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Zeigefinger, wie wenn man Geld zählt und ſah den Ko⸗ ſacken zuckerſüß an. Der Koſack verſtand aber keinen Spaß, riß eine Piſtole aus dem Gürtel und ſpannte den
ahn. * Der Jude faßte mit beiden Händen ſeine Ohren und that einen ganz verwunderlich flinken Sprung hinter die Bauern, die aber blitzſchnell auseinander ſtoben und den Juden blosſtellten. N
Au wai geſchrie! Herr Koſack, Herr Offezier! ſchrie der Jude, ich hab' Fra und Kinnercher a ganz Dutzend! Erbarme Se ſich! Excellenz habe Se ein Einſehens! Der Koſack ſteckte die Piſtole wieder ein. Und wieder nahte er ſich ihm kriechend höflich und ſagte: Ich rede ja nit vor mich, Herr Offezier! Ich bin nit von hier! aber die arme Leut' dauern mich. Thun Se än Uebriges. Wie viel wollt Ihr gebe? fragte er halblaut den Schöffen.
Hundert Gulden! flüſterte der, denn darüber hatten ſich die Bauern ſchon verſtändigt.
Nicks hundert, tauſig Koſack! Quartier! rief der Koſacke, der das Wort Hundert gehört hatte und es mißverſtand. Ein lautes Wehklagen der Bauern begleitete dies Wort.
Mai, Se habe's nicht recht verſtande, Excellenz, ſagte der Jud, näher tretend, und machte wieder mit Daumen und Zeigefinger. Hundert Gulden Trinkgeld für Sie, wann Se ſich aus'm Staub mache!
Jetzt ſchien erſt der Koſacke den Juden zu verſtehen. Er ſchüttelte den Kopf und ſagte: Nicks Hundert, ſo viel Guld, ſo viel Koſack!
Au wai, ſchrie der Jude, er will tauſend Gulde!
Ach, ſagte mit Entſetzen der Schöffe, ſo viel haben wir nicht!
Der Jude hatte ſich einmal der Sache angenommen und das verſprochene Zaſſeras wollte er auch nicht da— hinten laſſen, daher ließ er ſich nun auf ein förmliches Handeln ein, wobei Koſack und Jude ſich au Zähigkeit überboten.
Nach einem Herumzackern von faſt einer Stunde wurde endlich Mauſchelche und der Herr Koſack um fünf hundert Gulden einig. Sie wurden ſchnell zuſammenge— legt, den Koſacken übergeben, die nun auch ſich den Schnapps ſchmecken ließen und dann in ſauſendem Ga— loppe davon jagten.
Die Bauern freuten ſich unendlich, daß ſie mit Huͤlfe des Juden die Koſacken ſich vom Leibe geſchafft und lachten ins Fäuſtchen, daß nun wahrſcheinlich Eins der benachbarten Dorfer die Einquartirung der entſetzlichen
Koſacken bekäme. Frauen und Mädchen krochen aus ihren Verſtecken hervor, und die Muthigern unter ihnen, die ſie heimlich anzuſehen gewagt, machten nun ganz erſtaunliche Schilderungen von ihnen. In Summa, es wurde an ſel— bigem Abend in dem Dorfe mehr gelogen, als ſonſt in einem Vierteljahr. 6
(Schiuß folgt.)
Kirchenbuchsauszug von Butzbach.
Monat December.
Getraute: Keine.
Getaufte:
4. Dem Ortsbürgrr und Nagelſchmied zu Kirchbrombach Jacob Straub dahier ein Sohn, Conrad, geb. den 14. November.
4. Ein unehelicher Knabe, Georg Heinrich, geb. den 20. November.
11. Ein unehelicher Knabe, Emil, geb. den 26. Novbr.
11. Dem hieſigen Bürger und Häfnermeiſter Johann Phi⸗ lipp Schmidt II. eine Tochter, Anna Chriſtine, geb. den 20. Novbr.
Beerdigte:
6. Johann Heinrich Wilhelm Fix, des Schauſpieldirectors 2 Fir Söhnchen, alt 3 Jahre, 2 Monate, 7
age.
6. Katharine Eliſabethe Seulburger, geb. Rübſamen, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Gaſtwirths im grünen Baum Wilhelm Seulburger hinterlaſſene Wittwe, alt 69 Jahre, 9 Monate und 3 Tage.
22. Ernſt Meißner, des hieſigen Bürgers und Schuh
machermeiſters Ludwig Meißner fünftes Kind, dritter ehelicher lediger Sohn, alt 23 Jahre, 3 Monate und 3 Tage.
27. Johann Jacob Leyerzapff, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Jacob Leyerzapff ehelicher lediger Sohn, alt 73 Jahre, 3 Monate und 21 Tage.
29. Kunigunde Marie Margarethe Diehl, geb. Seyfried, des zu Münſter verſtorbenen Gr. Heſſ. Pfarrers Jo— hann Ernſt Ludwig Diehl hinterlaſſene Wittwe, alt 74 Jahre, 5 Monate und 13 Tage. f
Bekanntmachungen von Be— hoͤrden.
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Hofraitheverſteigerung. (49) Dienſtag den 24. Januar d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers und Metz⸗ germeiſters Heinrich Hetterich dahier die dem⸗ ſelben zuſtehende Hofraithe:
Gemarkung Stadt Friedberg:
Pag. 37 No. 219 2/183 Hofraithe, als: Wohn⸗
haus mit Stallung und
Hofraum neben Chriſtian
Stadelmann und Joh.
2 5 1 Philipp Gerths Wittwe,
öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 11. Januar 1854.
In Auftrag:
Der Vorſteher des Gr. Ortsgerichts Bender.
Immobiliar-Verſteigerung.
(18) Montag den 6. Februar 1854, Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die nachbeſchriebenen Immobilien des Bürgers Peter Mann dahier, als: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 60 No. 326 b. Hofraithe, als: Wohn⸗ haus, Stall, Schoppen und Kegelbahn, an Jo— hannes Weckerling, Pag. 236 No. 44 87 Ruthen Hausgarten auf dem Haugk, theilt mit Joh. Weckerling und Con⸗ ſorten, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 21. Dezember 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender.
FIruchtverſteigerung. (48) Dienſtag den 24. l. M., Nachmittags
um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von
dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds
von der Ernte von 1853 60 Malter Korn und
20 Malter Gerſte, zweimalterweiſe meiſtbietend
verſteigert.
Friedberg den 11. Januar 1854.
Der Großberzogl. Bürgermeiſter Bender.
Hofraithe⸗Verſteigerung.
(82) Montag den 30. Januar d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird in bieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe des Michel Heidelberg dahier gehörende Hofraithe, wie ſolche in Nr. 83 und 85 des Intelligenzblattes von 1853 näher be⸗ ſchrieben iſt, nochmals unter dem Anfügen öffentlich meiſtbietend verſteigert, daß nunmehr bei annehmbarem Gebot dem Letztbietenden der definitive Zuſchlag ertheilt werden wird. Friedberg den 18. Januar 1854. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender.
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