Rr. 281.
Erstes Blatt.
ilmnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., baus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50.
Opfer sogeneichter und verworrener,
immer
Eeelenschmerzen gepeinigte Mädchen unmöglich war,
3u entrinnen.
als es im Wasser einen leichten Schlag gab. Flut warf stärkere Wellen und sprinte hoch auf. wenige Sefunden schwamm ein dunkler Körper auf der die Häuser und fah sich in den Straßen um, Der Mond war weiter gezogen; neugierig blickte er
Die stille Für
mußten gehen, sofern sie nicht vorzogen, sich eine teure und Omnibusse waren außer Betrieb gesetzt. Die Herren die
wenigsten.
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Bettsbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Deber heifische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und menban, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.
Dienstag, den 2. Dezember 1902.
Gießener
11. Jahrgang.
Infectionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfa
Postzeitungsliste No. 3032.
Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362.
Neuelle Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und solche der Großh. Provinzialdirektion von Oberhessen
Polizei und Publikum.
$ Bon einem hiesigen Mitbürger wird uns geschrieben: Die unangenehme häufung von polizeilichen und gerichtichen Mißgriffen in letzter Zeit hat an allen Stammischen sehr lebhafte Debatten über das Institut der Pozei hervorgerufen, und sie waren im allgemeinen sehr günstig für diese Behörden. Aber diese summarischen eteile schossen entschieden über das Ziel hinaus. Nicht, eil die Polizeiorgane manchmal Mißgriffe machen, ist ele Behörde unbeliebt; der Polizeibeamte hat eben von zus einen undankbaren Beruf. Wer die Hilfe der Poei nötig hat und in Anspruch nimmt, tut dies in dem Sewußtsein des Anrechtes auf diese Dienste, und man cht dem Polizeibeamten keine Kränze für gute Leistun Aber wehe, wenn er einen Mißgriff beging! Dann breit, wie unter Peitschenschlägen, das ganze Selbstwußtsein der Bürger mächtig auf; polizeiliche Fehgreifen eben tief in das Menschenleben hinein und b, ob es sich um schwere oder leichte Fälle handelt, ts für den Betroffenen höchst peinlich. Was die Poei aber auch aus inneren Gründen weiterhin unliebt macht, das ist der Umstand, daß man in jeder benslage und zu jeder Tageszeit mit ihr in Berüh ng fommen fann. Wer sich auf der Straße bewegt jeden Augenblick eine polizeiliche Anordnung zu geErfigen, bei lim- und Festzügen ist es gerade der lizeibeamte, der den Neugierigen an der Nußbardung eines guten Standortes hindert, in das fried te Stilleben eines Stammtisches greift mit rauher nd der Polizeibeamte ein, nach einem Hausball fann polizeiliche Strafbefehle setzen, und wenn die junge usfrau auf dem Fensterbrett ihre Blumen begießt, sie vielleicht eine Ermahnung zur Vorsicht von einem mann zu erwarten. Aber man vergißt das eine nei: Indem die Polizei die persönliche Freiheit im und Lassen beschränkt, beschüßt sie die Interessen eder anderer Mitbürger; aber diese haben von dem
ten der uniformierten Vorsehung keine Ahnung und er auch fein Dankeswort dafür. Die Polizei hat eine Macht in Händen, und wo diese vorhanden ist, tiert auch die Gelegenheit zum Mißbrauch. Die Mißcache selbst aber sind in den weitaus seltensten Fällen ch böswillige Absichten entstanden. Wenn man die ile des Mißbrauchs mit der ausgedehnten Gelegenheit Mißbrauch, oder zur mißverständlichen Anwendung olizeigewalt vergleicht, dann wird man sagen müssen, die Klagen der letzten Zeit sehr übertrieben waren, einwohl in den einzelnen Fällen die Kritik berechtigt 1. Aber gegen die summarischen Kritiken muß man Bolizei im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit fchieden in Schutz nehmen.
beigs schlanke Gestalt auf der obersten
Da sichtbar.
die Brüstung
Treppenstufe und nickte ihr 11: bereits dem Tode nahe." fen, haben mir uns beide im Hungern geübt und sind Olga es verschmähte, den Kaffee allein mit mir zu trin,, Schwesterlein, kommst du endlich zum Frühstück! Da Er lehnte sich über arben
Hennig versuchte, einen scherzenden Ton anzuschlagen, orte nicht recht aus dem
und vorwurfsvollen Tones sagte sie zu ihr: auf der falten Erde, und da fand ich endlich sie, die holde Peine Ruhe um dich, ich wußte dich allein und mutterlos mein Kind, als ich gestorben war, da hatte ich im Himme so häßlich, so böse zu der neuen Mutter gewesen? Sieh ,, Elschen, Elschen, was hast du getan, warum bist du mumberianften blaten Augen und die habe
mit schmerzlich) mildem Ausdruck zu ihrem Kinde
die Gestalt der dahingeschiedenen Mutter Sie neig
Deutscher Reichstag.
Richter über die Obstruction.
Gizung.
CB. Berlin, 1. Dezember.
Auch die heutige Sigung war sehr gut besucht, die ner überfüllt. Vielbesprochen wurde ein Scherz, den and mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten it gemacht hatte. Für diesen war nämlich per Post ittel zum Dreinschlagen angekommen. Nach Einin die Tagesordnung ergriff zunächst der sozialdemo the Abg. tunert das Wort, um das Vorgehen der reit in ähnlicher Weise zu bekämpfen, wie das von ebnern der Linken in den letzten Tagen schon geschehen ist. Der Antrag Kardorff sei eine Mißung des Volkes. Als er die Bemerkung machte, diese werde von dem größten Grundbesizer, Kaiser helm II., mitgemacht, wurde er vom Präsidenten er den Kaiser aus dem Spiele zu lassen. Kunert deshalb die Rede ab und wurde dann von dem et bativen Abg. v. Kröcher abgelöst, der in einem hollen, teilweise humoristischen Tone sprach. Dem tag merte man an, daß Epigonen ihm angehören. thorst, Schorlemer, Twesten, Binde und Miquel fehlTa die Sozialdemokratie Obstruktion machen wolle, ne er nur sagen, der Fuchs müsse doch zu einem binaus. Er schloß mit dem Zitat: Der Worte genug gewechselt, laßt uns nun endlich Taten seh'n." Rach folger 3ubeil von der Sozialdemokratie quitto ihm seine Rede mit der Bemerkung, die Kröchersche efei eine Kette von dummen Wißen gewesen, woIbom Präsidenten zur Ordnung gerufen wurde. weiten Ordnungsruf holte er sich, als er den AnAichbichler den niederträchtigsten Bruch der Gefordnung nannte. Da alle guten und viele anDinge drei sein müssen, so nannte er noch den Dr. Bachem einen Verleumder und holte sich dahe auch noch die dritte Rüge vom Präsidenten, der ugleich das Wort entzog. Der freisinnige Abg. hater ergriff nach langem wieder einmal von der
Rednertribüne aus
das Wort, um mit dem ehemali
gen Fraktionsgenossen Dr. Barth abzurechnen. Vor allen Dingen habe die Obstruktion bei der Lex Heinz nicht eine ganze Session hindurch gedauert, und bei der Branntweinsteuervorlage habe man obstruiert, weil diese in der letzten Sigung vor der Vertagung noch durchgeführt werden sollte. Seither habe er es vermieden, sich über die Obstruktion zu äußern, aber jetzt müsse er sprechen. Es handle sich hier nicht mehr um die Sache, sondern es sei ein Kampf um die Zeit.( Beifall rechts und bei der freisinnigen Volkspartei.) Man wolle den Zolltarifentwurf 18 Monate lang und bei der Wahlkampagne als Agitationsstoff verwenden. Das müsse ein jammervoller Reichstag sein, der sich so etwas gefallen ließe.( Beifall rechts.) Sollte die Obstruktion bis April fortdauern, dann werde das Ansehen des Parlaments geschädigt. Das Zusammengehen der Sozialdemokratie und der freisinnigen Vereinigung entschuldige und decke die Schritte der Mehrheit.( Stürmischer Beifall im Zentrum, rechts bei den Nationalliberalen und der freisinnigen Volkspartei.) Die Regierung habe allen Grund, der Sozialdemokratie für die Förderung der Einigkeit unter der Mehrheit dankbar zu sein. Diesen Fehdehandschuh nahm Bebel auf, der dem Abg. Richter das Kompliment machte, er habe fertig gebracht, was der Rechten und dem Zentrum nicht gelungen sei, er habe den Antrag Kardorff begründet. Die Freisinnigen woll ten eben mit dem Zolltarif nicht in den Wahlkampf ziehen und seien deshalb schon in der Kommission auf eine Verständigung ausgegangen. Richter sei der Anwalt der Zolltarifparteien. Zuleßt polemisierte er gegen den Abg. Kröcher. Der nationalliberale Abg. Dr. Sattler bestritt, daß seine Partei bei der Lex Heinze Obstruktion getrieben habe. Seine Freunde hätten damals bei der Abstimmung gefehlt, weil sie zu Tisch gegangen waren. Nach Sattler ebbte die Erörterung ab. Der Sozialdemokrat Thiele brachte nur altes vor. Dann wurde ein Schlußantrag angenommen und die Sigung auf Dienstag 1 Uhr vertagt.
Die Politik.
Die Polizeigewalt des Reichstagspräsidenten. 1 Die Mehrheitsparteien sind eifrig hemüht, die richtige Form für die Maßnahmen zu finden, die die Wiederholung von Verhöhnungen der Präsidengewalt unmöglich machen, wie sie sich am Freitag Abend vor der Vertagung zugetragen haben. Am Bundesratstische, von dem aus die Vorgänge aus allernächster Nähe versigt werden konnten, ist man entsetzt gewesen über die höhnische, von einem Mitgliede der äußersten Linken dem Präsidenten nach Erteilung des zweiten Ordnungsrufes entgegengeschleuderte Frage: Wo bleibt denn der dritte?" Solchen Dingen soll ein für alle Mal ein Ende gemacht werden. Ferner werden Bestrebungen geplant, Geschäftsordnungsfragen unter Umständen rascher, jedenfalls ohne die ermüdenden, selbst tagelangen Erörterungen zur Entscheidung zu bringen. Daß eine Geschäftsordnungsdebatte sich nur ,, verbluten," nicht unterbunden werden" dürfe, galt bisher als üblich; es ist indessen festgestellt, daß früher schon durch Annahme eines Schlußantrages das Ende herbeigeführt worden ist. Schließlich verlautet auch, daß auf sozialdemokratischer Seite der Gedanke mehr und mehr Boden gewinnt, besonders erregte Szenen würden besser vermieden als gesteigert.
Die Erklärung, die der Reichstagspräsident Graf Ballestrem in der Sigung vom 29. November zu§ 60 der Geschäftsordnung, betreffend die Aufrechterhaltung der Ordnung( Freihaltung der Gänge und Treppen zu den Stenographenpläßen und zum Rednerpult pp.) abgegeben hat, ist am Montag im Wortlaut im Reichstag als besondere Drucksache verteilt worden.
Unser Konflikt mit Venezuela.
In politischen Kreisen äußert man sich sehr miß fällig darüber, daß Deutschland in der venezolanischen Frage nicht schon früher attiv vorgegangen sei. Die Schuldforderungen deutscher Bürger sind seit Jahren von den Venezolanern nicht berücksichtigt worden, und als bei Ausbruch der Revolution deutsche Schiffe vor den Häfen erschienen, sollte sogar nach einer Anordnung des Präsidenten Castro der deutsche Gesandte in Caracas festgenommen werden. Damals wäre Gelegenheit zum Einschreiten gewesen. Dadurch, daß Deutschland nunmehr mit England gemeinsam vorgehe, gewinne es den Anschein, als ob das britische Reich auf uns eine Art Vormundschaft ausübe. Das ist indes nur ein äußerlicher Fehler. Deutschland konnte, wie ganz bestimmt versichert wird, nicht früher vorgehen, weil sonst ein Konflikt mit den Vereinigten Staaten zu erwarten war. Außerdem mußte noch der Ausgang der Revolution abgewartet werden. Ueber die Gründe für das Scheitern des Ausstandes heißt es: Der Insurgentenführer Matos, der bereits am 28. Of
tober in Maracay den Sieg der Revolution durch ein Bankett feierte, hatte dabei eine so unfluge Rede gehalten, daß er sämtliche anderen Führer der Insurgenten be leidigte. Am nächsten Morgen aufgefordert, seine Aeuße rungen zu widerrufen, weigerte er sich, und damit war das Geschick der Revolutionspartei besiegelt, da große Uneinigkeit in deren Lager entstand. Matos gelang es mit genauer Not, seinen eigenen Lenten zu entfliehen.
Neues aus Somaliland.
Ter tolle Mullah hat einen Zug von Kamelen nach seinem Standquartier gesandt, welche Vorräte trugen, die der Mullah im Gefecht mit dem Obersten Swahne erbeutet hatte und die alle unbrauchbar gemacht waren. Des gleichen sandte der Mullah eine herausfordernde Botschaft nach, Bohotle, wo englische Truppen liegen. Außerdem hat er starke Vorposten rings um Bohotle in Ent fernungen von 1000 Yards bis zu 4 Meilen aufgestellt, mit denen die englischen Vorposten Schüsse wechseln. Die Spigen der englischen Militärbehörden halten einhellig dafür, daß die Jahreszeit für eine nachdrückliche Weiterführung des Feldzugs in Somaliland jetzt, da die Regenfälle aufgehört haben, vorbei ist. Bis zum Auguſt werde kein wirksamer Vormarsch möglich sein und bis dahin wahrscheinlich, abgesehen von der Verstärkung der militärischen Stationen, nichts unternommen werden können.
Kurze politische Nachrichten.
* Prinz Heinrich trat Montag Nachmittag an Bord jeines Flaggschiffes Kaiser Friedrich III" mit dem ersten Geschwader die Winterreise nach der norwegischen Küste an.
* Die in der ,, Eisenhütte" vereinigten Korporationen von Hüttenleuten haben in ihrer Generalversammlung zu Gleiwiß dem Kaiser ihren Dank dafür ausgesprochen, daß er das Andenken Krupps gegen die erhobenen Angriffe verteidigte.
* Der preußische Landtagsabgeordnete Ehlers hat die Reichstagskandidatur für Danzig abgelehnt, weil er die Hoffnung hat, zum Bürgermeister von Danzig ge wählt zu werden.
* Der deutsche Botschafter in Sonstantinopel hat dem Sultan geraten, die Verhältnisse in Macedonien zu ändern.
* Infolge des Matrosenstreiks sind in Marseille zur Aufrechterhaltung der Ordnung zwei Dragoner- Regimenter und 130 Gensdarmen eingetroffen. Ungefähr 600 Reisende nach Algier und Tunis haben die Regierung ersucht, ihnen zu gestatten, an Bord der zur Beförderung der Rekruten aufgebotenen Schiffe heimkehren zu dürfen. * In Portugal ist während der Abwesenheit des Königs eine Ministerkrisis ausgebrochen.
* Der gemeldete Mordanschlag auf den Fürsten von Bulgarien in Euxinograd scheint halb die Tat eines lleber. spannten, halb die eines Reklamejägers zu sein. Harlambi Iliev Kantschew, so ist der richtige Name des Verbrechers, erklärte sich auch vor dem Untersuchungsrichter für einen Anarchisten; als Gymnasiast habe er viele anarchistische Schriften gelesen und die Ueberzeugung gewonnen, seine Bürgerpflicht nicht besser als durch Ermordung eines Staatsoberhauptes erfüllen zu können(!).
* Der Sekretär des amerikanischen Kriegsamts Root hebt in einem amtlichen Bericht die huldvolle Einla dung der Generale Corbin, Young und Wood zum Besuch der deutschen Kaisermanöver als Gäste des Kaisers hervor und sagt, daß man für die große Freundlichkeit, die der Kaiser und alle deutschen Offiziere, welche mit den Generalen zusammengekommen seien, ihnen erwiesen haben, Dank schulde.
* Lord Milner ist auf seiner Reise durch die Oranjefolonie infolge eines Sturzes vom Pferde leicht verlegt worden. Doch ist er im stande, Abordnungen zu empfangen und sich mit Geschäften zu befassen.
* Der Premierminister des Kaisers Menelik von avessinien, Ingenieur Jlg, ist nach mehrmonatigent in der Schweiz ve stem Urlaub nach Abessinien zurückgereist. In seiner Begleitung befinden sich mehrere Bariser und Brüsseler Finanzmänner, die er für die Bollendung des Bahnbaues Dschibuti- Adis Abeba interessiert hat. * In Madrid laufen Gerüchte um, daß bei Tetuan in Marokko neue blutige Vorgänge sich ereignet haben. Offiziell ist aber noch nichts bekannt.
Vermischtes.
£[ Ein Rheinländer als Entdeder Ameritas.] Im Sonntagsblatt der Newyorker Staatszeitung macht Dr. Henrici interessante Mitteilungen über die Entdeckung Amerikas durch einen Rheinländer. Bekannt ist es, daß schon 500 Jahre vor Kolumbus nordische Ansiedler( Grönländer) nach Amerika gekommen sind. Unter ihnen befand sich auch ein Mann namens Türkr, der in Amerika Wein
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