Igntelligenz-Vlatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
W. 31.
Sonnabend den 22. April
1851.
Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
Betreffend: Verwendung arſenikhaltiger Farben zu Anſtrich und Ta— peten für Zimmer.
Der in Nr. 80 der Darmſtädter Zeitung abgedruckte Aufſatz wird nachfolgend zur Belehrung und Warnung zur allgemeinen Kenntniß gebracht, und den Großherzoglichen Bürgermeiſtern noch beſonders aufgetragen, die Gemeinde— angehörigen in geeigneter Weiſe hierauf aufmerkſam zu machen.
Friedberg den 13. April 1854.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Mu ker.
Zur Belehrung und Warnung über die der Geſundheit ſchädliche Verwendung grüner und gelber arſenikhaltiger Farben auf groben(nicht ſatinirten) Tapeten und zu Zimmeranſtrichen.— Un⸗ geachtet ſchon früher wiederholt in der Großherzoglich Heſ— ſiſchen Zeitung Nr. 177 vom 28. Juni 1845 ꝛc., der Darm- ſtäadter Zeitung Nr. 331 vom 29. November 1853, wie in anderen öffentlichen Blättern vor dem Gebrauche gifthal— tiger Farben zur Auskleidung der Zimmerwände namentlich mit Schweinfurter Grün gewarnt worden iſt, ſo ſind doch
dieſe Mahnungen ſeither nicht ſelten aus Unkenntniß über— ſehen worden. Nach dem Gutachten der Medicinalbehörde iſt insbeſondere den mit lebhaft grüner Farbe, als: Schwein— furter Grün, Mitisgrün, oder Wiener Grün be— deckten ordinären wohlfeilen Tapeten zu mißtrauen, welche ſogar ſchon beim Aufkleben neuer oder beim Abnehmen alter Tapeten den Arbeitern Entzündung und Geſchwulſt der unbekleideten Körpertheile(Geſicht, Arme, Hände) er— zeugten und namentlich bei Verwendung in Schlafzimmern für die Bewohner ſchon in manchen Fällen bedeutend in— nere Krankheitszuſtände zur Folge hatten, gleichwie dies auch bei bloßem Anſtrich von dumpfen Schlaf- und Wohn— zimmern der Fall ſein kann, wenn ſolche feucht und nicht täglich vollſtändig gelüftet werden können. Wenn auch bei gut geleimten feinen(ſatinirten) Tapeten, auf welchen die Farben ungleich feſter gebunden ſind, ein ſolcher Nachtheil weit weniger zu befürchten ſteht, ſo iſt bei ihrer Verwen— dung doch immer Vorſicht zu empfehlen.— Ein leichtes Vorprüfungsmittel in der Hand eines Jeden iſt übrigens das Verbrennen eines Stückchens ſolcher Tapeten oder einer Meſſerſpitze voll von der angeſtrichenen Wand abgeſchabter Farbe über der Flamme eines Lichtes. Entwickelt ſich da— bei ein weißlicher nach Knoblauch riechender Rauch, ſo iſt ſtarker Verdacht auf arſenikhaltige Farbe vorhanden. Am ſicherſten wird man indeſſen verfahren, wenn man eine ſolche Tapete ſeinem Ortsapotheker zur Prüfung übergibt.
Bekanntmachungen von Be— hoͤrden.
SNN NN Edicetalla dung. (8160 Die Stadt Friedberg beſitzt beſchei— nigtermaßen ſeit undenklichen Zeiten in der 6. Gewann in der Uſaer Vorſtadt ein jetzt an die Verwaltung der Main-Weſer⸗Bahn verkauftes 17 Klafter 6 Schuh haltendes Grundſtück, das im Flurbuche nicht eingetragen iſt und in ſol⸗ ches nach dem vorgelegten Meßbriefe unter
No. 20/0 einzutragen ſein würde.
Etwaige Anſprüche auf dieſes Grundſtück ſind binnen 6 Wochen ſogewiß hier anzuzeigen, als es ſonſt der Stadt Friedberg im Mutations⸗ verzeichniſſe als durch Verjährung erworben zugeſchrieben und der Kaufbrief darüber beſtä— tigt werden wird.
Friedberg den 23. März 1854.
Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. Oeffentliche Aufforderung.
(399) Die Erben der verlebten Wilhelm
Gorr erſter Eheleute von Münzenberg wollen nachſtehende in Münzenberg gelegene Hofraithe: I, 1006 61 UKlafter ꝛc. Hofraithe an Jacob Wagner, 2%„ des alten Flurbuchs, I, 1007 103[◻OKlafter Grasgarten, ſtößt auf den Haingraben,
% des alten Flurbuchs, veranſchlagen, vermögen aber ihr Eigenthum urkundlich nicht nachzuweiſen. Etwaige Anſprüche an vorbezeichnete Liegenſchaften ſind deßhalb binnen einer Friſt von 6 Wochen bei dem un- terzeichneten Gericht ſogewiß anzumelden, als ſonſt der Anſchlags Contract ohne Vorbehalt beſtätigt werden wird.
Butzbach am 12. April 1854. Großherzogliche Landgericht Butzbach Ebel.
eych tee: iges g. (335) Von den 1853r Fruchtvorräthen des hieſigen Rentamts kommen zur Verſteigerung:
1) zu Butzbach in dem Gaſthauſe zum Heſſiſchen Hof, Mittwoch den 26. April d. J., Vormittags 10 Uhr, von dem
Speicher daſelbſt: 1 Malter Waizen, 47 Malter Korn, 18 Malter Gerſte und 9 Malter Hafer; 2) zu Friedberg in dem Gaſthauſe zum Maulbeerbaum, Freitag den 28. April d. J., Vormittags 10 Uhr: a) von dem Speicher zu Friedberg: 8 Malter Waizen, 77 Malter Korn und 27 Malter Gerſte; b) in Stammheim lagernd: 20 Malter Hafer. Friedberg den 7. April 1854. Großberzogliches Rentamt Friedberg. In Erledigung der Rentamtmannsſtelle: Grünewald, Finanz⸗Acceſſiſt. Fruchtverſtei gerung. (600) Dienſtag den 2. Mai d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 36 Malter Korn und 27 Malter Gerſte von den Fruchtvorräthen der milden Stiftungen, zwei- malterweiſe öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 19. April 1854. Der Großherzogliche Bürgermeißer Bend e.
ungefähr


