Ausgabe 
12.6.1902 Zweites Blatt
 
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Kreusplay 11.

Nr. 133.

Zweites Blatt. Donnerstag, den 12. Juni 1902. 11. Jahrgang.

Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mr. 150.

Gratisbeilagen: Oberheffliche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Gießener

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Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pf., sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032.

od nutiseda siis aid" Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. drier nadagsgaard spidöd

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Neuelle Nachrichten

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( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag ber Gießener Verlagsbruckerei, vorm. With. Kellerliche Buchdruckerei( gear, 1783); für bie Rebattion verantwortfig: Mubin klein, Wichen.

Aus Hellen und nachbargebieten.

Nachbargebieten.

Klein- Linden. Nachdem schon seit zwei Jahren im Bernhardshäuserhof ein Orchestrion aufgestellt worden ver mob. 3immer for it, welches bisher seinem Zwecke vollständig entsprochen hat, sind seit furzem im Restaurant Hinterlang, sowie im Gasthaus zur Deutschen Eiche" ähnliche Orchestrions zur Unterhaltung der Wirtschaftsbesucher aufgestellt worden. Das vorlegtgenannte wird am nächsten Sonn­tag die Tanzluftigen recht hübsche und ansprechende Weisen hören lassen.

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Schlafftelle Groß- Steinheim, 9. Juni.( Radikalmittel.) Wie Wolfengasse vielfach in den Städten, so wird gar häufig auch auf marcftr. 30( Ede Stedem platten Lande das friedliche und freundliche Ein­

ziehung, da Wetzlar zu Fuß erreicht werden kann,

Vermischtes.

aldatum D

während Gladenbach mir auf ilmwegen zu erreichen if Von Seiten der Stadt Wezlar hatte man sich großeen. Hamm, 9. Juni. Der Hauptfesttag des 12. Mühe gegeben, auch Rodheim und seine benachbarten Deutsch- evang. Kirchengesangverein stages begann Vor­Gemeinden gleichfalls nach Weylar zu überweisen. Ja mittags 8 Uhr mit einem großenkindergottesdienst, es wurde in der Petition der dortigen Handelskammer zu dem sich auch aus der Umgegend zahlreiche Kinder behauptet, daß diese Maßregel sowohl den wirtschaft eingefunden hatten. In der Hauptversammlung lichen Interessen als auch der Rechtspflege entſpräche. 9.30 Uhr hielt u. a. Kantor und Musikdirektor Otto Obgleich auch der Abgeordnete des Kr. Wezlar eben- Richter- Eisleben einen mit rauschendem Beifall auf­falls waim für diese Ueberweisung eintrat, so ist diesem genommenen Vortrag über Liturgische Andachten und Volkskirchenkonzerte in Stadt und -- Friedberg, 11. Juni. Die diesjährige Versteigerung Land." An dem Fest mahl am Nachmittag nahmen der Kirschenernte von den Straßenpflanzungen im Kreise etwa 300 Personen teil. Nachdem noch um 6 Uhr ein in den Tagen vom 18.- 25 Juni statt. Kirchenkonzert die Festteilnehmer in der großen Dieburg. Der

e) elegante Fünf- 3imee bernehmen zwischen Mietern und Vermietern selbst ge- riedberg finder diesjährige Verbandstag der Er- Kirche vereinigt hatte, schloß ein Familienabend

erm. Fr. Kopp.

tung mit Zubehör p. 1. ringfügigster Veranlassungen wegen mitunter dauernd gestört. Eine der gebräuchlichsten Rachemanieren zeigt meinem Neubau Gothes ich in der Bosheit, die Mietwohnung bei der Aufheb­he 55 find der Parten ung des Vertragsverhältnisses zu verlassen, ohne die immer nebft 2 Entrejolaine Wohnung einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Beranda), die Belege Diese Manier führte fürzlich in einer Nachbargemeinde mer u. Fremdenzimmer net on u. Veranda), die Maniczu einem drolligen Vorfalle. Der Hauswirt einer ohne roße Zimmer nebst allen die übliche Scheuerung verlassenen Mietwohnung ließ 1) per Sept. ober Ottobe nämlich sämtlichen zurückgelassenen Schmutz beseitigen ieten. Carl Sahu, Löberstraße 1 und den erzielten Müllhaufen in eine Stifte verpacken. Dieses Kolli übersandte er per Wagen seiner bisherigen Mieterin mit dem Bedeuten, sie habe etwas mitzunehmen becgeffen. Das anfänglich hocherfreute Antlik der Empfängerin verzog sich beim Deffnen des Frachtstückes zu gerade unbeschreiblichen Grimassen. Das unbändige Gelächter der Umstehenden und aller eingeweihten ver­mochte das halb tobsüchtige Weibchen nicht zu beruhigen ein Radifalmittel für ähnliche Fälle.

5 Bimmerwohnung Loggia und allem Jubei, 16st auch eine 3 Zime nung in der Manjarbe juli zu vermieteu. Näheres Wallthorstr. 71

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Familienlogis, o. Von der Lahn. Der stets zunehmende Fremden­immer nebst Zubehör im millt Stod ver 1. Juli au ver verkehr nach dem herrlich gelegenen Schloß Braunfels en. Grünbergerftraße 22, veranlaßte die Fürstliche Verwaltung zu folgenden Be­überes auch bei Hrch, Fah ſchränkungen. In der Zeit vom 15. Juni bis 30. Sep­tember kann die Schloßbesichtigung in bisheriger Aus­Zimmerwohnung dehnung stattfinden. Samstag und Sonntag den ganzen iche u. Zubehör zu vermieten. Tag, Sonntag mit Ausschluß der Kirchenzeit. Diens­Gleichen Frankfurterite. 7 98, Mittwoch und Donnerstag mit Ausschluß der Zeit bon 2 bis 5 Uhr nachmittags. Montag und Freitag find die Schloßräume für alle Besucher geschlossen.

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Näheres Ederstraße 6. eventuell 4- Zimmer Wohnun e und Zubehör zu vermiete Bahnhofstraße 15

Herrn Kour innegehabte Laden

r. Rodheim a. Bieber. Nach den Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses ist die Zuteilung Der Ortschaften Hermannstein, Naunheim und Wald­

er ſeither in meinem 5 girmes zum Amtsgericht Weglar gesichert. Nach dem bringenden Wunsche dieser Gemeinden ist diese Zuleg ung durchaus gerechtfertigt, da diese Ortschaften nur 3,5 bis 7 km von Weglar entfernt sind, während aber die Entfernung nach dem bisherigen Amtsort Gladen bach 27 bis 28 km beträgt. Auch in wirtschaftlicher

per 1. Auguft oder früher mieten.

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ele feffer, Marttulas Offene Stellen:

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nicht stehen dieſe Orte zu Wezlar in engſter Be

Gerade acht Tage nach dem Friedens­

Bobert& fchich, Kirchen hluß in Südafrika, der einem der Ein Junge, wel gräßlichften und langwierigsten Kriege in uft hat, das Buchdr der Gegenwart ein Ende gemacht, wurden ewerbe zu erler bir die Thore dieses Museums geöffnet, in nn sofort eintret den die moderne Kriegskunst, ihre Ent­Für eine tähti widelung und Leistungsfähigkeit der staunen­achmännisde en Menschheit anschaulich und greifbar vor­ildung wird Sorge geführt werden. Es ist fein Zeughaus, teine Jorm.Keller'sche Drude Beichen von Siegen einer Nation über die Sießener Neueste Na hien ausgestellt und bewundert werden, feine ( Inh. Albin Klein andere sind darin zu finden, sondern lediglich 15 tüchtige Arbeiter eine sachliche, rein militärische Zusammen­Ein Schlofferlehrli Jahrhunderts, zur Verteidigung und zum An­efucht. Von wem? fagt die griff in Gebrauch stehen.

Baffenfammer, in denen Waffen oder Tro­

ragen.

Fuhrknecht gefucht.

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Gebrüder Ra

tellung der modernen Kriegsmittel aller Nationen, wie sie heute, am Anfang des neuen

Von außen gleicht das Museum einer alten Burg. Einer Burg mit Türmen und Binnen, Söllern und Spigbogenfenstern. Eine Schöne Audi Statue von Wilhelm Tell an der Vorder­

Gin angebender

efudit.

Hellner

Städtisches

Schlachthaus

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ront erinnert an die frühere Bestimmung des Gebäudes, während zwei blanke Kanonen

werbs- und Wirtschaftsgenossenschaften der Provinzen Startenburg und Rheinhessen findet am 5. und 6. Juli hier statt. Male, f. Juni. Die Verkehrsdeputation hielt geſtern Mainz. 11. eine Sizung ab, in der sie sich mit der Linienführung für die fünftige elektrische Bahn nach Wesbaden be­schäftigte.

* Mombach Unsere Gemüse, üchter haben dieses Jahr mit dem Salat, der flotte Abnehmer fand, Glück; es wurden ungeheuere Quantitäten nach dem Niederrhein und nach Sachsen versendet. dürfte sich auf 3t. Die Baht der verſandten Salattöpfe Stück belaufen haben.

* Worms a. Nh., 10. Juni. Die Vorbereitungen zum großen 26. mittelrheinischen Turnfest werden jegt mit Hochdruck betrieben. Die Ausschüsse entfalten eine rührige Thätigkeit und die Einzelglieder des schwierigen und rührige Thätigkeit und die Einzelglieder des schwierigen und weitverzweigten Vorbereitungs- Organismus greifen mit der Genauigkeit eines Uhrwerts ineinander. Die Lösung der schwierigsten Aufgabe liegt dem Wohnungsausschuß ob, gilt es doch, für ca. 6000 Turner und ungezählte auswärtige es doch, für ca. 6000 Turner und ungezählte auswärtige Festbesucher für die Zeit des Festes Obdach zu schaffen. Die Stadtverwaltung hat sich zwar schon in entgegen­tommendster Weise bereit erklärt, Schulen und andere öffent­liche Gebäude zur Herstellung von Massenquartieren zur Verfügung zu stellen. Der Wohnungsausschuß arbeitet aber Quartiere anbieten zu können und veranstaltet zu diesem Be­hufe eben eine Rundfrage, die bei dem anerkannten und bewährten Gemeinfinn der Wormser Bürgerschaft sicherlich von dem schönsten Erfolge begleitet sein wird. Worms wird dem vorzüglichen Ruf als gastliche Feststadt, den es sich in Turnerkreisen im Jahre 1886 erworben hat, im Jahre 1902 wieder alle Ehre machen.

darauf hinaus, den fremden Turnern möglichst viele private

v. Langenschwalbach, 11. Juni. In vergangener Nacht haben sich auf den Höhen des Taunus Eis= bildungen gezeigt. Auch aus verschiedenen Orten des Rheingaus werden von verflossener Nacht nahezu

2 Grad Stålte gemeldet.

den

wohlgelungenen Deutsch- evangelischen Kirchengesang- Verein stag.

der deutschen Landwirtschafts- Geſellſchaft Würzburg, Juni. Zweiundfünfzig Herren trafen auf ihrer Studienreise hier ein.

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Aus allen Weltteilen. Die Legung eines zweiten Kabels von Deutschland nach Nordamerika wird von der Deutsch- Atlantischen Kabelgesellschaft vorbereitet. Die Kosten jeden Kabels von 8090 Kilometer Länge belaufen sich auf 20 Millionen Mart.- Für den Bau der Bahn von Tientsin nach Tsinkiang in China hat sich in Deutschland eine Vereinigung von Banken gebildet. Beim Anfertigen von Platzpatronen Banten gebildet. in der Kaserne zu Jauner in Schlesien wurde ein Sergeant und 4 Mann durch Explosion des Pulvers, welches auf nicht aufgeklärte Weise in Brand geriet, an Kopf und Händen teilweise sehr stark verbrannt. Auf dem Thorner Artillerie- Schießplay fanden 5 junge Leute einen verschleppten Zünder. Als sie sich daran zu schaffen machten, explodirte er. Von den herum­fliegenden Stücken wurde einer der Leute sofort getötet und buchstäblich in Stücke zerrissen, ein anderer schwer, zwei leichter verlegt.

Das Armenbegräbnis eines Millionärs. Wie aus Millionär Gallien ein Begräbnis fünfter Klasse, d. H. das der ärmsten unter den Armen bestellt, und auch erhalten. In seinem Testamente, das a allein dem französischen Staate 10 Millionen Frcs. vermachte, ordnete er die Verbrennung seiner Leiche und die Bei­segung seiner Aſche in einer der in dem Columbarium für die Armen reservirten Abteile an. Die Ueber­führung der Leiche nach dem Krematorium erfolgte in einem Armenfarge, dem als Trauergeleit Niemand als der Sekretär der Leichenverbrennungsgeſellſchaft folgen durfte, welchem er selbst für diese lekte einfache Hand­lung 30 000 Frcs. hinterlassen hat.

Baris gemeldet wird, hat ſich der bekannte- bielfache

Kriegs- und Friedensmuseum in Luzern.

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u beiden Seiten des Haupteingangs auf die gegenwärtige Bestimmung hinweisen. Wir ehen die Sieb- und Stichwaffen von der 15 Feuersteinart, die dem Pfahlbauer zur Ver­

Subfleis 40 bigung diente, bis zu den modernen Ba­

beute und morgen.

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Kriegs- und Friedensmuseum in Luzern.

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jonetten und Degen der gegenwärtigen Heere, wir sehen die Armbrüste und Feuerstein­gewehre bis zu den neuesten Repetiergewehren, die alten Mörser und die bekannteu Burgunder­geschüße aus der Zeit Karls des Kühnen neben den eleganten ciselirten Kanonen, die Krupp der Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. Die Friedensabteilung ist naturgemäß auch abstraft zur Darstellung gebracht. Wir sehen auf großen Tableaux den Wortlaut der Genfer Convention und der Haager Conven­tion wiedergegeben und erblicken die Lehren des großen Blochschen Werkes in einem Worte -den Blochschen Lehrsaz( Bloch ist der condensiert. Gründer dieses Museums) Dieser Blochsche Lehrsag bildet die eigentliche Moral des ganzen Museums. Die Er­öffnungsfeier gestaltete sich zu einem groß­artigen Friedensfest. Frid. Passy. der achtzig­jährige Doyen der Friedensbewegung, durch­schnitt die große seidene Schleife, die vor dem Thore aufgespannt war, indem er nach rück wärts gewendet, dem Publikum die Worte zurief: Ich eröffne hiermit die Thore einer neuen Zeit!"

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