem dienstlichen Schreiben Vor­würfe gemacht. Die Antwort des Korpskommandeurs war gepfeffert: Er schrieb dem Brigadier Percin zurück: Er, der Korpskommandeur, sei Percins Vorgesetzter, und als solcher berdonnere er ihn zu acht Tagen Hausarrest. Leider ver­schweigt die Meldung, ob der Brigadegeneral, der Namens des Ministers den Korpskommandeur zurechtgewiesen hatte, die acht Tage Arrest sich hat gefallen lassen, oder ob der Minister dem Korpskommandanten aufs Dach gestiegen ist. A Alles nicht wahr!" ist jetzt die Parole der Pforte. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, erklärt die Hohe Pforte, es sei nicht allein unwahr, daß der amerikanische Konsul in Beirut ermordet wurde, es sei auch unrichtig, daß der Konsul Gegenstand eines Anschlags gewesen. Der ganze Vorfall habe einen harmlosen Grund gehabt. Nämlich so: Als der Konsul am 23. August abends im Wagen zurückkehrte, habe ein Teilnehmer an einer Hochzeitsfeier in der Nähe des Konsulats, dem Landesgebrauche gemäß, einen Schuß in die luft abgegeben. Der Konsul glaubte, daß der Schuß gegen hn gerichtet sei und dieser Vorfall gab den Anlaß zu den alschen Gerüchten. Ob's wahr ist?

Von türkischen Gewalttaten berichten Meldungen aus Belgrad: Von Baschibozuks wurde das in Altserbien belegene Kloster Ptschinski Sveti Prochor völlig vernichtet, alle In­assen wurden niedergemezelt. Angeblich erfolgte der Ueber­all, weil die Türken glaubten, in dem Kloster habe sich eine erbisch- mazedonische Bande verborgen. Ferner wird aus em mazedonischen Bezirk Debra gemeldet, sämtliche dreißig Dörfer dieses Bezirks seien von den Türken eingeäſchert vorden.

Fürst Ferdinand von Bulgarien hat sich auf das Drängen seiner Minister nun endlich doch entschlossen, nach Bulgarien zurückzukehren. Allerdings scheint er noch große Scheu davor zu haben, direkt nach der Hauptstadt zu reisen; er gedenkt zunächst auf Schloß Eurinograd am Schwarzen Meer zu Hausen.

* In Persien sind wieder blutige Kämpfe zwischen Kur­den und Christen ausgebrochen. Die persische Regierung ver­ah die Christen, meistens Syrochaldäer, mit Waffen, damit ie sich der Kurden erwehren können. Wahrscheinlich wird Rußland sich in den Handel mischen.

Die Ablehnung des Panamakanalvertrages durch Ko­umbien hat zu einer Aufstandsbewegung unter der an dem Zustandekommen des Kanals interessierten Einwohnerschaft es Isthmus von Panama geführt, die täglich an Ausdehnung jewinnt.

Hof und Gesellschaft.

Nab und fern.

Bismarckfeier in Dresden. In Dresden fand unter großer Teilnahme die Enthüllung des neuerrichteten Bis­marckdenkmals statt. In Vertretung des erkrankten Königs wohnte Kronprinz Friedrich August der Feier bei. Ober­bürgermeister Beutler hielt die Festrede; er gedachte der großen Verdienste Bismarcks und schloß mit dem Wunsche, daß der König bald wieder genesen möge.

Ein internationaler Religionskongreß ist in Amsterdam zusammengetreten und wird dort bis zum 5. September tagen. Er ist einberufen von den Unitariern, die in Eng­land und Amerika sehr verbreitet sind, und auch in Ungarn einige Gemeinden mit einem unitarischen Bischof haben. Die Unitarier verfolgen das Ziel, sämtliche ,, liberale religiöse Denker und Arbeiter" miteinander zu vereinen. Diesem Zwecke diente der internationale Kongreß in London vor zwei Jahren und soll auch der in Amsterdam tagende dienen. De­legierte aus allen Ländern Europas, solche aus Amerika, In­dien, China und Japan und Rußland haben ihr Erscheinen und ihre Mitarbeit zugesagt.

*** In Berlin waren über das Befinden des Kaisers beunruhigende Gerüchte verbreitet aus dem Grunde, daß die große Herbstparade plößlich abgebrochen wurde, trotzdem der Aufmarsch der Truppen schon völlig beendet war. Wie unser CB- Mitarbeiter zuverlässig er­fährt, hat diese Maßregel mit dem Befinden des Kaisers nicht das Geringste zu tun. Der Abbruch erfolgte nur auf spezielle kaiserliche Anordnung aus Rücksicht auf die Truppen, da durch den strömenden Regen Mann und Roß stark litten und der Boden gänzlich aufgeweicht war. Der Kaiser selbst erfreut sich des besten Wohlbefindens.

Der Zustand des Königs von Sachsen hat sich nach amtlichen Mitteilungen aus Dresden etwas gebessert und gibt zu Bedenken keinerlei Anlaß.

Deer und flotte.

Ein schwerer Unfall ereignete sich bei den Uebungen der Luftschifferabteilung, die an den Manövern der 7. Di­vision bei Schraplau teilnimmt. Ein Drachenballon riß sich infolge starken, böigen Windes los, und dabei wurden zwei der die Taue haltenden Soldaten schwer verwundet. In der Gondel befanden sich zwei Offiziere, denen es gelang, glücklich bei Treuenbrießen zu landen.

Eisenbahnzusammenstoß. Auf der russischen Nikolai­bahn fand zwischen den Stationen Ossietschenta und Ljub­linska ein Zusammenstoß eines Petersburger Personenzuges mit acht leeren Wagen eines Güterzuges statt. Der Maschinist wurde getötet und der Gehilfe verwundet; auch sieben Passa­giere erlitten leichte Verlegungen.

Veränderungen im Marinekommando. Durch Kabinetts order wird bestimmt: Der Admiral v. Köster, General­inspekteur der Marine, Chef der Marinestation der Ostsee und Chef der Uebungsflotte, wird zum Herbst dieses Jahres zum Chef der zu bildenden aktiven Schlachtflotte und gleich zeitig zum Chef des ersten Geschwaders, der Admiral Heinrid Prinz von Preußen, Chef des ersten Geschwaders, mit dem selben Zeitpunkt zum Chef der Marinestation der Ostsee und Kondreadmiral Frize, Inspekteur des Torpedowesen und Chef des zweiten Geschwaders der Uebungsflotte, zum gleichen Zeitpunkt zum Chef des zu bildenden zweiten aktiven Geschwaders ernannt.

+ Rittmeister v. Horn verhaftet. Der seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgte Rittmeister Freiherr v. Horn aus München ist jetzt in Tarent( Unteritalien) ermittelt und berhaftet worden. Freiherr Franz v. Horn, der inzwischen aus der Offiziersliste gestrichen wurde, ist, wie erinnerlich, mit einer reichen belgischen Grafentochter verheiratet, die wiederholt mit Hilfe ihrer Anverwandten die Verbindlich­feiten ihres Gatten geregelt hat, jetzt aber mit ihm in Schei­dung liegt.

Reichspost und Feldtelegraph. Der Reichsposttelegraph soll, wie aus Erfurt berichtet wird, bei dem Kaisermanöver auf besondere Anordnung des Kaisers soweit als zweckdien lich zum Nachrichtendienst herangezogen werden. Die Post. ämter sind bereits hiervon in Kenntnis gesetzt worden. Von den Resultaten dieses ersten Versuchs wird es abhängen, ob die getroffene Einrichtung eine dauernde werden wird.

Aus dem Gerichtsfaal.

Kompagnie vereint. Dazu wird jetzt folgendes Gegenstüc berichtet, das noch weit drastischer ist: In dem badischen Städtchen Ueberlingen am Bodensee existiert nämlich eine Wirtschaft zur Hölle" oder richtig: Gasthaus zur Hölle", wie auf dem Schild steht. Das Haus ist ein Anbau an die dortige Münsterkirche, und unmittelbar daneben steht in Ueberlebensgröße Christus am Delberg. Der Besitzer des Gasthauses heißt Teufel( Anton Teufel), der aber führt die Wirtschaft nicht selber, sondern hat einen Pächter darauf, der heißt Pfaff. Das alles ist nicht etwa willkürlich, sondern ganz durch Zufall so gefügt worden. Also zwischen Münster und Delberg steht die Hölle" als Eigentum des Teufels", der dieselbe an einen Pfaff" verpachtet hat. Ist das nicht Humor des Zufalls?

[ Das Ansprechen von Damen auf der Straße] seitens eroberungslustiger unbekannter Herren hatte in der Frank­furter Zeitung einen lebhaften Widerstreit der Meinungen hervorgerufen. Die einen verfehmten diese Taktik der Herrenwelt grundsätzlich, andere warfen sich zu ihrem Ver­teidiger auf. Jetzt kommt ein Schalt mit folgender hübscher Zuschrift, durch die er hofft, alle zu befriedigen:

** Schülerinnen- Wanderungen werden nach dem Muster der schon längst auf den Knabenschulen üblichen jetzt vielfach unternommen, und zwar wird von den Lehrerinnen besonders der Herbst als geeignete Jahreszeit dafür bezeichnet. Bei Beobachtung der nötigen Vorsicht und des notwendigen Maß­haltens sind nach Ansicht der Aerzte derartige Wanderungen von ungemein wohltuendem Einfluß auf die Mädchen. In einem Bericht über solch eine Herbstwanderung mit neun­bis elfjährigen Mädchen, den jetzt die Frankfurter Zentrale für private Fürsorge" veröffentlicht, sagt die begleitende Lehrerin: Durch die Wanderung ist nicht nur die körper­liche, sondern auch die geistige Frische der Kinder gestärkt, sowie das Anschauungsvermögen bereichert worden. Mit welchem Behagen wurde der kräftige Tannenduft, der wür­zige Heugeruch eingeatmet; mit welchem Jubel die mur­melnde Quelle begrüßt; wie eifrig der Lauf des Baches ver­folgt, seine Breite durch Ueberspringen gemessen, das mächtige Mühlrad angestaunt! Das sind alles Begriffe, die weder das beste Bild, noch das begeistertste Wort des Lehrers den Kindern vermitteln können. Meistens waren die Aus­flüge Tagesfahrten, so daß es erst abends im jedesmaligen Quartier richtiges Mittagbrot" gab. Tagsüber begnügten wir uns mit einem einfachen, aber kräftigen Frühstück ( Schwarzbrot mit Käse oder gesottenen Giern und Milch) und einem Vesperbrot mit Kaffee. Die Kosten der Ver­pflegung betrugen durchschnittlich 1,45 Mark täglich für die Person, wozu noch die geringen Kosten der Eisenbahn famen. Körperlich gekräftigt, an Kenntnissen reicher, kamen die Mädchen alle wohlbehalten wieder zu ihren Eltern zurück. Der Eindruck, den dieser tagelange, innige Umgang in und mit der Natur auf ihr Gemüt gemacht hat, wird ihnen unvergeßlich sein.

§ Wegen eines Unfalles des Kreuzers, Amazone" im Hafen von Brest wurde auf Berufung des Gerichtsherrn hin der Fregattenfapitän Gerdes wegen Ungehorsams gegen einen Dienstbefehl zu drei Tagen Kammeratreft verurteilt In der ersten Instanz war Gerdes freigesprochen worden.

§ Ein sensationeller Zwischenfall im Schwurgerichtssaal trug sich zu Wien zu. In einer Beleidigungsflage zwischen zwei Schlächtermeistern, der allerlei unliebsame Verhältnisse auf dem Wiener Viehhof zu Grunde lagen, hatte der Ge meinderat Hütter als Zeuge bemerkt: Jene, die den kleiner Mann schädigen, werden einer Kommerzienrat, der andere Ritter des Franz Josef- Ordens!" Bei diesem Wort fiel bon der Geschworenenbank der laute Ruf: Bravo!" Der Geschworene Eduard Rauscher hatte den Ruf getan. Er er hielt vom Präsidenten eine Rüge. Am Abend ließ Rauschei folgende Erklärung veröffentlichen: Ich habe nicht wegen der Glossierung der Ordensgeschichte durch Gemeinderat Hütter Bravo gerufen, sondern aus Freude über die Offen. herzigkeit des Gemeinderats Hütter, da dies der einzige Zeuge war, der sich getraut hat, die Wahrheit zu sagen!" Der Ver. treter des Klägers knüpfte in der nächsten Verhandlung an diese Aeußerung die Anschauung, daß Rauscher mit seiner Erklärung schon sein Urteil abgegeben habe und deshalb nicht mehr unbefangen erscheine. Der Gerichtshof beschloß, die Verhandlung auf unbestimmte Zeit zu vertagen, da Rauscher in der Tat nicht mehr unbefangen erscheine. Die Buziehung eines Ersatzgeschworenen sei aber unzulässig, weil diese nur einzutreten hat, wenn Verhinderung physischer Natur eines Geschtvorenen vorliege.

Kumont Dir e freindlich kind entgeche, herzich sißer, netter Käfer,

Dann frog net lang: warum? wesmeche? Mach Dich getroscht zu ihrem Schäfer. Doch wenn des Ding net lache kann, Die hot gewiß schun ihren Mann; Drum lieber Hinz un Kunze: Bleib vun se!

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[ Schnellspielende Klaviervirtuosen.] Den Klavier­spielern, die besonders als Schnellspieler bekannt sind, widmet Charles Joly in der Zeitschrift Musika" eine hübsche Studie. Die Anekdoten, die er erzählt, klingen zwar nicht immer sehr wahrscheinlich, aber amüsant sind sie alle. Zwei davon seien hier wiedergegeben: Morik Rosenthal soll ein­mal gesagt haben, daß er sich verpflichte, bei jeder Beethoven­schen Sonate jedem beliebigen Pianisten 30 Takte vorzu­geben und doch als erster ans Ziel zu gelangen! Ein ge­fürchteter" Schnellspieler war auch Franz Liszt. Der fran­zösische Klaviervirtuose Francis Planté fragte ihn einmal, ob er alles noch einmal tun möchte, was er in seinem Leben getan, wenn ihm die Möglichkeit gegeben wäre, dieses Leben noch einmal zu leben. ja," erwiderte Liszt, indem er schalkhaft lächelte, ich würde gern dasselbe Leben noch ein­mal beginnen, nur würde ich dann weniger schnell spielen und weniger schwer schreiben..."

Der Katser in der deutschen Städteausstellung. Der Kaiser weilt heute in Dresden und stattet dort u. a. auch der deutschen Städteausstellung den angekündigten Besuch ab. Der Kaiser trifft kurz nach 3 Uhr nachmittags per Wagen vor dem Hauptportal des Ausstellungspalastes ein und wird hier durch den Vorstand und den großen Ausschuß der deutschen Städteausstellung empfangen. Hierauf betritt der Kaiser, von Fanfarenklängen begrüßt, die Kuppelhalle, wo der Vorsitzende der Ausstellung, Oberbürgermeister Beutler, eine Begrüßungsansprache an den Monarchen richten wird. Alsdann findet ein mehrstündiger Rundgang des Kaisers durch die einzelnen Abteilungen der Ausstellung und des Aus­stellungsgartens statt, nach dessen Beendigung der Kaiser sich in die Kuppelhalle zurück begibt. Nachdem der Monarch hier Gelegenheit genommen, die hervorragendsten Vertreter der deutschen Städte durch Ansprachen auszuzeichnen, wird vom Hauptportal aus die Rückfahrt des Monarchen nach dem töniglichen Residenzschlosse erfolgen.

Im internationalen Radrennen zu Köln trug der Münchener Robl den großen Preis der Stadt Köln davon. Er legte 55,75 Kilometer in einer Stunde zurück.

[ Ein seltsamer Reservist.] Unter den zu einer 28tägigen Uebung eingezogenen Reservisten, die sich dieser Tage bei dem dritten französischen Genie- Regiment in Arias zu melden hatten, befand sich einer, dessen Ankunft großes Aufsehen erregte. Er kam nämlich mit einem dreijährigen Kinde, seinem Töchterchen, auf dem Arme in die Kaserne und brachte auch noch ein altes Pferd mit, das ihm bei seinem Geschäfte als Schiffszicher gute Dienste leistet und sein ein­ziges Vermögensstück" bildet. Der arme Mann ist Witwer, er hat keinen Verwandten, der sich um das kleine Mädchen hätte kümmern können, und es fand sich auch kein Mensch, der 28 Tage lang den alten Gaul gefüttert hätte. In dieser Notlage faßte der Reservist einen energischen Entschluß: er nahm Kind und Roß zum Korps mit, in der Hoffnung, daß das Regiment schon für ihren Unterhalt sorgen würde. Und seine Hoffnung wurde nicht getäuscht. Als die Militär­behörde von der traurigen Lage des armen Teufels hörte, sorgte sie dafür, daß das kleine Kind gut untergebracht und ernährt würde, und verpflichtete sich auch, das alte Pferd 28 Tage lang durchzufüttern.

* Jugendliche Banditen. Einen Akt beispielloser Frech­heit beging eine Bande 12- bis 14jähriger Burschen zu Lievin in Frankreich. Sie benutzten den Umstand, daß während der Ferien die dortige Volksschule ganz unbewacht war, um diese vollständig auszuplündern.

Verunglückte Alpinisten. In der Monterosa- Gruppe wurden nahe der Klubhütte Gifetti die beiden Mailänder Alpinisten Dr. Casati und Kaufmann Jäcetti zerschmettert aufgefunden. Sie wurden unter die tüchtigsten Alpinisten Italiens gerechnet. Allem Anschein nach sind sie in einen Schneesturm geraten.

Bunte Chronik. Auf der Sternwarte zu Eger wurden aus den großen Fernrohren 15 Linsen entwendet. Ihr Wert beträgt 3000 kronen, da sie aber aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert stammen, ist ihr Verlust für die Wissenschaft unersetzlich.

Ein Boot des österreichisch ungarischen Kreuzers " Benta" fenterte in der Nähe des Hafens von Cadir. Die elf Insassen des Bootes wurden durch ein Schiff der Kom­pagnie Transatlantique" gerettet.

Vermischtes.

[ Englisches Französisch.] Unter der Spitzmarke: Unser herzliches Einvernehmen mit England" oder Wie man heutzutage französisch spricht" bringt ein Boulevard­Blatt folgende kleine Satire: Am Strande von Deauville treffen sich zwei Pariser vom reinsten Wasser", und es ent­spinnt sich folgende Unterhaltung: Ein bißchen footing, old fellow?" ,, Nein, ich komme vom Tennis, ich bin brooken down." ,, Vielleicht ein drink? Brandy and soda?"- ,, Danke bestens, ich muß mich für die garden party bei der Baronin schonen. Es ist reizend dort: Boston, cake- walk und bridge. Kommen Sie mit!"- ,, Nein, ich spiele im Olub Poker. Uebrigens bin ich kein Freund vom home der Baronin."-Warum nicht?"- ,, Weil man dort zu viel Engländer trifft, mein Bester!"

[ Humor des Zufalls.] Wie wohl noch erinnerlich, brachten wir vor furzem die Notiz von einer merkwürdigen Firmenkonstituierung: Simmel und Teufel hatten sich in

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Id. Im Obstgarten geht es jetzt emjig an die Ernte des Frühobstes, wobei nicht dringend genug geraten werden fann, dasselbe nicht zu lange an den Bäumen hängen zu lassen, da es hierdurch sehr an Güte und Haltbarkeit ver­liert. Bei der Obsternte selbst muß auch an die Erhaltung der Gesundheit und Tragfähigkeit der Baume möglichste Rücksicht genommen werden. Bei feuchtem, regnerischen Wetter empfiehlt es sich, schon jetzt mit dem Reinigen der Rinde älterer Obstbäume von Moosen, Flechten u. s. w. zu beginnen, wozu man sich eines beliebigen Baumkrabers be­dienen kann. Durch das gründliche Reinigen der Bäume von Rindenschorf werden unzählige Larven, Puppen und Eier schädlicher Insekten, welche im Schutze jener Anhängsel den Winter verbringen, von den Bäumen entfernt und die freie Respiration der Rinde wieder hergestellt, was für die Gesundheit des Baumes von höchster Bedeutung ist. Das Veredeln des Obstbaumwildlinge und der Rosen aufs schla­fende Auge fann bis Mitte September fortgesetzt werden. Ein tiefes Umgraben der Baumscheiben gegen Ende des Monats ist besonders da empfehlenswert, wo der Frost­spanner während des Frühjahrs massenhaft aufgetreten ist. Der Zweck des so frühzeitigen Umgrabens des Bodens be­steht hauptsächlich darin, den jetzt noch flach unter der Erde in der Puppenruhe befindlichen Frostspanner so tief hinab­zubringen, daß er eingehen muß. Im Gemüsegarten wird das Ausnehmen von Frühkartoffeln und Zwie­beln fortgesetzt, ebenso das Einernten verschiedener Säme­reien, die jetzt zur Reise gelangt sind. Die Stengel der Spargelpflanzen werden, wenn sie gelb und die Beeren rot geworden sind, einige Zoll hoch über der Erde abgeschnitten, ivorauf die Beete gut vom Unkraut gereinigt und gehackt merden. Die Bleichselleriepflanzen sind anzuhäufen, resp. die Gräben, wenn sie in solchen gezogen sind, ganz mit leichtem Boden oder Sand vollzufüllen. Endivien und Cardy­yflanzen bindet man zum Zweck des Bleichens je nach Be­dürfnis ein. Im Laufe des Monats können auch die ver­schiedenen Winterkohlarten gepflanzt und noch Aussater von Wintersalat, Spinat, Möhren, Körbelrüben, Feldsalat u. s. w. gemacht werden.

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