Ausgabe 
15.8.1902 Erstes Blatt
 
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Um der irrigen Meinung des Publikums, als seien die Metzger schuld an diesem Preisaufschlag, von bornherein entgegenzutreten, erklärt die unterzeichnete Innung, daß diese Teuerung eine Folge der Knapp­heit des Schlachtviehes ist, welche durch die gänz liche Absperrung der deutschen Grenzen gegen die über einen viel größeren Viehreichtum ver­fügenden Nachbarstaaten hervorgerufen ist; denn, wie die Erfahrung beweist, ist die deutsche Landwirtschaft nicht im stande trotz gegenteiliger Behauptung den Bedarf an Schlachtvieh für das deutsche Reich zu

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Washington, 14. Aug. Das amerikanische Kriegs­schiff ,, Cincinatti" ist gestern von Puerto Cabello nach Barce­lona abgegangen.

messer, das er zufällig in der Hand hielt, derart in den Leib stieß, daß er sofort in die Klinik trans­portiert werden mußte. Die Verlegung des Lehr­

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Firma Adam Ope

Manila, 14. August. 12 Eingeborene aus Bacotud, lings, der aus Kirchhain gebürtig ist, soll schwer gelangt ein vergol

mit Lanzen und Säbeln bewaffnet, überraschten am Dienstag vor Tagesanbruch die amerikanischen Bor­posten bei Vicars und mezelten die Amerikaner nieder.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Das Zufanterie- Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 decken, und es ist auf eine Aenderung nicht eher zu rückt heute Nacht mit dem Zug 2 Uhr 20 Min. zur rechnen, bis die Grenzen wieder geöffnet sind.

Die Fleischer- Innung Essen. Gegen den erhöhten Getreidezoll haben sich, wie gemeldet, die Bäcker- Innungen auf ihrem Verbandstage

in Köln erklärt.

- In der Aachener Bistumsfrage wurde fürzlich gemeldet, daß ein wichtiger Schritt zur Ver­wirklichung dieses Zieles gethan set. Wie das Berliner Tageblatt erfährt. handelt es sich um die Bewilligung von 300,000 mt. zur Bestreitung der Kosten der Ein richtung des Bistums seitens der Aachener Stadtver­ordneten- Versammlung.

Truppenschau nach Mainz ab.

** Das Regierungsblatt Nr. 52, ausgegeben am 13. August enthält: Gesetz, die Landeskreditkasse betr. r. Sehr sorglos müssen die Angestellten eines hiesigen größeren Restaurants sein. Zwei Schußleute und ein fremder Herr machten gestern die Beobachtung, daß das betr. Reſtaurant hell erleuchtet war, die Thüren weit offen standen, aber kein Laut aus den Restaurationsräumen erscholl, der auf die Anwesenheit eines Menschen hätte schließen lassen können. eines Menschen hätte schließen lassen können. Sie gingen infolgedessen hinein, um der merkwürdigen Thatsache auf den Grund zu kommen, fanden aber in der Wirtschaft weder Wirt noch Kellner vor. Schießlich weckten sie den Restaurateur, der schon in tiefem Schlafe ein Antrag zugegangen betreffend die Herstellung fiberner die sehr einfache Erklärung, daß der Kellner, dem die lag, durch elektrisches Klingelsignal. Dieser gab dann Denkmünzen aus Anlaß des Todes des Königs Albert. Schließung des Lokals oblag, seine Pflicht nicht er­füllt hatte.

Dem Bundesrat ist von dem Königreich Sachsen

Der Großherzog von Hessen reiste gestern Abend von London ab und wird heute Nachmittag um 3 Uhr 36 Min. in Mainz eintreffen.

München, 14. August. Wie telegraphiert wird, wurde die Nachricht von dem Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und dem Prinz- Regenten in der Nacht durch Extrablätter bekannt gegeben. In den Restaurants herrschte große Erregung. Vielfach wurde behauptet, der Inhalt des Kaiser- Telegramms müsse den Regenten verletzen.

Die Lage in Frankreich wird ernst. Der Intransigeant versichert, Präsident Loubet habe sich bei Rouvier darüber informirt, ob er im Falle einer Ministerkrise bereit wäre, den Vorsitz des neuen Kabinets zu übernehmen. Rouvier habe dies mit dem Hinweise darauf abgelehnt, daß es bei dem Ernst der Lage unmöglich sei, die jeßige Politik weiter zu führen. Der Finanzminister soll jedoch seine Mitwirkung in Aussicht gestellt haben.

Paris, 14. Aug. Im heutigen Ministerrat soll ein Dekret betreffend die Auflösung des Ordens der Schwestern vom heiligen Geist unterzeichnet werden.

Der wegen Gehorsams- Verweigerung verhaftete fran­zösische Hauptmann St. Nemy ist nach Port Louis ab­geführt worden. Es wird nunmehr dementiert, daß ein Hauptmann desselben Regiments seinem Vorgehen gefolgt sei.

- Gerüchtweise verlautet, Lord Roberts beab­sichtige zu demissionieren. Er wurde vom Könige empfangen und soll diesem seinen Wunsch mitgeteilt haben. Als Nachfolger Roberts, der am 30. Sep­tember 70 Jahre alt wird, wird der Herzog von Connaugth genannt.

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Das Attentat auf den Fürsten Obolenski soll im Auftrage des revolutionären Central- Comitees ausgeführt sein. Dieses hatte den Fürsten zum Tode verurteilt, weil er anläßlich der jüngsten Unruhen über zahlreiche Studenten so unmenschliche Prügelstrafen ver­hängt hatte, daß sie unter den Händen der sie strafenden Stofacken als förmliche Fleischklumpen liegen blieben. Da Obolensti einen Dowe- Panzer getragen haben soll, kam er mit einer leichten Halswunde davon.

Ueber das Attentat wird noch geschrieben: Fürst Obolenski wurde von den vier auf ihn abgefcuerten Revolverfugeln getroffen und brach ohnmächtig zu­sammen. Als der Polizeimeister gerbeteilte richtete der Attentäter die Waffe gegen diesen und gab zwei Schüsse ab, die aber fehl gingen. Der Verhaftete, ein junger Mensch, trug Civilkleidung. Er weigert sich, feinen Namen anzugeben und irgendwelche Angaben über das Motiv der That zu machen. Der Vorfall versetzte ganz

Charkow in die größte Aufregung.

Villa Norma" in Scheveningen.

i. Ein Unglück kommt selten allein. Heute Nacht ver­fiel ein Kaufmann in der unteren Bahnhofstraße plötz­lich in epileptische Tobsuchtsanfälle. Die geängsteten Angehörigen riefen sofort nach Polizei und Arzt. Während nun im ersten Stock der Arzt und mehrere Polizisten um den plötzlich Erkrankten be­mehrere Polizisten um den plötzlich Erkrankten be­schäftigt waren, müssen durch die offenstehende Haus­schäftigt waren, müssen durch die offenstehende Haus­thür ein oder mehrere Diebe ins Haus eingedrungen sein. Denn als der Tobsüchtige endlich im Wagen untergebracht war, um nach der psychiatrischen Klinik untergebracht war, um nach der psychiatrischen Klinik gefahren zu werden, fanden die erstaunten Hausbewohner die von innen in den Laden führende Thür mittelst Dietrichs erbrochen. Die Ladenkasse war eben­falls gewaltsam geöffnet und bis auf einige Pfennige geleert. Es fehlten ungefähr 100 Mf.

** Der israelitische Lehrerverein im Großherzogtum Hessen hält nächsten Sonntag seine diesjährige ordentliche Generalversammlung in Frankfurt ab.

** Der deutsche Radfahrerbund hat mit einem Konsortium von Gesellschaften für seine sämtlichen Mitglieder einen sehr günstigen Haftpflichtversicherungsvertrag abge­schlossen, nach welchem jedes Mitglied gegen Materialschaden mit Mark 40,000 und gegen Personenschaden mit Mark 100,000 versichert ist, ohne daß der Bundesbeitrag erhöht wird.

** Die hessischen Forstwarte halten, wie die Hess. Beamtenztg." mitteilt, demnächst eine Hauptversammlung ab, in welcher u. a die Wünsche der Forst warte um Ver­leihung des Förstertitels, Gewährung von Kleidergeld und einer Vergütung für die schriftlichen Arbeiten besprochen werden sollen. Die Hegezeit der Feldhühner und Wachteln geht im ganzen Großherzogtum Hessen mt Aus­nahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten mit dem 21. August zu Ende. Für die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten bleibt es bei der allgemeinen Bestimmung, wonach Schluß der Hegezeit am 31. August ist.

** Ein strenger Winter steht zu erwarten, sofern sich eine alte Bauernregel bewahrheitet, die besagt, daß ein strenger Winter zu erwarten ist, wenn die Zugvögel frühzeitig nach dem Süden ziehen. Dies ist thatsächlich in diesem Jahre der Fall. An verschiedenen Orten sind die Thurmschwalben bereits wieder fortgezogen. Allerdings sind Bauernregeln nicht unfehlbar.

Aus Hessen und Nachbargebieten.

** Marburg, 14. Auguft. Ein merkwürdiger Un­glücksfall ereignete sich heute Morgen im Schlachthaus. Ein Mezger ursche ging an einem Lehrling vorbei, der mit dem Rücken nach ihm stand und zufällig das eine Bein um das andere geschlungen hatte. Aus Versehen stieß der Vorbeigchende an den Lehrling, sodaß dieser seiner unsicheren Stellung wegen nach vorne zu Boden stürzte und sich hierbei ein Schlacht Wohnung des Präsidenten Steijn.

Villa Norma" in Scheveningen. Wohnung des Präsidenten Steijn.

Unser Bild zeigt die Villa in Scheveningen, in der Präsident Steijn auf seinem Schmerzenslager liegt. Er hofft, unter der fundigen Hand des Professors Winkler dort jeine Gesundheit wieder zu gewinnen. Dieser ist recht hoffnungslos gestimmt; während die den Präsidenten behan­delten Aerzte ein schweres organisches Leiden anzunehmen scheinen, meint Professor Winkler, es liege lediglich eine hochgradige neurasthenische Er­schöpfung vor, die in absehbarer Zeit geheilt werden könne. Die Villa " Norma", in der Steijn Quartier genommen hat, ist im Stil der holländischen Landhäuser gebaut. Die großen Veranden bieten dem Kranken Gelegenheit, auch im Freien zu ruhen und die frische Seeluft zu genießen.

** Kassel, 14. August. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Schuhmann Polzin wegen Mißhand­

lung eines widerrechtlich Verhafteten zu 4wöchiger zieht jeder Fahre

Gefängnisstrafe.

** Wetzlar, 14. Aug. Der Minister für Handel und Gewerbe hat für 400 Handwerker Stipendien zum Besuche der Düſſeldorfer Ausstellung ausgeworfen. Es sollten jedoch bei der Vergebung der Stipendien vor­zugsweise die entfernteren Teile des Reiches berück­sichtigt werden, der Besuch da auch min der bemittelten Hand­werkern aus der Rheinprovinz und Westfalen ohne besonderen Kostenaufwand ermöglicht ist. Auf den seiner Zeit durch Vermittelung der Handwerks­kammer zu Koblenz eingeforderten Vorschlag für die Verteilung der Stipendien hatte die Kammer den Weg eingeschlagen, geeignete Bewerber sich unter Darlegung der Verhältnisse bei der Kammer melden zu lassen. Es waren ungefähr 40 Bewerbungen eingelaufen, von denen inzwischen 5 Berücksichtigung gefunden haben. U. A. ist unter den Auserwählten der Schmiedemeister Christian Befort zu Wetzlar. Dem Genannten ist eine Beihülfe von 50 Mark bewilligt worden.

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Isenburg- Birstein ließ das dieser Tage dem ** Birstein, 14. August. Die Fürstin von bosnischen Zigeunerehepaare wieder ausgelieferte Kind zurückholen, um es zu erziehen. Die Zigeuner erhielten für die lleberlassung des Kindes ein Geschenk von 1000 Mk.

** Frankfurt, 14. August. Im zoologischen Garten ist eine besondere Seltenheit eingetroffen ein echter Jagdfalke, diejenige Falkenart, die im Mittelalter zur Reiherbeize verwendet wurde. Zum erstenmal wird ferner ein peruvianischer Triel, aus dem Sal­peterland Iquique, ausgestellt.

** Frankfurt a. M., 14. August. Die Blei- und Silberhütte Braubach A.-G. verteilt für das abgelaufene Geschäftsjahr 5 Prozent Dividende. Jm vorigen Jahre wurde keine Dividende verteilt.

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Sonderzug von Frankfurt a. M. nach Düsseldorf Dienstag, den 26. August, wird abermals ein mit Wagen 2. und 3. Klasse und ermäßigten Preisen ge­fahren Darmstadt, 14. August. Der Großherzog fährt von Mainz aus nach Jagdschloß Wolfs garten. Der Hofhalt bleibt daselbst bis zum 12. September, an welchem Tage die feierliche Enthüllung des Denkmals für die verstorbene Großherzogin Alice stattfinden wird.

Von diesem Tage ab bis zum Schluß der Manöver wird der Großherzog alsdinn Wohnung im Schloße zu Friedberg nehmen, da das anfangs vor­gesehene Jagdschloß Nomrod zu weit von dem Manöverterrain entfernt liegt.

** Darmstadt. Der von der hiesigen Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgte Lehrer Wenzel zulegt in Raunheim, welcher sich vor mehreren Monaten einer Anzahl schwerer Sittlichkeitsverbrechen schuldig gemacht hatte und inzwischen auch nach Amerika verschwunden war, wurde dieser Tage in Ruhla festgenommen.

** Hanau, 13. Der hiesige Lehrerverein beabsicht, im kommenden Winterhalbjahr eine Reihe von wissen= schaftlichen Vorlesungen durch Universitäts­dem Landkreise Hanau und dem Nachbarkreise Geln­professoren dahier zu veranstalten. Auch die Lehrer aus hausen, sowie diejenigen aus den Grenzbezirken von Hessen und Bayern können den Vorträgen beiwohnen. Die Vorlesungen sollen sich auf Pädagogik, Literatur, Geschichte und eventuell auf Volkswirtschaftslehre er­strecken.

** Vom Odenwald, 13. Aug. Das falte, regnerische Wetter wird der Ernte recht verhängnisvoll. Alent­halben hatte man zu schneiden angefangen. Nun liegt das Geschnittene seit zehn Tagen schon auf dem Felde im Nassen. Auch das noch auf dem Halm stehende Getreide leidet sehr. Es ist bei uns seit einigen Tagen geradezu kalt und man hat deshalb viclerseits wieder in den Zimmern die Oefen in Funktion gesetzt.

Hessische Kammerherr Reichsfreiherr Adolf v. Gem­** Fränkisch- Crumbach, 13. Aug. Der Großherzoglich mingen- Hornberg, Herr auf Fränkisch- Crumbach, ist am 4. August zu Stresa gestorben.

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Mainz, 14. August Eine von den Vieh­händlern abgehaltene Versammlung beschloß, nach einer Rücksprache mit dem Oberbürgermeister, den hies. Markt von nächster Woche ab wieder in der seitherigen Weise zu befahren.

** Mainz, 14. August. Für die Kaiserfahrt auf dem Rhein hat die Provinzialdirektion Rhein­hessen folgende besonderen Vorsichtsmaßregeln angeord­net: In der Zeit von 2 Uhr Nachmittags bis 11 Uhr Abends ist an beiden Rheinufern von Mainz bis Bingen das Schießen in einer Entfernung bis 500 Meter landeinwärts, vom Ufer aus gerechnet, nur derart gestattet, daß die Mündungen der Kanonen oder Böller vom Rhein abgewendet, landeinwärts gerichtet sein müssen. Auch darf von den Schiffen aus, beim Passiren des Kaiserschiffes, auf eine Entfernung von 300 Meter vor und hinter dem Kaiserschiff überhaupt nicht geschossen werden.

** Mainz, 15. Aug. Ein glänzend besetztes Feld wird heute und Sonntag die internationalen Radrennen um das goldene Rad von Mainz( Gesamtpreis 3000 Mt.) auf dem Mainzer Sportplage bestreiten, wozu sich die be­deutendsten Größen des internationalen Radrennsportes ge= meldet haben. Heute finden 7 Vor- und 3 Hoffnungsläufe zum goldenen Rad, sowie ein 30,000 Meter Dauerfahren mit Motorschrittmachern statt. Am Sonntag( dem Haupttag)

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