Ausgabe 
17.12.1902 Erstes Blatt
 
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Minifter Budde an die Arbeiter.

am

Die Berliner Straßenbahnangestellten hielten Montag eine Festlichkeit ab, weil das ganze Bahnnetz der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft nunmehr auf dem elektrischen Betrieb eingerichtet ist. Auch Minister Budde nahm daran teil und hielt sogar eine Ansprache, in der er die Arbeiter an die von dem Kaiser in Essen und Görlitz gehaltenen Reden erinnerte und sie zur Treue gegen das Oberhaupt von Staat und Reich aufforderte. Jeder einzelne und jede Organisation müsse diese Treue halten, denn nur so könne das Ganze bestehen.

In der Tat ist es denn die höchste staatsbürgerliche Bollendung, wenn ein jeder sich seiner Pflichten gegen die Gesamtheit des Volkes, wie sie von dem Monarchen dar­gestellt wird, bewußt ist und hinter dem allgemeinen Wohl den persönlichen Vorteil zurücktreten läßt. Alle Stände und Berufe sind wie die Kinder einer einzigen Familie, die aller Hort und Heimat ist. Aber wenn ein Kind gegen das andere sid) erhebt, wenn eines den Vorteil auf Kosten des anderen sucht, dann wird das Familienglück und die Familie selbst zerstört. In den legten Wochen und Monaten, als der Zollkampf am heftigsten tobte, schien es zwar manchmal, als ob das Bolt sich in seine Einzelbestandteile auflösen wolle. Dem Egoismus waren alle Schleusen geöffnet; ein jeder ver­langte Zollfreiheit für die Artikel, deren Konsument er ist, und höchste Zollsäge für Waren, die er selbst her­stellt. Es zittert noch ein wenig von der leidenschaft­lichen Bewegung der letzten Zeit im Volke nach, aber der Sturm wird sich legen, und wenn einige Wochen ins Land gegangen sind, werden alle Wogen wieder glatt sein und klar wird vor uns der Spiegel der deutschen Volksseele liegen.

feine Preisermäßigung gewähren, nicht mehr ausgegeben Sie bleiben bestehen im übrigen direkten und durchgehen­den Verkehr. Jm Binnenverkehr werden gleichzeitig mit den Fahrkarten für die Hinfahrt besonders gekennzeichnete, nur am Lösungstage für die Rückfahrt giltige Fahrkarten ausgegeben. Die Einheitspreise für die Personen­zugsfahrkarten werden für das Kilometer festgesezt auf 1. Klasse 7 Pfennig, 2. Klasse 4,5 Pfennig, 3. Klasse 3 Bfen­nig, 4. Klasse 2 Pfennig. Für Benutzung von Schnell­zügen wird durchgängig ein Zuschlag von 1 Pfennig für das Kilometer erhoben. Aufgehoben wird die Preiser­mäßigung für Gesellschaftsfahrten und für zusammenge­stellte Fahrscheinheste. Ferner wird aufgehoben die Aus­gabe von Arbeitermonatstarten, Arbeiterrückfahrkarten, festen Rundreisekarten, Sonntagsfahrkarten. Diese Re­form soll in Sachsen durchgeführt werden, unabhängig davon, ob andere deutsche Bahnverwaltungen sich diesem Vorgehen anschließen oder nicht. Den übrigen deutschen Regierungen ist von den sächsischen Reformvorschlägen mit mit dem Ersuchen um Beitritt Mitteilung gemacht worden. Aus Venezuela

Beruhigend flangen gerade in den heftigsten Sturm­tagen die Worte des Kaisers durch die Lande, als er die Arbeiter daran erinnerte, daß sie gleichberechtigt ne­ben den anderen Ständen und Berufen Anspruch auf die Liebe des Monarchen und die Fürsorge des Staates haben. Hierin hat das Deutsche Reich mehr geleistet, als alle anderen Nationen. Dem Arbeiter ist die Sorge für die Tage seiner Arbeitsunfähigkeit durch Unfälle, Krank­heit oder die Gebrechlichkeit des Alters, wenn auch nicht ganz abgenommen, so doch wesentlich erleichtert. Da durch hat die Staatsregierung ihr Verständnis für die eigentliche Lage und die Bedürfnisse des Arbeiters er­fannt.

liegen nur spärliche Nachrichten vor. Das venezolanische Kriegsschiff ,, Miranda" ist dem britisch- deutschen Geschwa der entkommen und in Maracaibo angekommen. Die venezolanische Regierung meldet, das Kanonenbɔɔt ,, Pan­ther" gehe nach Maracaibo ab, um die Forts zu zer stören. Dabei wird der Panther" wohl auch mit der Miranda" ein Wort sprechen, falls sie noch da sein sollte. Castros Schiedsgerichtsvorschlag findet bei den Staats­männern in London und Berlin eine nicht eben begeisterte Aufnahme, zumal da die Vereinigten Staaten, die den Vor­schlag zur offiziellen Kenntnis der beiden Mächte brachten, sich sehr reserviert verhalten und von einer Uebernahme der Vermittelung nicht viel wissen wollen.

Die öffentliche Meinung innerhalb der Vereinigten Staaten sieht die Sache nun freilich nicht ganz so fühl und gelassen an wie das Washingtoner Kabinet: die anti­deutsche Presse namentlich sucht aus dem Bombardement der Forts von Puerto Cabello einen Vorwurf abzuleiten, als ob Deutschland das Karnickel gewesen sei, das an­gefangen hat. Diese törichten

Denn es ist eine durch die Statistik erwiesene Tat­sache, daß die materielle Lage des Arbeiters nicht schlech­ter, sondern eher besser geworden ist. Neuerdings wird dies ja auch von hervorragenden Mitgliedern der So­zialdemokratie zugegeben. Unter anderem hat auch der Münchener Professor Lujo Brentano in einer Einzel­schrift über das pfälzische Schuhwarengewerbe nachge wiesen, daß heute die dreifache Zahl von Arbeitern in Schuhfabriken vorhanden ist, als es früher selbständige Meister gab, und daß diese Schuhfabritarbeiter besser leben als früher. Der Schuhverbrauch, man könnte eher sagen, der Schuhgebrauch ist gestiegen, denn manche Klassen und Stände tragen jetzt Lederwerk an ihren Füßen, die früher barfuß gehen mußten. Troßdem also die Schuhwarenarbeiter vielleicht besser zu leben haben, als früher, sind sie in ihrer sozialen Lage schlechter gestellt, als die früheren armen Handwerksmeister, denn ein selbständiger Geschäftsmann hat sich eine Grundlage seiner Eristenz gegründet, die meist nur durch persön­liche Untüchtigkeit oder Schicksalsschläge verloren geht - ein Arbeiter aber ist in einer ganzen Existenz von der Marktlage des Industriezweiges und dem Geschäfts­gange seiner Fabrik abhängig, außerdem noch von dem Stande seiner physischen Gesundheit. Indem der Staat diese soziale Lage durch Fürsorge für die Zeiten der Ar­teitsunfähigkeit linderte, hat er dem Arbeiter in sei­nem wirtschaftlichen Leben an dessen schwächster Seite geholfen. Der Staat hat damit bekannt, daß der Arbeiter­stand als sozial vollgewürdigtes Glied ebenbürtig neben den anderen Ständen steht. Indem der Kaiser aber die unter der Herrschaft seines Gropvaters entstandene So­zialpolitik auch persönlich guthieß und übernahm, hat er bei der Arbeiterschaft um das Vertrauen zu seiner Regierungstätigkeit geworben und Minister Budde war deshalb vollberechtigt, daß er die Arbeiter aufforderte, den freundlichen Ruf des Kaisers durch ein wohlver­dientes Treugelöbnis zu erwidern.

Kurze politische Nachrichten.

Vorwürfe wirken

günstigen Abschluß erwarten lassen, so daß der Vertrag voraussichtlich im März 1903 stande kommt.

* Vierundzwanzig macedonische Arbeiter, die von der Arbeit nach Macedonien zurückkehrten, wurden an der Grenze bei Dubnißa von einer türkischen Ba trouille getötet.

besonders komisch angesichts der Tatsache, daß sich aus dem jezt veröffentlichten Ultimatum des deutschen und britischen Kommandanten an die Behörden von Puerto Cabello ergibt, daß die Beschießung als Bestrafung für die der englischen Flagge zugefügten Beleidigungen an­gedroht und vollzogen worden ist.

Nab und fern.

Kleine Helden. Der Opfermut jener wackeren Frau eines Arztes, die, wie berichtet, für eine Patientin ihres Mannes Stücke der eigenen Haut hergab, hat jetzt ein Seitenstück gefunden. In Oberweier hatte eine Schülerin deren Kleider am Ofen in Brand geraten waren, schwere Brandwunden erlitten. Um das arme Geschöpf am Leben zu erhalten oder vor dauernder Krüppelhaftigkeit zu be wahren, war eine Hautübertragung dringend geboten. Durch wohlmeinendes Zureden bewogen, entschlossen sich unter Zustimmung ihrer Eltern 13 Schüler, 7 Mädchen und 6 Knaben, kleine Teile ihrer Haut zu diesem edlen Zwede herzugeben. Die Kinder ertrugen die schmerzhafte Operation mit großem Mute. Auch der Vater des Kindes ließ sich einige Streisen seiner Haut lostrennen.

Die Vorgänge in Venezuela haben selbstverständlich das ihre dazu beigetragen, den Präsidenten Castro noch mißliebiger zu machen, als er schon vorher war. Wie aus Caracas gemeldet wird, sind angesehene Leute be­müht Castro zur Abdankung und den Vizepräsidenten Arjala zur Uebernahme der Präsidentschaft zu veran­lassen, sowie ein parteiloses Kabinet zu bilden. Von an­derer Seite wird gemeldet: Castro läßt die gefangenen Rebellen frei, doch diese schließen sich nicht ihm, sondern dem General Matos an, der eine neue Erhebung plant und Castro stürzen möchte. Die Gegner Castros gewinnen neuen Anhang.

Berlin, 16. Dezember.( ofbericht.) Der Kai­fer hörte heute Vormittag die Vorträge des Chefs des Admiralstabs und des Chefs des Militärkabinetts. Zur Frühstückstafel waren geladen der Gouverneur von Deutsch- Ostafrika Graf Gößen und der Benediktiner- Bi­schof Cassian Epiß, welcher sich nach Dar- es- Salaam be­gibt. Der Kronprinz ist heute früh 7 Uhr 20 Minuten nach Dels abgereift.

* Im Befinden des erkranken Königs Georg von Sachsen ist neuerdings Verschlechterung eingetreten. Fieber und Husten trat wieder auf.

* Der Prinzregent von Bayern verlieh dem bishe rigen preußischen Gesandten Grafen von Monts, der München verläßt, das Großkreuz des Verdienst- Ordens vom heiligen Michael.

Ein neuer chinesischer Gewaltstreich.

Barlay Bräfident 5 der Sweiten Ram Tagesordnung b bei der Eidesleift Die Sozi den Saal, ba zu richtenben Da wird einftimmig Es fommt hi die Fürforge triebsunfälle Abg 50 thereinziehung Staatsminift welchem ein Bür Bilfsbeamter der ber Unfall- Berfic ift und in diefe faum denkbar ift, Abg. Weit auch die Bürger Regierungsra Rommunalbeamte fie auch als Lotal anwaltschaft feien. Abg. Ulrid Bedenken, die vo mals zurüdgewiefe Staatsminister $ 1 bin, na nel graphen bettet sowie diejenigen erlangt zu haben, pflichtete perfönliche bes Staatsbie fonen unter die b fallen, bestimmen die Abg. Dr. Reb immungen nichts än bas Rechsgefch bon Anregung geben, die geie gegen Unfälle

* Die Duellgegner in Desterreich. Die Aerztevereini gung der Stadt Steinamanger hat sich in einer Ver­jammlung in ihrer Gesamtheit ehrenwörtlich verpflichtet, in Zukunft bei keinem Duell mehr eine ärztliche Funt­tion zu übernehmen. Die Vereinigung hat ferner beschlos­sen, sämtlichen ärztlichen Korporationen Ungarns die jen Vorschlag zur Annahme zu unterbreiten.

)-( Mädchenhandel in Athen. Bei einer Athener Witwe, der Mutter von sechs hübschen Töchtern, fand ein häusliches Fest statt, zu dem mehrere junge Männer und einige Freundinnen der Familie geladen wurden. Nach dem in später Nacht erfolgten Aufbruch der Gäste wurde die jüngste, 15 jährige Tochter Katiniza vermißt, über deren Verbleib auch bei weiteren Nachforschungen nichts näheres festgestellt werden konnte. Endlich brachte ein Tischler aus der Nachbarschaft die Meldung, daß sich die Verschwundene in einem verrufenen Hause befinde. Poli­zeilich angestellte Recherchen ergaben zunächst nichts. Schließlich entdeckte man die Gesuchte eingeschlossen in einen großen Koffer in halb ersticktem Zustande. Sie war während der Familienfeier von einem der Gäste entführt und dann für 100 Drachmen( 80 Mark) an die Inhaberin des öffentlichen Hauses verkauft worden.

Frau Tsusi, die Kaiserin- Witwe von China, ist durch die Erfahrungen der letzten Jahre noch immer nicht von der Neigung geheilt, ihrem grimmigen Haß gegen die ., Barbaren des Westens", die Europäer, tätlichen Aus­druck zu geben. In Peking wurde am Sonntag bei der Rück­tehr des Hofes von seinem viermonatigen Aufenthalt im Sommerpalast gegen die Fremden, die sich eingefunden hatten, um dem Einzuge zuzusehen, seitens der chinesischen Behörden in unerhörten Weise vorgegangen. Die Fremden wurden festgenommen, mußten sich vor dem chinesischen Pöbel verbeugen und wurden unter starter militärischer Bedeckung gehalten, bis der Hof vorüber war. Unter den Festgenommenen befanden sich auch Angehörige der ameri­tanischen Gesandtschaft, darunter zwei Damen. Angeblich ist dieses Vorgehen gegen die Fremden auf die Befürchtung der Kaiserin- Witwe zurückzuführen, der Kaiser könnte wäh­rend des Einzuges aus seiner Gefangenschaft entkommen, oder es könnten andere unerwünschte Ereignisse eintreten. Während des Aufenthaltes im Sommerpalast wurde der Kaiser in strenger Gefangenschaft gehalten; auch bei dem Einzuge in Befing war er von einer starken militärischen Bedeckung umgeben. Es bleibt abzuwarten, ob die Mächte, deren Angehörige unwürdig behandelt wurden, sich diese neue chinesische Dreistigkeit gefallen lassen werden.

der

* Für die im Jahre 1866 zu Brünn gestorbenen preu­Bischen Soldaten ist daselbst ein Denkmal errichtet worden. An der Einweihungsfeier nahmen unter anderen Militärattachee der deutschen Botschaft in Wien, Major v. Bülow, und der deutsche Konsul in Brünn, Freiherr v. Offermann, teil.

* Zum anhaltischen Statsminister ist an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurücktretenden Herrn v. Koferit der vortragende Rat im preußischen Ministerium des Innern v. Thalwiß ernannt worden.

* Die von uns schon angekündigte Einstellung des Strafverfahrens gegen den Vorwärts" und mehrere andere Blätter wegen der Artikel über Krupp ist der Einstellungsbeschluß der Staatsanwaltschaft und eine Bekanntmachung des Direktoriums angeschlagen wor­den, die die Gründe der Frau Krupp, eine Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, darlegt.

* Der schweizer Bundesrat teilte im Nationalrat mit, daß die Unterhandlungen über den freihändigen Rücklauf der Jura- Simplon Bahn einen baldigen

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Die Politik.

Eine Immodelung des Gerstenzolls?

Ein gefährlicher Anarchist verhaftet. Vor kurzem wurde die spanische Regierung von der italienischen Polizei in Kenntnis gesezt, daß ein gefährlicher Anarchist Alfredo Pierconti, Schuhmacher aus Siena, von der Gruppe New york nach Spanien geschickt worden sei. Tatsächlich traf Pierconti in Barcelona ein, ohne entdeckt zu werden. Jetzt gelang aber in Valencia seine Festnahme. Er trug eine Menge anarchistischer Aufrufe und andere kompromittic rende Schriftstücke bei sich.

Bunte Chronit. Der preußische Kriegsminister hat die Niederlegung der Spandauer Festungswerke ange ordnet. Durch diese Notstandsarbeiten soll in erster nie Beschäftigung für die entlassenen Arbeiter der Mili tärwerkstätten geschaffen werden.

In Marburg i. S. Tam es nächtlicherweile auf dem Marktplaße aus Anlaß der Verhaftung mehrerer Stu denten zu einer großen Demonstration der Studenten.

Wie den Lesern bekannt ist, hat der preußische Handels­minister Möller jüngst ein paar Worte über eine angeblich von der Regierung beabsichtigte Einbringung einer No­belle zum Zolltarif fallen lassen. In dieser Rovelle, so hatte der Minister angedeutet, sollten gewisse Industrie­zölle ermäßigt werden. Neuerdings wissen Leute, die das Gras wachsen hören, davon zu berichten, daß in dieser Novelle auch der Gerstenzoll figurieren werde. Oesterreichische Blätter, die zu deutschen Regierungskreisen Fühlung unterhalten, wissen zu berichten: Auch heute noch stehe troß der jüngsten Erklärung des Reichsfang­lers die deutsche Regierung auf dem in der Begründung des Zolltarifs näher dargelegten Standpunkt, daß die zolltechnische Unterscheidung von Futter- und Braugerste undurchführbar sei. Deshalb werde die Regierung nach­träglich vom Reichstage wahrscheinlich vom nächsten eine Abänderung des Zolltarifgesezes dahin verlangen, daß für die Gerste ein einziger Mindestzoll von 3 oder 3,50 Mt. eingestellt, also der jezige Beschluß wonach

Der verschwundene Sohn des Kieler Polizeipräsiden ten v. Puttkamer ist in Breslau wiedergefunden worden. Der achtzehnjährige Oberprimaner der Darmstädter Wöhlerschule, Ludwig Busch, und die 26 jährige, seit Jah­resfrist von ihrem Ehemann getrennt lebende Frau Doktor Lilli Bardorff, haben sich gemeinsam auf der Mathilden­höhe bei Darmstadt erschossen, da dem Busch, der vor dem Abiturium stand, vom Schuldirektor wegen seines Liebes­verhältnisses Vorhaltungen gemacht worden waren.

Braugerste 4 Mt., Futtergerſte 3 Mt. Zoll tragen soll umgestoßen werde. Angesichts der bestimmten Erklärungen des Kanzlers halten wir diese Mitteilung für eine leere Kombination.

Die sächsische Eisenbahn- Tarifreform.

Der Hauptgewinn der Roten Krenzlotterie von 100 000 Marf fiel auf Nr. 234 092.

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--Buchstäblich zermalmt wurde in Berlin der Rangis rer Paul Meinice. Als er nachts zwei Wagen eines Güterzuges, der zusammengestellt wurde, verkuppeln wollte, setzte sich der Zug plöglich in Bewegung und der Unglückliche geriet zwischen zwei Puffer, die ihm den Brustkasten völlig eindrückten.

V Die Vorarbeiten für die neulich von uns erwähnte Umgestaltung des Personen tarifs in Sachsen sind nun so weit beendet, daß dem sächsischen Eisenbahnrat von der Regierung bereits eine Reihe beſtimmter Vor­schläge in einer Denkschrift übermittelt werden konnten. Die Hauptgrundzüge der Reform sind folgende: Die Preisermäßigung für Hin- und Rückfahrt wird beseitigt. Rückfahrkarten werden im Binnenverkehr sowie im direk­ten Verkehr mit Bahnen, die für Hin- und Rückfahrt

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In ganz Ungarn herrscht ungeheure Kälte, im Norden und Nordosten steht das Thermometer andauernd auf 30 Gr. C. unter Null. Aus allen Gegenden werden zahl reiche Erfrierungsfälle und Vermehrung der Wölfe ge meldet.

In Zara sind infolge der großen Kälte sieben Per­soren an einem Tage erfroren.

In Palermo wurde eine bewaffnete Finanzpatrouille, die 2500 Lire, die Löhnung der ganzen Brigade, mitführte, von sechs Briganten überfallen, nach einem Kampf ent waffnet und beraubt.

Auf der Bahnstrecke zwischen Angers und Noyant ent gleiste ein Personenzug. Der Zugführer wurde getötet, ein Heizer lebensgefährlich, zahlreiche Reisende leicht ver­legt.

In einer Kohlengrube za Champagnac fand eine Explosion schlagender Better str.t, wodurch acht Arbeiter getötet und sechs verlegt wurden.

-vie bekannte Dnellaffaire der französischen und ita­lienischen Fechtmeister ist endgiftig geregelt. Das Duell findet angeblich in Nizza frati, der Termin wird geheim gehalten.

Wie aus Barceelona gemeldet wird, sand in der Rähe von Berga auf einem 4 Quadratkilometer großen Landgebiet ein Erdsturz statt, durch welchen mehrere Häu­ser verschüttet wurden. Die ölkerung flüchtete sich. Man nimmt an, daß die Katastrophe auf die durch nahegelegene Kohlengruben verursachte Unterwühlung des Lodens zurückzuführen sei.

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Es verlautet, daß in der portugiesischen Reichsban! ein Unterschleif von etwa 50000 Francs aufgedeckt wor den ist. Da es ausgeschlossen erscheint, daß die Dieb stable, die seit dem Jahre 1899 ununterbrochen verübt sein soller, ohne Mitwissen eines höheren Beamten be­gangen worden sind, erregt der Fall Aufsehen, man befürchtet einen Standal. Ueber die Untersuchungen wird das tiefste Geheimnis bewahrt.

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