Ausgabe 
29.3.1854
 
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Verfügung in Sachen des Oekonomen Johannes Goy zu Hirzbach, Klägers, gegen die unbekannt wo abweſende Ehefrau des Gärtners Wilhelm Remele, Katharine Chriſtine, geb. Geiſſel, zu Marköbel, Verklagte, Wegen Pfand- und Darlehensſchuld.

(815) Der Kläger hat gegen die Verklagte die nachfolgende Klage hier vorgebracht: Kurfürſtliches Juſtiz-Amt! In Sachen des Oekonomen Johannes Goh zu Hirzbach, Klägers, gegen die unbekannt wo abweſende Ehefrau des Gärtners Wilhelm Remele, Katharine Chriſtine, geb. Geiſſel, zu Marköbel, Verklagte, wegen Pfand- und Darlehnsſchuld, exhibirt des erſteren Anwalt Klage in duplo. Hat 5 Anlagen A. B. C. D. E.

Für den Kläger ſoll ich, mich in der Anlage 4 zum Prozeß legitimirend, einem Kurfürſt lichen Juſtiz⸗Amt folgendes klagend vorſtellen:

Mein Client hat dem Philipp Geiſſel sen. zu Marköbel 1) am 13. Januar 1848 ein Darlehen von 60 Thlr. und 2) am 23. September 1849 ein weiteres Darlehen von 14 Thlr. 25 Sgr. 9 Pf. dargeliehen. Der Schuldner hat beide Darlehen vom Tage des Empfangs mit 5 Procent zu verzinſen verſprochen, und zur Sicherheit derſelben, ſammt den Zinſen und Koſten dem Kläger nach der Hppotpek, Anlage B, folgendes Immodile:

16 Ruthen ein Wohnhaus in der Kirchgaſſe, neben Schullehrer Wennel und den

Präſenz Hanau, gerichtlich verpfändet. Nachdem dies geſcheben, hat der Philipp Geiſſel dieſes Pfand nach der Anlage C. an die Beklagte veräußert, welche daſſelbe nach dem Steuerbuchs Extract in D zur Zeit im Beſitze hat, und nach der Beſcheinigung in E unbekannt wo abweſend iſt. Der Kläger hat den Schuldner Geiſſel auf Rückzahlung beider Darlehen mit den vom Darlehn sub 1 ſeit dem 13. Januar 1849 und vom Darlehn sub 2 ſeit dem 23. September 1850 rück ſtehenden Zinſen bei dieſem Gericht belangt, in Folge deſſen derſelbe auch durch rechtskräf tigen Beſcheid vom 1. Juli 1853 verurtheilt iſt, dem Kläger das Darlehn sub 1 mit 60 Thlr. nebſt den Zinſen davon zu fünf Procent ſeit dem 13. Jan. 1849 und das Darlehen sub 2 nebſt Zinſen zu 5 Procent ſeit dem 23. September 1850 nebſt den hierdurch entſtandenen Koſten ad 2 Thlr. 8 Sgr. 2 Pf. zu bezahlen. In der Executions-⸗Inſtanz hat ſich indeſſen die Inſolvenz des Geiſſel ergeben, daher dem Kläger nichts anderes übrig bleibt, als gegen die Beklagte als Beſitzerin ſeines Pfandes klagbar zu werden, und in Entſtehung der Güte zu bitten:

Die Imploration zur Herausgabe des dem Kläger verpfändeten Hauſes behufs

ſeiner Befriedigung ob der libellirten Darlehens, ſammt Zinſen- und Koſtenbeträge,

ſowie zum Erſatz der durch dieſes Verfahren erwachſenden Prozeßkoſten zu verurtheilen.

Beweis über die Klagbehauptung trete ich durch Eidesdelation an.

Da eine Behändigung der Klage an die Beklagte nicht thunlich iſt, ſo wird beantragt: dieſelbe und zwar zur Erſparung größerer Koſten nur nach ibren weſentlichen Beſtand theilen durch öffentliche Blätter zur Kenntniß der Verklagten zu bringen und ihre Erklä rung darauf unter dem geſetzlichen Rechtsnachtheile mit dem Hinzufügen aufzugeben, daß weiter in der Sache ergehende Verfügungen nur mittelſt Anſchlags am Gerichtsbrett zu ihrer Kenntniß gebracht werden ſollen.

Hierüber ꝛc. ꝛc. Hochachtungsvoll Eines Kurſürſtlichen Juſtiz-Amts gehorſamer Bauſcher.

Da nach Klaganlage E dieſe abweſend und ihr Aufenthaltsort unbekannt iſt, ſo wird ihr durch dieſe öffentliche Vorladung aufgegeben, den Kläger klaglos zu ſtellen, oder etwaige Einreden im Termin den

5. Mai d. J., Morgens 10 Uhr, Contumacio-Zeit, beim Nachtheile Eingeſtändniſſes und der Ausſchließung hier vorzubringen und deren Beweis an zutreten.

Zugleich wird ſie benachrichtigt, daß die Einficht der Klaganlagen in der Gerichtsſtube, vor und im Termin ihr geſtattet wird und daß die weiter zu erlaſſenden Verfügungen zu ihrer Ein⸗ vor dem Gerichtszimmer in dem dazu beſtimmten Gitterſchranke werden angeſchlagen werden.

Windecken den 28. Februar 1854.

Kurfürſtl. Heſſ. Juſtiz⸗Amt Theis.

Braunkohlenverkauf.

(462) Mit dem 1. April d. J. beginnt für den Braunkohlenverkauf auf dem Großherzoglichen Dorheimer Braunkohlenbergwerk eine neue Creditperiode, welche bis zum 30. Sept. d. J. dauert. Für die während dieſer Zeit unter den bekannten Bedingungen gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft bezogenen Braunkohlen wird eine Zahlungsfriſt bis zum 31. Dezember d. J. geſtattet. Die Preiſe find unverändert geblieben.

Bemerkt wird noch, daß ſämmtliche Geſchirre, welche auf dem Dorbeimer Bergwerk Kohlen laden wollen, bei der Kurfürſtl. Heſſ. Chauſſeegelderhebungsſtätte Nauheim und beladen auch auf allen Großherzoglichen Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit ſind.

Dorheimer Bergwerk den 25. März 1854.

Großherzogliches Bergamt Dorheim 3

Arbeitsverſteigerung zu Friedberg. (423) Freitag den 31. März, Vormittags 10 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Kreisbauamt verſchiedene Bauarbeiten an dem Predigerſemi⸗ nargebäude dahier, als:

1) Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 20 fl. kr.

2) Schloſſerarbeit, 10% 12, 3) Weißbinderarbeit, 2 1 30 4) Pflaſterarbeit, 84 29

5) die Lieferung von 40 Bütten Kalk, 6) die Lieferung von 7 Cubikklafter Sand, an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 22. März 1854. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg Se Bekanntmachung. (382) Donnerſtag den 30. März l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, ſoll in dem Freiherr⸗ lich von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſelheck nachſtehendes Holz öffentlich an den Meiſtbie⸗ tenden unter den vorher bekannt gemacht wer denden Bedingungen verſteigert werden: Stecken Eichen- u. Birken⸗Scheitholz, 17 1 1 J Prügelholz, 1 Aopen- u. Nadel⸗ 6038 Stück Eichen- und Birken-Wellen, 1488 Ascpen- und Nadel⸗ Die Zuſammenkunft iſt auf Hof Haſſelheck. Friedberg den 15. März 1854. In Auftrag:

Faatz. Immobiliar-Verſteigerung. (463) Montag den 3. April d. J., Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die nachbeſchriebenen Immobilien des Müllermeiſters Ludwig Wagenknecht dahier öffentlich meiſtbie⸗

tend verſteigert, als: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 33 Nr. 197 Hofraithe mit Mühle an der Uſa, beſtehend in Mühlbau mit Mühlwerk, zwei Neben⸗ häuſer, Scheuer, Schoppen und zwei Ställe, 145 3 192,7 Klafter 98 Ruthen Garten in der 6. Gewann, 115 23 928,0 Klafter 472 Ru⸗ then Garten in der 6.ä Gewann. Friedberg am 27. März 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Immobiliar-Verſteigerung. (4640 Montag den 3. April, Morgens um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die nach⸗ beſchriebenen Immobilien der Chriſtian Böhmers Eheleute dahier meiſtbietend verſteigert, als: Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 82 Nr. 18 Hofraithe, beſtehend in Wohn⸗ baus, Werkſtätte, zwei Stall⸗ chen und ein Gärtchen, 731 5 40 Ruthen Garten zwiſchen der Pfingſtweide, 731 4 39 Rutben daſelbfſt. Friedberg am 27. März 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Mobiliar-Verſteigerung. (465) Dienſtag den 4. April, Morgens um 9 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe die Chri- ſtian Böhmer'ſchen Mobilien, beſtehend in Bet tung, Kleider, Weißzeug, Kommoden, Tiſche, Zinn, Kupfer, Handwerksgeſchirr und ſonſtige Hausgeräthſchaften meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 27. März 1854. In Auftrag 0 Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher.

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