2 11„
„Fort, fort!“ rief Starkey;„hier iſt kein Ort und keine Zeit zu faden Komplimenten!“— der Befehl zum Abſtoßen war ſchon über des Kapitäns Lippen, als ſein Blick zufällig auf mich fiel, der ich ſtarr vor Schrecken hart hinter ihm mich an die Plankenverkleidung des Schiffs lehnte.—„Halt noch einen Augenblick!“ rief er; „hier iſt ein Junge, deſſen Gewicht Euch keinen Schaden bringen wird!“ damit nahm er mich mit beiden Armen, ließ mich ſachte in's Boot hinuntergleiten und fluſterte mir noch zu:„Lebe wohl, Ned; grüße mir Deine Eltern herzlich, falls ich ſie nicht wiederſehen ſollte!“
Nun war nur noch das kleine Boot übrig, welches höchſtens acht Perſonen ſicher faſſen konnte, und wir frag— ten uns bebend, wie es außer den beiden Matroſen, die es führten, noch den Lieutenant Arguellas, Mr. Dupont, den zurückgebliebenen farbigen Mann, den Kapitän und die vier anderen Matroſen tragen ſollte? Sie wurden jedoch Alle, mit Ausnahme Starkey's, raſch eingeſchifft.
„Kann das Boot noch Einen tragen?“ rief Starkey herab, und obwohl ſeine Stimme noch ſo feſt und ent— ſchloſſen war wie ſein Geſicht, ſo entging mir doch nicht, daß es aſchfahl geworden war trotz ſeiner muthigen Ent— ſchloſſenheit.
„Wir müſſen und wollen es probiren,“ tönte es vom Boote herauf,„da Sie es ſind; aber wir ſind als— dann überfüllt, zumal da die verdammten Haie uns um— ſchwärmen!⸗
„So wartet noch einen Augenblick— ich kann das Schiff nicht verlaſſen, ſo lange noch Eine lebende Seele an Bord iſt!“ Er ſchritt haſtig nach dem Vorderdeck und erſchien alsbald wieder an der Fallreepstreppe mit dem noch immer bewußtloſen Korper von Lieutenant Arguellas Diener im Arm, den er nun über die Schiffsſeite in's Boot heruntergleiten ließ. Die im Boot ſtießen einen Schrei der Entrüſtung aus, aber es half ſie Nichts, denn im nächſten Augenblick ward das Tau des Boots in die See geworfen, und der Kapitän rief:„Nun rudert, wenn Euch Euer Leben lieb iſt!“ Vom Inſtinkt der Selbſter— haltung angetrieben, griffen die Ruder ſogleich ins Waſſer, und das Boot entfernte ſich vom Schiffe. Nach— dem nun Alle außer ihm das brennende Fahrzeug ver— laſſen hatten, blickte Kapitän Starkey, die Augen mit der Hand beſchattend, begierig in der Richtung der Kuͤſte
hinaus. Sodann rief er das vorderſte der Boote an und ſchrie herüber:„Wir müſſen ſchon lange vom Strande aus bemerkt worden, und es müſſen Lootſenboote ausge— laufen ſein, obſchon ich noch keines ſehe. Wenn Ihr Einem begegnet, ſo ſagt ihm, es möge ſich tummeln, dann darf ich noch einige Hoffnung auf Rettung hegen!— Der ganze Auftritt, dieſe lange Agonie, zu deren Schil— derung aus dem Gedächtniſſe und aus der Erinnerung der Uebrigen ich ſo viele Worte machen mußte, ſoll, wie mich Mr. Desmond ſpäter verſicherte, nur acht Minuten gedauert haben, von dem Augenblicke an, wo Senora Ar— guellas in's Boot gehoben wurde, bis zu dem, wo das letzte Boot von dem unglückſeligen ſchoͤnen Barkſchiffe „Neptun“ abſtieß.
In meinem ganzen Leben werde ich die ſchaurig— ſchöͤne Erhabenheit des Schauſpiels nicht vergeſſen, wel⸗ ches das flammende Schiff darbot,— der einzige Gegen— ſtand, den wir in der grenzenloſen beengenden Dunkelheit erkennen konnten, welche den Ocean deckte,— ein Ein— druck, welcher natürlich noch gehoben wurde durch den entſetzlichen Gedanken an die pflichttreue Ergebung und Entſagung des heldenmüthigen Mannes, ohne deſſen Feſtig⸗ keit und Geiſtesgegenwart wir Alle einem ſichern Tode ge⸗ weiht geweſen wären. Wir waren kaum dreihundert Ellen von dem brennenden Wrack entfernt, als das Feuer, welches allenthalben durch das Verdeck ſchlug, auch das Tackel— werk und die wenigen ausgeſetzten Segel ergriff und uns in feurigen Zügen die vollſtändigen Umriſſe der Barke und ihrer ganzen Tackelage aus ſicherer Ferne bot. Um die vorhin ausgeſprochene Hoffnung nicht ganz unmöglich
zu machen, war Kapitän Starkey bis an's Ende des Bugſpriets hinausgegangen, nachdem er zuvor Klüver— und Fockſegel den Winden preisgegeben. Hier war er
eine kurze Weile vor den Flammen ſicher; aber was war dieß Anderes, als eine bloße Verlängerung des bittern Todeskampfs 2“
(Schluß folgt.)
Die erzwungene Redlichkeit. Wenn ſich unedle Naturen entſchließen müſſen, endlich
ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen, pflegen ſie gewöhnlich noch ein Extraſtückchen ihres Charakters als unverlangtes Agio mit daraufzugeben.
Bekanntmachungen von Be⸗ na rd babe hoͤrden.
NX
Pag. 262 Nr. 11 4,6
Gemarkung Bur
Garten
auſern ſollen nachbezeichnete Ar⸗ i der Verſteig n
1
Friedberg:
Klftr.— 2% Rut
7 *
zwiſchen
Oeffentliche Aufforderung. und Orlochsgraben am Weg Uhr auf dem Bahndofe zu Fried (3) Die Wittwe, Kinder und Enkel des ver—„ 262„ 13 38,9 Klftr.— 20 Rutben 1) Das Brechen von 50 Klafter Mauerſteinen lebten Johannes Maas II.(Kronenwirth) in Kappesgarten am Graben ber⸗ in dem füiscaliſchen Bruche bei Ockſt Niederweiſel baben die nachbezrichneten Liegen⸗ ziehend, neben Wer 2 ren dieſer Steine ſchaften: Ooſtbäumen, bof zu Friedberg.
4%2 Hofraithe in Niederweiſel, als: Wohn⸗„ 263„18 30,9 Klftr.= 15% Rutben) Das Graben und Durchwerfen von 35,0 baus, Nebenbau mit Scheuer und vier in der Köhlgewe Klafter Mauerſand in der Grube bei dem Ställen, des Grabens mit Obſtb 8 ſe, mit dem T
49%92 3½ Ruthen Garten dabei,„ 264„ 23 19,0 Klftr.- 9 Rutben port d
verkauft, vermögen aber ihr Eigenthum urkund— in der Köblgewann an Joſeph 4) Die 300.000
lich nicht nachzuweiſen. Etwaige Anſprüche an Ströblein ſtoßend, ung
dieſe Liegenſchaften find deßhalb binnen einer„ 269„ 49 124,6 Klftr.- 64 Rutben noerwaltung
Friſt von ſechs Wochen bei dem unterzeichneten Gerichte ſogewiß anzumelden, als ſonſt der be— reits ausgefertigte Kaufbrief ohne Vorbehalt beſtätigt werden wird. Butzbach den 21. Dezember 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Ebel.
Güterverſteigerung. B
(19) Dienſtag den 17. Januar d. J, Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe der Frau Geheimen-Kirchen⸗
ben,
meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 3.
am kleinen Obrloch am Gra⸗ mit Bäumen,
auf freiwilligen Antrag deren Erben
In Auftrag: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts
Main⸗Weſer⸗Bahn. (20) Zur Erbauung von
gefertigt werden. en 20. Januar, Vormittags 9 Jahnpofe zu Vilbel: on 150 Klafter Mauer- fiaͤcaliſchen Steinbruche am z ſowie 6) das 8 n dieſer Steine auf den Bahn⸗ bofe zu Vilbel. Friedberg den 2. Januar 1854. Der Großh. Sections-Ingenieur der Sectionen Friedberg und Vilbel
Hochgeſand.
Grabſtück
ein offenes
öffentlich
Januar 1853
en der.
Stations- und


