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Friedberg den 22. Juni 1852.
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Provinz Oberheſſen 0 im Allgemeinen den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
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Mittwoch den 380. Juni
1852.
Amtlicher Theil. 22 0 een 5 1 Die Großherzoglich Heſſiſche f Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks B Friedberg im die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Lungenſeuche unter dem Rindvieh zu Großkarben. Nach einer Mittheilung des Gr. Kreisveterinärarztes Großmann zu Vilbel iſt die unter dem Rindvieh zu Groß⸗ farben geherrſcht habende Lungenſeuche erloſchen und iſt da⸗ her die Ortsſperre von uns aufgehoben worden.
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dat.— Art. 3. Es kann von dem in Art. ö forderniß des Lebensalters nach Anhörung des betreffenden Gemeinde-
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Regierungsblatt⸗Auszüge.
Nr. 32 enthält: 1) Geſetz, die ortsbürgerliche Niederlaſſung und die Verehlichung betr. Ludwig III. von Gottes Gnaden ꝛc. ꝛc. Wir haben mit Zuſtimmung Unſerer getreuen Stände verordnet und
berordnen: Art. 1. Wer das Ortsbürgerrecht erwerben will(Tit. III. der Gemeindeordnung), muß das rückgelegt haben.— Art. 2. Für die
fünfundzwanzigſte Lebensfahr zu⸗ Verheirathung eines Mannes wird erfordert, daß er das fünfundzwanzigſte Lebensſahr zurückgelegt 1 und 2 beſtimmten Er⸗
raths Dispenſation ertheilt werden. Es hat aber ſolche keine Wir⸗ kung bezüglich die Stimmberechtigung bei Gemeindewahlen und des Anſpruchs auf Gemeindenutzungen.— Art. 4. Die Art. 44 und 47 der Gemeindeordnung ſind aufgehoben.— Urkundlich ꝛc. Darmſtadt, 19. Mai 1852. Ludwig. v. Dalwigk.— 2) Inſtruction des Gr. Miniſteriums des Innern und der Juſtiz vom 13. Mai die Beſchäfti⸗
Jung und Ueberwachung der bei den Juſtiz⸗ und Regierungsbehörden
E 101 in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen zugelaſſenen Acceſſi⸗
ten betr.— 3) Ueberſicht der für das Jahr 1852 genehmigten Um⸗ lagen zur Beſtreitung von Communalbedürfniſſen in den Gemeinden des Regierungsbezirks Darmſtadt.— 4) Ueberſicht der für das Jahr 1852 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung von Communalbedürfniſ⸗ ſen in den Gemeinden des Regierungsbezirks Dieburg.— 5) Ueber⸗ ſicht der für das Jahr 1852 nachträglich genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der Communalbedürfniſſe in dem Regierungsbezirk Worms. — 6), Dienſtnachrichten. Am 29. Januar Poſtpracticant Horn zum Aſſiſtenten bei dem Poſtamt Mainz ernannt. Am 20. März Privat⸗ poſtgehülfe Heck aus Gladenbach als Poſtexpeditor zu Battenberg beſtätigt. Am 28. April wurde dem Pfarramtscandidaten Müller von Darmſtadt die ſeither proviſ, verſehene v. Lehrerſtelle an der Realſchule zu Friedberg, dem Reallehramts⸗Candidaten Olff von Darmſtadt die provif. verſehene 2 Lehrerſtelle an der Realſchule zu Friedberg und dem Pfarramts⸗Candidaten Göring die proviſ. ver⸗ ſehene 3. Lehrerſtelle an der Realſchule zu Friedberg definitiv über⸗ tragen. Am 4. Mai der kathol. Pfarrer Ohler zu Abenheim zum Director und 1. Lehrer an dem kath. Schullehrer⸗Seminar zu Bens⸗ heim,— Hof⸗ und Gr.⸗Secr.⸗Acceſſiſt Hofmann aus Aſſenheim zum Aſſeſſor m. St. an dem Landgerichte zu Ulrichſtein ernannt,— ferner
wurde dem Pfarxaſſiſtenten Cellarius zu Lich die Rectoratsſtelle zu
Gladenbach, übertragen. Am 8. wurde der als Redacteur der„Großh.
Heſſiſchen Zeitung“ in den Ruheſtand verſetzte Hofrath Pabſt dahier wieder in den äctiven Staatsdienſt zurückberufen und demſelben die Redaction und Correctur der„Darmſtädter Zeitung“ übertragen,— ferner wurden die Hofgerichts⸗Secr.⸗Acceſſiſten Dr. Vogel aus Nie⸗ derramſtadt und Köhler aus Altenſtadt unter die Zahl der Advocaten und Procuratoren bei dem Hofg. der Pr. Starkenburg aufgenom⸗ men. Am 10. wurde dem Schullehrer Klein zu Beedenkirchen die 2. evangel. Schullehrerſtelle zu Gräfenhauſen, übertragen Am 12. wurde der Hofg.⸗Secr.⸗Acceſſiſt Zimmermann dahier zum Kreisaſſeſ⸗ ſor ernannt. Am 20. haben Se. Kön! Hoh der Großherzog den Cabinets⸗Secretär Geh. Hofrath Zimmermann zu Allerhöchſtihrem Geheimen Cabinetsrath zu ernennen geruht.— 7) Se. Kön. Hoheit der Großherzog haben am 12. Mai 1852 dem Provinzial⸗Commiſſär Rink Freiherrn von Starck dahier den Charakter„Geheimerath,, ſo⸗ wie den Regierungsräthen Heim dahier und Schmitt zu Mainz den Character„Geheimer Regierungsrath“ zu verleihen geruht.— 8) Am Mai wurde der ſeitherige prov. Redacteur der„Darmſtädter Zeitung Dr. Dräxler⸗Manfred dahier von dieſer Dienſtſtelle wieder entbun⸗ den.— 9) Am 30. April wurde der 2. Gerichtsdiener an dem L.⸗G. zu Michelſtadt Schmucker ſeines Dienſtes entlaſſen.
Die Hirſchkeule. Erinnerungen aus einem Jägerleben in Canada. Von Abel Log. 1
Der goldene Abend eines heiteren Herbſttages ging zur Neige, als Paul Skinner, ein mir befreundeter Trap⸗ per und mein Weidgenoß, und ich beſorgte Blicke nach den beiden Uferſeiten des Fluſſes warfen, um irgend ein verſtecktes Plätzchen aufzufinden, wo wir unſer Kanot lan⸗ den und verſtecken und uns ſelbſt ein bequemes Nachtla— ger ſuchen konnten.
„Sieh', dort!, rief Paul und deutete auf eine kleine maleriſche Baumgruppe in kurzer Entfernung vor uns; „wir koͤnnten's nicht beſſer finden. Ein hübſches Laub⸗ dach und gewiß auch ein Wechſel von Hirſchen in der Nähe!“
„Wollte Gott!“ ſagte ich und ruderte dem bezeich⸗ neten Punkte zu.—
Paul Skinner war ein luſtiger, kräftiger, junger Engländer, deſſen wuchernde Thatkraft und unüberwindli⸗ cher Hang zu Abenteuern den kraftſtrotzenden Jüngling ſchon ziemlich frühe vermocht hatten, eine behagliche Exi⸗ ſtenz in der Heimath mit dem unruhigen, gefährlichen und Unſteten Leben eines Pelzjägers in den Einöden des ſchö⸗ nen und unabſehbaren Nordweſtens zu vertauſchen. Er hatte Jahre lang mit einer Bande Trapper gejagt, bis ſich ſeiner allmählig ein ſtilles, aber kaum zu bewältigen⸗ des Heimweh bemächtigte und er bei einem zufälligen Zu⸗


