Ausgabe 
14.7.1902 Erstes Blatt
 
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Illumination hatte hunderttausende von Menschen auf die Straßen gelockt. Jedoch ist nur ganz vereinzelt von Clubs, Bierlokalen und einigen Hoflieferanten illuminirt worden. Auch der von Canada errichtete Triumphbogen war erleuchtet.

Brivattelegramme. London. Die Demission Salisburys hat allgemeines Aufsehen hervorgerufen. Die Blätter behandeln Salis­bury lobend, Balfour dagegen wenig schmeichelhaft.

Madrid, 14. Juli. Ein furchtbarer Sturm ist gestern Abend 6 Uhr über Madrid niedergegangen. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Häußer abgedeckt und sonstiger Schaden angerichtet.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Audienzen. Der Großherzog empfing am 12. Juli u. A. den Generalleutnant v. Perbandt, den

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Und kommst Du auch nicht mehr zurück, Bis Ros' und Flieder sterben, :: So trau' ich doch dem armen Blick­Bei Deinem ersten Werben!:,:

Rödgen, Eintracht und Kegelklub Alle Neun" Wieseck,| Allzuschnell vergingen die Stunden und nach dem Konzert war es das Tanzbein, das auch in Thätigkeit tommen wollte. Glaserverband und Eintracht Gießen, Arbeiterverein Steinberg, Arbeiterverein Hausen, Volksverein Alten- Erst spät wurde der Festplaß leer, für Manchen noch zu Buseck, Wahlverein Wieseck und zahlreiche Festdamen. früh. Unseren Lesern wollen wir aber das Lied im Druck Nach demselben überreichte Frl. Schäfer- Wieseck die wieder geben, mit welchem Herr Kümmel schon so oft reichen Fahne an den festgebenden Verein mit der Mahnung, Applaus geerntet hat. Es lautet: daß die Fahne ein Zeichen sein sollte der Einigung, und dazu beitragen sollte, daß die Prinzipien der Sozialdemokratie zur Wirklichkeit würden. Sie schloß mit einem Hoch auf den Wahlverein Wieseck. Der Festpräsident Herr Erb dankte und brachte ein Hoch auf die Festteilnehmer, Frauen und Jungfrauen, und überreichte die Fahne dem Fahnenträger Herrn Scheff­mann, welcher versprach die Fahne treu zu bewahren, Ein zugleich ermahnend treu zu derselben zu stehen. dreimal donnerndes Hoch erscholl. Herr Stadtverordneter Busold- Friedberg sprach sodann über die Bedeutung der Fahne. Die Kriegervereine unterwarf er einer scharfen Sritik, welche mit großem Beifall aufgenommen wurde. Ferner wurde. Ferner wies

Oberstleutnant Frhrn. v. 3edliz- Neukirch vom scharfen Sritik, er hin auf die Einführung des

Stabe des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, den Leutnant Kretschmar von demselben Regiment, kommandiert zum Train­Depot der Großh.( 25.) Division und den Oberlehrer Reuter von Alsfeld.

** Bum Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen und Kreisrat des Kreises Gießen wurde der Ministerialrat im Ministerium des Innern Dr. Andreas Breidert ernannt und zwar mit Wirkung vom 16. Juli an.

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** Das Regierungsblatt Nr. 37, ausge­geben am 12. Juli enthält: 1) Bekanntmachung, den Stantsvertrag über die Vereinigung der hessischen Landes­lotterie und der der Thüringisch- Anhaltischen Staats­lotterie betr. 2) Bekanntmachung, den Staatsvertrag zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Groß herzogtum Oldenburg über die ausschließliche Zulassung der Großherzoglich Hessischen Landeslotterie in dem Großherzogtum Oldenburg betr. 2) Bekanntmachung, die Besteuerung des Schaumweins betr.

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** Jm Konkurrenzschießen hat sich gestern auf dem Schüßenfest zu Neustadt a. Haardt Herr Satt­lermeister Kilbinger den 2. Preis( einen Becher) er­schossen.

** Dem früheren Leiter des hiesigen Elek trizitätswerkes, Ingenieur Paul Ludw. Mulert ist, wie wir von glaubwürdiger Seite vernehmen, die Aus­führung der umfangreichen elektrischen Anlagen für die neu erbauten Siechenhäuser übertragen worden.

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Der Verschönerungs- Verein hat in seiner letzten Sigung beschlossen, am Rande der Hardt und zwar rechts, settwärts des zum Gleiberg führenden Weges, gegenüber dem Bichlerschen Gutshofe eine Schutz­hütte zu errichten.

Achtstundentages und ermahnte Frauen und Jung­frauen, ihre Angehörigen nicht zurückzuhalten, wenn dieselben dafür eintreten würden, sondern sie dazu an­zuhalten, weil sie ja nur dafür sorgen würden menschen­würdige Zustände einzuführen. Mit einer Mahnung an die Männer zur großen Fahne zu stehen, schloß er seine mit Begeisterung und einem Hoch auf die Sozialdemokratie endende Nede. Darauf folgten Lieder der Gesangvereine Sängerkranz Wieseck und Ein­tracht Gießen. Bei Musik und Tanz blieb man noch lange fröhlich beisammen.

Aus Hessen und Nachbargebieten. op. Heuchelheim, 14. Juli. Unser Kirchweihfest war gestern wenn auch gut, so doch nicht so hervorragend besucht, wie das in anderen Jahren der Fall gewesen ist. Troßdem herrschte reges Leben und man vergnügte sich bei Musik und Tanz, Karrousselfahren u. s. w. bis spät in die Nacht. Für leibliches Wohl hatten die Festwirte reichlich Sorge getragen. feibliches Wohl hatten die Festwirte reichlich Sorge getragen.

r. Turnverein. Gestern Nachmittag gegen 3 Uhr holte der Turnverein die Kapelle der 166. aus Hanau am Bahnhof ab. Der Zug bewegte sich dann mit flingendem Spiele durch die Bahnhofstraße, Liebigstraße, Seltersweg, Mäusburg, Marktplaß, Schulstraße, Neue Bäue, Grünbergerstraße zum Philosophenwald. Auf dem Festplatz angekommen, marschierten die sämtlichen einheitlich in weiß gekleideten Turner zu den Stab= übungen auf. Bevor diese begannen, hielt Herr Metzgermeister Pirr eine zündende Ansprache, die mit einem fräftigen Gut Heil" auf die deutsche Turnerei schloß. Nachdem die vorzüglich klappenden Stabübungen vollendet waren, ging man zur Vorführung einer Darauf Musterriege und Kürturnen am Reck über. führten die Zöglinge interessante Uebungen mit großen Stäben aus. Außerdem wurde noch stabhoch" ge­sprungen, und am Pferd, Sprungtisch und Barren ge­turnt. Die höchste Leistung beim Stabhochspringen war 11 Punkte, eine respektable Leistung. Die Pyra­miden ernteten rauschenden Beifall. Der Sänger­chor des Turnvereins erfreute nach dem Vielen, was zu sehen war, des öfteren das Ohr der Gäste. Am Abend begann ein Tanz wie lange dieser noch ge­dauert hat, das sei den zu erraten überlassen, der die flotten fräftigen Turner in ihrer Leistungsfähigkeit in förperlichen lebungen bewundern konnte.

G. Krofdorf, 14. Juli. Gestern fand das 60jährige Stiftungsfest des Gesangvereins Germania statt, verbunden mit der Weihe der von den hiesigen Jungfrauen geftifteten Fahne. Herr Lehrer Hoffmann I. schilderte das Blühen des Vereins, der gegen 100 Mitglieder zählt, lobte das Vereinswesen. hieß die Anwesenden willkommen und schloß mit einem Hoch auf die Sängerkunst. Fräulein Acarius überreichte dann unter kurzer Ansprache die neue Fahne, worauf Herr Karl Bender Namens des Vereins dankte und mit e.nem Hoch auf die Krofdorfer Jung­dantte und mit e.nem Hoch auf die Krofdorfer Jung­frauen schloß. Hierauf folgte das Vortagen der geplanten frauen schloß. Hierauf folgte das Vortagen der geplanten Lieder von noch 2 auswärtigen Vereinen aus Gleiberg und Salzböden. Außerdem waren noch der hiesige Krieger- und Turnverein geladene Gäste. Hieran schloß sich ein flottes Tänzchen. Das Dorf war schön ge­schmückt.

js. Von der Straße. In der Nacht vom 11. auf 12. d. M. wurden in der Marktstraße zwei Firmen­schilder abgerissen, sowie ein Fensterladen aufgerissen, wobei das Fenster stark beschädigt wurde. Dem Thäter ist man auf der Spur. In der Süd- Anlage wurde heute Nacht ein Bäumchen von ungefähr 1 Meter Höhe auf einem Beete ausgerissen und entwendet. G

Erst wenn mein Hoffen ganz versinkt, Mein Traum des Glückes schwindet; :,: Dann weiß ich, daß fein Stern mir winft, Mein Weg Dich nicht mehr findet.:,:

Dann will ich denken, daß mein Leid, Um Dich nur war vermessen, :,: Daß Du in neuer Seligkeit! Dein armes Weib vergessen.

Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. ( Schluß.)

1977 510

Gießen, 11. Juli.

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Der Taglöhner Karl Wagner aus Gießen ist angeklagt der Körperverlegung. Es hat ohne jeden Anlaß einen Bahnarbeiter durch Stockschläge an der Hand verlegt. da er mehrfach vorbestraft ist, erhält er 3 Wochen Gefäng­Der Maurer nis dem Antrag des Amtsanwalts gemäß. Joh. Eist hen aus Münchholzhausen ist der Unterschlagung angeklagt. Er soll einem Hausirer den Kasten mit dessen Wareninhalt, der ihm anvertraut war, mitgenommen haben. Er leugnet aufs bestimmteste. Er erhält 2 Wochen Ge­fängnis nach dem Antrag des Amtsanwalts.- Der Knecht Konrad Wißner von hier hat ein Huhn des Gastwirts Michael Kreiling durch einen Wurf mit einem Stück Holz so verlegt, daß es zu Grunde ging. Der Staatsanwalt be­antragte 10 Mt. Der Angeklagte erhält 5 Wet. Strafe. Gottlieb Stolz aus Bieber ach, seither Küfergeselle bei Jul. Wellhöfer, hat seinen Meister um einen Betrag von etwa 8 Mt. geschädigt durch Vorspiegelung falscher That­sachen. Der Amtsanwalt beantragt 1 Woche Gefängnis. Stolz erhält 5 Tage Gefängnis.

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* 8um sechsten Deutschen Sänger- Bundes­feste in Graz haben bis jetzt folgende dem Bunde ange­hörende Sängerbunde und Einzelvereine ihre Teilnahme an gemeldet: 1) Anhaltischer Sängerbund mit 2 Vereinen und 6 ängern. 2) Badischer Sängerbund mit 7 Vereinen und 40 Sängern. 3) Bayrischer Sängerbund mit 41 Vereinen und 609 Sängern. 4) Berliner Sängerschaft mit 8 Ver­einen und 72 Sängern. 5) Deutscher Sängerbund in Böhmem mit 61 Vereinen und 597 Sängern. 6) Julius Otto Bund in Dresden mit 14 Vereinen und 227 Gängern. 7) Sängerbund in Dresden mit 1 Verein und 4 Sängern. 8) Sängerbund ,, Elbgaa" mit 60 Vereinen und 419 Sängern. 9) Sängerbund Elb- Havel" mit 2 Vereinen und 7 Sängern. 10) Erzgebirgischer Sängerbund mit 46 Vereinen und 342 Sängern. 11) Sängerbund Frankfurt a. Wt. mit 3 Ve.. und 18 Sängern. 12) Sängerbund Frankfurter Sängervereinigung mit 11 wereinen und 581Sängern. 13) Fränt­tischer Sängerbund mit 66 Vereinen und 855 Sängern. 14) Sängeround Hamburg und Altona mit 16 Vereinen und 127 Sängern. 15) Henneberger Sängerbund mit 2 Vereinen und 10 Sängern. 16) Hessischer Sängerbund mit 3 Vereinen und 38 Sängern. 17) Kärntner Sänger­bund mit 26 Vereinen und 454 Sängern. 18) Sängerbund Köslin mit 1 Verein und 6 Sängern. 19) Sängerbund Leipziger Gau mit 39 Vereinen und 335 Söngern. 20) London: Liedertafel des deutschen Turnvereins mit 7 Sängern. 21) Mainthaler Sängerbund mit 2 Vereinen und 5 Sängern. 22) Deutscher Sängerbund in Währen mit 16 Vereinen und 245 Sängern. 23) Deutscher Sängerbund im südlichen währen mit 9 Vereinen uno 57 Sängern. 24) Wreckten­burgischer Sängerbund mit 5 Vereinen und 12 Sängern. 25) Sängerbuno des Meißner Landes mit 11 Vereinen und 61 Sängern. 26) Wittei- Erzgebirgischer Sängerbund mit 3 Vereinen und 38 Sängern. 27) Mittel- Muldenthaler Sängerbund mit 2 Vereinen und 7 Sängern. 28) Nieder­österreichischer Sängerbund mit 100 Veremen uno 1494 Sängern. 29) Niedersächsischer Sängerbund mit 18 Ver­einen und 100 Sängern. 30) Niederschlesischer Sängerbund mit 10 Vereinen und 46 Sängern. 31) Bereinigte nord­deutsche Liedertafeln mit 13 Vereinen und 108 Sängern. 32) Obererzgebirgischer Sängerbund mit 14 Vereinen und 90 Sängern. 33) Oberlausißer Sängerbund mit 37 Ver­einen und 240 Sängern. 34) Oberösterreichischer- falz­burgischer Sängerbund mit 20 Vereinen und 217 Sängern. 35) Oberschlesischer Sängerbund mit 20 Vereinen und 104 Sängern. 36) Ostthüringer Sängerbund mit 3 Vereinen und 36 Sängern. 37) Pfälzischer Sängerbund mit 5 Ver­einen und 20 Sängern. 38) Posener Provinzial- Sänger bund mit 9 Vereinen und 39 Sängern. 39) Preußischer Provinzial- Sängerbund mit 15 Vereinen und 191 Sängern. 40) Provinzial- Liedertafel( Dessau) mit 1 Verein und 2 Sängern. 41) Revaler Liedertafel mit 3 Sängern. 42) Rheinischer Sängerbund mit 3 Vereinen und 35 Sängern. 43) Deutscher Sängerbund in Rumänien mit 5 Vereinen und 44 Sängern. 44) Sängerbund v. d. Saale mit 6 Vereinen und 14 Sangern. 45) Salzburger Sängerbund mit 5 Vereinen und 25 Sängern. 46) Sängerbund" Saxonia" mit 7 Vereinen und 46 Sängern. 47) Sängerbund Preußisch- Schlesien mit 21 Vereinen und 137 Sängern. 48) Deutscher Sängerbund in Desterreichisch- Schlesien mit 17 Vereinen und 168 Sängern. 49) Schwäbischer Sängerbund mit 66 Vereinen und 655 Sängern. 50) Schwäbisch- bayerischer Sängerbund mit 17 Vereinen und 94 Sängern. 51) Siebenbürger Sängerbund mit 6 Vereinen und 71 Sängern. 52) Steirischer Sänger­bund mit 78 Vereinen und 1799 Sängern. 53) Sänger bund Stollberg mit 2 Vereinen und 8 Sängern. 54) Süd­

*** Lollar, 14. Juli. Der Gesangverein Liedertafel feierte gestern sein 15jähriges Stiftungs­fest. Der Leser wird verwundert sein, wenn er liest 15jähriges" und dabei eine solch große Vorbereitung und Feier. Ja, die Liedertafel" hatte alle Ursache, seinen Feundern, Gönnern und Mitgliedern wie auch dem ganzen Ort ein Fest zu geben, das über den Rahmen der gewöhnlichen Stiftungsfeste hinausging. Erstens der gewöhnlichen Stiftungsfeste hinausging. Erstens dem Publikum zu zeigen, daß innerhalb des Vereins der deutsche Männergesang nach Kräften gepflegt wird und zweitens, die Hauptsache, ein Stonzert zu veranstalten, welches selbst dem Kenner Freude machen soll. Nun, die Liedertasel" hat mit dem Fest großen Dank ge­erntet und man wird und kann ihr nur wünschen, daß es in ihren Reihen so einig und friedlich bleiben möge. Ja, was wurde denn geboten in Lollar? fragte mich am Abend ein guter Freund. Laß dir's erzählen und be­richtete ihm folgendermaßen: Der Eisenbahn entstiegen empfing mich der Präsident mit den Worten: Wo ist denn die Gießener Regimentskapelle? Die Festversamm= lung ist da und keine Musik! Was soll werden? Nur ruhig Blut, sie werden noch kommen unsere 116er. Und richtig 313 Uhr famen sie angerückt. Nun aber schnell den Zug formirt und unter flotten Märschen marschierten der Gesangverein Heiterfeit von Gießen, der Männer­Gesangverein, der Turngesangverein, der Turnverein und die Liedertafel, alle von Lollar vom Festplatz in der Linde" durch den Ort wieder nach dem Ausgangs­ort zurück. Musik, ja sie elektrifirt, fonnte man sagen; vorher die Straßen noch ziemlich ruhig, nachdem belebt, alles strömte nach dem Festplatz hin. Dort hatte sich nach Entreffen des Zuges sehr schnell ein munteres Leben entfaltet. Nachdem die Anwesenden herzlich willkommen geheißen, ließ der festgebende Verein recht flott das Lied:" Südlich weht der Wind" steigen, dem mit furzen Zwischenpausen der Gesangverein Heiterfest- Gießen, der Männergesangverein und der Turngefangverein folgten. Aber all die zum Gehör gebrachten Nummern dieser Vereine, gesanglich alle sehr nett ausgeführt, teaten stark in den Schatten als das Ehrenmitglied der Liedertafel", Herr Hof- und Kammermusiker Louis Kümmel aus Darmstadt, ein Lollarer Kind, vom Podium herab aus seinem Piston, die Töne zu einer Fantasie- Brillante ent­lockte. Mäuschenstill war's ringsum, feiner wollte auch nur einen Ton vermissen. Beim zweiten Solo vortrag des Herrn Kümmel wurde der Beifall zu einem hellen Jubel. Nicht allein, daß der Künstler sein Instrument wieder meisterhaft handhabte, sondern man sah es Herrn Kümmel an, er blies mit innerer Begeisterung und als er das dritte Sola gab, mußte er sich infolge des ungeheuren Beifalls zu einem be­sonderen Solo noch verstehen. Auch dieses:" Was ich so tief im Herzen trage", von Gumbert war nur ein Hochgenuß. Wollte man Herrn Kümmel als Künstler für seinen gestrigen Tag charakterisieren, wir Tag charakterisieren, wir müßten sagen: Herr Kümmel hat durch sein Instrument gesprochen. Jeder Ton eine ganze Sprache.

Briefkastenleerung. Um dem entfernt vom Haupt­postamt wohnenden Publikum noch Gelegenheit zur Auf­lieferung eiltgerBriefe nach der letzten allgemeinen Briefkastenleerung zu bieten, ohne daß die Absender sich zum Bahnhof zu begeben haben, wird jetzt der Brief­fasten am Postamt 2 in der Schulstraße nun 11 Uhr abends noch einmal geleert.

** Aenderung der Sommerferien. Bisher begannen die fünfwöchigen Sommerferien immer an dem dem 15. August zunächst liegenden Samstag. Den Eltern aller Schüler soll nun auf ministerielle Anordnung von den Gymnasien die Frage vorgelegt werden, ob sie nicht statt der fünfwöchigen Sommerferien lieber sedswöchige hätten. Diese würden dann schon am 1. August be ginnen. Dafür würden die Osterferien nur 14 Tage dauern. Wahrscheinlich werden die meisten Eltern für den Vorschlag stimmen, denn erstens ist der Schulaus fall im heißen August viel angenehmer wie im April und ferner ist der August, der beliebteste Reisemonat. Fahnenweihe. Gestern Nachmittag feierte der Wahlverein Wieseck seine Fahnenweihe. An dem Festzuge beteiligten fich die Vereine: Radfahrer- Club und Verein Wieseck, Wahlverein Großen- Buseck, Gewerk­schaften Weglar, Arbeiter- Verein Daubringen, Konkordia Wieseck, Holzarbeiterverband Gießen, Sängerfranz und Turnverein Wieseck, Wahlverein Gießen, Kegelklub Gut Holz" und Jugendgrund Wieseck, Wahlverein

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