Ausgabe 
21.6.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 141.

Zweites Blatt.

Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mr. 150.

Gratisbellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich).

Samstag, den 21. Juni 1902.

Gießener

Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. niem do ewton netto

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11. Jahrgang.

Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pf., sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Vahastused Sap

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Jaaigad

Unabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Vom Brandunglück der Brikettfabrik| s Friedrich in Trais- Horloff. ir Instandsetzung der ( Von unserem Spezial Berichterstatter.) Maschinen- u. Keffel­Verschiedene Zeitungen haben ihre ersten Nach­uf der Margareten richten in total entſtellter Weise gebracht( so der forbeargareten( 10 der orderlichen Abbruchs Franff. General- Anzeiger), andere wieder waren nicht Planir., Maurer, richtig unterrichtet und ergingen sich in Vermutungen, Schlosser- u. Glaser was bei derartigen Katastrophen zu entschuldigen ist. Im Anschluß an unsere ziemlich ausführlichen ch, den 25. d8. M. Schilderungen geben wir nachstehend noch folgenden

Sollen

mittage 9 Uhr verdungen werden. chreibung und Be­ liegen während stunden auf unserem 8'mmer Nr. 2 be zur Einsicht Angebote auf Vor

er daselbst erhältlich, estens bis zum oben­

Termin bei und en. Zuschlagsfrist

n, 20. Juni 1902. Das Stadtbauamt. J. V. Gerbel.

Bericht.

Die Entstehung des Brandes. Joivado- no Der Brand, durch Explosion entstanden, ist im Raume über den Pressen ausgekommen. Genaues läßt sich darüber nicht sagen. Vor den Staubkammern be­findet sich ein kleiner Raum, in dem man mittels einer Leiter zu der Transmission gelangt. Dort führt auch die Rohrleitung von den Trockenröhren zu den Staubkammern vorbei. Die Transmission soll sich heiß gelaufen haben, um sie nun zu fühlen, habe der Arbeiter Baumbach Wasser aufgeschüttet; dabei sei Waffer verspritzt worden, wodurch der umherliegende Staub aufgewirbelt worden sei und sich entzündet habe an der heißen Transmission. Damit war das Unglück gegeben, denn sobald der absolut trockene Staub, der wie Gas brennt, Feuer hatte, mußte er explodieren. Die Wirkung war denn auch eine ungeheure. Das Dach, aus Zementbeton sehr haltbar hergestellt, flog er Zeit vom 14. bis in die Luft und sofort stand alles in hellen Flammen. Der Materialschaden. Die Maschinen, außer den Kesseln und Dampf­den: 1 Portemonnaie maschinen, sind mit 300 000 Mt. versichert. Nach der Inhalt, 1 Beingipfel, ersten Schägung vom Mittwoch beträgt der Maschinen­Ranschette, 1 Regen schaden 210 000 Mt., welcher durch Versicherung gedeckt und 1 Herrenrock; ist. Der Schaden an Warenvorräten kann immer ren: 1 Portemonnaie noch nicht genau angegeben werden, da das Feuer ja noch fortwährend weiterbrennt und noch nicht zu über­MAGGI'S

anntmachung.

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1 Mt. Inhalt. mpfangsberechtigten b enen Gegenstände be ihre Ansprüche alsbald geltend zu machen. en, 21. Juni 1902. Polizeiamt Gießen. Hechler.

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sehen ist, wieviel gerettet wird. Unsere erstere Meldung hterüber ist zu gering gegriffen, man rechnet jetzt den Schaden an den Briketts auch über 200 000 Mt., dazu tommt der ziemlich bedeutende Gebäudeschaden, sodaß man annehmen darf, daß sich der Gesamtverlust auf eine halbe Million Mark beläuft. lojansasid Die Arbeiterschaft.

Gtwa 250 Arbeiter sind vorerst beschäftigungslos, einige zwar haben auf dem Brandplage zu thun. Man hofft die Leute in einigen Tagen, nachdem die Vorräte soweit durchgebrannt sind, mit Räumungs­arbeiten zu beschäftigen, auch dürfte die Kohlenförder­ung bald wieder in Angriff genommen werden, da ja die Schächte sowohl, wie die Maschinen alle intakt find. Die Fabrik hat Abschlüsse auf Lieferung von Nohkohle.

Die Betriebs- Unterbrechung

in der Fabrik wird nicht allzu lange dauern, man hofft, in etwa 3-4 Monaten wieder arbeiten zu können. Die Rentabilität der Fabrik ist zwar schon seit deren Gründung gleich Null, ja meistens Unterbilanz, troß­trotzdem soll der Betrieb weitergeführt werden.

Die Beerdigung

der beiden Opfer Baumbach und Loz fand am Donnerstag statt. Ungemein zahlreich war die Beteili­gung. Der oberste Leiter der ganzen Unternehmungen aus Berlin nahm teil, die ganze Beamten- und Arbeiterschaft der Grube, Teilnehmende aus Hungen und anderen Orten, sowie aus den Geburtsorten der Verstorbenen waren zahlreich im Trauergefolge. Der Breunlin hielt ergreifende Grabreden. Herr Pfarrer Breunlin hielt ergreifende Grabreden. Die Schüler und der Gesangverein sangen Grabgefänge. Gestern Freitag wurden die zwei zuletzt Verstorbenen in Berstadt beerdigt. Seitens der Beamten- und Arbeiterschaft wurden prachtvolle Kränze mit Wid­mungen an den Gräbern niedergelegt und auch von anderen Seiten die Grabhügel der Verstorbenen als letztes Glück auf" geschmückt.

Eine schwere Trauer und bittere Sorge über vier Familien ist hereingebrochen, nicht zu gedenken der noch an ihren Verlegungen Darniederliegenden, die, wie wir alle hoffen, dem Leben erhalten bleiben werden. Linderung der Not in diesen Familien wird ja nach Möglichkeit von seiten der Gesellschaft unternommen werden, auch von privater Seite wird Unterſtügung Es wird aber immer nicht das nicht fern bleiben. werden, was es seither war. Auf der Grube wurde seither ein schönes Stück Geld verdient, und die Ver­storbenen waren fast alle die einzigen Ernährer. Wenn bon privater Seite mildthätige Spenden gestiftet werden, so ist die Expedition dieses Blattes bereit, solche für die Hinterbliebenen in Empfang zu nehmen und an die Direktion in Trais- Horloff zur Verteilung abzuführen.- Für die Gesellschaft ist der Schaden nicht sehr empfindlich, da das Meiste versichert ist, dann aber auch mit riesigem Kapital gearbeitet wird, dem eine kleine Ginbuße so gut wie nichts schadet.

Noch sind die Feuerwehren abwechslungsweise auf der Brandstätte. Die Flammen haben an den großen Brikettstapeln noch einige Tage Nahrung und wer sich am Sonntag diese Stätte elementarer Gewalt ansehen will, um ein Bild von der Größe des Ereignisses zu bekommen, wird immer noch die Flammen emporzüngeln sehen. In unserer Gegend hat niemand ein derartig großes Brandunglück erlebt. Die angrenzenden bestellten Aecker haben durch leberwandlung u. s. w. vielfach Schaden genommen, doch wird auch dies in foulantester Weise reguliert werden. Große Anstrengungen waren dem Direktor während der Brandnacht und am folgenden Tage auferlegt. Ueberall sah man ihn und er war so geschwärzt und durchnäßt, daß er nur schwer von den Arbeitern auf der Brandstätte unterschieden werden

fonnte.

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Ein polnischer Arbeiter, der betrunken war, suchte wieder­holt sich verbrennen zu lassen, er konnte nur schwer mehrmals aus dem Flammenherde entfernt werden.

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