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fuͤr die
. Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, die Kreiſe Kriedberg, Vilbel und Nidda
im Beſonderen.
Sonnabend den 28. Auguſt
1852.
Die Leibeigene von Poberez. (Fortſetzung.)
Cut„Vielleicht. Wir behaupten natürlich, jedes hübſche 2 Schule Weib anzubieten,“ ſetzte Leon nachläſſig hinzu.„Aber, e 9e. meine liebe Schweſter, was für ein reizendes Kammer⸗ decke betztt ſch J mädchen haſt Du da?“ Er näherte ſich dem Winkel, wo n eth n nielka ſaß und beugte ſich mit einem rohen familiären naue Vohſha dächeln zu ihr herab. Anielka, obwohl Leibeigene, fand hene Megakeinen Gefallen daran und begegnete ihm mit einem Blick merken, daß Holl Würde. Als aber ihre Augen das ſchöne Antlitz des u konpießt U Jünglings trafen, erhob ſich das Gefühl, welches ſtill und S. In Eraug, allmählig in ihrem jungen und unerfahrenen Herzen ge—
t in der lig dochſen war, mit ſiegender Gewalt über ihren Stolz und
0 hren Zorn. Lebhaft wünſchte ſie, eine gewiſſe Erinnerung 5 I in Leon wieder zu erwecken, und faſt unwillkürlich griff .— bunu nach der kleinen Börſe, die noch immer um ihren Nacken Sie nahm den Rubel heraus, den er ihr gegeben. „Schau!“ rief Leon lachend,„welch' ein drolliges 1 Ding, wie ſtolz ſie auf ihren Reichthum iſt. Nun, mein f 1 am Madchen, Du biſt eine Perſon von Vermögen, Eigenthü— e i aiim nerin eines ganzen Nubels.“ lle Dauch aus Stadt„Ich hoffe, ſie iſt in Ehren dazugekommen,“ ſagte — ie alte Gräfin, die eben in das Zimmer trat.
Dieſe Anſpielung erfüllte Anielka ſo ſehr mit Scham und Zorn, daß ſie eine Zeitlang ſchweigend daſaß. Sie tteeckte daß Geld raſch wieder in die Börſe. Mit bitterm dergagel ein zul Schmerz erkannte ſie, daß jene wenigen glücklichen Mo⸗
** mente, welche ſich ſo unauslöſchlich in ihr Gedächtniß ge— habet zraben hatten, von Leon gänzlich vergeſſen worden waren. zum Da ſie jedoch ſah, wie Alle ſie forſchend anſchauten, ſtam⸗ *. Leſeunterrit nelte ſie endlich, um ſich zu rechtfertigen:„Erinnern Sie een ich nicht mehr, Herr Leon, daß Sie mir ſelbſt vor zwei Schulen. 1, fü Jahren im Garten dieß Geldſtück ſchenkten?“ ment von 101, 1 al Buhfaben, Zit
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„Das iſt merkwürdig!“ rief Leon lachend,„glaubſt Du, ich ſoll mich all der hübſchen Mädchen erinnern, de⸗ ien ich einmal Geld ſchenkte? Doch ich glaube, Du haſt Recht, ſonſt würdeſt Du dieſen unglücklichen Rubel nicht 5 vie eine heilige Reliquie aufbewahrt haben. Du ſollteſt aber nicht ſo filzig ſein, mein Kind; das Geld iſt dazu
Autan. Preis 45 K.
an, ell zemacht, daß man es ausgibt.“
ſe⸗Tafe„Ich bitte Dich, mache Deine Späſſe anderswo,“ don ſagte Konſtanze ungeduldig. Ich liebe dieſes Mädchen, auer. und will nicht, daß man es plage. Anielka verſteht ſich 7 daes 1 f. 0 k. deſſer als irgend Eine auf meine Angelegenheiten un
verſetzt mich oft durch ihre ſchöne Stimme in gute Laune.“
„So ſinge mir Etwas, mein hübſches Jungferchen,“ ſagte Leon,„und ich will Dir wieder einen Rubel ſchen⸗ ken, und zwar einen neuen, glänzenden.“
„Sing' augenblicklich,“ befahl Konſtanze.
Bei dieſem Befehl konnte Anielka ihren Schmerz nicht länger bezwingen; ſie bedeckte ihr Anlitz mit beiden Händen und weinte heftig. 5
„Warum weinſt Du?, fragte ihre Herrin ungedul— dig.„Ich kann das nicht hören; thue, wie ich Dir be— fohlen.“ 5
Mochte es nun die Gewohnheit eines fklaviſchen Gehorſams, oder das Reſultat eines ſtarken Selbſtgefühls ſein, Anielka hörte augenblicklich zu weinen auf. Es gab eine kleine Pauſe, während welcher die alte Gräfin brum— mend das Zimmer verließ. Anielka wählte die Hymne an die Jungfrau, die ſie damals im Garten geſungen, und betete inbrünſtig, wahrend ſie ſang; ſie bat um Frieden, um Befreiung von den herben Gefühlen, die in ihr er— weckt worden waren. Ihr Ernſt gab der Melodie eine Kraft des Ausdrucks, die ihre Hörer ergriff. Als ſie ge— endet, blieben jene eine Weile ſtumm. Leon ging, die Arme über die Bruſt gekreuzt, auf und nieder. War es Mitleid mit der jungen Leibeigenen? oder eine andere zärtlichere Empfindung, was ihn ſo ernſt ſtimmte? Wir werden gleich ſehen.
„Meine liebe Konſtanze,“ begann er, indem er plötz— lich vor ſeiner Schweſter ſtehen blieb und ihr die Hand küßte,„willſt Du mir einen Gefallen thun?“
Konſtanze ſchaute ihrem Bruder fragend in's Geſicht, ohne eine Antwort zu geben.
„Schenke mir das Mädchen.“
„Unmöglich!“ 5
„Es iſt mir vollkommen Ernſt,“ fuhr Leon fort,„ich wünſche meiner künftigen Gemahlin ein Präſent mit ihr zu machen. Die Privatkapelle ihres Vaters, des Fürſten, bedarf eines Sopranſolos.“
„Ich werde ſie Dir nicht geben, erwiderte Konſtanze.
„Ich will ſie nicht geſchenkt, ſondern gegen etwas Anderes eintauſchen. Ich will Dir dafür einen prächtigen, kohlſchwarzen jungen Neger geben. Die Damen in St. Petersburg und Paris waren wie wüthend auf ihn, aber ich blieb unerbittlich; ich ſchlug ihn ſelbſt meiner Fürſtin halb und halb ab.“ a 5 1
„Nein, nein,, erwiderte Konſtanze, ich würde ohne
dieſes Mädchen zu verlaſſen ſein; ich bin ſo an ſie ge—
wöhnt.“


