komme heut über acht Tage hinein. Da will ich Ihnen ſchon die Wege bereiten Seien Sie gutes Muthes!
Das war ein Ehrenmann, der für ſeines Freundes Kind getreulich ſorgte. Als er zurückkam, ließ er den jungen Schmitt rufen. 8 5 8
Der liebe Gott hat geholfen! rief er ihm fröhlich entgegen. Bei Einem Freunde wohnen Sie, das ſteht feſt, und koſtet Sie keinen Pfennig. Sie unterrichten da⸗ für ſein Söhnlein. Die Collegia kriegen Sie frei und in noch drei andern Familien geben Sie Unterricht, der Ihnen ſoviel abwirft, daß ſie prächtig durchkommen.
Der junge Schmitt ging nach Straßburg und Alles ging herrlich. Er brauchte den Knicker von Onkel nicht, und ließ ihn laufen; aber der Onkel ihn nicht. Wer glauben wollte, der Alte habe ſeine Sünde gegen ſeine verſtorbene Schweſter erkannt und wolle am Kinde gut machen, was er an der Mutter verſchuldet, der hätte ſich verrechnet. Das war's nicht, ſondern— der Hochmuth war's, der die ſieben Schlöſſer des Geldkaſtens löſte. Es war ihm hie und da unter die Naſe gerieben worden, ſeiner leiblichen Schweſter Sohn behülfe ſich ſo kümmer⸗ lich und könne ſich nur mit Unterrichtgeben erhalten, ſei aber muſterhaft in Fleiß und Sitten. Das krippte den Alten. Er fing an, ſich zu ſchämen, daß ſeiner Schweſter Sohn ſich wie ein Bettler durchſchlagen ſolle. Da ließ er denn eines Tages den jungen Schmitt zu ſich kommen, ſtellte ſich, als blute ſein Herz, daß er nicht ſchnurſtracks zu ihm gekommen ſei; er würde ihn mit Armen der Liebe aufgenommen haben. Nun müſſe die Armuthei aufhören. Er müſſe das Unterrichten aufgeben, bei ihm wohnen, bei ihm eſſen, und er werde ſchon ſorgen, daß er auch in ſeinem äußeren Auftreten ſeinem Onkel keine Schande mache.
Der junge Menſch war wie vom Himmel gefallen; aber es war ſo. Der Alte hielt Wort. Nach und nach gewann er ſogar den muſterhaft braven Schweſterſohn lieb, und das Geld, das er ihn koſtete, that ihm allge— mach weniger weh im Herzen. Der junge Menſch fragte nicht nach den Beweggründen dieſes Benehmens des Alten, trug ihn auf den Händen und wurde durch Fleiß und Talent ein tüchtiger Mann.
Der Schuftikus von Geizhals glaubte aber nun auch, ſeiner Schweſter Sohn müſſe in allen Stücken ſein Sclave ſein, der gar keinen eigenen Willen habe und haben dürfe.
Was willſt du nun anfangen? fragte er ihn, als der junge Mann ſein Examen beſtanden hatte.
Mein Brod verdienen, Oheim, und Ihnen nicht länger zur Laſt fallen, ſagte der junge Schmitt.
Das iſt ein ganz guter Gedanke, verſetzte zufrieden lächelnd der Alte, aber nur in einer Weiſe, die keinen Schatten auf uns wirft. Zum Beiſpiel, Unterricht darfſt du hier nicht geben, Hauslehrer hier nicht werden; das würde mir zur Unehre gerechnet. Weißt du was? Werde Vikarius bei dem alten Pfarrer zu MW.... Da übſt du dich im Amt und biſt bei braven Leuten, wie ich höre. Er ſucht einen Vikarius. Er iſt zwar ein Lump, fuhr er fort, der dir wenig wird geben können; allein man muß ſich behelfen. So lernt man hauſen und ſparen. Habe mich auch durch die Welt drücken müſſen. Haſt du dann einmal eine gute Pfarrei und heiratheſt eine recht reiche Frau, die zu hauſen verſteht, ſo kannſt du ein wohl⸗ behaltener Mann werden.
Schmitt wäre nun für ſein Leben gern in Straßburg geblieben, aber er durfte den alten Iſegrimm nicht vor den Kopf ſtoßen; daher ging er nac Mm und der alte Pfarrer nahm ihn gerne als Vikarius an.
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— 844 Schmitt fühlte ſich auch ganz wohl da. Der alte Pfarrer war ein ehrwürdiger, vortrefflichen Mann, der
Alles aufbot, um ihn zufrieden zu ſtellen. Er war Witt⸗ wer und hatte nur eine einzige Tochter, ein ebenſo ſchönes als tugendhaftes Mädchen; aber der alte Pfarrer war durch Unglücksfälle herabgekommen. Zwar hatte er keine Schulden; aber es war auch nicht das geringſte Vermögen da und die Stelle war auch keine von denen, die man fette Pfründen nennt, und ungemein läſtig, denn ſie hatte
eine Filialkirche, faſt anderthalb Stunden entfernt. Der
Weg dahin führte über einen hohen Berg, der mit Hoch⸗ wald dicht bewachſen war.
And dennoch fühlte ſich Schmitt dort glücklich, denn die Gemeinde hatte ihn lieb, der alte Pfarrer hielt ſehrt
viel auf ihn und— er und des Pfarrers Tochter waren Ein Herz und Eine Seele. a und gerne ſah, leitete es ein, daß er penſionirt wurde und Schmitt die Pfarrei erhielt. Alles ging nach Wunſch und Schmitt eilte nach Straßburg, ſein unerwartetes Glück dem alten Oheim anzuvertrauen.
Er freute ſich darüber; denn immer fürchtete er,
Schmitt möge ihm doch noch einmal wieder zur Laſt fallen.
Nun, ſagte er, wird es gut ſein, daß du dich verheiratheſt 10 7 und eine reiche Frau nimmſt. Da wüßte ich dir Eine!
— Er ſchlug ihm eine fünfzig Jahre alte Perſon vor, ebenſo bekannt durch ihren Geiz, als durch ihre Kratz⸗ bürſten⸗Natur.
Schmitt bekannte mit Offenheit, daß er mit des alten Pfarrers Tochter verlobt ſei.
1 Da brach ein Gewitter los, wie Schmitt noch keins
erlebt.
Der Alte warf ihm ſeiner Mutter Verbindung mit einem armen Mann, ihr Elend, ſeine Hülfleiſtung mit den bitterſten und härteſten Worten vor, und ſagte dann,
als Schmitt ſich nicht abwenden ließ: Er ſolle ihm nie
wieder vor die Augen kommen.
Betrübt, aber in ſich ruhig, ging Schmitt weg. Die Heirath mit des Pfarrers Tochter ſchied ihn auf immer von ſeinem Onkel. Er lebte indeſſen glücklich und zufrie⸗ den bei ſeinen beſchränkten Verhältniſſen, geliebt und ge⸗ achtet von ſeiner Gemeide und Jedem, der ihn kannte. Fünf Kinderchen blühten ihm fröhlich auf und der Ge— danke an des Onkels Feindſchaft, obwohl ſie ihm ſchmerz— lich war, konnte ſein Familienglück nicht ſtören.
Da ereignete ſich etwas Entſetzliches!
Eines Sonntags Morgens geht froh und zufrieden der Pfarrer Schmitt von ſeiner Familie weg, um den Gottesdienſt auf dem Filialdorfe zu halten. Um Mittag ſollte er wieder da ſein; aber auf dem Fialdorfe läutet's und es kommt kein Pfarrer. Bei der Pünktlichkeit in ſeinem Amte war das etwas Außerordentliches. Er iſt gewiß krank geworden, ſagten die Leute; allein er kam auch nicht heim, und da das der Frau ſehr auffiel, ſandte ſie einen Boten aufs Filial.
(Schiuß folgt.)
Markt⸗ Bericht. Friedberg, am 27. Oktober 1852.
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