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Eine Macht in Teras im Jahr 1849.
Ich komme aus Texas zurück, habe den Texas fluß paſſirt und bin noch am Leben. Das iſt ein kleines Wun⸗ der; aber um gegen die Landeseinwohner gerecht zu ſein, — ihre Schuld iſt's nicht, wenn ich noch lebe. Kann man überhaupt von Einwohnern dieſes Landes reden, deſſen Bevölkerung bunt zuſammengewürfelt iſt aus den verſchie⸗ denartigſten Völkerſtämmen und Stoffen? aus Amerikanern, Spaniern, Portugieſen, Franzoſen, Deutſchen, Irländern, flüchtigen Sklaven, Wilden, Mulatten, Indianern und Negern, die alle, mehr oder weniger, mit der Juſtiz auf geſpanntem Fuße leben. Das iſt die Bevölkerung von Texas, einem ſeltſamen Lande. Seine Hauptſtadt, Galve⸗ ſton, iſt eine noch ſeltſamere Stadt; jeder Mann darin iſt entweder General oder Richter— Generale ohne Armee, Richter ohne Gerichtshöfe. Die Hälfte der Häuſer ſind Schenken, wo die genannten Berühmtheiten mit einander zechen, rauchen und— raufen. Die Vereinigten Staaten ſchicken auf dieſe Weiſe ihren Abſchaum von Elend und Laſter über die Grenze, welche ſie daheim entweder nicht behalten wollen oder können. Der Strom der Einwande⸗ rung verbreitet ſich raſch uber Texas oder die Prairien, und vermiſcht ſich mit den indianiſchen Stämmen, mit Abenteurern aus Südamerika und Spitzbuben aus aller Herren Ländern. Ich weiß nicht, ob das Land jemals mit dem alten Rom wetteifern will, aber beider Anfänge ſind einander ſehr ähnlich.
Galveſton iſt das Lieblings-Stelldichein der ſchon er⸗ wähnten Ehrenmänner. Eines Tages im Auguſt 1849 ſtieg ich im erſten Gaſthauſe der Stadt, dem Tremont Hotel, ab und fand den ungeheuren Ofen in der Wirths— ſtube umlagert von einem Haufen Texaner, welche Karten ſpielten. Sie rauchten wie ebenſoviele Schlote und fluchten und ſchworen zum Gotterbarmen, wie ſie ſich ſo gegenſeitig ihre ſauberen Streiche erzählten. Jeder rühmte ſich, ſchon Reiſende geplündert und beſtohlen, Karawanen angefallen, Yankees in Handel und Wandel überliſtet und Meiereien niedergebrannt zu haben. Ich setzte mich in die fernſte Ecke des Zimmers an einen Tiſch von rohen Föhrendielen und mehr als zweifelhafter Reinlichkeit, da ich nicht Luſt trug, mich unter die ſaubere Sippſchaft zu miſchen. Der Kellner, ein wollköpfiger Mulatte, fragte mich nach mei⸗ nem Bedarf an Erfriſchungen, und legte mir das Frem— denbuch vor, um meinen Namen darin einzutragen.
„Heda, Clerk(Commis)!“ rief ein hagerer Mann von unheimlichem Aeußern vom andern Tiſche herüber,— „wie heißt der Fremde?“
Aha, dacht' ich, hier nennt man alſo die Kellner in den Schenken ſchon Commis; wie mag man dann erſt die Commis nennen!? Meine Reflexionen unterbrach ein zweiter Gaſt durch den lauten Ruf:„Heda, General, ſputet Euch! Schon vor einer Stunde hab' ich mir einen Krauſemünze⸗Kühltrank beſtellt und noch nicht erhalten!“
„Komme gleich, General!“ rief der Kellner;„da iſt Euer Trank!“
Dieſes Umſichwerfen und Prahlen mit Titeln belu— ſtigte mich, und nachdem ich in's Buch geſchrieben:„Ka— pitän Holmer, reist nach St. Louis,“ gab ich es dem Oberkellner zurück, der es ſogleich der Geſellſchaft am Ofen zur Einſicht vorlegte. f
Alsbald entſtand eine laute Erörterung uber meine Perſon.„Wer iſt er?“ hieß es;„hat er Geld? Iſt er ein Engländer aus dem Mutterlande?— Nein, ein Fran⸗ zoſe,“ rief ein Anderer.„Ein Deutſcher!“ ein Dritter. —„Ich wette hundert ſpaniſche Thaler, er iſt ein Fran⸗ zoſe; ſein Name iſt franzöſiſch““— Und ſo ging die laute
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und offenkundige Erörterung meiner wahrſcheinlichen Stan des⸗ und Vermögensverhältniſſe, meines Reiſezweckes ung Zieles in einer Weiſe fort, welche mich genugſam üben
zeugte, daß das meiner Perſon gezollte Intereſſe für mein Wohlfahrt und Eigenthum gar nicht ſonderlich erſprießlich l Ich hatte mir in New-Orleans ein ſehr ſchönes
war.
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Pferd gekauft und es bei meiner Ankunft in 18 Houſe in den Stall geſtellt, da überkam mich plötzlich der Einfall, das ſchöne werthvolle Thier möchte in einer ſoß⸗ chen Umgebung nicht eben ſehr ſicher ſein. daher die achtbare Geſellſchaft, welche noch mit eigenſter Einſichtnahme meiner Handſchrift und der Ermittelung
meiner Verhältniſſe beſchäftigt war, und eilte in den Stall. 5.
Ich kam gerade noch zu rechter Zeit, denn ein ſtämmiger Texaner, mit der Pfeife im Munde, ſattelte ſich ſoeben in aller Ruhe und Unbefangenheit mein Roß.—„Hollah!“
rief ich,„was macht Ihr hier? das Pferd iſt mein; war⸗ b.
um ſattelt Ihr es?“
Ehre!“ „Nehmt dem Thiere Sattel und Zaum wieder ab, hört Ihr!“ rief ich.
Ich verließ
„So? der Gaul iſt Euer?“'n ſchmuckes Pferd auff
„Ich höre ſehr gut,“ gab er ſchläfrig zur Antwort,
ſattelte aber doch vollends zu Ende.
Aergerlich über dieſe kaltblütige Unverſchämtheit, riß
ich ihm die Zügel aus der Hand und ſagte:„Kommt, gebt dieſe Poſſen auf, Burſche!“ Ihr, wißt nicht, mit wem Ihr
Bekann ) Vegen ei
ſprecht!“ rief er. „Kümmert mich auch nicht!“ gab ich trotzig zur Antwort;„hier hab' ich eine Reitpeitſche und ein paar
Piſtolen, die ſollen Euch gar bald lehren, wer ich bin, dit n 1
Scheert Euch zum Stalle hinaus!“ Der Kerl nahm die Pfeife aus dem :„Ich bin der Richter Peters,
den Judge Peters bei den Schultern, warf ihn zum Stall hinaus und gab ihm zum Abſchied noch Eins mit der Peitſche über den Rücken. Er gab Ferſengeld, drohte mir aber aus der Ferne mit Wort und Fauſt. Der Mulatte aber ſagte:„Nehmt Euch in Acht, Sir. Manch verrä— theriſches Auge beobachtet Euch! denn Euer Roß und Mantelſack ſind verlockende Schätze für unſere ehrenwer— then Gäſte droben. Laßt Euch warnen, Sir, und macht Euch bald aus dem Staube. Hier zu Lande macht man von dem Morde eines Menſchen kaum mehr Aufhebens, als wenn man eine Fliege todtſchlägt; und wir haben
hier ſo viele Richter, daß wir die Gerechtigkeit ganz ver
loren haben!“
Ich lohnte dieſen freundlichen Wink mit einem zwei
ten Dollar und bat Antiochus, mich nach dem Hauſe eines
Spaniers, Don Joſé Morell, zu führen, an welchen ich
einen Empfehlungsbrief hatte und der auf einem kleinen Landhaus in der Nähe der Stadt wohnte. Mit den noöͤ— thigen Weiſungen verſehen, warf ich mich in den Sattel und ritt davon.
Auf dem Ritt durch Galveſton überraſchte mich der Lärm und Tumult, welchen ich auf den Straßen bemerkte Ueberall Hader, Wortwechſel, Raufereien, blanke Meſſer, Bald hatte ich das Haus des Spaniers erreicht, und fand ihn, eine Cigarre rauchend, auf ſeinem Balkon, einen
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