Ausgabe 
29.12.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

|:[ Die neueste Anwendung des Marconi- Telegraphen.] Der englische Kolonialminister Chamberlain, der sich, wie bekannt, auf dem Schiffe ,, Good Hope" nach Südafrika begeben hat, suchte während seine ganzen Reise mit Eng­land in Kontakt zu bleiben. Als er 75 Meilen von der Küste entfernt war, befam er aus London dratlose Te­legramme, die er sofort beantwortete. Am zweiten Reise­tage herrschte schreckliches wetter, trotzdem fonnte man sich mit dem vorüberfahrend 1 Schiffe Clan Grant" verständigen. Tagsdarauf gelang es, sich mit Gibraltar in Verbindung zu sehen. Chamberlain benügte diese Ver­bindung, um der Königin von England zu ihrem Ge­burtstag ein Telegramm zu senden. Einen Tag später wurde die telegraphische Verbindung mit Malta herge­stellt, von wo man sich die neuesten Nachrichten melden ließ. Schließlich vermochte Minister Chamberlain über Port- Said die Nachricht über London gelangen zu lassen, daß das Schiff infolge schlechten Wetters um 24 Stun­den später in Port- Said einlaufen werde, als ursprüng­lich angenommen worden war.

V[ Den Rat, die Schulprüfungen abzuschaffen,] erteilt in einer italienischen Zeitschrift der bekannte Psychologe Lino Ferriani. Er kommt zu seinem Urteil durch eine Umfrage, die er bei den Lehrern, den Eltern und den Schülern veranstaltet hat. Die Lehrer haben das Cpas men als eine große Komödie", als eine große Müh, die Mutter von Täuschung und von Bitterfeiten", als ein ,, komisches Sand in die Augen streuen", als einen ,, Kampf für den armen Lehrer", als einen Monat ver­torener Zeit", als ,, Kraftvergeudung" usw. bezeichnet. i Citern haben erklärt, daß die Zeit der Examina für sie und für die Kinder eine Qual ist, daß das Haus dann nicht mehr zur Ruhe kommt, daß alle wie ver­rüdt herumlaufen usw. Die interessantesten Antworten sind die der Schüler selbst. Unter diesen haben gerade die wirklich fleißigen erklärt, daß die Examina für sie eine Quelle der Furcht, des Schreckens, des Kummers seien; die faulen aber haben etwa folgende Antworten gegeben: Die Examina lassen mich ganz gleichgiltig. Man braucht nur schlau zu sein, dann ist das Examen gar nichts. Beim Examen bleibe ich ganz falt. Komme ich nicht jetzt durch, dann vielleicht ein anderes Mal." Ferriani hat im ganzen 150 Kinder gefragt; unter die­sen fand er 70, die das Examen fürchteten, 35, die es gleichgiltig ließ, und 45, die es nicht missen wollten. Unter den 70 furchtsamen Schülern waren 30 sehr flei­Big, 27 etwas weniger und nur 13 ganz faul; unter den 35 gleichgiltigen waren nur 5 wirklich fleißig, während 10 weniger fleißig waren, und 20 überhaupt nichts ler­nen wollten; unter den 45 Freunden der Examina waren mur 4 fleißig, während 20 sich nicht durch allzugroßen Fleiß auszeichneten und 21 durch eine gadezu staunen­erregende Faulheit glänzten".

* Eine geheimnisvolle Kindesaus schung beschäftigt zur Zeit lebhaft die Berliner und Gütersloher Behörden. Vor einigen Tagen wurde in Gütersloh ein fremdes zweijähriges Mädchen aufgefunden. Die Kleine war sau­ber und gut gekleidet, ihre Wäsche war mit einer neun­zadigen Krone gezeichnet. Das hübsche aufgeweckte Kind vermochte natürlich über seine Herkunft keinerlei Aus­funft zu geben, es verlangte nur nach seiner Mama". In seinem Röckchen war der Stempel einer ersten Ber­liner Konfektionsfirma sichtbar. In der Nähe des Fund­orts der Kleinen wurde eine verschleierte Dame in einen eleganten Belzmantel gesehen, die in der Richtung nach dem Bahnhof zu davoneilte.

V zur Humbert- Affaire. Die verhaftete Pariser Schwindlerfamilie hat es während ihres Madrider Auf­enthaltes verstanden, auch dort große Schulden zu machen. Die Madrider französische Botschaft erhält Tag für Tag zahlreiche Klagen über Forderungen einer gan­zen Anzahl von Lieferanten, denen die Humberts be­deutende Summen zu zahlen haben. Die Aktiva in der Sumbertsache belaufen fich bis jetzt auf 2 Millionen Fres., elche Summe durch die in Madrid beschlagnahmten ( elder und Pretiofen sich auf 2 500 000 Francs erhöht. Sie der Prozeß auslaufen wird, ist nach Ansicht Pariser Rechtsverständiger äußerst zweifelhaft. Vielleicht kommt Therese Humbert mit einem blauen Auge davon, da drei Sauptzeugen, die beiden Anwälte der Familie Humbert, du Buit und Lanquet, sowie der Anwalt der angeblichen Crawfords, Augaur, sich jedem Verhör entziehen kön­nen, indem sie das Amtsgeheimnis vorschüßen.

49]

Dr. Rumeys Patient.

Roman von Dr. Haltar und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Wegner.

( Rachbrunt verboten.)

Das Frühstückszimmer lag im Erdgeschoß, die großen Bogen­fenster, durch welche die würzige, balsamische Frühlingsluft un­gehindert in das Zimmer dringen konnte, standen weit offen. Als Frau Everett über die Schwelle trat, wurde sie freundlich Don Margarete begrüßt.

Bie blaß und abgespannt Sie aussehen!" sagte die Schloß­herrin in teilnehmendem Tone.

Frau Everett blickte flüchtig unt sich und sah, daß außer ihnen niemand im Zimmer fei.

Mir bricht das Herz noch, Margarete", versezte sie leise, die junge Freundin mit traurigen Augen ansehend.

Margarete trat dicht an sie heran, legte die schlanke, weiße Hand auf ihre Schulter und füßte sie auf die Wange.

" Weshalb gönnen Sie sich feine ordentliche Rube?" sagte fte im Tone leisen Vorwurfs. Sie schlafen nicht genug, nicht einmal des Nachts. Sie werden sich noch ganz aufreiben, wenn Sie es so weiter treiben, wie in letzter Zeit. Und wenn dann sie hielt inne.

,, Warum stoden Sie, Margarete?"

H

" Wenn dann Ihr Sohn wieder herauskommt, werden Sie nicht mehr da ſein", vollendete die junge schöne Frau mit Thränen in den Augen. Ich habe mir das Wiedersehen zwischen Ihnen und ihm so oft im Geiste ausgemalt. Wenn er Ihnen wieder­gegeben ist wenn alles Schreckliche vorbei- er wird nicht alt ein er wird Ihrer so dringend bedürfen! Und wenn sogar das Schlimmste eintritt, wenn Sie seine Unschuld nicht beweisen können selbst dann wird er eines Tages frei sein und dann dann wird er der Mutter in so hohem Grade bedürfen!" Er wird sie nicht wiedersehen! Bis dahin bin ich längst tot lange bevor seine Strafzeit abgelaufen ist, wird man mich its Grab betten. Aber erst muß ich seine Unschuld ans Tages­licht bringen! Ich habe ein so sicheres Gefühl, der Wahrheit näher zu sein, wenn ich mich in Großhofen befinde Deshalb nahm ich auch Ihre Einladung mit Freuden an. Ach Margarete, mein Herz glüht wie in einem helllodernden Feuer- und dies Heuer verzehrt mich nach und nach."

In diesem Augenblick trat der Baron ein, er sah blühend, ing und beiter aus. Seine Bewegungen waren jest voller

|: Berhaftung des Defraudanten Neßler. Der Buch. halter Neßler, der bekanntlich der Berliner Bank für Handel und Industrie 700 000 Marf unterschlagen hat, ist in einem Hotel in Brunnen, Kanton Schwyz, verhaftet worden. Die bestohlene Bank ist bereits durch die Staats­anwaltschaft hiervon in Kenntnis gesezt worden. Bei der Vernehmung von der Schweizer Staatsanwaltschaft gab Neßler zu, die Unterschlagungen begangen zu haben und legte ein umfassendes Geständnis ab. Bei seiner Ver­haftung wurde vorläufig nur die Summe von 272 Francs vorgefunden. Wie verlautet, hat sich Neßler durch sein böses Gewissen verraten. Als er nämlich im Hotel in einer Zeitung die ausführliche Beschreibung seiner Per­jon las, zeigte er sich so aufgeregt, daß der Hotelier Argwohn schöpfte und seine Verhaftung veranlaßte. Neßler ist im Untersuchungsgefängnis zu Schwyz in einer aus­bruchssicheren Zelle untergebracht und trägt vorläufig Fesseln. Er trug einen geladenen Revolver bei sich und soll die Absicht gehabt haben, sich bei einer etwaigen Ver­haftung zu erschießen. Die Szene spielte sich aber zu schnell ab. Neßler ist im Gefängnis ungemein nieder­geschlagen und weigerte sich bis jetzt, Speise zu sich zu nehmen.

) Professor v. Krafft- Eving t. In Graz verstarb nach längerem Leiden Prof. v. Krafft- Ebing, bis vor kur­zem Ordinarius der Irrenheilkunde an der Universität Wien. In Krafft- Ebing verliert die deutsche Irrenheil­kunde einen ihrer angesehenſten Pfleger und sicher einen ihrer bekanntesten. Was Krafft- Ebing vor allem aus­zeichnete, das war ein lebhaftes Interesse und ein ein­dringliches Verständnis für die soziale Seite der Irren­heilkunde. Er hat sehr viel dazu beigetragen, daß in der öffentlichen Anschauung, in staatlichen Anordnungen und in der Rechtsprechung viel mehr, als dies früher geschah, auf die engen Beziehungen zwischen geistiger Abnormität und psychischen Erkrankungen und den Verstößen gegen Recht und Moral geachtet wurde. Kraft- b ng beschäft ge ich viel mit den Nachtseiten der Beziehungen der Ge­schlechter untereinander. Sehr viel hat er im Kampfe jegen die überhandnehmende Nervosität genügt durch seine n ihrer gemeinverständlichen Schreibweise jedem Laien faß­are Broschüre ,, Ueber gesunde und franke Nerven".

Schwere Unwetter, die leider auch zahlreiche Un­glücksfälle zur Folge hatten, haben uns die Weihnachts­tage gebracht. Namentlich hatten die Küsten der Nord­und Ostsee unter einem orfanartigen Weststurm zu lei­den, der im Verein mit Regen und Hagelschauern große Verheerungen anrichtete. In Königsberg wurden viele Dächer abgedeckt, Scheiben zertrümmert und Bäume und Zäune umgerissen. Durch das Unwetter wurde auch in Kranz die Uferpromenade beschädigt. Hinter dem Da menbade durchbrach das Wasser die Dünen und richtete in den Anpflanzungen großen Schaden an. In Ham­burg löste sich vom Turm des Hornhardtschen Konzert­hauses das Blechdach ab und stürzte auf einen vollbe­sezten Motorwagen der Ringbahn. Zwei Personen wurden verlegt. In Danzig und Marienburg wurden ebenfalls zahlreiche Gebäude beschädigt.

Auch zahlreiche Schiffsunfälle werden gemeldet. Die norwegische Bark Penry" ist bei Stagen im Sturm zer­trümmert worden, elf Mann der Besatzung sind ertrun­fen, einer wurde gerettet. Der von Bremen nach Barrh be stimmte spanische Dampfer Jupiter" strandete bei Brin­tamahof. Bei Langeoog ging der englische Dampfer Mendelssohn" unter. Der Rettungsstation gelang es, fünf Personen zu retten, die übrigen neunzehn Mann der Besatzung des Dampfers landeten in eigenen Booten. Auf der Insel Rügen hat der Sturm große Verkehrsstörungen verursacht. Die Eisenbahn- Trajekt­schiffe zwischen Altefähr und Stralsund mußten des nie­drigen Wasserstandes wegen ihre Fahrten einstellen. Meh­rere Telegraphenlinien sind zerrissen und infolgedessen wurde die Verständigung betreffs der Verkehrsstockungen starf erschwert. Auch die zwischen Warnemünde und Gjedser( Dänemark) verkehrenden Reichspostdampfer muß­ten ihre fahrplanmäßigen Nachtfahrten ausfallen lassen.

Bunte Chronit. In der Villenkolonie Grunewald wurden drei Personen, der Kirchendiener Wilhelm Weber, seine Frau und sein siebzehnjähriger Sohn in ihrer Woh­nung tot aufgefunden. Sie waren durch ausströmende Dämpfe der Centralheizung erstickt.

- Eine Entschädigung von 182 500 Mark hat der preußi­

Elastizität und Lebhaftigkeit. Er trat auf Frau Everett zu und reichte ihr die Hand zum Morgengruß.

" Sie haben ia schon den Hut auf?" sagte er verwundert. " Ja, ich habe bereits einen fleinen Spaziergang gemacht", antwortete sie.

Und sie ist todmüde nach Hause gekommen", fügte Mar­garete hinzu. Geben Sie jetzt auf Ihr Zimmer, Frau Everett, und legen Sie Hut und Cape ab. Wir wollen nachher gleich frühstücken, und ich bestehe darauf, daß Sie heute tüchtig effen." Als Frau Everett das Zimmer verlassen, trat Margarete an die Seite ihres Gatten und sagte bewegt:

Ich glaube, sie hat recht. Der summer tötet sie all­mählich."

" Welcher Kummer, Schat?" fragte Audrey, der angen­scheinlich mit seinen Gedanken anderswo geweilt hatte.

Welcher Summer, Robert?" wiederholte seine Frau fragend. " Run, Frau Everetts Stunner! Siehst Du denn nicht, wie sie sich abhärmt, wie sie hinsiecht? Hast Du kein Verständnis für die Unglückliche? Gerade Du, der dem Leben auf so wunderbare Weise wiedergeschenkt wurde, Du und ich- wir sollten unser Mitgefühl im reichsten Maße denjenigen schenken, die so schwer mit Summer und Herzeleid beladen sind."

" Ja ia, ich thue es ja auch", gab der Baron zurück. Er sprach furz, fast schroff und wandte sich von Margarete ab, um ein etwas schief hängendes Bild geradezurüden.

Jezt betrat seine Schwester Annie das Zimmer.

" Was fällt Euch Frauen denn eigentlich ein, daß Ihr alle beim ersten Hahnenschrei aus den Federn friecht?" fragte ihr Bruder, der sich Annies Umarmung mehr gefallen ließ, als daß er sie erwiderte.

Aunie lachte fröhlich.

"

Es ist beinahe neun Uhr, verfeste fie. Hier, Maggie, bringe ich Dir einen Strauß, Narsisfen- fie legte die Blunten bor Margarete hin. llebrigens, Robert, scheinst Du Deine ländlichen Gewohnheiten ganz vergessen zu haben. Früher hatten wir um neun Uhr das Frühstück längst hinter uns.

Nun, so wollen wir jegt anfangen", sagte der Baron. Man sezte sich an den Tisch. Nach und nach erschienen auch die anderen Gäste, zulegt Frau Everett. Der Baron schob dienstbeflissen einen Stuhl für sie neben den seinen und mar äußerst aufmerksam gegen sie. Dan inüpfte er ein Gespräch mit ihr an. Er plauderte lebhaft und interessant, wie ein Mann von seiner Bildung, und seinen reichen Geistesgaben es nur ver­mochte. Während er sprach, hingen die großen ruchelosen Augen der Witwe forschend an seinem Gesicht. Jedesmal, wenn er fich

sche Eisenbahnsistus den Hinterbliebenen des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Joh. Friedel in Oberfonnersreuth bei Bayreuth gesprochen, der bei dem Anfang Mai dieses Jahres stattgehabten Eisenbahnunglück unweit 3schortau in Sachsen seinen Tod fand.

-In Rom wurde auf eine Frau Smerdu, welche seit 20 Jahren die Geliebte des Senators und Staatsrates Clementini ist, in ihrer Wohnung von ihrem Diener ein Mordanfall verübt. Der Mörder war von dem Neffen des Senators zu der Tat angestiftet worden, weil jener fürchtete, der Senator würde seine Geliebte zur Erbin einsezen.

Der gefürchtete spanische Räuber Toribio ist den Gendarmen in die Hände gefallen. Toribio war seit Mo­naten der Schrecken der ganzen Provinz Coruna. Die Gendarmen überraschten ihn während der Nacht im Pfarr­hause zu Freijk, wo er sich einquartiert hatte. Ein fühner Sprung aus dem Fenster seines Schlafzimmers brachte

Jed

die ein gediegenes Bla allgemeiner Bildung f bringt, abonniere auf

Neuest

Der politische Teil mit den neuesten fragen und beha wichtigften Borg Politif.

ihn zwar ins Freie, allein die ihm nachgesandten Kugeln Der lokale und br

verwundeten ihn so schwer, daß er den Gendarmen in die Hände fiel.

munalen Angeleg Korrespondenzen b

und ist doch kein verfrühter Sylvesterulk, sondern buch­stäblich wahr. In der Rue de la Jolie- Regnault in Paris wohnt ein Buchhalter Groscollas, der von seinen Nach barn schon seit längerer Zeit in unverantwortlicher Weise gepeinigt wurde. lleber seinem Kopfe mißhandelte ein junges Mädchen den lieben langen Tag ein Klavier, und unter ihm übten zwei Herren gemeinsam ein Konzert für Flöte und Fagott ein. Groscollas beschloß, sich zu rächen, und seine Rache war fürchterlich. Er kaufte ein Kalb, das eigentlich schon eine Kuh war, und richtete ihm in seinem Speisezimmer eine Wohnung ein; und Mitternacht wenn Tier und Menschen sest schli fen, begann Groscallas sein ausgewachsenes Kalb zu dressieren", indem er es mit einer spißen Stange ,, fißelte". Mit dem kläglichen Geblök des Kalbes verglichen, waren selbst die Skalen der Klavierspielerin und die Jammertöne der Fagottisten ein Ohrenschmaus. Die Mieter des Hauses wollten sich natürlich diese nächtliche Tierdressur in einer hochherr­schaftlichen Wohnung nicht gefallen lassen und pilgerten sämmtlich zur Polizei, um eine Kollektivflage zu erheben. Damit war dem Kalbe das Todesurteil gesprochen! Die Polizei zeigte jedoch Verständnis für den Humor der Si­tuation: Groscollas erhielt zwar einen Strafbefehl, aber nicht wegen nächtlicher Ruheſtörung, sondern weil er ,, an einem für solche Zwecke nicht geeigneten Orte- Vieh­zucht getrieben hatte"!

[ Viehzucht im Salon] flingt wie ein schlechter Scherz Das Feuilleton ift

Unterhaltungsstoff Inserate ha der Gießener Ne Gie So sind die ,, ein gern gelefenes Far Abonnement& preis

pro Mo

ermöglicht es auch dem abonnieren. Die G Gießener Barlament Der Zweiten Ka der Abgeordneten Kou und Gebühren Zweite Kammer woll schlag pro 1903-04 ftellten Beträge für verwenden, daß au auslagen bei aush wird und sind dieself entsprechend zu für haud und Genoffe Bogelsberg.

[ Die Abenteuer eines Motorwagens] lautet der vielversprechende und vor allen Dingen hochmoderne Tite! eines zu Weihnachten erschienenen Romans von Mistreß C. N. Williamson und ihrem Gatten A. M. Williamson. In diesem amüsanten Buche ist der Automobilismus" der eigentliche Held. Die menschlichen Personen sind nur dazu da, um die schlechten oder guten Charakter"-Eigen­schaften der Automobile in das entsprechende Licht zu sezen. Die Fabel des Romans ist furz folgende: Eine schöne amerikanische Erbin, Miß Molly Randolph, läßt sich in England einen schon etwas ältlichen- richtig: vorsint lutlichen- Benzwagen anhängen, und tritt nun im Auto, begleitet von dem unentbehrlichen tantenhaften ,, Elefanten", ihre europäische Tour an, die ,, große Tour", wie man in Amerika jagt. Auf dem Wege von Paris nach Suresnes verschwindet ihr Chauffeur mit 500 Francs, die er erhalten, um für eine gebrochene Welle Ersaß zu beschaffen. Aus dieser ,, Panne", einer der vielen, die sie mit dem veralteten Auto erleidet, rettet sie Mr. Jack Winston, der Besitzer eines herrlichen Napier- Wagens. Die­jer Gentleman, ber als Sohn eines Earl eigentlich der Miß sich bequemer auf ehrbare Weise nähern fönnte, zieht es vor- da ja sonst der Roman gleich zu Ende wäre unter dem Pseudonym Brown ihr Chauffeur zu werden. Nachdem der Benz durch die Missetat eines französischen Rivalen Jacks den Flammentod gestorben, weiß es Brown so zu arrangieren, daß die Tour auf seinem Rapier fort­gesetzt wird. Es folgt nun die gebührliche Dosis an Reise­Erlebnissen samt einer drolligen Episode, wo Brown des Mordes an Jack Winston verdächtigt wird, und der selbst­verständliche Schluß ist ein Telegramm Jacks aus Taor­mina an seinen Freund Lord Lane: ,, Du kannst mir gratulieren. Sie ist mein."

ihr zuwandte, fühlte er diese Blicke auf sich ruhen. Seine eigenen Augen, so gleichmäßig und ruhig in ihrem Ausdruck, begegneten den ihren in einent fort; es war, als ob ein geheimer Bann sie auf sich zöge. Als das Frühstück sich seinem Ende zu­neigte, schienen diese zwei Augenpaare einander fast heraus fordernd zu messen. In Frau Everetts Augen lag eine Welt von unausgesprochenen, brennenden Fragen; in denen bes Barons ein deutliches Mißtrauen, eine gewisse Abneigung. Schließlich wandte sich die Witve mit einem tiefen Seufzer ab. Der Baron war ihr überlegen; ihr Geist erkannte diese Thatsache an, zu gleich aber dämmerte leise in ihrem Inneren die Erkenntnis auf, daß er ihr feindlich gesinnt sei.

Ru. stand der Schloßherr vom Tische auf und sagte zu feiner Frau:

Soeben sah ich Griffiths unter dem Fenster vorbeigehen. Ich habe mit ihm zu sprechen. Uebrigens habe ich auch heute biel zu thun und bitte Dich, mich zum zweiten Frühstück nicht zu erwarten."

3wanzigstes Kapitel

Etwa eine Stunde später, nachdem ihr Mann fortgegangen, erwachte Hetty Vincent. Sie rieb sich schlaftrunken die Augen, feste fich im Bett aufrecht und began langsam fich anzufleiden. Die fiebente Morgenstunde fand fie schon bei der Arbeit. Sie besorgte das Hauswesen fast allein, nur zum Melken der Kühe und für die schwere Arbeit hielt sie eine Magd, Namens Sufe. Hetty und die Magd begaben sich jest in die Milchlammer und begannen gemeinsam ihr Tagewert.

Die Vincents hielten mehrere Stühe und erzielten durch dieje eine ganz hübsche Einnahme. Ihre Milch und Butter war als vorzüglich in der Ungegend bekannt. Suje trug jeßt die großen Milcheimer herein, und die frischgemoltene Milch wurde aus denselben in die dazu bestimmten Krüge gefüllt.

Giessener ** Großher Samstag morgen Bombay angefom ** Der Großl

es möchten etwa fi Anlaß des Jahreswe sondern unter der Kabinettsdirektion r Die genannte Behö laufenden Glückwü Rückfehr zu unterbr

** Grnannt wu ungsaffeffor Dr. ftellvertretenden D Staatslotterie mit bisherige Direktor

der Niederrheinische haft auf Aktien B um Oberinspektor Lotterie.

**

Justizrat R Bank in Berlin w berlieben.

Der Titel" haffner" oder Ob der Berleihung golde angeftellten Unterbea freier Führung na

Jahren fortan erteil Die bes

**

neten berteilen hiedenen Berufs teure, 5 Rechtsanwäl at, 1 Genoffenschaft meister, 2 Beigeord 3 Guts- und 1 Mül mitte, 2 Buchhändler Bureaugehilfe, 12 ** Ausgrabung a Rovember 5. J. vorg Trieb, welche vom ob

bei deffen begränften aber mit großer Sorg berben, hat man die

unfer Trieb im fieben arijden Lager( wab Außerdem hat man b

Rach Abschürfung ein man in mäßiger Tiefe terer Freilegung als e bies. Die dabei gema laffen unschwer erfenn ines früheren militärif einmal geöffnet war, unter der Feuerstelle, nd einen Dolch, beide Malten und prachtvol Reter bon der Fundst der ähnlicher Bügel ine teelartige Feuer lich. Die Bertiefung

Nachdem die Morgenutilch besorgt war, machte sich Hetty baran, die am Abend zuvor gemolkene Milch abzuschäumen. Sie füllte den Rahm sofort in das Butterfaß und Suse wollte sich eben an das Buttern machen. Halt, Frau Vincent, halt!" rief fie plöglich. Wir haben ja das Butterfaß noch nicht ordentlich ausgebrüht; das legte Mal hatte die Butter einen leichten Nachgeschmad, wissen Sie nicht mehr?" Ach, wie dumm von mir! Ich dachte, Du hättest das Fak Schon ausgebrüht! Ich hatte Dir es doch gesagt, Suse! Nan der ganze Rahm verdorben!"