Ausgabe 
27.11.1902 Drittes Blatt
 
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ncenza Bantano, die Gattement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg.,

Rr. 277. Erstes Blatt.

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Pfa., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mr. 1.50.

en Morijani, Bompiani un ti abeilagen Oberbeffische Familienzeitung( täglich) tes eigentlich gar nicht Chebeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst und ohlhabender Jäger und gutenban, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Sohn ist er und der Tas Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

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Donnerstag, den 27. November 1902.

Gießener

11. Jahrgang.

Infectionsvreis: Die einspaltige Petitieile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. fonit 15 Vfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3032.

Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr. 362.

Neuelle Nachrichten

sen tönnen, geradezu eine nämlich eine Ueberlegung nto ist, wie jeber gebildete Universalsprache, die eines ölfern der Erde gesprochen Franzosen, Russen, Araber fchiedenen Stämme der Be demselben Maße ana Ine Stellen aus der herr,

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

uen Fönnen 3 würde zu Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und solche der Großh. Provinzialdirektion von Oberhessen.

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

n und wiedergeben wollten, Loch, daß irgend ein unterne 1,, Esperanto- ,, Hamlet" bo aufführen läßt. Berstehen us Petersburg meldet man, aupt der russische Pelzmati

Aus Heffen und Nachbargebieten.

Bürgermeister *** Friedberg, 26. November. Sandmann dahir hat unglücklicher Famil enver­Bland über schlechten innehatte, niedergelegt. hältnisse halber sein Amt, das er erst seit einem Jahre ** Darmstadt. Außer einem Hofmarmoristen" Oht it. Die Ursache biejes giebt es nach der Franff. 3tg." in Darmstadt eine die pot trauteinschneiders witwe" und einen Hoffranken­Frankfurt a. M., 27. Einen Todessturz

met. Alle erdenklichen mis

***

nenden Belzimitationenpferdewärter". Schöne Titel! elle von Hasen, Kaninch that heute der 27jährige Brauer Friedrich Ackermann

Tathilde von Sabohen, die gewählt wurde.

aus ihrer Kaserne. Mit den Selbstmordgedanken scheint es so ernst nicht gewesen zu sein, denn anstatt ins Wasser zu gehen, war delten sie fürbaß gen Frankfurt am Main und von da nach Nied, wo sie sich bei einer Schwester des Cromm in Zivil warfen. Verschiedene Dienſtgegenstände gaben sie preis, andere schickten sie von Mainz aus ans Regiment zurück, nachdem sie die Kleidungsstücke durch Abtrennen der Lizen beschädigt hatten, Schäfer gelangte bis ins Lugem burgische, kehrte dann aber um und stellte sich in Meß.

Cromm hatte schon vorher kehrt gemacht und hatte sich in Hanau wieder gestellt. Als weiteren Grund ihres Weglaufeng gaben sie an, daß sie ein Unteroffizier immer so angeflucht habe. Schäfer erhielt 3 Monate und 1 Woche, Cromm 4 Monate Gefängnis.

** Vom Rhein, 26. Nov. Infolge der eingetretenen milderen Witterung hat sich der Schifffahrts verfehr wieder belebt. Von den niederrheinischen und Ruhrhäfen find bereits wieder größere Schleppzüge, namentlich mit Kohlenladungen, abgegangen.

**

Ziegenhain, 26. November. In Neukirchen beim Dreschen mit der Maschine ein 16jähriger Bursche so unglücklich vom Scheuerboden ab auf den Kopf, daß der Tod sofort eintrat.

1. Kelsterbach, 27. Nov. Die Ehefrau des Gastwirts Ludwig Börner dahier füllte heute morgen ihre Lampen mit Petroleum auf. Sie hatte dieselben dabei auf den Waschkessel gestellt, unter dem Feuer brannte. Plötzlich entzündeten sich ihre Kleider, vor Schrecken ließ sie die Lampe fallen und das Petroleum ergoß sich über ihren Körper. Im Nu stand die Frau über und über in Flammen. In der Verzweiflung rannte sie über die Straße in ein Nachbarhaus, wo man die Flammen man die Flammen löschte. Die Brandwunden sind so schwer, daß an ein Wiederaufkommen der Frau faum zu denken ist.

werden zur Erzeugung von ter den russischen Belghar in der Essighaus- Brauerei. Er wollte die Klappe über Kongreß einzuberufen, wen einem Schacht wegziehen und fiel dabei 12 Meter tief vie der Handel mit echtem in denselben hinab. Mit zerschmettertem Schädel wurde te, welche den Belzmarkt der Bedauernswerte, der in diesen Tagen Hochzeit en foll machen wollte, tot unten aufgefunden. Fischberbrauch Berlins b ** Frankfurt a. M., 26. November. Aus falschem 43 251 Zentner im Werte Ch geiz erschoß sich auf dem Sachsenhäuser Friedhofe ische wurden verbraucht der Güterexpedient Heinrich Lang. Er war im Zentner. Darunter 460mündlichen Teil des Eisenbahnsekretärsexamen durchgestürzte 250 Zentner lebende faller und hatte sich das so sehr zu Herzen genommen, Prinzessin von Italien bat baß er seinem Leben ein Ziel ſetzte. Eine hochbetagte men Mafalda erhalten. G oseform des Namens Ma Mutter trauert um den einzigen Sohn ** Frankfurt a. M, 26. Nov.( Kriegsgericht der 21. Division.) Am 13. November entfernte sich der Rekrut mmut.] Gin Farmarbeiter Quandel von der 6. Komp. 81. Inf. Regts.( Frankfurt a. M.) nen' Bahn von sieben englibas ber Raserne, in der Absicht, in seine Heimat zu pilgern Breite, deſſen Gewicht 3 Fund feine Stiefmutter durchzuwalten, weil sie ihm weder vurde von Sachverständigen held noch Pockete schickte. Die Stiefmutter hatte Glück und zwar als ein oberer Duhr Sohn, der ihr ans Fell wollte, wurde unterwegs auf­effenden bart. Diese Entdergriffen und seinem Truppenteil wieder zugeführt. Er büßt Schriftsteller bewogen, einen Streich mit 4 Monaten Gefängnis. Der Land­dem Titel: Das Mammu 18 dem Staube gemacht wehrmann Wilhelm Rudes vom Bezirkskommando Limburg würde nämlich das armed. L. hatte sich im abgelaufenen Sommer, als er eine eute in Chicago das ganze weiwöchentliche Uebung machen sollte, dadurch von derselben Beschlag belegt hätten( ger drücken wollen, daß er dem Arzt weismachte, er leide an den Armour usw.) und es wäre Augen. Thatsächlich waren die Lider gerötet. Das rührte gesehen hätte, daß ein jeder aber von einem Pülverchen her, das sich der Drückeberger erwüstungen unter der darauf gestreut hatte. Da er immerhin noch ein edles ichtet, als es selber mit Motiv hatte er ist der Ernährer seiner alten Mutter, die appetit. nicht glaubte allein lassen zu können, tommt er mit Drei Tagen Mittelarrest davon. Die U bung hat er doch machen müssen. In der Absicht, den Tod irgendwo im Basser zu suchen, weil ihre Eltern nichts von sich hören ließem, entfernten sich am 21. Oftober die Refruten Konrad Schäfer( aus Wiesbaden) und Wilhelm Cromm( aus Sossen­und Physiker Anders be beim) von der 5. Esk 6 Thür Ularen Regiments( Hanau)

okales.

den 27. November.

1870. Schlad Upsala*. en unter General v. Mante orbarmee). Sieg bei Bai Fest ing La Fère lapitulier 1895. Der . Bismard t. exander Dumas ber jünger preußische Generalstabsche Sartenburg in swailai( Chin

Fest naht. Jeder Kaufmann

-

Dr. Rumseys Patient.

Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner.

( Nachdruck verboten.) Ich bin froh, daß Sie zurückgekommen sind", sagte er

abermals.

Wie sonderbar, daß Sie das iegt fagen", versezte Audrey.

bidte?"

nur dann auf ein gutes Gerinnern Sie sich nicht, daß Sie selber es waren, der mich weg­auf achtet, die für die entspre dies empfahl, ist eine auffallende Veränderung mit Ihnen vor­

Konjunktur wahrnimmt und

" Wohl erinnere ich mich. Aber seit der Zeit, da ich Ihnen

Baren dem Publikum rechtzeit gegangen."

hren. Wir nähern uns jes Sie bedeutet für alle Gejd cohhut- und Sonnenschirmge zeit des Jahres. Wenn uns

" Meinen Sie, daß es schlimmer mit mir-"

" In gewissem Sinne, ja", unterbrach ihn Rumsey. Audrey lachte.

" Aerzte sind auch nicht unfehlbar", sagte er. Denn, lieber bin nicht mehr so gefühllos, so innerlich tot, wie sonst." " Ich muß offen gegen Sie sein, Audrey. Ich halte Ihren Der Baron stugte; weniger Rumseys Worte, als der Ton, " Bitte, reden Sie deutlicher, Doktor, und nicht in Rätseln." " Ich will deutlich sein. Mein armer Freund, ich sehe mich wungen, Sie an die unglückliche Geschichte Ihres Hauses zu Audrey erschraf sichtlich.

hen von dem frohen Feste tremsey, die Wahrheit zu gestehen: ich fühle mich viel besser. Ich en und Zutaten für weibliche Zustand für sehr bedenklich."

id verheiratete Familienange in welchem sie gesprochen wurden, machte ihn aufhorchen.

ung und alt an die Weihnad gekauft. Die Familienhäupter wie sie den Bestand ihrer es verflossenen Jahres meh öffentlich geäußerten Wünsch u bringen vermögen. Und und auf der Höhe der Zeit

anern."

Was meinen Sie damit?" fragte er, die Geschichte meines

elegenheit nicht entgehen laji bases? Da ist der Fluch eines Erbübels, woran ich höchst ungern enfe schwankenden Kauflustige dele. Meinen Sie das etwa?"

ferate zu Hilfe zu kommen Jahres angebrochen, wo die

er studiert werden. Die

" Ja, ich meine das schreckliche Erbteil der Audreys, die pychologische Krankheit, welche männliche Glieder Thres Geschletchs burah Generationen hindurch heimgesucht hat. Es ist ein rätsel­hafttes, düsteres Verhängnis- ich muß zugeben: ein furchtbares!

te erfordert aber cine befon nm, Robert von Audrey, dieses furchtbare Verhängnis hat auch

se fehlt, dem steht unsere Sie befallen!"

ber wird durch die verhält Ihnen neulich schon, aber Sie wollten es ja nicht glauben."

chen Rate gern zur Geite

größte Menge der Käufer zuerst tommt, der malt

und

wer nicht tommt u

was übrig bleibt...

" Ich dachte es mir", versezte der Baron dumpf. Ich sagte " Ich hatte damals auch keinen Grund, es zu glauben. Jetzt aberr bin ich fest davon überzeugt. Das Schwinden der Er­innerungsfraft, also das hauptsächlichste Symptom, ist bei Ihrem Falle zugetroffen. Sie haben eine hochwichtige Thatsache aus Shrrem Leben vergessen."

** Miltenberg, 27. Nov. Wegen Wilddieberei standen der Fabrikarbeiter Franz Stefan Wolz aus Rüdenau und seine Haushälterin Maria Prochus vor der Straffammer in Aschaffenburg. Namentlich die Prochus ist viel im Walde umhergestreift, wobei sie die Büchse unter der Schürze hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegen Beide je 5 Monate Gefängnis. Das Gericht hielt den Beweis nicht für vollständig erbracht und erkannte auf Freisprechung.

** Hanau, 26. Nov Wegen Steuerhinter ziehung wurde ein Fabrifant des benachbarten Groß­Steinheim mit 12 000 f. Strafe belegt. Derselbe hat a richtliche Entstehung angerufen, fobak fich d mnächst die

,, Nein, da irren Sie sich, Doktor!" widersprach Audrey." Ich habe bis jetzt nur meinen Spazierstock vergessen. Ich weiß, daß ich ein fomischer Kauz bin, daß ich mich manchmal in einer Ver­faffung befinde, die viel zu wünschen übrig läßt. Aber außer dieser einen Ausnahme habe ich in meinem Leben wirklich noch nichts von Bedeutung vergessen. Erinnern Sie sich nicht, daß Sie selber diese Vergeßlichkeit hinsichtlich meines Stockes als höchst belanglos bezeichneten?"

Diese Vergeßlichkeit- ja! Aber Sie haben noch etwas anderes absolut vergessen, und es ist meine Pflicht, Sie daran zu erinnern."

" Ich soll noch etwas anderes vergessen haben?" fragte der Baron. Und was wäre das?"

Sie besaßen ein Kind, ein liebes, schönes Kind." Der Baron unterbrach ihn mit einem spöttischen Auflachen. " So hat sich diese Illusion auch bei Ihnen eingenistet? Ich fage Ihnen, Doktor, ich habe nie, nie ein Kind besessen!"

Sie besigen jetzt feins mehr, dennoch haben Sie ein Kind besessen, einen herzigen, schönen Knaben, der vier Jahre lebte; jezt ist er leider tot! Heute nachmittag wurde seine irdische Hülle ins Grab gesenkt. Er starb nach vierundzwanzigstündiger Krankheit. Seiner Mutter brach fast das Herz über den Verlust ihres süßen Lieblings, und Sie, sein Vater, haben seine Eristenz völlig ver­geffen. Hier ist das Bild Ihres Kindes- kommen Sie ans Licht und betrachten Sie es!"

Dr. Rumsey war bei diesen Worten an einen Tisch getreten und hatte von demselben eine Cabinet- Photographie genommen, die er dem Baron jetzt vor die Augen hielt.

Dieser streifte das Bild mit flüchtigem, fast mitleidigem Blick und zuckte die Achseln.

" Ich fenne das Kind nicht", sagte er." Wie kommt das Bild übrigens hierher? Ist Margaretes Geist wirklich so umnachtet, daß sie glaubt, der Knabe auf dem Bilde hier jei unser Kind?" Diese Photographie ist das Bild Ihres Sohnes", wieber­holte Rumsey langsam mit nachdrücklicher Betonung. Dann stellte er das Bild an seinen Vlak zurück. Audrey" fuhr er dann sanft und eindringlich fort, ich fann nicht Unmögliches von Ihnen erwarten- ich fann nicht verlangen, daß Sie sich an Dinge er innern, die aus Ihrem Gedächtnis ausgelöscht sind. Aber es ist meine Pflicht, Ihnen frant und frei herauszusagen, daß Ihr Zustand, sofern nicht bald eine Besserung in demselben eintritt, zu völliger Geistesumnachtung führt, die Sie auch körperlich nicht lange überleben werden. Sie sagten mir einst, Sie seien ein Mensch, der eine tote Seele mit sich herumträgt. Damals glaubte ich Ihnen das nicht. Heute glaube ich, daß Ihre damalige

Straffammer zu Darmstadt mit dieser Sache zu befassen haben wird.

** Buzzbach, 28. Nov. Fukrknecht J. Schmidt( Gam­brinus Brauerei) verunglückte gestern Abend auf dem Heim­wege zwischen Lang- Göns und Kirch- Göns schwer. Infolge eines entgegenkommenden unbeleuchteten Fuhrwerks sheuten die Pferde des Bierwagens. Schm. wurde von seinem Size geſchleudert und fam unter die Räder, wodurch er einen Urm­und Beinbruch davontrug. Der Schwerverleßte wurde noch am Abend in das Johanniterhospital nach Nieder- We sel verbracht.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeisterei­gebäude) Zimmer Nr. 14.

Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehr­lingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet.

Angebot der Arbeitnehmer:

1 Zimmermann, 2 Schlosser, 2 Wagner, 3 Schmiede, 1 Schuhmacher, 3 Schreiner, 1 Sellner, 15 Haus­

burschen, 1 Bureaudiener, 5 Taglöhner, 8 Fuhrknechte, Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 4 Dienstmädchen, i Kleidermacherin, 2 Büglerinnen, 1 Nähterin,

2

Lehrlinge: 1 Kaufmann, 1 Metzger. Nachfrage der Arbeitgeber:

1

1 Strankenpfleger, 1 Schneider, 5 Knechte auf Weihnachten, 1 lediger Herrschaftskutscher, 1 Fuhrknecht, 1 Zimmermädchen per 1. Jan. 1903, 8 Dienstmädchen, 1 Lauffrau, verschiedene landw. Mägde nach auswärts auf Weihnachten, 1 Laufmädchen.

Lehrlinge:

2 Bäcker, 1 Kaufmann, 1 Schneider.

Drud und Verlag der Gießener Verlagsdrucker i, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdru ferei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Gießen.

Billiges Kochrezept( Breisgekrönt). Sämtliche Braten­Fleisch- und Fischsaucen werden außerordentlich fräftig und wohl­schmeckend, wenn man denselben für einige Pfennige in kochendem Wasser aufgelösten WUK" zusetzt. WUK" besigt reinen, sehr fränigen concentrirten Fleischbrühegeschmack und ist überall schon in Probebüchien à 25 fa. zu haben.

Schilderung Ihres Zustandes auch nicht im mindesten übertrieben war. Raffen Sie sich auf, lieber Freund, soviel Sie könne. Wir müssen auf alle Fälle versuchen, Ihre Gedächtnisfraft zurüd­zugewinnen!"

Aber wie?" fragte Audrey niedergeschlagen, der trok seiner Teilnahmlosigkeit bei Rumseys Worten ein Interesse in seinem Inneren aufsteigen fühlte.

" Vor allem müssen Sie ob Sie sich nun erinnern fönnen oder nicht so thun, als ob Sie fich erinnerten. Sie sagen zum Beispiel: Sie hatten nie ein Kind besessen! Es ist Ihre Pflicht, so zu thun, und zu handeln, als ob Sie eins gehabt hätten."

Der Baron zudte die Achseln.

" Das ist unmöglich," entgegnete er furz.

" Es ist nicht unmöglich", protestierte der Arzt. So schwach Ihre Willenskraft jezt auch sein mag, sie ist noch nicht so völlig erstorben, als daß Sie nicht den Reft zusammennehmen könnten. Wie ich sehe, hat Ihre Frau Gemahlin ihre Trauerkleider abgelegt. Sie darf das nicht, sie muß fie sofort wieder anlegen. Es wäre eine in Worten garnicht auszudrüdende Herzlosigkeit, wollte nian von ihr verlangen, daß sie umbergehe, ohne ihrem toten Kinde die gebührende Trauer auch äußerlich zu bezeigen. Und Sie selber, Audrey, müssen Trauer anlegen. Sie müssen ferner Ihrer Gattin geftatten, daß sie von ihrem Liebling spricht. Sturz und gut: obgleich Sie selber nichts glauben, müssen Sie sich ohne Wider­rede von denen lenken und leiten lassen, die sich im Vollbesik ihrer geistigen Gesundheit befinden. Vielleicht gelingt es dann, dem unseligen Erbübel einen Damm entgegenzulegen."

" Ich verstehe zwar, was Sie meinen", gab der Baron zurück, aber ich weiß nicht, was ich thun soll, um Ihre Ratschläge aus­zuführen."

Um Ihrer Gattin willen müssen Sie es eben versuchen, außerdem aber find Sie auch der Welt gegenüber dem toten Erben Ihres Geschlechts Respekt schuldig."

Ach, iekt verstehe ich! Sie meinen, ich müßte einen Trauers flor um Arm und Hut legen?"

Jawohl."

" Das ist eine Kleinigkeit, lieber Doftor. Wenn Sie und Margarete das wünschen, dann muß ich es vernünftigerweise thun. Doch, um auf mich zurüdzukommen, Sie glauben also, ich sei bem drohenden Verhängnis verfallen?"

Noch nicht ganz, obgleich Ihr Zustand bedenklich ist. Ich: glaube, Sie können gerettet werden, wenn Sie die ganze, Ihnen noch verbliebene Willenskraft zusammenraffen!"