Ausgabe 
10.5.1854
 
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dem Wahlheimer Hof bei Hahnheim; 1. April 1. evang. Pfarrer Seipp zu Hungen; 7. April die ehemalige Nonne und Staats⸗ penſionärin Maria Margaretha Antonia Mehler zu Mainz; 17. April Poſtſtallmeiſter Wiener zu Darmſtadt.

An das Publikum.

Wem es darum zu thun iſt, ſein engeres Vater land genauer kennen zu lernen, Dem können wir mit voller Seele das ſo eben erſchienene Werk des Hrn. Hof und Cabinets-Bibliothekar Dr. Walther zu Darmſtadt,

betitelt:

Das Großherzogthum Heſſen nach Ge⸗

ſchichte, Land, Volk, Staat und Oert⸗

lichkeit empfehlen.) Der Leſer wird in dieſem gediegenen Werke mehr finden, als er erwarten kann; es wird ihm, wo nicht eine Bibliothek, doch eine bedeutende Zahl von Werken erſetzen, denn es gibt in gedrängter Kürze eine Geſchichte und eine Geographie des Landes; er findet Intereſſantes über das Innere des Landes, über Frucht⸗ barkeit, Clima, Produkte, über die Bevölkerung, ihren Charakter, ihre ſittliche und geiſtige Cultur, eine genaue Angabe der Staats-Verfaſſung und Verwaltung und end⸗ lich eine detaillirte Topographie, worin Jeder das Wich⸗ tigſte von ſeinem Dörfchen oder Städtchen aufzufinden vermag. Ein genaues Regiſter erleichtert das Nach ſchlagen. Wir wünſchen dem Werke recht viele Leſer! Friedberg im Mai 1854.

Prof. Ph. Dieffenbach.

Wir glauben dem Wunſche unſerer geehrten Leſer zu entſprechen, wenn wir aus dem oben empfohlenen Werke einige Abſchnitte mittheilen.

Die Grundzüge in dem Charakter der Bewohner des Großherzogthums Heſſen ſind diejenigen, welche dem germaniſchen Volksſtamme überhaupt eigen ſind. An der Spitze der guten ſtehen Fleiß, Ausdauer und Tapferkeit. Heſſiſchen Fleiß und Heſſiſche Ausdauer verherrlicht ſchon das alte Sprüchwort:Wo Heſſen und Holländer ver derben, kann Niemand Nahrung erwerben.

Von ihnen zeugen die wohlbebauten Fluren in allen Theilen des Landes, die gewerbliche Thätigkeit und die Erzeugniſſe der Literatur und Kunſt, die Heſſen ihre Ent ſtehung verdanken. Von Heſſiſcher Tapferkeit aber reden alle die Schlachtfelder der älteren und neueren Zeit, welche Heſſiſches Blut getränkt hat.

Beſondere Charaktereigenthümlichkeiten, beſondere Sitten und Gebräuche geſtalten ſich nach beſonderen Ver hältniſſen, welche auf die Bewohner eines Landſtrichs ihre Wirkung geäußert haben und äußern. Elima, Beſchaͤf⸗ tigungsweiſen, politiſche Schickſale und noch andere Ur- ſachen haben ihren Antheil daran und ſo ähnlich ſich der Bewohner der Rheinebene, der Odenwälder, der Rhein⸗ heſſe, der Wetterauer, der Vogelsberger und der Hinter länder in den allgemein deutſchen Charaktereigenthümlich keiten ſind, ſo verſchieden ſind ſie in den beſonderen, die eben beſonderen Verhältniſſen ihren Urſprung verdanken. Wir müſſen darum die Bewohner unſeres Landes in ſeinen verſchiedenen Haupttheilen einzeln betrachten. Die immer mehr ſteigende Civiliſation hat freilich gar manches Eigen⸗ thümliche in Charakter und Sitte bald zum Glücke, bald zum Unglücke des Volkes weggenommen und wird in ihrem begonnenen Werke fortfahren. Sie hat dieß nicht allein in den Städten gethan, in denen naturgemäß ihr Einfluß aus den verſchiedenſten Urſachen ſich ſtärker

) Das Werk iſt in C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg vorräthig.

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äußern mußte, ſondern auch auf dem Lande, wohin ſie durch Handel und Verkehr mit den Städten, durch Schule und Unterricht mit ihrem guten und böſen Gefolge den Weg gefunden hat. Immerhin aber hat ſie zur Zeit manches noch nicht zu verwiſchen vermocht, theils weil ihr die Anhänglichkeit an das Altherkömmliche Widerſtand leiſtete, theils weil ſie die Urſachen, aus welchen es her vorgeht, nicht wegzuſchaffen vermochte. Und wie es mit Charakter, mit Sitten und Gebräuchen iſt, ſo iſt es auch mit der Sprache. Im Ganzen iſt die Volksſprache der Bewohner des Großherzogthums die mitteldeutſche, welche ihrer Natur nach ſich mehr der oberdeutſchen anſchließt, aber auf niederdeutſche Einflüſſe zeigt. hat übrigens ſeine Dialecteigenthümlichkeiten, und Flüſſe, Berge, Hügel und Waldungen ſcheiden ab, ſowie frühere Einwanderungen. Die Dialectverſchiedenheiten liegen zu einem großen Theile in der härteren oder weicheren Aus ſprache, in dem Dehnen oder Schärfen der Sylben, in dem bald ſingenden bald ſtoßenden Ton.

Im Nachfolgenden wollen wir einige Beiträge zur Kenntniß desjenigen geben, was ſich bei den Bewohnern 2 1 1 unſeres Landes von Eigenthümlich eiten in Charakter und Sitte wenn au noch findet. 1

Der Wetterauer hat zwar in Kleidung und Mund art Manches von den Nachbarſtädten angenommen, doch unterſcheidet er ſich noch weſentlich von ſeinen Nachbarn, namentlich den noͤrdlich wohnenden Heſſenländern und den nordöſtlichen eigentlichen Vogelsbergern. Die Wetterauer zeigen ſich im Ganzen als ein kräftiger, aber auch derber Menſchenſchlag. Sie ſind zwar nicht ſo heiter, lebens und erwerbluſtig wie die Rheinbewohner, und nicht ſo thätig wie die Starkenburger und Vogelsberger, vielleicht darum nicht, weil ſie die Natur in ihrem Boden gar reich bedacht hat. Sie könnten im Ganzen viel reinlicher und fleißiger ſein. Sie bleiben auch gerne beim liebgewordenen Alten und darum haben die Bemühungen, ſie in manchen Dingen vom guten Alten zum beſſeren Neuen zu bringen, noch nicht die Erfolge gehabt, die ſie hätten haben können. Der Wetterauer iſt im Umgange weder ſo gewandt wie der Rheinheſſe, noch ſo gefällig wie der Odenwälder, aber er meints in der Regel doch gut und ehrlich, und weiß er es auch nicht ſo recht von ſich zu geben, ſo ſteht er doch keinem anderen an Biederkeit nach. Von Trachten findet ſich in der Wetterau noch manches Eigenthümliche. Die Wetterauiſche Mundart iſt breit, aber kräftig tönend. Sie zeichnet ſich vor der Hochdeutſchen u. A. durch ihren Reichthum an Doppellauten aus, deren Sie etwa 10 mehr hat als das Hochdeutſche. Auffallend dehnt die Vilbeler, am Rande der Wetterau gegen Frankfurt hin, den Ton am Ende der Sätze. Oeſtlich von Friedberg und rechts der Nidda wird ſie noch breiter und eigenthüm licher mit einzelnen niederdeutſchen Wörtern und Formen. Von Butzbach an, ſowie auch an und in Gießen ſpielt ſie in die ihr ähnliche weſterwäldiſche über.

(Fortſetzung folgt.)

Kirchenbuchsauszug von Butzbach. Monat März. baute

Keine. Ge aufe 2. Dem Brigadier bei der Gensdarmerie zu Pferd dahier

Conrad Wenzel eine Tochter, Eliſabethe Louiſe Marie,

geb. den 22. Januar.

7. Dem Bürger und Bäckermeiſter Ludwig Künſtler ein

Sohn, Johann Conrad, geb. den 23. Febr.

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