Ausgabe 
18.1.1854
 
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18.

lig, auf den alten kleinen Gaͤulchen ſitzen, kleine Säbel an der Seite, Piſtolen in den Halftern und am Guͤrtel, und mächtig lange, ſpitze und ſcharfe Lanzen führen, wo mit ſie die Leute nach Luſt und Liebe gikſen oder auf ſpießen, und oben in der Luft damit noch allerlei Kunſt

Koſackelches.

(Aus der Sinnſtube.)

Als in der Spinnſtube einmal die Rede davon war, wie wunderbar es ſich oft füge, daß verborgene Schur⸗ kereien und Spitzbubereien an den Tag kämen, ſagte der Schmiedjacob, das Allerverwunderlichſte dabei iſt und bleibt, daß der liebe Gott meiſt es ſo lenket, daß die Ver⸗ brecher ſelber manchmal mit, manchmal ohne ihren Willen ihre eigenen Ankläger werden müſſen. Mir fallt da eine Geſchichte ein, die ich vor mehr denn dreißig Jahren an der Moſel, wo ich auf meiner Wanderſchaft hinkam, er zählen gehört habe, und die ſich dort zugetragen hat im Jahre 1814. 8 1 Als die Deutſchen Anno 1814 über den Rhein gin⸗ gen, um Frankreich für die vielen und ſchweren Sünden zu züchtigen, die ſeine Kinder in Deutſchland verübt, und den Napoleon zu ſtürzen, der ſo lange eine Zuchtruthe Deutſchslands, ja der halben Welt geweſen war, da waren auch die Ruſſen dabei. ee

Vor keinen Kriegsvölkern hatten aber die flüchtigen franzöſiſchen Soldaten mehr Reſpekt, als ſie Anno 1813, nach der Schlacht bei Hanau, in ſo troſtloſem Zuſtand auf das linke Rheinufer zurückkamen, als vor den Koſacken mit ihren langen ſpitzen Lanzen und ihren kleinen, raſchen zappeligen Gaͤulchen. Die hatten ſie manchmal gegickſt mit ihren Lanzen, und das war noch im friſchen Gedacht niß. Man vergißt ſo einen Beweis von Liebe nicht ſo leicht! Sie machten davon ſo gräuliche Erzählungen und Geſchichten, daß die armen Leute auf dem linken Rheinufer nicht anders dachten, als wenn die kommen, ſo ſpießen ſie uns dutzendweis in ihre Lanzen und braten uns wie Wachteln! 5

Dabei erzählten die Franzoſen, die Koſacken ließen nichts liegen, als glühendes Eiſen und Mühlſteine, und ſie verſtünden das Mauſen beſſer, als alle Katzen in der Welt.

Ich will nun, fuhr der Schmiedjacob fort, gar kein Lobredner der Koſacken werden, denn wir haben ſie hierzu lande auch genauer kennen gelernt, als es uns lieb war, und vom Mitnehmen iſt Keiner arm geworden; aber ſo ſchlimm, wie ſie die Franzoſen am Rheine machten, waren ſie nicht..

Sie hielten ſie dort für leibhaftige Teufel, und die Leute zitterten und bebten, wenn Einer das Wort:Koſack' ausſprach. In den Gegenden, wohin der Zug der Heere nach dem 1. Januar 1814 nicht kam, erzählten ſich die Leute die allerentſetzlichſten Geſchichten von den Koſacken. So war es insbeſondere in der rauhen Eifel, wo man noch gar keine von den gefürchteten Ruſſen geſehen hatte.

Die Heere waren ſchon in Frankreich, da geſchah es wohl, wenn auch ſelten, daß noch Regimenter Reſerve nachzogen.

Die hohe Eifel iſt nun ein vom großen Verkehre der Welt ſo ziemlich abgeſchnittenes, rauhes und armes Land.

Eines Tags, es war ſchon nahe am Herbſte des Jahres 1814, kamen plötzlich drei Koſacken in ein Dorf tief in der Eifel geſprengt und riefen nichts als: Wo Burgemeiſter?

Es waren leibhaftige Koſacken, denn die Leute hatten hin und wieder in Trier welche geſehen, und die Andern wußten aus der Beſchreibung, daß ſie keine eigentliche Uniform anhaben, ſondern Keiner wie der Andere gekleidet iſt, aber das wußten ſie, daß ſie weite Hoſen und kurze runde Wämſer haben, und kleine ſchwarze Kappen tragen, die ausſehen, wie ein umgekehrter Waſſerſcheppel; daß ſie Mäntel von Hammelfellen tragen und greuliche, lange Bärte; daß ſie kleine, quackelige Kerle ſind, die, wie bucke⸗

ſtücke machen konnten. Und aufs Haar ſo ſahen die drei Ouartiermacher aus. Die meiſten Leute, beſonders Frauen, Mädchen und Kinder liefen ſchreiend fort und verſteckten ſich eiligſt; einige aber, die die Koſacken am Flitch er⸗ wiſchten, mußten ihnen das Haus des Schöffen zeigen, der ſchier des Todes war vor Schrecken, als er die greu lichen Koſacken ſah.

Er zog aber höflich ſein Käppchen ab und kam ihnen entgegen mit gar tiefen Bücklingen und Kratzfüßen. Ko ſackt! Koſacki! ſagte der Eine, der am meiſten Deutſch parliren konnte.

Ich ich kenne die Herren Koſacken ſchon! ſtotterte angſtvoll der Schöffe und da er wußte, daß ſie abſonderliche Freunde des Schnappſes ſind ſo ſagte er in aller größter Höflichkeit: Iſt den Herren Koſacken Schnapps gefällig? Und ſeiner zitternden Frau rief er zu: Hol' geſchwind einen Milchtopf voll, denn die haben weite Gurgeln! Der Schöffe war nämlich auch Wirth und verſtand ſich auf das Maaß.

(Fortſetzung folgt.)

Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg. Monat Dezember.

Gel aud

26. Friedrich Karl Ludwig Gotthard Franz Adolf Ullrich, hieſiger Bürger und Kammmachermeiſter, lediger Sohn der verſtorbenen Katharina Ullrich, und Friedericke Eleonore Rauſch, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Heinrich Rauſch eheliche ledige Tochter.

26. Ludwig Karl Chriſtoph Emil Winheim, hieſiger Buͤrger und Kaufmann, des Bürgers und Hypothekencommiſſars zu Lich Georg Friedrich Ludwig Winheim ehelich le diger Sohn, und Margarethe Eliſabethe Ulrich, des hieſigen Bürgers und Oekonomen Chriſtian Ulrich ehe lich ledige Tochter.

26. Heinrich Schwalm, hieſiger Bürger und Schneider meiſter, ein Wittwer, und Katharine Schneider, des Ortsbürgers zu Allſtadt, kgl. baieriſchen Amts Alzenau, Conrad Schneider ehelich ledige Tochter. N

26. Johannes Weidner, hieſiger Burger und Lohnbedienter zu Frankfurt a. M., ein Wittwer, und Katharine Blum, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schnei dermeiſters Heinrich Blum I. ehelich ledige Tochter.

e 25. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Johannes Schwalm eine Tochter, Margarethe, geb. den 27. Nov. 25. Dem hieſigen Bürger und Kaminfegermeiſter Ferdi nand Frick zwei Söhne, Johannes und Ferdinand Chriſtian, geb. den 14. Nov. 26. Dem hieſigen Bürger und Fuhrmann Anton Simmrock eine Tochter, Eliſabethe, geb. den 15. Dez. Nachtrag vom November. 30. Dem Burger zu Oſthofen in Rheinheſſen und Poſt conducteur dahier Jacob Conrad eine Tochter, Eliſa bethe Eva, geb. den 31. Okt.

Mekeindigten 2. Ein nach erhaltener Nothtaufe verſtorbenes Söhnchen des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Jo hannes Reich, geb. den 28. Nov., 1 den 1. Dez.

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Suſanne 19.

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