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jetzt das erſte, für daſſelbe ausſchließend beſtimmte, nach dem Muſter der beſten Anſtalten eigens für die Kranken pflege erbaute und eingerichtete Krankenhaus beſitzt. Der Großherzogin Königliche Hoheit haben am 4. November das Haus, ſeine Räume und Bewohner beſucht und hat die großmüthige Beſchützerin einen neuen Beweis Ihrer Huld und Gnade zurückgelaſſen, indem Höchſtdieſelben dem Verein zum viertenmal ein Geſchenk von 1000 fl. zu machen Gelegenheit nahmen. Der Verein iſt unabläſſig bemüht, den Armen vom Lande die Theilnahme an dieſer Kranken pflege zu erleichtern. Die Pflegevergütung im Landkranken⸗ haus ſelbſt iſt jetzt geregelt durch beſtimmte Grundſätze; Gewerbsgehülfen und Dienſtboten der Landgemeinden können ſich in die Pflege einkaufen; die Mitglieder des Vereins erwerben durch ihre Beiträge gewiſſe Berechtigungen an der Pflege; ſolcher beſtimmten Berechtigungen zu Gunſten ihrer Pflegbefohlenen werden namentlich diejenigen theilhaftig, welche höhere Beiträge, oder Schenkungen im Betrage von 100 und mehr Gulden dem Verein zufließen laſſen. Unſer Verkehr mit den Landgemeinden wird durch Alles dieſes von Jahr zu Jahr lebhafter, um ſo mehr als die ander⸗ weitige Unterſtützung derſelben Seitens des Vereins durch Heil⸗ und Pflegmittel aller Art immer bedeutender wird. So haben dann im Jahr 1852 405 Perſonen Arznei und Pflegmittel, zum Theil vollſtaͤndige Hospitalpflege durch den Verein empfangen. Der an die Mitglieder vertheilte Jahresbericht gibt ausführliche Rechenſchaft über die ein ſchlägigen Leiſtungen durch die Krankenpflege und erzählt Näheres uber die vielen Heilungen faſt aus allen Zweigen der Heilkunde, welche durch die Mittel des Vereins gelungen

ſind. Derſelbe berichtet fünf Todesfälle im, und vier Todesfälle außer dem Landkrankenhaus. 106 Gemeinden waren der Wohlthat der Pflege theilhaftig geworden. Die Jahreseinnahme betrug 8139 fl., die Ausgaben 8144 fl., worunter 5250 fl. außerordentliche Koſten für Erbauun des Hauſes enthalten ſind; unſere Schuldenlaſt iſt 1800 fl. Die Zahl der Mitglieder iſt auf 416 geſtiegen. Die Auf gabe des Vereins iſt natürlich nicht vollendet, ſolang der Umfang des Landkrankenhauſes dem Bedürfniß nicht ent⸗ ſpricht, und fordert noch manche ſchwere Opfer. Wir bitten darum recht ſehr um fernere Theilnahme guter Men ſchen an dem gemeinſamen unter Gottes Schutz ſoweit ge diehenen Werke. Darmſtadt im Mai 1853. Der Vorſtand des Vereins: Dr. Küchler. v. Jungenfeld. Otto. Gerhard.

Für die Abgebrannten in Gambach

ſind ferner bei uns eingegangen: Von El. Brethauer 30 kr; Joh. Schat 18 kr.; Pfr. Dr. M. 1 fl.; K. G. 30 kr.; N. N. 30 kr.; Erlös aus der Verlooſung des Mädchen⸗Inſtituts des Hrn. Kärſt 42 fl. 40 kr.; Ungenannt 1 fl.; A. T. 1 fl.; A. J. 1 fl. 24 kr.; M. Hirſch 1 fl. 45 kr.; Brig. Pr. 48 kr.; S. 1 fl.; N. N. 30 kr.; zuſammen 52 fl. 55 kr.; mit den früher be⸗ reits angezeigten 43 fl. 26 kr. in Allem bis heute 96 fl. 21 kr. Weiter ſind an Kleidungsſtücken von 2 taubſtummen Knaben durch Hrn. Lehrer Speckhard eingegangen: 2 Paar Hoſen, 1 Kittel, 1 Weſtchen, 1 Jäck⸗ chen, 1 Unterjäckchen. Indem wir für alle dieſe Gaben im Namen der Nothleidenden mit gerührtem Herzen danken, fügen wir die Nachricht bei, daß wir heute an das Comité zu Gambach die Summe von 96 fl. 21 kr. nebſt den Kleidungsſtücken eingeſandt haben. Friedberg den 4. Juni 1853. Der Ausſchuß des Huͤlfs-Vereins.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

ca Fruchtverſteigerung. (828) Mittwoch den 8. Juni, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds hierſelbſt 60 bis 80 Malter Korn und 20 Mal- ter Gerſte, zweimalterweis an die Meiſtbietenden verſteigert. Friedberg den 1. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter

Braunkohlen⸗Verkauf.

(817) Vom 1. Juni d. J. ab werden auf hieſigem Bergwerke neugeformte Braunkohlenklößze von Reihen abgegeben. f

Wie bereits in der Bekanntmachung vom 31. März d. J. veröffentlicht, iſt der Preis der Klötze zu 11 kr. à Centner, und der der Holzkohlen zu 14 kr. à Centner feſtgeſetzt.

Die Creditzeit dauert bis Ende September, und es müſſen die vom 1. April bis Ende September auf Credit bezogenen Braunkohlen bis zum 31. Dezember d. J. bezahlt ſein.

Bauernheimer Bergwerk den 28. Mai 1853.

Gräfl. Solms⸗R. Bergverwaltung L. Storch.

Bender. Heugras⸗Verſteigerungen.

(882) Das diesjährige Heugras von nachge⸗ nannten fiscaliſchen Wie ſen wird in angemeſſenen Abtheilungen folgendermaßen verſteigert:

1) zu Lindheim bei Gaſtwirth Herrn Bech⸗ told Mittwoch den 15. Juni d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, von ungefähr 40 Morgen in Lindheimer und Hainchener Gemar kungen;

2) zu Okarben an dem Mineralbrunnen Freitag den 17. Juni, Vormittags 11 Uhr, von der ungefähr 50 Morgen haltenden ſog. Burgwaldswieſe;

3) zu Bauernheim bei Gaſtwirth Herrn Solz Dienſtag den 21. Juni, Vormittags 11 Uhr, von der ſog. Markwieſe in Bauernheimer und Oſſenheimer Gemar⸗ kungen.

Jedem zuläſſigen Steigerer wird auf Verlan. gen, gegen Stellung eines annehmbaren Bürgen, ein Credit von 25 fl. bis Michaelitag d. J. bewilligt.

Wer für mehr als dieſen Betrag ſteigert, oder für erſteigertes Gras vom vorigen Jahre der Rentamtskaſſe noch Zahlung zu leiſten hat, muß den Mehrbetrag vor dem Abmähen des Graſes an das Rentamt baar bezahlen.

Friedberg den 27. Mai 1853.

Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß.

Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn.

(829) Zur Erbauung eines Dampfmaſchinen⸗ haufes im Roſenthal dahier werden Dienſtag den 14. Juni l. J., Vormittags 10 Uhr, fol⸗ gende Arbeiten und Materiallieferungen auf dem Büreau des Unterzeichneten öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 584 fl. 59 kr. Steinhauerarbeit, 1274 10*

Zimmerarbeit, 265% 05 Schreinerarbeit, 146 21 Schloſſerarbeit, 7 121 40 Glaſerarbeit, 5 70 05 Spenglerarbeit,* 24 48

Weißbinderarbeit, 144 51%

Lieferung von 35000 Stück 10/ Zoll lange 5 Zoll breite 2 Zoll ſtarke Backſteine, veran⸗ ſchlagt zu 350 fl.

Voranſchlag und Accordsbedingungen können täglich eingeſehen werden.

Friedberg den 30. Mai 1853. ö

Der Großh. Sektions-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand.

Edicetalla dung,; (815) Die Erben der Chriſtian Eich's Wittwe dahier haben: Gemarkung Stadt Friedberg: 2160/8 82 Rth. Garten in der 17. Gewann 216/ 139 Rth.] am Wildkautengraben

verkauft, können aber das Eigenthum urkundlich nicht nachweiſen. Anſprüche an dieſes Grund⸗ ſtück ſind deßhalb binnen ſechs Wochen dahier geltend zu machen, gegenfalls der Kaufbrief gerichtlich beſtätigt werden wird. Friedberg den 12. Mai 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle.

Holzverſteigerung. (851) Mittwoch den 15. Juni l. J., Mor⸗

gens 9 Uhr anfangend, werden in hieſigem Ge⸗ meindewald:

1) Diſtrikt Pfuhl:

600 Stück Kiefern⸗Baumſtützen, 4900 Wellen, 2) Diſtrikt Mark 1. Theil: 32 Eichen⸗Baumſtämme, 32 Klafter Buchen⸗Scheitholz, 4 Eichen⸗ 1250 Stück Buchen⸗Wellen und 23 Klafter Buchen ⸗Erdſtöcke, öffentlich verſteigert.

Bemerkt wird noch, daß das Holz nach der Wetterau zur Abfahrt ſehr gelegen iſt und der Anfang im Pfuhl an dem Rodheimer Weg ge macht wird.

Wehrheim den 1. Juni 1853.

Dr Bürgermeiſter eee