Ausgabe 
2.7.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 150.

Erstes Blatt.

Mittwoch, den 2. Juli 1902.

Abonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg, in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mr. 1.50.

Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- unde Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. ellow gibaud

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11. Jahrgang.

Jnsertionsvrets: Die einsbaltige Petitzeile für Gießen wole, ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. ata fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitjeile 30 resp. 40 Bfg.

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bad odete Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. do0.09 abru simsbadAssn sidedsix 1ebsiw notent

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

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für Oberheffen und die Kreiſe Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

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Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. sill

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Zur Erinnerung an das Universitätsfest 1902.

Festgruss!

Heil alma mater Ludoviciana, Heil dir im Festgewande ehrwürdige Mutter, Du Born des Wissens und des Rechtes, Heil alma mater Ludoviciana!

Deine Musensöhne und Giessens Philister versammeln sich, um mit Dir die Ankunft des tausendsten Deiner Jünger in fröhlichem Feste zu feiern. Es ist Freude, welche sich in uns Dir nahet, so, wie das Licht der Sonne sie der Erdkrume zeugt und dann sprossend und spriessend, in tausendfacher Frucht des Samenstarre Hülle in lebendiges Wirken versetzt. Die Freude, die, wie des Stahles Funken, dem Wissensdurstigen auf des Weges Richtung zeigt und ein gütiger Stern im Erdenleid.

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Ehrwürdige Mutter, wie viele Rechte sah nicht die Welt seit ihrem Bestehen sich finden und doch als das Rechte von allen Rechten lehrtest Du uns zur Wahr­heit stehen. Zur Wahrheit, jener hehren, edlen, die keiner Deutelei geneigt sich zeigt. Zur Wahrheit, die das edelste vom Edlen uns in dem Born des Wissens reicht.

Heil alma mater Ludoviciana, heil Dir im Festge wande, wir grüssen Dich als Quell der Weisheit ehr­furchtsvoll und bleiben treu, Dir alma mater Ludo­viciana! ionist bog

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Academia Ludoviciana,

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Giessen, den 1. Juli 1902. Tempora mutantur! Dieser Gedanke kommt einem bei der Feier zu Ehren des tausendsten Studenten. 1016 Studenten an der Universität Giessen! Wer hätte das vor 10 Jahren gedacht? Die Leser sind ja über die Entwick­lung der Universität in den letzten 75 Jahren genau genug unterrichtet, so dass sie selbst beurteilen können, wie plötzlich und rapid die Frequenz unserer Hochschule gestiegen ist. Es ist genug über diesen Gegenstand geredet und geschrieben worden.

Wir wollen heute versuchen, den Lesern in aller Kürze ein Bild von der Geschichte der Universität Giessen zu geben.hk m

Die Stadt Giessen, in den ältesten Urkunden Gizen, Geyzen ,,, zu den Gizen" genannt, hat ihren Namen wahr­

to ad Geerteerd.

32]

Novelle von E. Vely.

.seni.mp on Machbrud verboten.) thil Der Wittwe schwimmt's vor den Augen, was braucht sie's zu wissen. Jo wäre nach überstandener Gefahr doch zuerst auf seine Mutter zu fein Josie braucht hier nicht länger zu stehen und zu harren, sie fann heingehen über die Dünen und bei Meerie anpochen und sagen: Das Meer hat ihn bel alten und Du bist eine Wittwe. Das Meer hat ihn behalten, murmelt sie und ich, ich hab's so gewollt und gejagt.at mist of dod m

Ihre Knice beben. Aber zu keiner Zeit hat je Einer Reic Toben schwach geschen auch jetzt nicht, auch jetzt soll's nicht jeinst

Noch einen Blick auf das Meer, das ihr den Gatten ge­nommen hat und nun auch den Sohn behalten hat- da blingelt sie Maniel Hay's eines Auge an und vor ihr nieder, halb ihn stügend, legt er ihren Jo.

Sie schreit nun doch auf, schrill und laut: Du bist's, Ver­fluchter? Hast Du nicht g genug gehabt an dem Einen? Nur ein Lachen von Maniel antwortet ihr, dann sagt eine schwache Stimme: Mutter!

It's wahr? Sie beugt sich nieder. Jo lebt, ihr Jo? und dahergeleitet von ihrem Todfcinde, dem Maniel? Sie faßt über ihre Stirn, sich zu vergewissern, daß sie selber lebt, wach ist nicht verwirrt. mul Ein Bischen schwer! brummt Maniel, in's Dorf

Dorf mögen ihn Andere tragen! Dann ist der Kapitän an die Gruppe heran­gekommen und jagt: Ja, Reid eine Spülwelle nahm ihn weg, er hatte doch seine Kraft überschätzt und wenn ihm der Mantel nicht nachsprang, hättest Du den Jungen nicht wieder gesehen. Maniel Maniel Hay! stößt die Wittwe heraus, blickt auf den Sohn, der sich langsam aufrichtet, dann seinen Retter

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scheinlich nach einem alten heiligen Hain. Sie gehörte, so weit man das in der Geschichte verfolgen kann, zu­erst einer Linie aus dem Konradinisch- Salischen Ge­schlechte. Später ging sie in die Hände des Grafen von Glizberg( Gleiberg) über. In neuerer Zeit finden wir einen Grafen, der sich Graf von Giessen und Tübingen nennt. up Dessen Sohn veräusserte 1265 die Herrschaft Giessen an den Landgrafen Heinrich das Kind, von Hessen. Bald wurde es als fester Platz berühmt. Ba

Im Jahre 1327 wurde Giessen von den verbündeten Mainzern und Trierern belagert und eingenommen. Durch den Transithandel der levantischen Waren nach dem nördlichen Deutschland erlangte es allmählich grosse Bedeutung unter den hessischen Städten. 1567 starb Landgraf Philipp. Das Land wurde geteilt und das ,, Oberfürstentum Hessen mit Giessen" gelangte an den Landgrafen Ludwig IV. von Hessen. Mit dessen Tode 1604 erlosch diese Linie. Zu Erben setzte er seine beiden Vettern ein und verordnete, dass Marburg eine Gesamt universität bleiben, und dass das Zeughaus, welches er in Giessen erbaut hatte, unzertrennt bleiben sollte. Daran war die Klausel geknüpft, dass keiner in seinen Ländern die evangelisch- lutherische Religion abschaffen dürfe. Kaum hatte nun Landgraf Moritz seine Regierung über Hessen- Kassel angetreten, so führte er die refor­mierte Konfession ein. Die Marburger Professoren weigerten sich diese anzunehmen und erhielten dafür ihren Abschied. Ebenso wurden etwa 50 Geistliche aus­gewiesen. Die Marburger Professoren fanden in Darm­stadt Aufnahme. So beschloss dann Landgraf Ludwig V. in Giessen ein Gymnasium illustre zu gründen und dieses mit den berühmten aus Marburg der Religionsänderung halber vertriebenen Professoren zu besetzen. Die feier­liche Eröffnung des Gymnasium illustre und des damit verbundenen Paedagogium trilingue geschah am 10. Ok­tober 1605. sib enu

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Im Jahre 1606 wurde ein Lehrstuhl für Arzneikuude errichtet. Zur Bestreitung der Besoldung der Lehrer wies der Landgraf der Akademie die Einkünfte aus den Antoniterhöfen Grünberg und Giessen an. Die Stadt Giessen verpflichtete sich, jährlich 150 Gulden aus dem

busibed saulso0M 19b- 9baudadel. 81 b. mind dole letticaedadel gib dous bau sbw Jsjonsled | Einkommen des Weinzapfens zuzuschiessen. Das neue Gymnasium erlangte durch den Ruhm seiner Lehrer grosse Frequenz. Der erste Rektor Winkelmann hatte während seiner Amtsführung vom 10. Oktober 1605 bis Ende 1606 gegen 300 Studenten eingeschrieben. Die Vorlesungen wurden in den Ratsstuben abgehalten. Für 1030 Goldgulden erkaufte Ludwig vom Kaiser das Privilegium für die neue Hochschule. 1607 wurde der Grundstein zu einem neuen Kolleggebäude gelegt. Am 7. Oktober 1607 wurde der Bau eingeweiht. Ludwig verehrte der Universität zwei silberne mit goldenen Zier­raten versehene Zepter zum Zeichen der Privilegien. Als Rektor wurde Dr. Gottfr. Antoni ausgerufen. In­teressant ist es, wie glänzend damals das Rektoramt be­zahlt wurde. Antoni bekam für seine Bemühungen einen Zuschlag von 15 Gulden p. a. Die Studenten hatten damals wirklich grosse Freiheiten. Sie hatten eine be­sondere Gerichtsbarkeit und hatten allein den rector magnificus als Obrigkeit anzuerkennen. Von Steuern waren sie befreit, brauchten auch für Nahrungsmittel, Bücher und Getränke keine Accise zu bezahlen. Ein ganz eigentümliches Privileg giebt ihnen die freie Jagd in der ganzen Giessener Gemarkung. Mancher von unsern akademischen Nimroden wird es schmerzlich bedauern, dass 1808 den Studenten und Universitätsangehörigen die freie Jagd entz wurde, weil so schreibt der Chronist sie zu allerlei Zerstreuungen und Un­ordnung Anlass gab. Auf die eigene Gerichtsbarkeit ver­zichtete die Universität im Jahre 1823 freiwillig. Von der Fürsorge Ludwigs für seine Studenten zeugt auch die Verordnung, dass die Professoren öfters die Wohn­ungen der Studenten besuchen und schätzen, überhaupt auch für neue und bequeme Wohnungen Sorge tragen sollten.

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In die erste Zeit der Universität fällt auch schon die Gründung eines Freitisches für arme Studierende. Zunächst stand bloss den Theologen diese Vergünstigung offen, später wurde sie auf alle Fakultäten ausgedehnt.

Die

1609 erlangte auch die medizinische Fakultät durch Anstellung von drei Lehrern ihre Vollzählichkeit. erste Anatomie wurde 1615 von Gregor Horst ,, an einem weiblichen Körper, sodann an einer Hirschkuh"

Holla wo ist meine Geerteerd?

an und faßt endlich den Kapitän am Arm und wiederholt: Maniel Hay der Maniel Hay hätte das gethan? Was ist denn soviel daran? fragt der. Naß dabei ge= worden, weiter nichts! jjed A Es kann nicht sein! beharrt Reick. Da faßt Jo ihre Hand. Mutter gewesen ist hast mich ja lieber im Meer sehen wollen aber daß der, der Dir den Sohn rettet, den Vater Er kommt nicht weiter, er senkt wie beschämt den Blick vor des Maniel's einem, so seltsam aufleuchtenden Auge. Hoho

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Ahoi! schreit der, als muß er seiner Brust Luf machen. Von damals meinst Du, Reick! Bist ja wie eine Verstörte gewesen und hätt' ich's erzählt, wie's fam, geglaubt hättest Du's doch nicht. Gut war ich dem Hineck wohl nicht- alte Geschichten, Kaptein Weibergeschichten er schluckt erst, wie an einer unangenehmen Empfindung. Und wie der Sturm kam und wir Beide über die Nußschale von Boot flogen, gab's ein Wettschwimmen Hineck ließ nach mit der Kraft, ich hielt ihn, aber damit war uns Beiden der Tod gewiß daß ich mich endlich frei gemacht habe, hätte ein Jeder gethan und leicht war mir's nicht noch einmal griff er nach meinem Kopf

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Hand

Daniel wiſcht über ſein Haupt, als fühlt er noch die und

des Ertrinkenden dort. Ich gewann tam heim Das Weib gemacht

mußte immer an mein Kind denken, Kaptein! das hatte mir der Hined ja schon untreu

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Das weiß niemand, Reick will noch zu ihm reden, während Jo, sich auf sie stüßend, zu gehen versucht, aber der Alte hat keine Aufmerksamkeit mehr für sie. Er erinnert sich plöglich, daß er fragen muß, warum das Leuchtfeuer eine Weile erloschen und dann stößt er wilde Betheuerungen aus, daß Friz West keine Anwartschaft mehr auf die Hand seiner Deern haben soll. Ist das ein Wächter nach Recht und Pflicht? aleiab ibal 135 din 19 Die andern Männer am Strande mühen sich um die Fahr­zeuge. Da schreit Einer auf: oqsoq 1950 inolong Maniel Hay tomm hierher! ib, ni aiswdo? Divoz Ist die Geerteerd oder der Teufel hat sein Spiel. Sie heben das leblose Mädchen behutsam empor; langsam tritt der alte Seefahrer heran. Mais abnormoznov Meine Geerteerd ist's, sagt er leise, aniwis 9th lus isd Die Leute sehen sich fragend an was fann ihr begeguet sein, hart hier am Strande? I dag.odt finq.m.

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Maniel macht ein Paar Bewegungen mit den Lippen, als habe er seine Pfeife dazwischen des nad 9829 Tragt sie nach Haus sixilo usb dos gaudiowaid Dann sieht er auf's Meer hinaus. quxta legaibes.log Wär auch so was, wie Gerechtigkeit während ich den Andern aus dem Wasser gezogen habe.

Da drängt sich Reick heran, sie, die nicht bei ihres Mannes Mutter, Mutter, stammelt Jo, der Geerteerd und mir hast Tode die äußere Fassung verloren hat, weint laut.. col Du ein Unrecht gethan.

dazu

sib donband hou giwbu.] assair Der Kapitän legt dem Maniel die Hand auf die Schulter.beerteerd gebt sie mir! laßt mich, ich habe ein Recht Sie horcht und lacht plöglich, als käme ein freudiger Wahnsinn über sie: Das Herz schlägt ja noch bi

Morgen trinken wir einen Grog zusammen, Maniel Hay und einen guten!

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Reid hat langsam ihren Kopf geschüttelt und dann ist plöglich die Starrheit von ihr gewichen. - und

Maniel Hay, murmelt sie, den Jo da dank ich Dir für das Undere will ich dir auf den Stien White thera

19

Tragt sie nach Hause, wiederholt Maniel, dann sett er hinzu, als habe er weder Furcht noch Schmerz um sein Kind: Ich muß trockene Faden auf den Leib haben! ool orde ads( Fortsetzung folgt.)

Verlang' ich nicht, lacht Maniel. Hab' nichts anders im Sinn, als daß ich nun aus dem nassen Zeug komme. spoilt nebuw met bag 14.sbasla ux 928 ww

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Nr. 149.

Oberhessische Familienzeitung.

einem beschüssenden, väterlichen Ton, welcher die beabüchtigte Liz. meine Liebe, wir sind die ganze Brit

Wirkung batte.

Nerven batte

Seite 2.

Aber jetzt ließ der burchlebte

ich bewährt. Schrecken iein Gesicht geiſterbaft aussehen.

Kalter Schweiß

Nr. 149

Vom höheren

Kleines Feuilleton.

Oberhessische Familienzeitung.

schlechteren Bodenarten

Nun bliebe no

Seite 3.

dem Augen

bor. und Gaumen entzückendes Aequivalent des ein anlodendes,

anderen Begenden 3 er Vogels­