Ausgabe 
5.9.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 206.

Zweites Blatt.

Avvanement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mt. 1.50.

Gratisbeilagen: Obti heffische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an ellen Werktagen nachmittags.

Freitag, den 5. September 1902.

Gießener

11. Jahrgang.

Infectionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3032.

Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen

,, Lehrlingszüchterei."

Von C. K. in B.

( Nachdruck verboten.)

Kaum waren die Handwerkskammern im Laufe der beiden letzten Jahre ins Leben getreten, so befaßten sie sich sofort allgemein mit der ihnen gesetzlich besonders vorge­chriebenen Regelung des Lehrlingswesens. Es waren un­leugbar im Handwert, hauptsächlich unter dem Einfluß der bolig schrantenlosen Gewerbefreiheit, Mißstände in dieser Hinsicht eingerissen. In nicht wenigen Werkstätten wurde eine ubermäßig große Anzahl von Lehrlingen gehalten, zum Teil zu allerlei häuslichen und sonstigen Verrichtungen heran­gezogen, dagegen in der eigentlichen fachlichen Ausbildung vernachlässigt. Mit allem Ernst und fast übereifrig be­mühten sich die Kammern, diesen Uebelstand der Lehrlings­züchterei auszurotten, sie bestimmten namentlich die Höchst zahl der Lehrlinge, die in einem Handwerksbetriebe gehalten werden dürfen, und beließen es nicht bei bloßen mehr oder under strengen Vorschriften, sondern stellten auch Beauf­tragte an, die ihre Befolgung überwachen müssen. Man bemaß die Lehrlingszahl zumeist nach der Anzahl der gleich­zeitig beschäftigten Gesellen, obwohl dieses Verfahren seine großen Bedenten hat, indem die Gesellenzahl außerordentlich schwanten fann und ein Meister mit vielen Gesellen sich oft noch weniger um die Ausbildung der Lehrlinge zu befüm­mein bermag, als ein anderer, der nur wenige oder gar teine Gesellen hält. Andrerseits kann der eine Weister nicht einen, ein zweiter ein halbes Dugend Lehrlinge zu gleicher Beit vortreffiich unterweisen. Denn es kommt hierbei viel auf das persönliche erzieherische Geschick an, sodaß man in einzelnen Bundesstaaten, wie Baden, vorzüglichen Lehrmeistern jogar Prämien gewährt und zwar mit gutem Erfolg. Mögen also auch manche Kammern zu schablonenmäßig vorgegangen sein, so ist doch im allgemeinen eine gründliche Besserung eingetreten, und man dars jetzt wohl behaupten, daß im großen und ganzen die Lehrlingszüchterei im Handwerk so gut wie verschwunden ist.

Als die Handwerkskammern ihre Maßregeln dagegen trafen, stellte sich übrigens heraus, daß die lauten Klagen über die Lehrlingszüchterei im Handwerk zum Teil sehr übertrieben waren, ja in vielen Gegenden und Gewerben ergab sich sogar ein empfindlicher Wangel an Lehrlingen. In nicht seltenen Fällen wurden ferner nur deshalb zu Diele Lehrlinge gehalten, weil feine Gesellen zu haben waren; es war ein Notbehelf, denn gemeinhin ist der Nußen, ben ein Weister von seinem Lehrling hat, im Verhältnis zu den Schäden und Mühen nicht allzu groß. Schuld daran hatte in erheblichem Maße die Großindustrie, weil sie dem

Ju etgener yache gigter.

Roman von L. Haidheim. Fac ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.)

,, Nein, Baronin, fein Unglück, nur ein Aergernis, einen neuen Streich unseres afrikanischen Standesgenoffen, den ich mir,

Je 4, 5, 6 u. 7-8imme perzeiben Sie als Ihren Bruder überhaupt nicht denken kann",

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" Foltern Sie mich nicht! Was ist es?" stieß sie sofort atemlos heraus. " An sich sehr wenig. Man hat in Krapolno hinter Burkards Bett ein Stüd Papier gefunden, beschrieben von der Hand seines Großvaters Nun und-? Hat er noch ein anderes Testament-?" Tief Frau von Frohberg. " Nein, es ist nur eine Notiz, betreffend den Empfang einer größeren Geldsumme von dem Müller von Biela für gekaufte Moldauwiefen-

"

" Aber das Geld ist es ia, was fehlt!" rief Lischa, indes Koloniz aufgeregt hin und her lief.

fenbergerweg 62 11. mußte es ihnen aber sagen: Nicht, daß man diese Notiz gefunden,

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" Ja, das war ja die ärgerliche Geschichte", sezte auch Frau von Frohberg noch ganz harmlos hinzu. Es wurde Adelsberg sehr schwer, seine Pflicht zu thun, er Sondern welche niederträchtige Verdächtigung der ,, Afrikaner" daran fnüpfte, war das schlimme und je schneller Burkard zur Stelle erschien, dem elenden Gerede entgegen zu treten, um so beffer.- Sie begriffen es erst nach und nach: Ernst Nepomuk hatte die aufgefundene Notiz- mit der zitternden Hand des Alten von Strapolno geschrieben fofort der Staatsanwaltschaft eingereicht, Seine Gemahlin selbst bezeugte, auf Befehl ihres Gatten, daß Burkard Frohberg ienes Zimmer bewohnt, in jenem Bette geschlafen habe; das Dienstpersonal war inzwischen gewechselt, aber man würde es wieder herbeischaffen und jedenfalls konnte nach dem Fortzuge des Baron Frohberg kein anderer das Zimmer bewohnt habe." " Das soll aber doch wohl nicht heißen, daß mein Bruder meinen Sohn-?" ,, antlagt, die fehlenden 16 000 Gulden zu seinem

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fort oder per 1. September Soloniz seine Schwiegermutter mit vor Wut ganz blassem aus 5 Bimmern, Küche eigenen Nußen bei Seite geschafft zu haben!" unterbrach Graf

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Geficht.

Handwerk viele ausgebildete Kräfte entzog und so den Ge­sellenmangel mit verursachte.

Und nun fragen wir: Ist die Industrie auch heute wohl von dem Vorwurf der Lehrlingszüchterei freizusprechen? Haben nicht die Berichte der Gewerbeinspektoren schon wieder­holt Klagen darüber erhoben, daß in Fabriken zu viel Lehrlinge gehalten werden? Hier aber werden sie in der Regel noch einseitiger und mangelhafter angeleitet, sogar vielfach nur als Arbeitsburschen verwendet, an denen man den Lohn zu sparen sucht. Häufiger als in Handwerksbe­trieben wird das Anleiten der Lehrlinge in den Fabriken von den Lehrherren anderen Personen übertragen, es iſt also noch weniger Gewähr für eine ordentliche Ansbildung Und im Handel? Steht dieser in Bezug auf gegeben. Lehrlingszüchtung ganz makellos und ohne Fehle da? Uns sind Fälle bekannt, wo selbst große vornehme Häuser" einen Ueberfluß an Lehrlingen haben, nur aus niedriger Gewinnsucht, und das ist hierdurch noch viel verwerflicher, als bei einem kleinen Handwerksmeister. Und wo werden mehr junge weibliche Kräfte ausgenügt, in der Industrie und im Handel, oder in dem vielverleumdeten Handwerk?

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Jedenfall herrscht in Bezug auf das Lehrlingswesen im Handwerk jetzt schon mehr Ordnung, als in diesen anderen Ständen. Die Handelskammern, denen Industrie und Handel unterstellt sind, kümmern sich um das Lehrlingswesen wenig oder gar nicht. In Fabrik- Betrieben beschränkt die untere Verwaltungsbehörde die Zahl der Lehrlinge nur dann, wenn fie gar zu groß ist; außerdem können auch vom Bundesrat für einzelne Gewerbezweige Vorschriften über die Höchstzahl erlassen werden. Noch unbestimmter sind die Verhältnisse im Eine Prüfung am Ende der Lehrzeit fehlt hier Handel. wie da, mithin ein Beweis, ob die jungen Leute in der Lehrzeit etwas gelernt haben. Eine Ausnahme machen nur handwerksmäßig ausgebildete Fabriklehrlinge, wenn sie von der Handwerkskammer geprüft werden und in Preußen, auch Württemberg nach ministeriellen Verfügungen geprüft werden müssen, obwohl sich die Kammer im übrigen nicht um sie befümmern darf. Im Handwerk dagegen wachen Innungen und Kammern über die Lehrlinge; der Lehrherr kann sogar, wenn der Lehrling durch sein Verschulden die Gesellenprüfung nicht besteht, dazu angehalten werden, ihn auf seine Kosten anderswo auslernen zu lassen. So streng sind manche Vor­schriften über das Lehrlingswesen, daß selbst Eltern sich mit unter scheuen, ihre Söhne dem Handwerk zu übergeben, und auf der anderen Seite viele Meister es vorziehen, lieber keine Lehrlinge zu halten, zumal da sie häufig nicht gerade die flügsten und besten Jung n zugeführt erhalten und später die Großindustrie den Hauptnußen von der Ausbildung hat.

Burkardantlagt-? Aber das ist ja Unsinn! Darüber werden wir uns doch nicht aufregen?" meinte Lischa in voller Ruhe. Sie begriff überhaupt nicht, wie Burkard dergleichen berühren fönne.

D, aber doch! Selbst einen Burkard von Frohberg konnte eine solche Auflage auf gemeinen Diebstahl nicht gleichgültig bleiben! Mochte er sich noch so frei fühlen, ſeine Ehre war angetastet worden und mit ihm die aller seiner Freunde; und der dies gewagt war sein Onkel, ein alter Mann, weit über das Alter hinaus, wo man. ihn vor die Pistole fordern fonnte.

und eben weil er alt und sein nächster Verwandter war, lag für das große Publifum immerhin umsomehr Glaub würdigkeit darin und um so heilloser wurde die Schädigung von Frohbergs Ehre!

Sie ſtarrten sich alle vier blaß an. Grst langsam ging ihnen die ganze Tragweite dieser unglaublichen Beschimpfung auf. Wie haben Sie dies alles erfahren, Adelsberg?" fuhr Koloniz dann empor. 80

Auf dem nächsten Wege, vom Müller von Biela, der mir das Pferd verkauft hat, auf dem ich herfam. Er erzählte mir, wie er sagte in seiner Unruhe um den Herrn Baron von Frohberg! Der Afrikaner" sei neulich plötzlich bei ihm erschienen und habe ihn ganz freundlich gebeten, Ginsicht nehmen zu dürfen von der Quittung für die Wiesen, welche derselbe von seinem Vater gekauft." Ich dachte, er suche einen Haten, den Kauf rückgängig zu machen und war heimlich schadenfroh, daß er sich an mir seine gelben Zähne ausbeißen würde", berichtete der Müller weiter, und so hätte er ihm die Quittung gezeigt. Der" Afrikaner" aber hatte einen Streifen Papier daneben gelegt und triumphierend geschrien: " Jezt hab' ich ihn, jezt hab' ich ihn." Und dann habe er gefragt, ob der Müller wohl erkenne, daß das beides seines Vaters Schrift sei? O, ia, denn den Notizzettel hat er in meiner Gegenwart geschrieben, um die Scheine gelegt, die ich ihm eben bahin gezählt hatte und sie dann in seine Brieftasche geschlossen, die er immer auf der Brust trug."

Da habe der Afrikaner" gelacht und gefeirt und sich auf die Anie geschlagen wie verrückt und ihn angeschrien das müsse er beim Staatsanwalt beschwören" jest wolle er seinen Herrn Neffen das schöne Klaino schon aus der diebischen Hand winden. Ueber das Wort seien sie dann in einen lauten Streit geraten und er habe zuletzt in der Wut den Majoratsherrn vom Hofe gewiesen; dieser habe ihm zugeschrien, er bringe die Paviere sofort zum Staatsanwalt.

Aber hat er denn das wirklich gethan? Es war doch wohl nur eine Drohung?" fragte Koloniz.

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Fälle von Lehrlingszüchterei" im Handwerk sind jetzt nur noch vereinzelte Ausnahmen und, wo sie vorkommen, biel leichter auszumerzen als in Industrie und Handel. Wenn daher jetzt noch, sogar von gelehrter Seite, behauptet wird: Was vom Handwerk überhaupt noch leben kann, ver­dankt diese letzte Existenzmöglichkeit einem bösen Parasitis­mus, einem Raub an der Jugend der Nation, der Lehr­- so ist das eine, wir nehmen an, nicht lingszüchterei" absichtlich, aber fahrlässig ausgesprochene Unwahrheit. Das Handwerk lebt vielmehr immer noch und es wird weiter gedeihen, obwohl oder, richtiger gesagt, weil die Lehrlings­züchterei in seinem Schoße fast ganz aufgehört hat. Mögen einzelne seiner Mitglieder dadurch geschädigt oder zur Auf­gabe ihrer unlauteren Thätigkeit genötigt worden sein, so ist doch dem ganzen Stande damit ein Dienst erwiesen worden, daß nicht mehr so viele Pfuscher herangezogen werden. Die große Masse der ordentlichen Standesmitglieder hat durch­aus nichts dagegen, sind doch vielmehr aus ihrer Mitte selbst die lautesten Beschwerden über Lehrlingszüchtung erhoben worden. Wohl aber verwahren sie sich ganz entschieden, mit ihrem Stande selbst als Parasiten am Voltskörper bezeichnet zu werden, wenn auch das Fortbestehen des Handwerks den Berfechtern des modernen" wie des zukünftigen" Staates weder in ihre Theorieen noch in ihre Prattiken paßt. " Parasiten" sind allerdings im Handwerk wie in anderen Ständen zu finden, und solche stehen nicht selten den Ver­leumdern des Handwerks sehr nahe.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Das Regierungsblatt Nr. 62, ausgegeben am 3. Sept. enthält: 1) Bekanntmachung, die Abänderung des Statuts für die Handwerkskammer zu Darmstadt betreffend. 2) Berichtigung.

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** Die alten Wetterregeln für September besagen, daß ein sonniger trockener Septemberanfang auf einen schönen Gewitter im September Herbst und Winter schließen lassen. Am Septemberregen deuten auf Schnee im Dezember. ist dem Bauer viel gelegen. Matthäus( 21. Sept.) mit viel Regnets am St. Michels­Wasser ist gutem Weine Hasser. Das Verhalten tag( 29.), fommt ein milder Winter nach. der Tiere im September findet folgende Deutung: Wenn die Je rauher Spinnen friechen, sie schon den Winter riechen. Scharren die der Hase, je bälder erfrierst du die Nase. Mäuse tief sich ein, wirds ein harter Winter sein, doch viel Stehn zu härter wird er noch, bauen die Ameisen hoch. Michaelis die Fische hoch, tommt viel schönes Wetter noch. Keinesfalls! Sehen Sie hier!" Und jezt zeigte Adelsberg einen Brief ohne Unterschrift, der ihn benachrichtigte, daß der Baron von Frohberg auf Slaino des gemeinen Diebstahls bei der Staatsanwaltschaft angeklagt fei.

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Sie waren sprachlos- die Damen, wie Graf koloniz nicht aus Schrecken, sondern vor namenloser Empörung. Und das tam ihnen von einem ihres Blutes!

" Ich habe daraufhin schon in erster Morgenfrühe an Burkard telegraphiert", sezte Adelsberg hinzu.

Es lag nabe, daß die beiden jungen Männer als Burkards Vertreter allerlei Vorschläge machten, in die Sache einzugreifen aber seine Mutter bestand darauf, ihm alles selbst zu überlassen.

Und am anderen Morgen war er da.pe

Starr bor Staunen sahen fie ihn an, als er plöblich an threm Frühstückstische erschien. War das derselbe Burkard, den fie fannten? Dieser strahlend Glückliche, der ernſte, inſidgefehrte Mann, der nichts zu kennen schien als die Arbeit, die Pflicht, die Selbstverleugnung?

Sie alle bachten sofort dasselbe: Er liebt! Er lebt glücklich! Aber zu sagen wagten sie nichts und an Maria babei zu denken, fiel feinem von ihnen ein. Selbst während fie ihm die abscheuliche Geschichte erzählten, blidten seine Augen träumerisch nach innen und ein sanftes Lächeln verflärte sein Gesicht als höre er taum was sie sagten. " Ich glaube fein Wort von der hinter meinem Bette gefundenen Notiz des Großvaters. Wie sollte sie dahin gekommen fein, wo erst Joseph und nach seiner Abreise ich schlief, weil in Später hat in meinem Bimmer die Dede eingestürzt war. wer weiß, wo sie das Strapolno Einquartierung gelegen; Papier gefunden haben und wer? Das muß man doch auch erst erfahren. Die ganze Geschichte ist nur ein Produkt der Ge­hässigkeit."

Das war Burkards wirkliche Meinung; auch ihn berührte anfangs die Geschichte nur obenhin. Da erzählte ein Gerücht, die Finderin jener Notiz sei die iesige Gräfin Ebern selbst gewesen. Sie habe in Strapolno große Veränderungen beschlossen, Maurer­und Zimmerleute hergerufen und selbst Stunde um Stunde dabei geftanden, als man die Zimmer ausräumte um Wände einzus reißen, Baltons zu erbayen und dem Schlosse ein ganz anderes Aussehen zu geben. Ein Zufall hatte ihr wirklich selbst jenes Blatt in die Hände gespielt und sie sich beeilt, es ihrem Gemahl zu geben, ohne Ahnung vielleicht von der Art, wie er es verwenden würde.

( Fortseßung folgt).