Ausgabe 
23.6.1902 Zweites Blatt
 
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bei Shelby eine 250 Fuß lange, 75 Fußbreite Holz-| der früheren Depesche. Wir warten auf Antwort. Acht brücke zusammen, als gerade ein Personen- Uhr zwei hören wir in unserem Apparat ein kurzes zug hinüberfuhr. Der Lokomotivführer merkte, daß die Nollen, dann nichts mehr. Das letzte Signal nachdem Brücke nachgab. Er fuhr infolge dessen mit Volldampf hat folgende Form:+- hinüber, so daß fast der ganze 8ug hinüberkam und nur ein Personenwagen und vier Güterwagen zertrümmert wurden. Ein Passagier wurde getötet, vier schwer verleßt. Neue Schreckensnachrichten aus Martinique. Der Fluß bei Basse Bointe ist plöglich dermaßen ge stiegen, daß dreißig Häuser weggeschwemmt wurden. Der Mont Belé, aus dem dicke Rauchwolfen aufsteigen, wirft Asche über den ganzen nördlichen Teil der Insel aus. Es sind dort zahlreiche Deffnungen entstanden, aus denen Dämpfe ausströmen. Mehrere Bäche sind mit kochend heißem Wasser gefüllt.

*

Die legten Lebenszeichen von St. Pierre sind die Aufzeichnungen des Telegraphisten von Fort de France, welcher am 8 Mai, am Tage der Katastrophe auf Martinique, den Dienst mit St. Pierre bersah. Das Document beginnt:" Sieben Uhr, wir eröffnen den Dienst mit den üblichen Worten: ,, Bon jour, Messieurs". Sieben Uhr fünf, St. Pierre übermittelt ein Diensttelegramm und sodann die Nachricht, daß die Kommission, welche die bulkanischen Erscheinungen studiert, erklärte, die bisherigen Erscheinungen seien nicht anormal. Sieben Uhr siebenundfünfzig Minuten ersuchen wir St. Pierre, ein an die Kabelkompagnie adressiertes Packet zu reklamieren. St. Vierre ant­St. Vierre ant wortet: ,, Wird geschehen". Sieben Uhr neunundfünfzig! Auf meinen Anruf antwortet mein Kollege in St. Pierre mit dem Signal" g"( Marchez!" Acht Uhr eine Minute verlangen von St. Pierre um Bestätigung eines Sages

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* Beim Baden getötet! Gin Unfall, der in dieser Art äußerst selten ist, hat sich in der Türk'schen Schwimmanstalt zu Potsdam vor dem Berliner Thor zugetragen. Dort sprangen Militärschüler vom Sprung­brett einer nach dem Anderen in das Schwimmbecken. Dabei hielt einer nicht den nötigen Abstand ein und traf den vorher Abgesprungenen so unglücklich in den Nacken, daß ein Bruch der Wirbelsäule und sofortiger Tod erfolgte.

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weiß ich wohl", tam es in stoischer Ruhe zurück, aber das ändert an der Sache nichts. Sie müssen eben auch warten, bis Sie daran sind!" Da ward aber der große Mann zornig. Wenn Sie in Kapstadt wären, rief er außer fich, ich ließe Sie auf der Stelle berab schieden!"" Natürlich, ich hörte schon, daß Leute dort um Amt und Brot kommen, weil sie ihre Schuldig. feit thaten", entgegnete der Beamte in der gleichen unerschütterlichen Ruhe wie vorher, wir sind aber hier nicht in Kapstadt, das ist hier eine Republik." Und der mächtigste Mann eines ganzen Erdteils muß warten, bis die vor ihm Angekommenen expediert

* Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. In der englischen Zeitschrift Family Herald" liest man folgende Anek dote: Der einzige Mensch, der je dem großen Cecil Rhodes über war", scheint ein kleiner Schreiber gewesen zu sein, der vor einer Reihe von Jahren bei einer Behörde von Johannesburg angestellt war. C. Rhodes, der damalige Premierminister vom Kop, war gezwungen, fich in irgend einer Angelegenheit an diesen Schreiber zu wenden. Er fand den Warteraum mit Menschen angefüllt, und auch ihm wurde angedeutet, in Reih und Glied mit den anderen zu warten. Dies behagte jedoch dem afrikanischen Napoleon" nicht, denn er war weder in Europa noch in Afrika des Wartens gewohnt." Bitte, bedienen Sie mich sofort!" rief er dem Kleinen ungeduldig zu, ich habe nicht Zeit, hier lange zu warten." Immer nach der Reihe, nach der Reihe", mahnte der Schreiber. hören Sie mal", brach da C. Rhodes los, wissen Sie denn nicht, wen Sie vor sich haben?! Ich bin Cecil Rhodes!"" Das Fleischhackmaschinen Reibmaschinen Messerpußmaschinen Waschmaschinen

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* Der bayrische Generalshut, ein mächtiger feder­geschmückter Zweispik, verschwindet nun auch und macht dem Federbuschelme der preußischen Generale Play, wie schon der bayerische Raupenhelm der preußt­schen Pickelhaube hat weichen müssen. Jüngst beim Einzuge der Fürstlichkeiten in Nürnberg hat bereits der Kaiser, der die bayrische Generalsuniform angelegt hatte, dazu den Federbuschhelm getragen, und Nach­mittags sah man auch schon den bayrischen Prinzen Leopold in derselben Kopfbedeckung.

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