Ausgabe 
29.10.1902 Erstes Blatt
 
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während die Musiklehrerinnen übermäßig zahlreich sind. Hieran ändert auch die Tatsache nichts, daß Köchinnen verhältnismäßig hohe Löhne fordern können und-we­nigstens nach den Begriffen der Hausfrauen eine faſt zu unabhängige Stellung einnehmen. Andererseits ist das Loos der Musiklehrer männlichen wie weiblichen Ge­schlechts ein wenig beneidenswertes. Die Gehälter sind in rapider Abnahme und man liest nur zu häufig Inserate, in denen Musikstunden für 50 Pfg. angeboten werden. In Deutschland dürften die Verhältnisse leider wohl ähnlich liegen.

[ Ein Gegner der Todesstrafe] ist der berühmte Elektriker Nicola Tesla. Er war dieser Tage in Newyork als Geschworener vorgeladen, mußte jedoch von seiner Pflicht entbunden werden, da er erklärte, daß er die bar­barische Todesstrafe nicht billigen könne. ,, Aber die Ge­seze des Staates enthalten die Todesstrafe, und Sie wür den es doch an der den Gesetzen gebührenden Achtung nicht fehlen lassen?" warf der Richter ein.- ,, Mit mei­nen Ansichten kann ich die Todesstrafe nicht vereinbaren, und ich handle nur, wie meine Vernunft es mir eingiebt," ,, Dann können Sie nicht war die Antwort Tesla's. Geschworener sein," sagte der Richter und Tesla wurde ent­Lassen.

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A Kampf zwischen Grenzern und Schmugglern. Bei Dttlotschin hat ein Kampf zwischen der russischen Grenz­wache und einem aus sechs Personen bestehenden Schmugg Yertrupp, der mit großen Posten Cigarren und Seiden­waren die Grenze überschreiten wollte, stattgefunden. Es wurde auf beiden Seiten scharf geschossen. Ein russischer Wachtmeister ward durch einen Schuß in den Unterleib schwer verletzt. Die Schmuggler fielen nebst den Waren den Russen in die Hände.

D Zigeuner als Wegelagerer. Ein schwerer Straßen­raub ist in der Nähe der Stadt Neudamm von Zigeu­nern vollführt worden. Der Musiker P. befand sich mit seiner Mutter auf einem Einspännerwagen, um nach Mas­sin zu fahren. Unterwegs begegnete ihnen ein Zigeuner­trupp. Sieben von diesen braunen Gesellen hielten das Fuhrwerk des Musikers an und überfielen die' Insassen. Der Musiker wurde durch Messerstiche im Kopf verletzt, die Mutter gleichfalls schwer mißhandelt; darauf nahmen ih­nen die Räuber ihre Baarschaft im Betrage von 50 Mr. weg und eigneten sich noch das Pferd samt Geschirr an. Alsdann verschwanden sie. Es ist bis jetzt nicht gelungen, der frechen Straßenräuber habhaft zu werden.

Die Bombenexplosion in Livorno, die wir gestern meldeten, scheint nach den bisherigen Ermittelungen ge­gen den Bischof Giani gerichtet zu sein, der wegen sei­ner schroffen Haltung gegen das Königreich Italien in Livorno sehr unbeliebt war. Die Bombe hatte furcht­bare Gewalt. Das eine von den drei Kindern, welche sie kurz vor der Explosion fanden, wurde mit aufgerisse­nem Unterleib meterweit fortgeschleudert, die beiden an­deren schwer verwundet. Die Stücke der Bombe richte­ten am Kirchenportal und an den umliegenden Gebäu­den furchtbare Verwüstungen an, durchschlugen Mauern und Zäune, so daß aus allen Häusern die Menschen auf die Straßen flohen. Ein Mann will kurz vor der Ex­plosion eine feingekleidete Dame an der Unglücksstelle gesehen haben, die eilig davongelaufen sei.

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Zum Konflikt im belgischen Königshause. Gräfin Stefanie Lonyah weilt augenblicklich im strengsten Inkognito in Wien. Kaiser Franz Josef stattete ihr einen Besuch ab, der fast eine Stunde währte. Wie verlautet, hat die Gräfin dem Kaiser über die bekannten Vor­gänge in Brüssel berichtet und auch von ihm eine Inter­vention beim Könige der Belgier in schwebenden ver­mögensrechtlichen Angelegenheiten erbeten.

herrscht große Bestürzung.

- Dem ,, Petit Parisien" zufolge haben sich Detektivs nach Spanien begeben, wo, wie verlautet, die Familie Humbert in einem Kloster Unterkunft gefunden haben soll. Der Banfier Boulaine, welcher bei der Zurück­führung von einem Verhör bei dem Untersuchungsrichter in das Gefängnis den ihn begleitenden Polizisten ent­kommen war, wurde in einem Vorort wieder verhaftet und nach Paris zurückgebracht.

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Zwischen den russischen Stationen Fastow und Koshanka entgleiste ein aus 46 Wagen bestehender Gü­terzug. 21 Wagen wurden zertrümmert, ein Schaffner lecht verlegt.

Elisabeth Cady Stanton, die bedeutendste amerika­nische Frauenrechtlerin, ist im Alter von 90 Jahren in Newyork gestorben.

Wandlungen.

- Der Besuch des dänischen Kronprinzen.- Aus Berlin wird uns geschrieben: Der Kronprinz bon Dänemark, der augenblicklich als Gast unseres Kai­serpaares im Neuen Palais zu Potsdam seinen Aufent­halt genommen hat, ist wegen seiner Schlichtheit des Auftretens und Einfachheit des Denkens eine der sym­pathischsten Fürstenerscheinungen unserer Zeit. Er hat nicht nur die Höhen, er hat auch die Tiefen des mensch­lichen Lebens kennen gelernt. Denn seinem mit irdischen Glücksgütern wenig gesegneten Vater war es nicht an der Wiege gesungen worden, daß er dermaleinst eine Kö­nigsfrone tragen werde. Als Prinz Christian von Schles­wig- Holstein- Sonderburg- Glücksburg, hatte Christian IX., ähnlich wie die Linie der Augustenburger, der unsere Kaiserin entstammt, das bescheidene Dasein eines Land­edelmannes geführt; man erzählt sich sogar, daß er, eine Zeit lang von bitterer Not getrieben, während seines Aufenthaltes in Frankfurt a. M. unter fremdem Namen Klavierstunden gegeben habe; jedenfalls hat die Kaise­rin von Rußland, eine Tochter des greisen Königs Christian von Dänemark, gelegentlich einmal erzählt, daß zu gewissen Zeiten der Frankfurter Haushalt ihres Va­ters mit fünf Talern wöchentlich bestritten wurde.

Aufgefundenes Gefangenenschiff. Auf dem Grunde des East River wurde von den Arbeitern, welche in der Staatswerft das Gestell für den Bau des Schlachtschiffs Connecticut" zimmern, der Rumpf des berühmten Ge­fangenen- Schiffes Jersey" entdeckt, auf welchem wäh­rend des Revolutionskrieges hunderte von Amerikanern schmachteten. Ueber ein Jahrhundert hat der Rumpf des historischen Fahrzeuges unter den Wellen begraben ge= legen, ohne daß es den verschiedensten historischen Ge­sellschaften gelungen wäre, das berühmte Fahrzeug zu finden trop jahrelanger Nachforschungen. Das Holzwerk des alten Rumpfes scheint in vollkommen gutem Zustande zu sein. Bohrungen ergaben die Tatsache, daß das ver­wendete Holz Eichenholz und Teakbaum ist. Die Hebung des historischen Fundstückes würde nur 2000 mt. kosten; das Marine- Departement dürfte jedoch kaum die Erlaubnis geben, historische Untersuchungen anzustellen und dadurch bielleicht den Bau der ,, Connecticut" zu verzögern. In­folge dessen werden die Arbeiter, welche die Balken für bas Gestell zum Bau des neuen Schlachtschiffes in den Flußgrund rammen, wahrscheinlich schon in wenigen Ta­gen den alten Schiffsrumpf zertrümmert haben. Die tra­gische Geschichte des Gefangenenschiffes ,, Jersey", in dem hunderte von Amerikanern von den Briten gefangen ge­halten wurden und starben, war lange Jahre hindurch in Dunkel gehüllt, bis vor wenigen Jahren die Gerippe von 300 Leichen im Grunde der Staatswerft vergraben ge­funden wurden, was zu der Vermutung führte, daß die Gefangenen, welche auf der Jersey" starben, aus Ufer gebracht und dort begraben wurden. Die Auffindung Bes alten Schiffsrumpfes läßt diese Annahme noch glaub­licher erscheinen.

Bunte Chronit. Der Direktor der Aktiengesellschaft für photographische Industrie in Reid, Emil Wünsche, ertränfte sich infolge zerrütteter privater Vermögens- Ver­hältnisse.

Bei Herford i. W. ist der 15 jährige Bürstenarbeiter Schütte von einem Arbeitskollegen, dem 16 jährigen Lehr­ling Frensemeyer, ermordet worden.

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In Hildesheim wurde der frühere Landeschemiker Dr. v. Wedelstädt wegen Falschmünzerei zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt, während seine Frau als Anstifterin zu dem Verbrechen mit zwei Jahren Zuchthaus bestraft wurde.

Die Mittelmeergesellschaft beabsichtigt, auf laufenden Eisenbahnzügen Marconi- Apparate behufs Vermeidung von Unglücksfällen einzuführen.

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In Arad entnahm der Generaldirektor der dortigen Gewerbe- und Volksbank, Adolf Böhm, einer der an­gesehensten Bürger der Stadt, aus der Kasse des In­stitutes 300 000 kronen und verspielte das Geld an der Börse. Die Defraudation wurde von seinem Buchhalter entdeckt, welcher sofort Meldung erstattete. In Arad

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Der Großherzog hat das Ehrenzeichen Mitglieder freiwilliger Feuerwehren dem Mitgliede

* Die b

berordnetenber Dentichrift referterte Her

der freiwilligen Feuerwehr zu Eberstadt Georg Leonhard auf diese D

Meyer 2. daselbst verliehen.

geftellt, daß Bevölkerung Rüdgang auf beim Konfun Ginverständn Kommiffion

** Das Regierungsblatt Nr. 71, ausgegeben am 27. Oftbr. d. J. enthält: Bekanntmachung, die An legung des Grundbuchs betr. Vom 21. Oktober 1902 ** Provinzialausschuß. Nächsten Samstag, den 1. No vember findet vormittags 8% im Sigungssaal des

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Regierungsgebäudes dahier eine öffentliche Pro breitet: St

vinzialausschußsizung statt. Es wird über 1 Enteignung von Gelände in der Feldgemarkung Lolla für den Bahnbau Lollar Londorf; 2. Bürger meisterwahl zu Ermenrod und 3. Klage des Orts

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** In einer von Freiherrn von Leonhardi zu Groß wir diese Zab I am Montag nach Friedberg in das Hotel Trap Stadtberoro

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einberufenen Versammlung der oberhessischen Mitglieder lage nur zu des hessischen Zweigvereins der Gesellschaft Preise des für soziale Reform wurde nach einem Vortrag Bevölkerung

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wurden dann nach kurzer Beratung angenommen Zum Vorsitzenden wurde Freiherr von Leonhardi, zu deſſen Stellvertreter Pfarrer Schlosser in Gießen ſchlägt, der zum Schriftführer Sekretär Scherf, zum Schat meifter Fabrikant G. Schuchard in Gießen, zu Beisißern Bürgermeister Sandmann in Friedberg. Bürgermeister Kromm in Schotten, Pfarrer Dörr in Ober Ofleiden gewählt, und dem Vorstand das Recht der Zuwahl erteilt. Zur Gewinnung von Mit gliedern soll ein Aufruf verbreitet werden. Auch sollen in den Städten der Provinz Vorträge gehalten werden. Es konnte die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß wahrscheinlich Staatsminister a. D. Frhr. b. Berlepich im Laufe des Winters in Gießen einen Vortrag schäftigte sich halten werden. Außerdem sind die Herren Dr. Fuld causa celébres, und Dr. Frenay in Mainz, Scherf- Gießen zu Vorträgen bereit. Endlich wurde beschlossen, der Wohnungsfrage näher zu treten, und der Vorstand beauftragt, die hier für in Oberhessen bestehenden Bedürfnisse und die zu ihrer Befriedigung geeigneten Wege zu studiereu und der nächsten Versammlung darüber Vorlage zu machen. ** Neue Bahnsteigtarten werden in nächster Zeit ausgegeben werden. Sie erhalten die gleiche Farbe wie die früheren, doch erhalten dieselben folgende Aufschrift: Gültig zum einmaligen Betreten des Bahnsteigs an dem durch die Lechung bezeichneten Kalendertage. Die zwischen 11 und 12 Uhr Nachts doppelt durchlochte Bahnsteigfarte berechtigt noch am folgenden Tage zum Verlassen des Bahnsteiges." ** Unsere Kinder. Ein geistig hervorragender Päda goge auf dem Gebiete des Volksschulwesens hat kürzlich einen Aufsatz veröffentlicht, in welchem er gegen das Treiben der Kinder auf der Straße seine warnende Stimme erhebt. Es ist wirklich an der Zeit, einmal über das Thun und Treiben der Kinder der Gegenwart ein Wort zu äußern, zu ermahnen Diejenigen, welchen die Sorge für die Kinderwelt vor allem anvertraut ist, Umschau zu halten im Hause. Einsender, welcher in halten habe, Folge seines Lehrerberufes in vielen Häusern Eingang über die Qui gefunden, kommt zu dem Ergebnis: Ursache der Verzurückgezahlt. rohung und Unbarmherzigkeit ist die heutige Erzichung. Die Kinder gelten zu viel. Sie sind die Hauptpersonen. Um sie dreht sich das Hauptgespräch, sie selbst nehmen daran teil. Ihre Gedanken werden, wenn sie auch noch so thöricht sind, wie es bei mangelnder Erfahrung nicht anders sein kann, berücksichtigt oder gar bewundert. Das sind Gedanken der neuen Zeit, sagen sich selbst entschuldigend die Eltern, unsere sind die der älteren, und wir müssen uns fügen. Tagesfragen werden in Gegenwart der Kinder erörtert, Tagesfragen oft recht delikater Natur. Kinder besitzen einen sehr entwickelten Nachahmungstrieb und, was ihre Phantasie erregt, be

Nachdem der letzte König Friedrich VIII. von Däne­mark verstorben war, wurde der jetzige Monarch der erb­rechtigte Thronerbe, weil nähere Verwandte protokolla­risch auf die Thronfolge verzichtet hatten; diese Tatsache trug dem Glücksburger den heute wieder ganz vergesse­nen Namen des Protokollprinzen ein. Bei seiner Thron­besteigung war die schleswig- Holsteinische Frage im kritisch­sten Stadium angelangt. Obgleich die Erbherzogtümer nur durch Personalunion mit Dänemark verbunden wa­ren, und obgleich nach dem Tode des Königs Friedrich der Stamm unserer Kaiserin erbberechtigter war, als der Protokollprinz, vollzog doch König Christian IX. die Ein­verleibung dieses Gebietes in Dänemark, was für Deutsch­land, und insbesondere Preußen, gleichbedeutend war mit der Errichtung eines bedrohlichen Vorwerks an der Nord­grenze des Reiches. Bereits anfangs der 60 er Jahre hatte Breußen durch eine Denkschrift an den deutschen Bundes­tag seligen Angedenkens auf das ungesetzliche Vorgehen Dänemarks aufmerksam gemacht, im Jahre 1864 vollzog. es gemeinsam mit Desterreich die Losreißung, und im Jahre 1866 wurden die beiden Gebiete mit Preußen ver­einigt. Die Augustenburger Linie wurde durch den Le­bensbund zwischen unserem Kaiser und seiner Gemahlin für immer mit den neuen Verhältnissen ausgesöhnt, aber bei der dänischen Regierung blieb eine Mißstimmung zu­rück. Und das Haus König Christians ist mächtiger in Europa, als sein Land. Denn eine Tochter ist die Kai­serin- Wittwe von Rußland, eine andere Königin von Eng­land, ein Sohn ist König von Griechenland, ein Verhält­nis, das der Königin von Dänemark den Scherznamen einer Schwiegermutter Europas" eingetragen hat. Von der Kaiserin- Wittwe von Rußland sagt man, daß sie eine un­versöhnliche Feindin Deutschlands sei und viel zu dem raschen Aufblühen der deutschfeindlichen Haltung des Pan­slavismus in Rußland beigetragen habe. Dafür aber soll die Königin von England als Tante unseres Kaisers ein mächtiges Gegengewicht gegen die deutschfeindliche Haltung des Hofes sein, ebenso der König von Griechenland, Schwie­gervater der Schwester des Kaisers Wilhelm II.

Ob nun die familiären Beziehungen überhaupt den Umschwung in der Politik der Kopenhagener Regierung herbeigeführt haben, wird nicht genau festzustellen sein. Jedenfalls mag auch die Erwägung, daß Deutschland mit seiner starken Industrie und seinem mächtigen Han­delsverkehr ein wichtiges Absatzgebiet ist, heute für die dänischen Realpolitiker als Beweggrund stark ins Gewicht gefallen sein, kurzum der politische Umschwung ist nicht abzuleugnen und wird auch von außerdeutschen Blättern festgestellt; ein Zeichen dieses Umschwunges aber ist der Besuch des dänischen Kronprinzen. So haben wir diesen denn nicht nur als eine der sympathischsten Fürsten­erscheinungen, sondern auch als den Boten einer fried­lichen Zukunft willkommen geheißen.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Ausschließung eines Rechtsanwaltes aus dem An­waltstande. In der letzten Sigung des Ehrengerichtshofes der Berliner Anwaltskammer wurde gegen den Rechts­anwalt Ballien I verhandelt, der angeklagt war, inner­halb und außerhalb seiner Amtstätigkeit sich gegen die Pflichten, die ihm sein Beruf auferlegt, schwer vergangen zu haben. Das Urteil lautete auf Ausschließung aus dem Anwaltstande; der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Staatsanwaltschaftsrat Richter, hatte nur einen Verweis nebst Geldstrafe beantragt. Maßgebend für die Entschei dung des Ehrengerichts dürfte der Umstand sein, daß Rechtsanwalt Ballien bereits zahlreiche ehrengerichtliche Strafen erlitten hat. Vor zwei Jahren war in Berlin bereits auf Ausschließung aus dem Anwaltstande gegen ihn erkannt worden, die höhere ehrengerichtliche Instanz in Leipzig milderte jedoch damals die Strafe in einen Ver­weis. Rechtsanwalt Ballien, der vom Justizrat Zeidler terteidigt wurde, waren in der diesmaligen Verhandlung namentlich zwei Fälle, in denen er sich vergangen hatte, zum Vorwurf gemacht worden. Der eine betrifft Ange­Legenheiten, in die ein Geisteskranker und eine Prostituierte verwickelt sind; im Mittelpunkt der anderen Affäre ſteht ein inzwischen zu Zuchthausstrafe verurteilter Wucherer und Betrüger Buchholz, der sich den Titel, Bankier" beilegte.

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Dorauf jener Hart babe, er Heft inden.

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thätigen sie auf der Straße. Sie hören Erzählungen Offiers, den und Darstellungen von Verbrechen, und wie gern hören gelernt haber sie es, in ihrer Weise spielen sie wieder, was sie ge Berlaufe des

hört, die in ihnen liegenden nicht guten Reime werden geweckt Beweise wirklich trauriger Art liegen bor An allen möglichen Vergnügungen nehmen die Kinder teil; ja, wenn es nur solche wären, durch welche günstig ihr Gemüt, ihr Kunstsinn beeinflußt würde, in Ge

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sellschaften glänzen die heranwachsenden Mädchen schon Tille dur

früh, bei Gesellschaften der Eltern im Hause oder bei Zusammentrinken im Wirtshause oft bis tief in die

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die Kinder eitel gepußt, ihre Unterhaltungsgabe, ih

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Nacht sind die Kinder zugegen. Auf der Straße gehen Helene v. schon früh gereifter Verstand wird von den Erwachsenen für die Fr

angestaunt. Bei den Eltern muß angeklopft werden Kinder dürfen nicht mehr die erste Violine spielen, liebe gar feine, denn ihr Violinspiel bringt oft garstige Töne Bescheidenheit muß ihnen eingeprägt werden, Achtung vor dem Aelteren und vor Adem, was Aeltere hod

fönnen, fi

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Grunerfchen

Donnerstag.

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und heilig halten. Hier kann und soll auch die Schuberfteigere id mitwirken, Liebe zur Natur wecken, Barmherzigte Saale- Neufta find, Glaube an eine höhere Macht, die Rechenschaf Liter), bie fich

Denen gegenüber, die sich nicht zu wehren im Stand

verlangt für unser Denken und Treiben, Liebe zu Heimat und zum Vaterland, und Dank Denen, die sic

antwortlichkeit in diesem Sinne zu wirken bestrebt

1.600 tild

Hausgebrauch

Heine en Bart

werden, 10

um unsere Heimat und Vaterland wohlverdient gema Meffer und 2 Gewiß sind manche Lehrer im Gefühl ihrer Vet ftiche, 5 Bilder; vorstehende Mahnung wendet sich nur an das Hau Geffeln, 1 und hier muß angefangen werden bei Gebildeten un brant, 1 Nähn

weniger Gebildeten, in welchem Stande es sein mag um einer mild denkenden Zeit den Weg zu bahnen

2. 1 Copha

agent, 1 Reg

Lich, 1 Komm

1 Faß Rüböl

ihr Eltern denket einmal nach, ihr seid Diejenigen, vo 1Ballon gefochte

welchen das Heil der Zukunft vor Allem abhängt.